2. Liga: Klatsche für Jena, Saarbrücken an der Spitze

Von am 27. August 2018 – 6.31 Uhr 14 Kommentare

Am 2. Spieltag der neuen eingleisigen 2. Liga musste Erstliga-Absteiger FF USV Jena bereits die zweite herbe Niederlage einstecken. Neuer Spitzenreiter ist der 1. FC Saarbrücken.

Jenas Leonie Kreil (am Ball) im Duell mit Meppens Pia Liening-Ewert © Holger Peterlein


Eine Woche nach der 0:5-Klatsche beim FSV Gütersloh 2009 setzte es für den FF USV Jena ein 0:4 (0:2) auf eigenem Platz gegen den SV Meppen. Jalila Dalaf (20., 42.), Sarah Schulte (72.) und Elisa Senß (75.) machten den ersten Saisonsieg der Gäste perfekt. Neuer Tabellenführer ist der 1. FC Saarbrücken, der beim FSV Hessen Wetzlar nach einer furiosen zweiten Halbzeit einen 5:0 (0:0)-Sieg feierte.

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De Backer weiter treffsicher

Jacqueline De Backer, bereits in der vergangenen Saison Torschützenkönigin der 2. Frauenfußball-Bundesliga Süd, brachte die Gäste auf Erfolgskurs (53.). In schneller Folge machten dann Julia Matuschewski (56. Foulelfmeter), erneute De Backer (59.), Marie Steimer (73.) und Tamara Tröster (74.) den deutlichen Sieg perfekt. Saarbrückens Torhüterin Christina Ehl verhinderte mit einem gehaltenen Elfmeter gegen Nadine Anstatt einen möglichen Ehrentreffer (87.).

Zweiter Sieg für Hoffenheim

Die TSG 1899 Hoffenheim II gewann bei Aufsteiger SV 67 Weinberg mit 6:0 (3:0) und rangiert nur aufgrund eines weniger erzielten Treffers gegenüber dem 1. FC Saarbrücken auf Platz 2. Paulina Käte Krumbiegel (11.), Chantal Hagel (15.), Dana Leskinen (39./46.), Jennifer Klein (55.) und Fatma Sakar (60.) erzielten die Treffer für die Elf aus dem Kraichgau.

Köln weiter auf Kurs

Anders als der FF USV Jena ist der zweite Erstliga-Absteiger 1. FC Köln mit zwei Siegen in die Saison gestartet. Gegen die Zweitvertretung des 1. FFC Frankfurt erzielte Leonie Prößl in der 23. Minute den einzigen Treffer der Partie beim 1:0 (1:0)-Sieg. Der BV Cloppenburg bezwang den FSV Gütersloh 2009, nach dem ersten Spieltag noch Spitzenreiter, mit 3:0 (2:0). Agnieszka Winczo (25.), Jana Radosavljevic (32.) und Michelle Meyer (64.) trafen für die Gastgeberinnen.

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Wolfsburg dreht Spiel gegen Bayern

Der VfL Wolfsburg II rang den FC Bayern München II nach einem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause noch mit 3:2 (0:2) nieder. Die Münchenerinnen führten zur Halbzeit nach Treffern von Jana Kappes (4.) und Barbara Brecht (39.) mit 2:0. Doch in der zweiten Halbzeit drehten Rita Schumacher (52.), Ereleta Memeti (72.) und Noemi Gentile (78.) das Spiel zugunsten der Niedersachsen.

Lindner trifft doppelt bei Potsdam-Sieg

Der 1. FFC Turbine Potsdam II gewann bei der SGS Essen II mit 3:0 (1:0). Potsdams Kapitänin Laura Lindner traf doppelt (30., 65.), ehe ein Eigentor von Barakissa Coulibaly (74.) für den Endstand sorgte.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    GW an die 2. der Wölfinnen, die nach dem späten Ausgleich bei Turbine am letzten Spieltag, jetzt nach e. 0:2 Pausenrückstand gegen die 2. des FC Bayern das Spiel noch zu e. 3:2 drehen konnten.

    (1)
  • Zaunreiter sagt:

    Ich kann de Backer net leiden, hab ich das schon erwähnt?…

    Gestern hab ich meinen Nachbarn mitgeschleppt zur Heimeröffnung. Dieser schaut ansonsten American Football (da fällt mir ein, ich hab gestern abend die Pre-Saison auf Pro7Max verpasst) und hat dem Fußball abgeschworen. Vor Beginn hab ich ihn auf die Nr. 15 der Gäste hingewiesen: Ex-Junioren-Nationalspielerin, für mein subjektives Empfinden eingebildet, lässt ihr Potential unausgeschöpft. Mein Eindruck aus mittlerweile drei oder vier Begegnungen gegen die Saarländerinnen – Und dabei war ich mal vor 10 Jahren in Saarbrückerinnen verliebt…

    Also das Ergebnis spiegelt nicht das Spiel wider. Wäre das 0:2 ausgegangen, wäre es in Ordnung gewesen.
    Die erste Hälfte sah zwei gleichwertige Teams. Was dann passierte, kann ich nicht erklären. Um es mal in den Worten meines Nachbarn zu sagen: Die Frauen von der Saar setzten die Standards besser um als die Einheimischen. Und: Wetzlar scheint ein Stürmerinnen-Problem zu haben. Jedenfalls waren die Gästefrauen körperlich präsenter.

    (-5)
  • Fan2 sagt:

    Nun, wobei in Wolfsburg II ja nicht wirklich Wolfsburg drinsteckt. Mit der Mannschaft der letzten Saison hat diese Mannschaft nicht mehr wirklich was zu tun.

    Für De Backer würde es mich freuen, wenn Saarbrücken in die 1. Liga aufsteigen sollte, eine Spielerin, die schon 2009 ihr Debüt in der Bundesliga mit 15 Jahren gab und seitdem ihrem Klub immer die Treue gehalten hat, auch wenn sie mit 89 Toren in 133 Spielen sicher mehr drauf gehabt hätte als 2. Liga.

    (-7)
  • Zaunreiter sagt:

    Fan2 aka Sheldon, danke für den Hinweis.
    Dunkel kann ich mich erinnern, als ich noch Besucher im Kurpark zu Bad Neuenahr war, dass da eine kleine Göre lautstark ihr Unwesen trieb.

    (-4)
  • Fan2 sagt:

    @Zaunreiter: Es mag durchaus sein, dass De Backer ihr Potential nicht ausgeschöpft hat. Vielleicht hätte sie dazu auch den Verein wechseln müssen. Mag vllt auch sein, dass sie eingebildet ist, alles schön und gut.
    Aber das ist mir viel lieber als diese VW- oder FCB-Abziehbildchen ohne Charakter und ohne eigene Meinung, die sowohl beim Verein als auch in der N11 alles nachplappern, was die übergeordneten Instanzen ihnen vorschreiben, und dem Geld hinterher laufen, ohne rot zu werden.

    Und es ist da auch nicht angebracht, dann so verächtlich über eine solche Spielerin zu reden. Wer weiß, vielleicht war es ja auch gerade ihr eigener Kopf, ihr eigener Charakter, der es verhindert hat, dass ihre Karriere in der N11 im Sande verlaufen ist und sie lieber bei Saarbrücken blieb, als irgendwo in der 1. Liga zu spielen, wo diese Charakterzüge nicht gewünscht waren.

    Soweit ich das sehe, ist De Backer bei Saarbrücken das, was man hinlänglich Führungsspielerin nennt. Sie geht voran, macht die wichtigen Buden (und das als eigentliche Mittelfeldspielerin) und kann auf verschiedenen Positionen spielen, ganz da, wo man sie braucht.
    Und wenn eine Spielerin, die ihrem Verein solange in der zweiten Liga die Treue gehalten hat und dafür eigene Interessen hinten angestellt hat, dann nach 7 Jahren nochmal die Chance erhält, mit diesem Club BL zu spielen, dann wäre das eine wunderbare Geschichte.

    Zu Saarbrücken nur soviel: Das ist mal ein ganz typisches Beispiel dafür, wie ein Club systematisch auseinandergekauft wurde.
    Man stelle sich nur einmal folgende Mannschaft vor, mit der Saarbrücken hätte spielen können:
    Holz – Schinkel, Atladottir, Henning, L. Vetterlein – Keßler – Wagner, De Backer -Marozsan – Schwab, Arend/Schatton

    Allein das Mittelfeld ist ein absoluter Traum. Damit hätte garantiert nicht nur unten drin gestanden, sondern hätte mind. um die obere Tabellenhälfte mitgespielt, ähnlich wie Essen, wenn nicht sogar noch höher. Und dann würde eine Keßler vllt heute noch spielen.

    (-5)
  • Zaunreiter sagt:

    Sheldon aka Fan2:

    Hach…deine Saarbrücker Aufstellung, da kann man/frau schon mal mit der Zunge schnalzen…würden da heute noch Keßler, Wagner, Marozsan und Schwab spielen, wären sie ja eher nicht auf de Backer angewiesen, oder? 😉

    Außerdem habe ich nicht verächtlich über eine Spielerin geschrieben. Ja, ich weiß, sie ist die Saarbrücker Führungsspielerin. Dass sie Kunstschüsse ins lange Eck beherrscht, ist mir nicht erst seit gestern bekannt. Und dass sie halt den Unterschied ausmachen kann, auch nicht.

    (-5)
  • Pauline Leon sagt:

    das spiel in essen war in der ersten halbzeit von beiden teams etwas, äh, konfus, in hz 2 war potsdam 2 klar besser. es wurde ein ansehnliches spiel, meist aufs essener tor. das 0:2 von laura lindner war ein absolutes traumtor, fast schon nadeshikös. es hätte sicher die chance aufs tor des monats, aber die liga 2 findet scheinbar wieder ohne mediale begleitung statt.
    schade.

    (5)
  • Altwolf sagt:

    @Sheldon/Fan2

    Was für eine Persönlichkeit bzw. was für einen Charakter muß derjenige besitzen, der sich zu solch einer Aussage „… als diese VW- oder FCB-Abziehbildchen ohne Charakter und ohne eigene Meinung, die sowohl beim Verein als auch in der N11 alles nachplappern, was die übergeordneten Instanzen ihnen vorschreiben, und dem Geld hinterher laufen, ohne rot zu werden.“ in einem öffentlichen Forum versteigt, selbst aber den die Form wahrenden Umgangston hier erfährt.

    Ohne die „Anonymität“ hinter deinem Rechner hättest du nicht die Courage solche Statments diesen jungen Menschen ins Gesicht zu sagen mit Urteilen über dir völlig unbekannten Personen.

    Erkläre doch mal, was Du mit solchen Diskriminierungen erreichen willst und was Du damit uns Usern hier vermitteln möchtest.

    Deine, schon zurückhaltend ausgedrückt, „Antipathie“ gegenüber Allem was mit WOB zu tun hat, ist hier doch mehr als hinreichend bekannt und muß von Dir nicht an jeder geeigneten und ungeeigneten Stelle erneut postuliert werden. Die Wiederholungen stumpfen doch eher ab und machen dich nicht interessanter.

    (14)
  • Fan sagt:

    Hallo Altwolf,

    ich verstehe dich nicht warum du mit diesem aus Hass und Neid gegen unsere Wölfinnen zerfressenen Typen überhaupt noch diskutierst? Ich antworte diesem „Sportsmann“ schon lange nicht mehr.

    (8)
  • Aldur sagt:

    Es kristallisiert sich schon etwas heraus, was fast zu erwarten war, dass mindestens drei (Hoffenheim, Potsdam, Wolfsburg), möglicherweise auch vier (Bayern) der insgesamt sechs Zweitvertretungen von Erstligisten ganz oben mitmischen werden. Das könnte im Extremfall zu der absurden Situation führen, dass ein oder gar zwei Teams von Tabellenplatzierungen aufsteigen, die man eher dem Tabellenmittelfeld zuordnen würde. Ob das dann dem eigentlichen Ziel dienlich ist, der Stärkung der zweiten Liga, und insbesondere der Aufsteiger, muss man bezweifeln.

    (10)
  • Fan2 sagt:

    @Aldur: Dieses Problem kann natürlich auftreten, gerade in den ersten paar Jahren. Langfristig dürfte sich das aber eher in die andere Richtung entwickeln, und zwar aufgrund der Altersbegrenzung für Zweutvertretungen. So ist es zumindest bei den Männern passiert. Bis auf Turbine und Hoffenheim sehe ich langfristig keine Zweitvertretung, die sich halten kann.

    Den Aufstieg werden vermutlich eh nur fünf Teams unter sich ausmachen: Saarbrücken, Meppen, Köln, Gütersloh und Cloppenburg, also die üblichen verdächtigen.

    Insgesamt hat sich da aber im Vergleich zu letzter Saison nicht viel verschoben, bis auf den steilen Sturz von Jena.

    Viel interessanter als die Aufstiegsränge dürften aber die Abstiegsränge sein bzw. die Frage, wer aus der Regionalliga aufsteigen wird und ob sich irgendein Team längerfristig oben in den Top 20 der deutschen Clubs etablieren können wird. Denn allein daran wird sich entscheiden, ob das Niveau in der 2. Liga langfristig steigt, oder ob es so läuft wie in der Bundesliga und auch die zweite Liga in eine obere Hälfte und eine untere Hälfte zerfällt.

    (-3)
  • Marolin sagt:

    @ Zaunreiter
    Ich kann deinen Frust zwar verstehen, wenn man als Fan der Heimmannschaft eine bittere Klatsche verkraften muss, das rechtfertigt jedoch noch lange nicht das Bashing einer Spielerin, die sich im Spiel am Sonntag absolut untadelig verhalten hat. Das einzige, was man Jacky de Backer aus Wetzlarer Sicht vorwerfen kann ist, dass sie eine sehr gute Leistung gebracht und 2 schöne Tore erzielt hat. Zum Glück waren die Wetzlarfans, mit denen ich gesprochen habe sehr viel fairer in ihrer Beurteilung.

    Auch zum Spiel selbst kann man geteilter Meinung sein
    (Kommentar auf der Facebookseite des FSV Hessen Wetzlar: „Saarbrücken hat uns aus dem Stadion gefegt“).

    Meine Sicht des Spiels ist folgende:
    Nach ausgeglichener erster Halbzeit mit eher kontrolliertem Spielaufbau mit einigen Chancen auf beiden Seiten übernahm Saarbrücken in der zweiten Halbzeit mit variablem Offensivspiel mehr und mehr das Kommando, wobei die Ordnung im Defensivspiel bei Wetzlar teilweise völlig verloren ging. Die Führung der Gäste ging auf jeden Fall völlig in Ordnung. Zwar bemühte sich Wetzlar bis zum 0:3 redlich und hatte auch Torchancen, allerdings stand mit Christina Ehl auch eine sehr gute Torhüterin bei den Gästen im Tor, die sogar einen gar nicht so schwach geschossenen Elfmeter parieren konnte.
    Spätestens jetzt war das Spiel jedoch entschieden. Was folgte war eine eindeutige Dominanz der Gäste mit 2 weiteren Toren und weiteren Chancen, wobei man in der Schlussphase noch einen Gang zurückschalten konnte. Die FSV-Frauen kämpften zwar tapfer bis zum Schluss, die Luft war jedoch raus.

    Fazit:
    In Saarbrücken ist man gut in die Saison gestartet. Abheben wird man deswegen noch lange nicht, insbesondere wenn man an die Vorsaison denkt, als nach furiosem Start gleich mehrere wichtige Leistungsträgerinnen mit langwierigen Verletzungen ausfielen. Man hat sich auf jeden Fall gut verstärkt, allen voran mit Julia Matuschewski in der Offensive.
    Wetzlar hat zwar zweimal verloren, allerdings auch gegen gute Gegner, in Hoffenheim sehr unglücklich in der letzten Minute.
    Natürlich besteht noch kein Grund zur Panik, eine Abwehrleistung, wie in der zweiten Halbzeit gegen Saarbrücken darf man sich jedoch nicht mehr erlauben. Es gibt solche Tage im Fussball, im nächsten Spiel kann es schon wieder ganz anders laufen.

    (9)
  • Pauline Leon sagt:

    immer noch sehr traurig ist die tatsache, das eine der besten saarbrücker spielerinnen der letzten saison, auch wenn sie nur ein paar spiele gemacht hat, tesa mckibben, als sportinvalidin ihre fussballschuhe in die mülltonne werfen musste.
    ich hoffe, du findest anderweitig erfüllung, tesa.

    (4)
  • Zaunreiter sagt:

    Marolin, wenn du meine Antwort an Fan2 aka Sheldon richtig gelesen hättest, wäre dir ausser dem sog. „Gebashe“ auch aufgefallen, dass ich sie gelobt habe. Du weisst doch, neben dem Neid wächst auch heimliche Bewunderung 😉
    Und als Frau de Backer ihren Freistoß ins rechte Eck zimmerte, meinte mein Nachbar nur ganz trocken, dass sie halt den Unterschied ausmacht. Potential hin oder her. Da hab ich ihm zugestimmt.

    Außerdem bin ich wieder versöhnlich gestimmt, ich hab mir am Sonntagabend noch die US-Konserve aus der Nacht angeschaut, wo Orlando Pride zuhause gegen die Chicago Red Stars mit 1:3 verlor und damit keine Chance mehr auf die Play-Offs hat. Dass meine US-Lieblingsmannschaft zwei Stunden vorher noch in letzter Minute das 1:1 gegen NC Courage kassierte und trotzdem nicht mehr aus den Play-Offs verdrängt werden kann, war dann auch nicht mehr so schlimm.

    (-2)

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