Frauen-Bundesliga: So lief der letzte Spieltag

Von am 3. Juni 2018 – 16.50 Uhr 11 Kommentare

Am 22. und letzten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga hat sich Absteiger 1. FC Köln mit einem überraschenden Punktgewinn bei Meister VfL Wolfsburg aus der Liga verabschiedet. Der FC Bayern München brachte Platz 2 und die Champions-League-Teilnahme nun auch rechnerisch unter Dach und Fach.

Spielszene VfL Wolfsburg gegen 1. FC Köln

Mit vereinten Kräften: Der 1. FC Köln verhinderte 90 Minuten lang erfolgreich einen Wolfsburger Treffer © imago / Hübner

8:78-Tore hieß das Torverhältnis des 1. FC Köln vor dem abschließenden Saisonspiel beim VfL Wolfsburg – 8:78-Tore hieß es überraschenderweise immer noch nach dem Spiel, denn die Elf von Trainer Willi Breuer erkämpfte sich beim Meister vor 2.923 Zuschauern im AOK-Stadion ein verdientes 0:0, bei dem vor allem Torhüterin Claudia Hoffmann mit mehreren Paraden hervorstach und somit maßgeblichen Anteil daran hatte, dass ihr Team sich am letzten Spieltag noch um einen Platz auf Rang 11 verbesserte.

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Pernille Harder Torschützenkönigin

Die Wolfsburgerinnen konnten die Punkteteilung dennoch gut verschmerzen, im Anschluss überreichten DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg und Bundesliga-Spielleiterin Margit Stoppa die Meisterschale. Pernille Harder wurde mit 17 Toren Torschützenkönigin.

Bayern München in der Champions League

Der FC Bayern München gewann dank eines Freistoßtreffers von Sara Däbritz (26.) beim 1. FFC Frankfurt vor 1.910 Zuschauern im Stadion am Brentanobad mit 1:0 (1:0) und machte somit nun auch rechnerisch den zweiten Tabellenplatz und die Teilnahme an der UEFA Women´s Champions League fest.

Freiburg verhindert Niederlage in der Nachspielzeit

Der SC Freiburg trennte sich vor 1.783 Zuschauern im Möslestadion von der SGS Essen mit 1:1 (0:1). Jana Feldkamp brachte die Gäste früh in Führung (9.), in der Nachspielzeit gelang Clara Schöne der Ausgleich (90.+2).

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Turbine Potsdam dreht Partie

Der 1. FFC Turbine Potsdam kam gegen den SC Sand vor 1.627 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion nach Rückstand zu einem 3:1 (1:1)-Sieg. Verena Aschauer brachte Sand bereits in den Anfangsminuten in Führung (3.), Felicitas Rauch gelang per Elfmeter der Ausgleich (30.). In der Schlussphase sorgten dann Rahel Kiwic (81.) und Lara Prašnikar (82.) für die Entscheidung.

Bremen verliert deutlich

Die TSG 1899 Hoffenheim feierte vor 350 Zuschauern auf Platz 11 des Weserstadions beim SV Werder Bremen mit einem 4:0 (2:0)-Auswärtssieg für einen versöhnlichen Saisonabschluss. Isabella Hartig (24., 45.+1) traf vor der Pause doppelt, Fabienne Dongus (52.) und Tabea Waßmuth (53.) erhöhten nach der Pause.

Duisburg schießt Jena ans Tabellenende

Der MSV Duisburg besiegte den FF USV Jena vor 1.092 Zuschauern im PCC-Stadion von Homberg mit 1:0 (0:0). Der späte Treffer von Geldona Morina (88.) sorgte dafür, dass die Elf aus Thüringen die Saison als Tabellenletzter abschloss.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • Webcam sagt:

    Die Rückrundentabelle finde ich nach wie vor im Mittelfeld überraschend,
    SCF 22, SG Essen 22, Duisburg 18, Sand 14, FFC Frankf. „nur“ 12, Hoffenheim „nur“ 7 Punkte.

    Sollten das auch Tendenzen für die neue Saison sein, würde das dann einige Verschiebungen in der Landschaft bedeuten …

    Immerhin: Die Saison ist kaum vorüber, da wird es schon wieder spannend, was die neue bringt …

    (10)
  • never-rest57 sagt:

    Der 1FFC aus Frankfurt hat sich gut und teuer gegen das Staressemble aus München verkauft, das in den letzten Wochen so richtig in`s Rollen gekommen ist. Ein munteres und gutes Spiel vor einer beeindruckenden Kulisse. Mit etwas mehr Glück und Durchschlagskraft im Angriff wäre ein Remis für den Frankfurt möglich und m.E. auch verdient gewesen. Der 11FFC scheint mir auf den richtigen Weg. Statt wie früher auf möglichst viele zusammen „gekaufte“ Stars zu setzen, entwickeln sich in Frankfurt vielversprechende Talente wie Kleinherne, Matheis, Hechler und andere vielleicht zu zukünftigen Nationalspielerinnen. Schade nur, dass gerade jetzt K. Hendrich Frankfurt schon wieder in Richtung München verlässt, wo sich derzeit wohl mehr Geld verdienen lässt. Aber Frankfurt kann auch die nächse Saison auf die hervorragende Torhüterin Haeberlin, die eingespielte Innenverteidigung mit Prießen und Störzel und die konstant gute Groenen als Grundgerüst und Stützen der zahlreichen Rookies bauen. Für die Abgänge von Schmidt und Yokoyama sind ja schon potentielle Verstärkungen im Anflug wie Freigang und Widmer. Frankfurt hat in dieser Saison schon besser abgeschnitten, als von mir befürchtet. Nach dem was ich heute gesehen hat, könnte es mit dem Frankfurter FF wieder nach oben gehen. Wer weiß, ob die angedachte Fusion mit Eintracht Frankfurt noch einen zustätzlichen Schub brächte, um wieder ganz vorne mitzumischen.

    (9)
  • micky sagt:

    Das Spiel begann mit einem Paukenschlag: 3. min und es stand 1:0 für Sand. Und von da ab begann der zähe Kampf des Niederringens unserer Gäste. Positv: Die Turbinen gaben über 90 min alles!! Negativ: Zuviele verdattelte Chancen. Ab der 55. min spielte Turbine dann ein totales powerplay. Sand konnte den Druck nicht mehr standhalten und verlor folgerichtig das Spiel. 1600 Zuschauer waren begeister ob des Auftretens ihrer Turbinen. Lia Wälti wurde bei ihrer Auswechselung mit standing ovations verabschiedet!! Sowas kommt auch bei Turbine nur ganz selten vor und war Ausdruck aller größter Hochachtung. Lia wird uns fehlen. Wir wünschen ihr bei Arsenal London (so lauten die letzten Gerüchte) alles Gute.

    Wenn ich eingangs schon erwähnt hatte: Alle gaben ihr Bestes, dann ragten heute noch Svenni Huth, Nina Ehegötz (ganz starke Weiterentwicklung in der Saison !) Lara Prasnikar, Feli Rauch und Sarah Zadrasil aus dem team heraus. Es war ein total verdieneter Sieg.

    Ansonsten vielen Dank an die AOK, die um das Fussballspiel einen tollen Familiennachmittag gezaubert hatte.

    Ab 17.00 Uhr stellte sich die Mannschaft noch einer Autogrammstunde vor ca. 200 wartenden fans.

    Ich bin nicht so traurig über den vierten Platz. Immerhin sind wir damit, die beste – nicht Männerverein bzw. Konzern unsterstütze – Frauenmannschaft der Bundesliga. Und wir haben die besten fans der Liga…

    Es sollen in der kommenden Saison neben Lena Petermann noch weitere Hochkaräter die Mannschaft unterstützen, aber psst…!! noch wird nix verraten.

    (8)
  • Detlef sagt:

    Ich kann dem Meisten zustimmen was micky geschrieben hat!!!
    Es hat auch heute etwas gedauert, bis die TURBINEN in Fahrt gekommen sind!!!
    So wurden wir ziemlich auf dem falschen Fuß erwischt, als es bereits nach 3 min schon 0:1 gegen uns stand!!!
    Der badische Klub aus der Ortenau stand gut gestaffelt in der Abwehr, und bekam immer irgend einen Körperteil zwischen den Ball und das eigene Tor!!!

    So blieb der Favorit von der Havel immer wieder stecken, weil uns viele Ungenauigkeiten im Paßspiel unterliefen!!!
    Es gab aber auch in Hälfte Eins einige richtig gute Spielzüge, die leider nicht erfolgreich vollendet werden konnten!!!
    So scheiterte LARA PRAŠNIKAR mit einem missglückten Kopfballaufsetzer!!!
    SVENJA HUTH wurde im Sander 16-er für meinen Geschmack in die Zange genommen, aber der Pfiff blieb hier leider noch aus!!!
    Dafür entschied die schwache Schiri kurze Zeit später auf Strafstoß, nachdem NINA EHEGÖTZ zu Boden fiel!!!
    Für mich war das eher eine „Wiedergutmachung“ für die Fehlentscheidung vorher, als ein wirklicher Elfer!!!
    FELI RAUCH war es egal, und sie verwandelte sicher zum 1:1!!!
    Es gab noch einige gute Chancen für Potsdam, die aber nicht genutzt werden konnten!!!

    Der SC Sand kam zwar immer wieder gut vor die Potsdamer Box, blieb aber mit seinen Bemühungen eher harmlos!!!
    Die gefährliche Nina Burger ließ Sascha Glas zunächst auf der Bank, dafür machte Nikolic ein gutes Spiel!!!

    Nach der Pause schmiß TURBINE dann den Turbo an, und schnürte die Gäste jetzt immer mehr in ihre Hälfte ein!!!
    Doch zunächst blieb es beim alten Spielstand, weil die Hausherrinnen selbst beste Gelegenheiten nicht nutzten!!!
    Die beste hatte SVENJA HUTH, als sie aus kürzester Entfernung den Ball über das Gehäuse von Carina Schlüter ballerte!!!

    Jetzt kamen auch die Gäste wieder mal zu Gelegenheiten, da TURBINE nun alles nach vorne warf, und so einige Lücken in der Deckung anbot!!!
    Die beste hatte die nun eingewechselte Nina Burger, die ein Ball im 1 gegen 1 an LISA SCHMITZ vorbeilegte, und nur knapp das Potsdamer Tor verfehlte!!!

    Doch kurz vor Schluss gelangen den TURBINEN in einem Doppelschlag noch die entscheidenden Treffer!!!
    Zunächst traf RAHEL KIWIC (mal mit dem Fuß) zum viel umjubelten 2:1!!!
    Der rituelle Fangesang hatte gerade erst richtig begonnen, da erhöhte LARA PRAŠNIKAR auf 3:1!!!
    Das Ergebnis hätte auch noch höher ausfallen können/müssen, aber am Ende waren alle mit dem klaren Sieg zufrieden, und wir feierten unsere Mannschaft!!!

    Anders als Micky bin ich mit dem vierten Platz meiner TURBINEN nicht zufrieden!!!
    „Was wäre gewesen wenn“ war eines der am meisten gezogenen Fazite beim anschließenden Fanfest, und auch danach!!!
    Potsdam hat sich in dieser abgelaufenen Saison leider erneut zu billig verkauft, und konnte in vielen Spielen nicht das zeigen, was sie eigentlich drauf haben!!!
    Auch der Altmeister meinte nach der Analyse dieser Spielzeit, daß sich nun einiges ändern muß und auch wird!!!
    Man darf sehr gespannt auf die neue Saison sein!!!

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  • Pauline Leon sagt:

    das war ja ein gigantischer besuchertag. fast 10.000 zuschauer? unglaublich…

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  • AchimBerlin sagt:

    Ich stimme micky und Detlef zu, würde aber auch Amanda Ilestedt erwähnen wollen. Sie hat von Anfang an einen tollen Kampf abgeliefert.
    Richtig ist sicher, dass die Turbinen mal wieder viele Chancen versemmelt haben, man muß aber m.E. auch erwähnen, dass der SC Sand immer wieder tolle Abwehrarbeit geleistet hat.
    Der Abschied von Lia und Tabbi fiel auch mir sehr schwer, aber es war ein würdiger Abschied. Ich wünsche beiden Mädels Glück und Erfolg in England und…Tabbi schließt lt. Interview im Stadionheft „ein Wiedersehen nicht aus.“ Warten wir’s ab.

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  • holly sagt:

    @never-rest57, für mich war Frankfurt eine der enttäuschungen der Saison. Von der Qualität hätten sie meiner Meinung nach eher um Platz 4 mit spielen müssen. Acht Punkte Rückstand auf Essen sind schon eine klare Sprache. Zu Potsdam sind es sogar 14 Punkte Rückstand.
    Bei der SG Essen hätte ich in der Hinrunde vor allem mehr erwartet. Dafür war die Rückrunde dann bombe.
    Von Hoffenheim hatte ich auch mehr erwartet, dort geht mir die Entwicklung zu langsam voran.

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  • balea sagt:

    Gerade Ilestedt hat mich nicht überzeugt – Einsatz ja, aber ihre Flanken/Pässe sind zum grossen Teil furchtbar.
    Sehr schade, dass Aigbogun aussortiert wurde und dass Lindner in die zweite degradiert wurde, spricht nicht gerade für die Fähigkeit Rudolphs, junge Talente zu entwickeln.
    Warum war Bianca Schmidt nicht mal im Kader? Es gab kein Wort zu Cramer.
    Zweitbeste Torschützin bei Turbine ist Rahel Kiwic – die Performance der drei jungen „Stürmerinnen“ Ehegötz, Prasnikar und Gaspar ist unterm Strich doch sehr bescheiden.
    Die frühere Fähigkeit von Turbine, nach „hinten raus“ nochmal ordentlich konzentriert aufzudrehen und nachzulegen (sei es in einem Spiel, sei es zum Ende der Saison) ist inzwischen sehr stark reduziert.

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  • Witzfigur sagt:

    Die Kritik an Ilestedt ist nicht nachvollziehbar! Gestern gab sie die Vorlage zu Kiwic‘ Tor und auch ansonsten sind ihre Zuspiele grundsätzlich genau und gut getimet.
    Auch bzgl. Aigbogun sind wir verschiedener Auffassungen! Das man den Vertrag mit ihr nicht verlängert hat, finde ich folgerichtig und entspricht ihrem Potenzial. Diese Verpflichtung hätte man sich bei etwas mehr Information im Vorfeld deutlich sparen können!
    Die Aussage, dass MR keine Spielerinnen weiterentwickelt hat, habe ich bereits mehrfach geschrieben. Das kann man u.a. auch an Laura Lindner, die in die 2. zurückgestuft wurde, festmachen.
    Die „frühere Fähigkeit“ der Turbinen muss aber ziemlich lange zurückliegen, denn gerade in der Vorsaison hat man den riesigen Vorsprung vom Herbstmeister runter zum Drittplazierten verdaddelt. Von der Saison davor, will ich mal lieber nichts schreiben; da brechen bloss alte und schlecht verheilte Wunden wieder auf.

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  • Egon sagt:

    zu Balea

    Warum Aigbogun und Lindner im Team von MR keine Rolle mehr spielten ist mir auch nicht erklärlich. MR beklagt die Effektivität im Torabschluss, Lindner hat aber in 26 Einsätzen 7 Tore erzielt. Nimmt man die reine Spielzeit so brauchte sie 13,3 Spiele für 7 Tore!! Gaspar, Ehegötz und Prasnikar haben zusammen in 72 Einsätzen 10 Tore erzielt.
    Erstaunlich ist auch das Lindner mit dem 2:1 in Duisburg Potsdam 2017 fast noch in die CL schoss und dann aussortiert wurde.
    Aigbogun und Lindner waren beide an der guten Hinrunde 2016/17
    mit den anderen Mädels beteiligt.

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  • O. Christ sagt:

    @ Egon, M. Rudolph hat in der Radiosendung „Turbine zum Anfassen“ vom letzten Montag erklärt, dass Lindner wegen zu großer Konkurrenz in der ersten Mannschaft die Aufgabe erhält, als Führungsspielerin und älteres Vorbild in der zweiten Mannschaft zu agieren.

    (-2)

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