Frankfurt zerlegt Gladbach, Remis in Essen

Von am 24. November 2018 – 16.24 Uhr 8 Kommentare

Zum Auftakt des 9. Spieltags in der Frauenfußball-Bundesliga hat der 1. FFC Frankfurt Aufsteiger Borussia Mönchengladbach mit einer Packung nach Hause geschickt. Die SGS Essen und der SC Freiburg teilten sich in einem packenden Duell die Punkte.

SGS Essens Marina Hegering gibt einen Schuss ab

Zwei der Stärksten auf dem Platz: Marina Hegering (li., SGS Essen) und Sandra Starke (SC Freiburg) © imago / foto2press

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Der 1. FFC Frankfurt gewann vor 840 Zuschauern im Stadion am Brentanobad mit 8:0 (5:0) gegen den in dieser Saison zum wiederholten Male überforderten Aufsteiger. Die Frankfurterinnen machten in der Tabelle somit einen Sprung auf Platz 6 und haben erstmals in dieser Saison ein positives Torverhältnis.

Partie schon nach 15 Minuten entschieden

Margarita Gidion (7.), Laura Freigang (10.) und Laura Feiersinger (12.) sorgten schon in der Anfangsphase für klare Verhältnisse. Noch vor der Pause legten Géraldine Reuteler (20.) und Tanja Pawollek (35.) nach. In der zweiten Halbzeit waren dann sowohl Pawollek (52.), wie auch Feiersinger (63.) und Freigang (70.) ein zweites Mal erfolgreich.

Freiburg gewinnt trotz zweimaliger Führung nicht

Die SGS Essen und der SC Freiburg trennten sich vor 418 Zuschauern im Stadion Essen nach einer packenden und kämpferisch geführten Partie mit 2:2 (1:1). Die Gäste gingen durch einen Abstauber von Kapitänin Clara Schöne in Führung (13.), doch Turid Knaak gelang nach schöner Vorarbeit von Jana Feldkamp mit einem Heber über Torhüterin Merle Frohms der Ausgleich (41.).

Jokertore auf beiden Seiten

Die Elf aus dem Breisgau ging dann durch die eingewechselte Marie Müller wieder in Führung (72.) – Sandra Starke hatte maßgerecht in den Lauf gelegt. Doch die Freiburgerinnen brachten den möglichen Erfolg gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeberinnen nicht über die Zeit. Die eingewechselte Sarah Freutel nutzte eine Unachtsamkeit in der Freiburger Abwehr zum verdienten Ausgleich.

Vier Spiele am Sonntag

Die weiteren Partien des 9. Spieltags werden am Sonntag ausgetragen. Ab 13 Uhr empfängt die TSG 1899 Hoffenheim den MSV Duisburg. Ab 14 Uhr kommt es dann zu den Partien SC Sand gegen VfL Wolfsburg, FC Bayern München gegen SV Werder Bremen und 1. FFC Turbine Potsdam gegen Bayer 04 Leverkusen.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • ollerRentner sagt:

    Zum Spiel Essen gegen Freiburg kann ich mich weitgehend dem Kommentar des Sprechers (Telekom-Sport) anschliessen, dass Essen von hinten heraus viel zu langsam und ideenlos versucht hat das Spiel aufzubauen, so dass Freiburg sich in aller Ruhe formieren konnte.

    Die Freiburgerinnen spielten ihrerseits sehr geschickt schnelle Konter, mit denen die Essenerinnen grosse Probleme hatten. Zum Ende der Partie wurde Essen zielstrebiger. Es war aus meiner Sicht eine spannende Partie mit einem gerechten Ergebnis.

    Die Spielsituation kurz vor Schluss (Lena Oberndorf fällt nach Zweikampf im Strafraum von Essen) habe ich mir noch einmal in Ruhe und stark verlangsamt angeschaut (auf DFB-TV ist das Video verfügbar). Es war deutlich ersichtlich ein Foulspiel (festgehalten und dann mit dem Arm zu Boden gedrückt), aber das Foul begann schon deutlich vor dem Strafraum. Insofern wäre zwar eine Freistossentscheidung durchaus möglich gewesen, aber kein Elfmeter.

    Zum Spiel Frankfurt gegen Gladbach gibt es ja leider noch keine Videozusammenfassung, aber das Ergebnis ist wieder einmal erschreckend. Die Mannschaft hat inzwischen ein Torverhältnis von 6:45. Mir fiel schon bei dem Spiel gegen Potsdam auf, dass die Gladbacherinnen weder spielerisch, noch körperlich dem Gegner gewachsen waren. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Mannschaft nicht genügend auf die erste Bundesliga vorbereitet ist.

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  • ollerRentner sagt:

    Danke 🙂

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  • enthusio sagt:

    Die SGS Essen hat sich gegen Freiburg – anders als vor einer Woche im Pokal – etwas besser verkauft. Man hat der Mannschaft den Willen und die Leidenschaft angemerkt, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen.
    Freiburgs Spiel beschränkte sich im Wesentlichen auf (gut vorgetragene) Konter.

    Das Manko bei Essen ist allerdings weiterhin, dass die Mannschaft nicht in der Lage ist, sich aus dem Spiel heraus Torchancen zu erarbeiten. Linda Dallmann als kreativer Kopf im Mittelfeld und Angriff fehlt ihrer Mannschaft aufgrund ihrer ominösen Muskelverletzung an allen Ecken und Enden.

    Essen hatte bis zum von Jana Feldkamp schön vorbereiteten und von Turid Knaak technisch stark erzielten Ausgleichstor nur einen Freistoß und zwei Weitschsse zu bieten. Marina Hegering scheiterte einmal per Freistoß an der stark reagierenden Merle Frohms und einmal am Pfosten, Feldkamp verzog in der Anfangsphase.

    Freiburg kam allerdings auch nur einmal gefährlich vors Essener Tor – in der Szene, die dann zum Führungstor führte und dem ein Tohuwabohu in der Essener Abwehr vorausging.

    In der 2. Halbzeit hatte Freiburg vor dem erneuten Führungstreffer noch eine einzige dicke Chance, als Klara Bühl nach einem bösen Hegering-Patzer mit einem strammen Flachschuss an unserer 17jährigen Torhüterin Kim Sindermann scheiterte.

    Immerhin konnte die eingewechselte Sarah Freutel in der Schlussphase des Spiels noch den Ausgleich erzielen.

    Positiv fiel mir auf, dass unsere Abwehr das ballsichere Freiburger Konterspiel deutlich besser als noch vor einer Woche unterband. Freiburgs Mannschaft hat – trotz eines diesmal recht verhaltenen Auftritts – ganz schön Potential.
    Für beide Mannschaften gilt allerdings, dass sie mehrere verletzte Stammspielerinnen zu ersetzen hatten.
    Man kann nur hoffen, dass Linda Dallmann – wenn schon nicht in Mönchengladbach – spätestens am 5.12. gegen Sand wieder im eigenen Stadion auflaufen kann.

    Die magere Zuschauerkulisse von nur 418 Besuchern dürfte übrigens in den letzten Jahren sicherlich einen neuen Minusrekord für Essen bedeutet haben.

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  • Aldur sagt:

    Ergänzend zu enthusios Bericht zu Essen vs. Freiburg möchte ich noch eine merkwürdige Begebenheit aus dem Stadion nachtragen. Ich weiß nicht, ob das in der TV-Übertragung so deutlich wurde.
    Es geht um den geplanten Doppelwechsel bei der SGS kurz vor dem 1:2.

    Bin auch nicht hundertprozentig sicher, ob ich von der Tribüne alles exakt mitbekommen habe. Für mich stellte es sich jedenfalls so dar, dass der Doppelwechsel nicht in der Reihenfolge stattfand, wie auf dem Zettel der vierten Offiziellen vermerkt. Statt Nesse für Knaak und Freutel für Klasen, wie es offenbar auf dem Zettel stand, und auch auf der Tafel hochgehalten worden war, lief Nesse aufs Feld als Klasen runterkam. Daraufhin verhinderte die vierten Offizielle dann, dass Freutel für Knaak aufs Feld durfte. Ich hätte jetzt allerdings angenommen, dass bei einem zeitgleich stattfindenden Wechsel, so etwas keine Rolle spielt. Beide Wechsel hätten ja in derselben Spielunterbrechung stattgefunden.

    So musste Knaak dann noch minutenlang auf dem Platz weiter humpeln. Trainer Kraus war jedenfalls kurz vor der Explosion – brüllte immer wieder: „Ich hab‘ eine verletzte Spielerin auf dem Platz.“

    Als Knaak dann endlich runter durfte, wurde auf der Tafel wieder 7 für 16 hochgehalten (also Freutel für Klasen – die aber schon lange unten war). Das war offenbar auch der Grund, warum Knaak auf der Bank noch Gelb sah – weil sie nach der Zettelwirtschaft der vierten Offizielle nicht mehr auf dem Platz hätte sein dürfen. So schien es jedenfalls.

    Im Grunde eine extrem skurile Situation, die ich so im Fußball auch noch nicht erlebt hatte. Leider aber spielentscheidend, denn es war die humpelnde Knaak, die vor dem 1:2 Starke nicht folgen konnte, so dass diese ungehindert den Schnittstellenpass auf Müller spielte.

    Das Unentschieden war zwar insgesamt leistungsgerecht, so aber irgendwie doppelt bitter für Essen.

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  • SCF Klausi sagt:

    @ enthusio

    Um es kurz zu machen schließe ich mich Deiner Ausführung zum Spielverlauf an.Keine der beiden Mannschaften konnte das Spiel so gestalten dass es einen eindeutigen Sieger hätte geben müssen und am Ende ein gerechtes Unentschieden heraus kam.

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  • FFFan sagt:

    @ Aldur:

    Zu dem ‚Wechselfehler‘ bei der SGS: für mich ist das auch etwas mysteriös, warum der offenbar geplante Doppelwechsel nicht durchgeführt wurde.

    Im Fernsehen sieht das ganze folgendermaßen aus: auf der Tafel der 4.Offiziellen (Sandra Föhrdes) ist eindeutig eine rote „33“ und eine grüne „9“ zu erkennen. Das bedeutet: K.Nesse für T.Knaak. Knaak bewegt sich auch Richtung Seitenauslinie, aber J.Klasen hat es anscheinend besonders eilig und rennt vom Platz, obwohl ihre Nummer (die „16“) noch gar nicht angezeigt war. Als dann Knaak sich anschickt, ebenfalls den Platz zu verlassen (und bereits mit den beiden Einwechselspielerinnen abklatscht), wird sie von der 4.Offiziellen zurückgeschickt und auch S.Freutel bedeutet ihr, auf dem Feld zu bleiben, während sie selbst draußen stehen bleibt und nur Nesse das Spielfeld betritt.

    Knaak ist dann wohl unmittelbar nach dem Treffer zum 1-2 rausgegangen (im Fernsehen war dies nicht zu sehen, weil Wiederholungen vom Tor liefen). Man sieht dann, wie Schiedsrichterin Ines Appelmann nach Rücksprache mit der 4.Offiziellen der Spielerin, die bereits in eine Decke gehüllt auf der Bank sitzt, die Gelbe Karte zeigt. Die Verwarnung erfolgte vermutlich, weil Knaak ohne Genehmigung den Platz verlassen hatte (so interpretiere ich es jedenfalls). Freutel stand unterdessen immer noch an der Seitenlinie und schien das ganze Durcheinander recht amüsant zu finden…

    https://tv.dfb.de/video/frauen-bundesliga-sgs-essen-sc-freiburg/23863/

    (ab ca. 1:26:00)

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  • Aldur sagt:

    @FFFan

    Trainer Kraus nimmt auch in der PK auf Nachfrage zu der Situation Stellung.

    Allianz Frauen-Bundesliga 2018/2019

    9. Spieltag:SGS Essen – SC Freiburg 2:2 (1:1)Pressekonferenz aus dem Stadion Essen

    Gepostet von SGS Essen am Montag, 26. November 2018

    Immerhin meint er, „ein bisschen selbst Schuld zu sein“, weil man „sich nochmal umentschieden hat“. Wobei mir nach wie vor nicht klar ist, wieso das bei zwei Wechseln in derselben Spielunterbrechung ein Problem sein soll.

    Seine letzten beiden Sätze zeigen dann aber, was er von der ‚deutschen Gründlichkeit‘ der vierten Offiziellen hält.

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