Frauen-Bundesliga: Topspiel in München, Abstiegskrimi in Köln

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Am 19. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga werden am Wochenende wichtige Weichen im Kampf um die Champions League und gegen den Abstieg gestellt, allen voran bei den Duellen FC Bayern München gegen Turbine Potsdam und 1. FC Köln gegen MSV Duisburg.

Spielszene zwischen Turbine Potsdam und Bayern München
Am Sonntag dürfte es zwischen Bayern München und Turbine Potsdam wieder hoch hergehen © imago / Matthias Koch

Drei Wochen nach dem 3:1-Sieg der Münchenerinnen gegen Potsdam im DFB-Pokal-Halbfinale geht es nun am Sonntag, 6. Mai, 14 Uhr (live auf SPORT1, DFB-TV, TELEKOM SPORT), im Grünwalder Stadion an gleicher Stelle um wichtige Punkte für die Champions-League-Qualifikation.

Auswärtsstarkes Potsdam

Bayern-Trainer Thomas Wörle meint: „Turbine Potsdam war bis zum 16. Spieltag und der knappen Niederlage gegen den VfL Wolfsburg (0:1) die einzige ungeschlagene Mannschaft der Allianz Frauen-Bundesliga. Gerade auswärts scheinen sich die Brandenburgerinnen wohl zu fühlen. Ich erwarte ein enges, sehr umkämpftes Spiel, bei dem wir alles dransetzen wollen, um erfolgreich zu sein.“

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Turbine will Kopf nicht in den Sand stecken

Fünf Punkte Rückstand hat Turbine Potsdam auf die Bayern und nur ein Auswärtssieg könnte die Elf von Trainer Matthias Rudolph noch einmal Hoffnung im Kampf um Platz zwei schöpfen lassen. Turbine-Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil gibt sich kämpferisch: „Wir können jetzt nicht einfach alles aufgeben und hinschmeißen.“

Familienfest im Grünwalder Stadion

Unter dem Motto #MiaSanFamily findet bereits am 12.30 Uhr ein Familientag statt. Fans und Zuschauer können sich bei vielen Aktionen, etwa beim Torwandschießen oder am Riesenkicker, messen und bei der Halbzeit-Challenge Preise gewinnen. FC-Bayern-Maskottchen Berni macht Fotos mit den Bayern-Fans und Spielerinnen, die nicht im Kader stehen, geben Autogramme.

Köln will Kräfte bündeln

Nicht minder wichtig ist das Duell im Franz-Kremer-Stadion zwischen dem Tabellenzehnten 1. FC Köln und dem Tabellenelften MSV Duisburg. Den Kölnerinnen gelingt bisher das Kunststück, mit einem Torverhältnis von 6:70 auf einem Nicht-Abstiegsplatz zu stehen.

Kölns Trainer Will Breuer meint: „Wir bündeln alle Kräfte. Wir erwarten gegen Duisburg eine sehr schwere Aufgabe, deswegen hoffen wir, dass die Zuschauer das Franz-Kremer-Stadion in einen kleinen Hexenkessel verwandeln und das die Mannschaft zusätzlich beflügelt.“ Kapitänin Anna Kirschbaum meint: „Wir haben es in der eigenen Hand und wollen am Sonntag unbedingt gewinnen.“

Gerstner: „Kein Endspielcharakter“

MSV Duisburgs Trainer Thomas Gerstner, der auf die gesperrte Marina Himmighofen verzichten muss, versucht vor dem Kellerduell ein wenig den Druck von seinen Spielerinnen zu nehmen. „Die Wichtigkeit der Partie ist uns natürlich bekannt. Wir wollen die drei Punkte holen und müssen dafür aber eine Schippe drauflegen. Dennoch hat das Duell jetzt keinen Endspielcharakter, sondern die restlichen Spiele haben ebenso ihre Bedeutung – da gibt es keinen Unterschied.“

Freiburg liebäugelt mit der Champions League

Der SC Freiburg hat im Südbaden-Derby den SC Sand zu Gast und darf ebenso wie der FC Bayern München noch mit der Champions-League-Teilnahme liebäugeln. SC Freiburgs Trainer Jens Scheuer meint: „Wir freuen uns, dass wir fünf Spiele vor dem Ende der Saison in einer solch guten Situation sind. Warten wir mal ab, wer am Ende den längeren Atem hat.“

Kehrt Caro Simon zurück?

Und möglich steht in den entscheidenden Spielen in der Schlussphase der Meisterschaft auch Carolin Simon wieder zur Verfügung, die erstmals in diesem Jahr über einen längeren Zeitraum beschwerdefrei trainiert hat. „Natürlich wissen wir alle, wie gut uns Caro auf dem Platz tut. Wir müssen aber schauen, was sinnvoll ist“, so Scheuer.

Frankfurt will Wolfsburg Paroli bieten

Der 1. FFC Frankfurt ab 11 Uhr (live auf TELEKOM SPORT) hat den VfL Wolfsburg zu Gast und hofft, dem Tabellenführer ein Bein stellen zu können. „Wir müssen einen Sahnetag erwischen, an dem alles passt, wenn wir Wolfsburg – und das ist unser Plan – Paroli bieten wollen!“, so Frankfurts Trainer Niko Arnautis, der anerkennende Worte für den Gegner findet: „Die nationale Dominanz des VfL Wolfsburg lässt sich mittlerweile durchaus mit jener des FC Bayern München bei den Männern vergleichen – und es ist kein Zufall, dass die Wölfinnen dem Triple entgegensteuern.“

Alex Popp fehlt

Der VfL Wolfsburg will den Lauf der vergangenen Wochen fortsetzen, auch wenn diesmal Alex Popp (muskuläre Probleme) als Vorsichtsmaßnahme geschont wird und die Wolfsburgerinnen sich auf die ungewohnt frühe Anstoßzeit 11 Uhr einstellen müssen. Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch meint: „Wir spielen nicht sehr oft bereits um 11 Uhr morgens, konnten uns aber darauf einstellen und vorbereiten. Es ist ein anderer Rhythmus. Frühe Spiele hatten wir aber in der Vergangenheit immer wieder mal, deswegen ist es nicht gänzlich neu.“

Spielszene FF USV Jena gegen TSG 1899 Hoffenheim
Der FF USV Jena braucht Tore bei der TSG 1899 Hoffenheim © Jürgen Scheere [Scheere Photos] / FF USV Jena

Jena will endlich Tore schießen

Für den Tabellenletzten FF USV Jena gilt es nach dem enttäuschenden Remis im Heimspiel gegen den 1. FC Köln nun bei der TSG 1899 Hoffenheim Boden gut zu machen. Jenas Trainerin Katja Greulich erklärt: „Wenn wir die Courage der letzten Spiele auch in Hoffenheim auf den Platz bringen können, dann werden wir endlich für unseren Aufwand belohnt.“

Im Training wurde unter der Woche vor allem an der Torabschlussschwäche gearbeitet. Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann sagt: „Im heimischen Stadion wollen wir unser Spiel durchziehen und nicht so sehr auf den Gegner gucken. Da der FF USV Jena sozusagen ums Überleben kämpft können wir sowieso nicht wirklich sagen, wie sie die Partie taktisch angehen werden.“

Bremen will von Spiel zu Spiel denken

Auch Aufsteiger SV Werder Bremen, dem zuletzt etwas die Puste auszugehen schien, steckt noch mitten im Abstiegskampf und muss versuchen, im Auswärtsspiel bei der SGS Essen Zählbares mitzunehmen. Werder-Torhüterin Lena Pauels, die an ihre frühere Wirkungsstätte zurückkehrt, meint: „Von außerhalb wird immer nur auf das Köln-Spiel geblickt. Aber das ist für uns kein Thema. Für uns als Mannschaft zählt nur der nächste Gegner.“

Essen setzt auf eigene Qualität

Essens Trainer Daniel Kraus ist optimistisch, dass die Punkte in Essen bleiben: „Die Bremer verfügen über eine kompakte Defensive und ein schnörkelloses Konterspiel. Dazu kommt eine körperbetonte Spielweise. Gerade die letzten Partien haben aber gezeigt, dass auch wir uns in diesen Bereichen entwickelt haben und ebenso unsere fußballerischen Qualitäten zunehmend auf den Platz bekommen.“

Letzte Aktualisierung am 20.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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enthusio
enthusio

Sehr interessant, die SGS Essen spielt aktuell – vor allem dank der überragenden Form von Linda Dallmann – die beste Rückrunde ihrer Bundesligageschichte.
Bremen hat dagegen in der Rückrunde noch kein Spiel gewonnen.

Mal sehen, ob Essen seine gute Form festigen kann, denn danach kommen nur noch dicke Brocken: Auswärtsspiele in Wolfsburg und Freiburg, dazwischen das Heimspiel gegen Frankfurt im „Hallo“.

Es wird außerdem spekuliert, ob Lisa Weiß nach Auslaufen ihres Vertrags zum Saisonende mit einem Wechsel liebäugelt.
Außerdem gab es ja vor einiger Zeit schon Gerüchte, dass Arsenal London an Linda Dallmann, die allerdings noch ein Jahr Vertrag hat, interessiert sei.

https://www.waz.de/sport/lokalsport/essen/sgs-essen-jagt-mittlerweile-den-eigenen-bestwert-id214201643.html

FrankE
FrankE

Beim Familenfest in München aber nicht vergessen: Im Stadion sind Kinderwagen verboten!

Detlef
Detlef

Markus schrieb; „FC-Bayern-Maskottchen Berni macht Fotos mit den Bayern-Fans“ Laut Stadionordnung sind „leicht entflammbare Gegenstände“ wie selbstgebastelte Pokale, Stofftiere und Maskottchen etc AUSDRÜCKLICH VERBOTEN!!! Dies gilt übrigens auch für „sperrige Gegenstände“!!! Bin mal sehr gespannt wie die Bayern-Fans ein mannsgroßes Maskottchen ins Grünwalder Stadion schmuggeln wollen??? 😉 Wir hatten es vor drei Wochen nicht einmal geschafft, ein 60 cm kleines TURBINCHEN in unseren Fanblock mitzunehmen!!! 🙁 Und eine Torwand und einen Riesenkicker darf man wohl getrost als „SEHR SPERRIG“ bezeichnen!!! Also vergeßt das Familienfest in München einfach!!! Das Zeug kriegt Ihr niemals an den strengen Ordnern vorbei ins Stadion!!! 😉… Weiterlesen »

Fan2
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@Detlef: Ich vermute mal stark, dass derartige Aktionen angemeldet wurden und auch nicht im Fanblock mit vielen Leuten drumherum stattfinden, sondern auf dem Platz. Ansonsten habe ich mal wieder mit Freude gesehen, wie spannend die Liga ist. 5:0, das ist doch mal wahrlich ein knappes Ergebnis. Schönen Dank schon mal aus Freiburg für die Schützenhilfe. Nicht nur, dass Potsdam dem Gegner sang- und klanglos drei Punkte überlassen hat, nein, sie haben auch noch Bayerns Torverhältnis schön auf poliert. Da kommt doch Freude auf im Breisgau. Lediglich auf den letzten 4 Plätzen besteht noch Hoffnung auf ein wenig Spannung, dank Hoffenheim.… Weiterlesen »

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@Fan2,

ich finde es auch schade dass dieses Spiel so ausgegangen ist. Aber wenn man so beschissen wird wie Turbine bei einem einwandfreien Tor zum 1:1 und danach diese unfähige Schiedsrichterin die z.T. unfaire und überharte Spielweise der Bayernladys weitgehendst durchgehen lässt brauchst du dich nicht wundern wenn eine Mannschaft so auseinander fällt. Genauso Schuld hat an diesem Debakel der Trainer von Turbine. Wenn man nicht erkennt dass Kiwitz mit Rolser total überfordert ist dann Frage ich was dieser Mann für ein Spielverständnis hat!