U17-WM: DFB-Elf muss Heimreise antreten

Von am 26. November 2018 – 7.56 Uhr 18 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat das Viertelfinale bei der U17-WM gegen Kanada knapp verloren. Ein später Treffer machte den Unterschied.

Ivana Fuso (re.) im Duell mit Jade Ross bei der U17-WM

Ivana Fuso (re.) im Duell mit Jade Ross © imago / Agencia EFE

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Die DFB-Frauen verloren im Estadio Charrúa in Uruguays Hauptstadt Montevideo gegen Kanada mit 0:1 (0:0). Den einzigen Treffer der Partie erzielte Kanadas Kapitänin Jordyn Huitema mit einem Flachschuss (83.).

Teams neutralisieren sich

Zuvor hatten sich beide Teams über weite Strecken der Partie, allen voran in der ersten Halbzeit neutralisiert. Anfangs der zweiten Halbzeit hatte die DFB-Elf ihre beste Phase mit Chancen für Shekiera Martinez (61.) und Leonie Köster per Kopf (62.).

Weidauer hat letzte Chance

Nach dem Gegentreffer war die Elf von Trainerin Ulrike Ballweg noch einmal alles nach vorne, die eingewechselte Sophie Weidauer scheiterte aber knapp (85.).

Ballweg: „Wertvolle Erfahrung“

Ballweg meinte nach der Partie: „Wir sind sehr enttäuscht, dass wir nicht den Weg ins Halbfinale genommen, sondern gegen starke Kanadierinnen verloren haben und im Viertelfinale ausgeschieden sind. Ich denke aber, wir haben bei dem Turnier zeigen können, dass wir eine spielstarke Mannschaft ins Turnier geschickt haben. Für die weitere Entwicklung der Spielerinnen war das Viertelfinalspiel gegen Kanada eine wertvolle Erfahrung.“


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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

18 Kommentare »

  • HFVFAN sagt:

    Frau Ballweg spielstark war und ist die Mannschaft in meinen Augen nicht.
    Die Mannschaft lebt von Fehlpässen ungenauen Zuspiel, da wurde nicht die freistehende Mitspielerin „gesucht“ sondern planlos den Ball nach vore gehauen. In der Hoffnung irgend einer nimmt den Ball auf und rennt aufs Tor. Das war gegen Canada nicht möglich, der Gegner war genau so schnell, wenn nicht sogar schneller.
    Also Spielstark: da ist Wunsch der Vater des Gedanken.
    Und von wegen nur Fr. Martinez wird eine gute Spielerin: ja vielleicht in 10 Jahren wenn sie dann überhaupt noch gegen den Ball tritt.
    Alles in Allen eine schlechte Vorstellung von der Mannschaft die der DFB zusammen gestellt hat. Ich meine da gibt es technisch bessere Spielerinnen in Deutschland die sollte mann fördern.

    (13)
  • Zaunreiter sagt:

    Wer hätte gedacht, dass 3 der 4 Spiele im 11er-Schießen entschieden werden und dass danach Neuseeland und Mexiko im Halbfinale stehen. Dazu noch Spanien, dass den Titelverteidiger rauswarf und Kanada, die den deutschen Favoriten heimfahren lassen.
    Die Halbfinals lauten nun spektakulärerweise
    Neuseeland – Spanien und
    Mexiko – Kanada (ein Concacaf-Duell)

    (9)
  • enthusio sagt:

    Wer hätte das gedacht, dass aus der Deutschland-Gruppe niemand das Halbfinale erreicht …

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  • ollerRentner sagt:

    Ich habe aufgrund der Uhrzeit nur die erste halbe Stunde des Spiels gesehen und hatte zu diesem Zeitpunkt den Eindruck, dass wohl das vierte Spiel im Viertelfinale werden könnte, welches im Elfmeterschiessen entschieden wird. Wäre ja auch benahe so gekommen, wie ich heute morgen gesehen habe.

    Der Kritik an der Mannschaft und deren Zusammensetzung möchte ich mich aus mehreren Gründen nicht anschliessen.

    Gestern zu Beginn der Übertragung sagte der Sprecher, dass in der kanadischen Mannschaft mehrere Spielerinnen aufgestellt sind, die auch in der A-Nationalmannschaft spielen. Am Rande meine ich ähnliches auch bezüglich anderer Teilnehmernationen gehört zu haben, bin mir aber nicht sicher.

    Die haben nun aber selbstverständlich schon ein anderes Niveau bezüglich Spielverständnis und Taktik. Ausserdem dürften sie schon körperlich wesentlich robuster sein.

    Soweit ich weiss können Spielerinnen an der U17-WM teilnehmen, die zu Beginn der Qualifizierungsperiode noch nicht das 17. Lebensjahr vollendet haben. Es kommen also im Prinzip alle Spielerinnen infrage, die aktuell höchstens 17 Jahre alt sind.

    Unter diesen Voraussetzungen hätte man theoretisch eine spielstärkere Mannschaft zusammenstellen können. Allein beim Bundesligaspiel Essen-Freiburg fallen mir sofort Lena Oberdorf und Klara Bühl ein (letztere dürfte gerade noch so dazugehören dürfen). Das macht man aber sinnvollerweise nicht, weil diese Spielerinnen schon in höheren U-Mannschaften etabliert sind und durch den Bundesliga-Alltag auch schon genügend Belastungen neben ihrer Schule oder Ausbildung haben.

    Frau Ballweg betonte ja auch immer wieder, dass dieses Turnier eine wichtige Erfahrung für den zukünftigen Weg der Spielerinnen darstellt. Aus meiner Sicht dürfte das der Hauptaspekt derartiger Turniere sein. Glücklicherweise haben diese Jugendlichen, die teils fast noch Kinder sind, nicht den Druck ein Aushängeschild für Deutschland zu sein.

    Man sollte auch eine ganz andere Sache nicht übersehen: In Deutschland steht hinter „Fussballspielerin“ bis auf Ausnahmefälle kein Beruf, in dessen Rahmen sich eine Frau langfristig ein Auskommen sichern kann. Dies wird sich wohl auch mittelfristig nicht ändern, da das Interesse der Öffentlichkeit hierzulande einfach zu gering ist. Dies dürfte den Mädels auch völlig klar sein.

    Sie werden also überwiegend Fussball als das sehen, was er für Fussballspieler (weiblich und männlich) und Fans eigentlich sein sollte: „Die schönste Nebensache der Welt“. Schule, Studium und Berufsausbildung werden vernünftigerweise immer an erster Stelle stehen (an diesem Wochenende hörte ich nebenbei, dass eine Erstligaspielerin aufgrund ihres Studienortes in die zweite Liga gewechselt ist).

    Ich hoffe die Mädels haben ihren Spass gehabt und für ihr weiteres Leben einiges gelernt. Für die Mehrzahl war es ja wohl auch der erste Aufenthalt ausserhalb Europas.

    (20)
  • bale sagt:

    Gibt es wirklich 17 jährige,die in kanada A team spielen.
    Ja für unsere mädels war es eine wichtige Erfahrung,an so einem Turnier teilzunehmen.
    Klasse,das surprise teams weiterkamen.
    So macht fussball spass

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  • adipreissler sagt:

    @bale
    17jährige nicht, aber 16jährige. Beim Concacaf-Cup 2018 standen aus der U17 6 Spielerinnen im Aufgebot. Riviere hat 2017 1 Spiel für die Frauen-Natio gemacht, der „Star“ Huitema bisher 15 Spiele/6 Tore.

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  • adipreissler sagt:

    @ollerRentner
    Oberdorf dürfte die einzige sein, Bühl ist Jahrgang 2000.
    Oberdorf hat aber schon die U20-WM gespielt und ist in der Bundesliga unterwegs, anders als etwa einige Spanierinnen, die auch die U20-WM gespielt haben, aber keinen ernsthaften Ligabetrieb haben.

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  • jochen-or sagt:

    Von wegen spielstark!
    Da kann ich mich nur wiederholen.
    Auch wenn es auch den meisten nicht gefällt.
    Ein verdientes Ausscheiden, weil die Mannschaft bei aller Rücksichtnahme auf das jugendliche Alter und ungeachtet der überraschenden klaren Siege in der Vorrunde, eher Jugendfußball von minderer Qualität spielte.

    Nicht zu vergleichen mit der Truppe um Gwinn, Siems, Bühl und Co von vor 2 oder 3 Jahren.

    Da war auch keine gute Trainerhand am Werk. Kein Spielaufbau im Mittelfeld, sondern blinde Schläge nach vorne und viel viel zu langes Gefummel – vor allen Dingen auf dem rechten Flügel – anstatt schnelle Abspiele/Kombis zu suchen.
    Dies geschah dieses Mal gegen einen Gegner der meines Erachtens spürbar schwächer war als die USA – jedenfalls kein starker Gegner!

    Ich hoffe, dass jetzt die Spanierinnen durchgehen, die mir bereits bei der EM technisch, spielerisch und kämpferisch sehr gut gefallen haben.

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  • Zaunreiter sagt:

    Die Kapitänin Jordyn Huitema spielt schon mit Sinclair, Schmidt & co. zusammen. Die Spielerinnen Riviere und Young durften mal A-Team-Luft schnuppern.
    Huitema hat schon bei Vorbereitungsspielen für das Juli-Turnier von OL, NCC, PSG und ManCity als „Gastspielerin“ für PSG in Portland gespielt. Schlecht kann sie also nicht sein.

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  • Witzfigur sagt:

    Wenn unsere U17 in der Gruppe, die zuvor als die stärkste gehandelt wurde, die Spiele gegen den Weltmeister/Titelverteidiger und gegen die USA gewinne, kann dieses Team nicht soviel falsch gemacht haben, wie hier Kritik geübt wird! Ich meine, man hat sein Potenzial doch ganz ordentlich ausgeschöpft und lediglich durch einen schlechten Defensivmoment, gegen die beste Gegnerin mit A-Team-Erfahrung und als zukünftige Starspielerin gehandelt, ein Tor zugelassen und damit ein ansonsten recht ausgeglichenes VF verloren – kein FF-Weltuntergang. Übrigens, mit Stegemann wäre man nicht ausgeschieden, ist meine ganz persönliche Meinung!
    Bedenklich für mich, dass dann keiner aus dieser Gruppe über das VF hinauskommt und an der Stelle der Arrivierten nun Teams im HF stehen, die die Experten dort nicht gesehen hätten.

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  • Zaunreiter sagt:

    Ja, das wird auch Zeit, dass Spanien sich zum U17-Juniorinnen-Weltmeister aufschwingt. Wo sie jetzt 3x in Folge das Halbfinale erreicht haben.

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  • Michael Kreile sagt:

    Wenn man die Shekira Martinez und die Vanessa Fudalla auswechselt (die besten Spielerinnen auf dem Feld), dann muss man sich nicht wundern wenn man vorne keine Entlastung mehr bekommt. Denn auf eine Shekira muss man immer aufpassen. Aber wenn man sich ihrer entledigt, Trainerinnenfehler … peinlich

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  • Witzfigur sagt:

    Nun, Herr Kreile, diese Ihre Feststellung ist doch ziemlich diskussionswürdig, wenn man bedenkt, dass z.B. auch eine Corley mitgespielt hat, eine Donhauser ebenso, um mal bei 2 Beispielen zu bleiben!
    Martinez war nämlich, auch sich selbst geschuldet, in sehr guter Obhut der Kanadierinnen; da brannte kaum was! Ihre Abspiele, wie auch bei Anderen, gern mal in des Gegners Beine.
    Bei Fudalla meine ich, dass diese bei der Auswechslung recht platt war. Exorbitant mußten frische Spielerinnen auf’s Feld und da hatte ich z.B. kein Problem, dass es die Beiden traf!
    Einen 30 minütigen Einsatz von Weidauer sehe ich als untermaßig an, wenn man die Anzahl der Offensivaktionen bis dahin mal gegenüberstellt.

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  • cosinus sagt:

    In vielen Beiträgen wurde der Nagel auf dem Kopf getroffen.
    Diese Auswahl war meiner Meinung nach die spielschwächste seid Jahren. Man müßte doch annehmen, dass schon die U-Mannschaften an das System der A-Auswahl trainiert werden (z.B. Spanien).
    Die guten MV-Spielerinnen hatten kaum Chancen bekommen, da von hinten fast nur lang gespielt worden ist.Und wenn ich mir die Laufleistung von Martinez anschaue, dann braucht man sich nicht
    wundern, dass kaum Chancen entstehen.

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  • enthusio sagt:

    Mexiko hat es tatsächlich geschafft und Kanada im Halbfinale ausgeschaltet. Dem Zusammenschnitt nach war es ein verdienter Sieg. Kanada hatte – abgesehen vom nicht gegebenen Tor – laut Statistik nicht einen einzigen Schuss auf das mexikanische Tor zustande gebracht.

    https://www.google.com/search?source=hp&ei=Zw_tW_jKAanlkgWt7pe4Aw&q=u17+wm+frauen&oq=u17+wm+&gs_l=psy-ab.1.0.0i131k1j0l9.1732.5102.0.7942.7.7.0.0.0.0.195.659.5j2.7.0….0…1c.1.64.psy-ab..0.7.656….0.1mz7MwLYvDg#sie=m;/g/11g0tt9kms;2;/m/08v3jw;dt;fp;1;;

    (6)
  • HFVFAN sagt:

    Spanien und Mexico sind im Endspiel!
    Die zwei einzigen Mannschaften die Fußball spielen können.
    Sie haben das Spiel(Fußball) begriffen, und da Spanien im Begreifen am weitesten ist, werden sie logischerweise auch Weltmeister.
    Meine Meinung!

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  • Bernd sagt:

    @ HFVFAN
    „Die zwei einzigen Mannschaften die Fußball spielen können“.

    Warum muss man bei allem immer so übertreiben?
    Hauptsache einen rausgehauen!
    Mexico spielte in der Gruppenphase
    0:0 gegen Südafrika
    1:1 gegen Japan und
    1:0 gegen Brasilien
    im Viertelfinale
    2:2 gegen Ghana (Sieg nach Elfm.schießen)
    im Halbfinale
    1:0 gegen Kanada
    Mexico spielte nach regulärer Spielzeit drei Mal Unentschieden und siegte zwei Mal knapp mit einem Tor.
    Was für ein Blödsinn da zu behaupten die Anderen können nicht Fußball spielen, wo jedes Spiel so eng war!

    Nicht viel anders bei Spanien.
    Beim 1:1 gegen Kolumbien hatten die Spanier Glück, dass die Kolumbianerinnen ihnen mit einer krassen Slapstikeinlage das Tor ermöglichten. Gegen Nordkorea stand es nach regülärer Spielzeit ebenfalls 1:1. Im Elfmeterschießen braucht man meistens etwas Glück.
    Souverän sind beide Mannschaften nicht bis ins Endspiel gekommen.
    Wie man da meinen kann, dass nur diese beiden Teams Fußball spielen können ist mit rätselhaft. Ein anderes Finale war durchaus möglich.

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  • FFFan sagt:

    @ Bernd:
    „Mexico spielte nach regulärer Spielzeit drei Mal Unentschieden und siegte zwei Mal knapp mit einem Tor.“

    –> Erschwerend kommt hinzu, dass die Mexikanerinnen sich mit dem Toreschießen sehr schwer tun! Fünf Tore in fünf Spielen (und das bei immerhin 69 Schüssen, an Offensivgeist mangelt es also nicht…) sind für einen Finalisten doch arg wenig. Und davon waren auch noch zwei Strafstöße und ein Freistoß, bei dem die Torhüterin ganz schlecht aussah. Übrigens war auch der Ausgleichstreffer gegen Japan durch einen krassen Torwartfehler ermöglicht worden. Ohne dieses Tor hätte Mexiko nicht mal das Viertelfinale erreicht…

    „Nicht viel anders bei Spanien.“

    –> Ein wenig anders sehe ich die Sache bei Spanien schon! Die Spanierinnen haben bei diesem Turnier bislang sehr gute Leistungen abgeliefert und ansehnlichen Fußball gezeigt. Die Statistik spricht hier ebenfalls eine deutliche Sprache: 13 Tore (bei 100 Schüssen) sind der Höchstwert bei diesem Turnier. Die ‚Rojita‘ hatte in jedem Spiel mindestens 65 Prozent Ballbesitz und außer im Halbfinale immer mehr als doppelt so viele Schüsse wie der Gegner. Sie waren in jedem Spiel klar überlegen (auch gegen Kolumbien, das Ergebnis war im Grunde ein ‚Witz‘ und entsprach überhaupt nicht den Kräfteverhältnissen auf dem Platz) und hatten lediglich im Viertelfinale gegen Nordkorea ein paar Probleme.

    „Wie man da meinen kann, dass nur diese beiden Teams Fußball spielen können ist mit rätselhaft. Ein anderes Finale war durchaus möglich.“

    –> Absolut! Das zeigt ja schon die Tatsache, dass drei von vier Viertelfinalspielen im Elfmeterschießen entschieden wurden.

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