Frauen-Bundesliga: Bayern patzt, Potsdam holt auf

Von am 22. April 2018 – 17.21 Uhr 30 Kommentare

Nach dem 17. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga darf sich der 1. FFC Turbine Potsdam wieder Hoffnungen auf die Teilnahme an der UEFA Women´s Champions League machen. Die Potsdamerinnen gewannen den Klassiker beim 1. FFC Frankfurt und profitierten vom Patzer Bayern Münchens gegen den FF USV Jena.

Svenja Huth erzielt für Turbine Potsdam den Siegtreffer beim 1. FFC Frankfurt

Svenja Huth lässt mit ihrem Siegtreffer in Frankfurt Turbine von der Champions League träumen © imago / foto2press

Huth lässt Potsdam von der Champions League träumen

Svenja Huth sorgte mit ihrem Treffer (51.) vor 1.610 Zuschauern im Stadion am Brentanobad für einen verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg der Gäste. Viktoria Schwalm hatte nach einem Dribbling mit einem perfekten Pass die Vorarbeit geleistet. Bereits am vergangenen Mittwoch hatte Huth ihr Team mit einem sehenswerten Freistoß zum Erfolg gegen den SC Freiburg geschossen.

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Jena erkämpft Punkt in München

Die Potsdamerinnen haben durch den Erfolg in Frankfurt als Tabellenvierter nur noch zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenplatz zwei, der zur Teilnahme an der UEFA Women´s Champions League berechtigt. Denn der FC Bayern München leistete sich mit einem torlosen 0:0-Remis gegen das aufopferungsvoll kämpfende Schlusslicht FF USV Jena vor 433 Zuschauern im Grünwalder Stadion einen unerwarteten Ausrutscher.

Magull kommt von der Bank und trifft

Der SC Freiburg festigte seine Champions-League-Ambitionen mit einem 1:0 (0:0)-Auswärtserfolg bei der TSG 1899 Hoffenheim. Freiburgs Trainer Jens Scheuer ließ vor 1.220 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion seine beiden zum Saisonende wechselnden Nationalspielerinnen Lina Magull und Lena Petermann zunächst auf der Bank schmoren. Nur elf Minuten nach ihrer Einwechslung war es dann Magull, die den Erfolg perfekt machte (67.).

Essen dreht Partie gegen Duisburg

Die SGS Essen kam vor 1.415 Zuschauern im Stadion Essen im Revierderby gegen den MSV Duisburg nach 0:1-Rückstand zu einem 3:1 (2:1)-Erfolg. Kathleen Radtke brachte die Duisburgerinnen früh in Führung (5.). Doch die beiden Nationalspielerinnen Linda Dallmann (9.) und Lea Schüller (15.) rückten die Verhältnisse schnell wieder gerade. Trotz der Gelb-Roten Karte gegen Jacqueline Klasen (55.) gelang den Gastgeberinnen in Unterzahl sogar noch ein dritter Treffer durch Turid Knaak (67.).

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Nächste Klatsche für den 1. FC Köln

Der 1. FC Köln kam gegen den SC Sand vor 425 Zuschauern im Südstadion beim 0:6 (0:2) zum wiederholten Male in dieser Saison unter die Räder. Nina Burger sorgte mit einem Doppelschlag (8., 9.) für die frühe Vorentscheidung. Nach der Pause waren Anne van Bonn (54.), Milena Nikolić (67.), Sylvia Arnold (85.) und erneut Burger (90.+5) erfolgreich.

Bremen gegen Wolfsburg erst Anfang Mai

Die Partie zwischen dem SV Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg wird wegen der Teilnahme der Wolfsburgerinnen am Halbfinale der UEFA Women´s Champions League erst am Mittwoch, 2. Mai, 17 Uhr, ausgetragen. Der VfL Wolfsburg ist mit zwei Punkten Vorsprung Tabellenführer, hat aber zwei Spiele weniger ausgetragen und somit eine komfortable Ausgangsposition im Kampf um den Meistertitel.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

30 Kommentare »

  • SCF Klausi sagt:

    https://tv.dfb.de/video/highlights-1899-hoffenheim-vs-sc-freiburg/21419/

    Die Szene im Video,kurz nach dem Schlusspfiff charakterisiert den Spielverlauf wohl am besten.Während die Freiburger Spielerinnen noch frisch über den Platz liefen lagen die Hoffenheimer am Boden und pumpten wie die Maikäfer.

    Auch ohne Magull,Simon und Petermann zogen die Freiburgerinnen ein kombinations- und passsicheres Spiel auf und ließen Ball und Gegner laufen.

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  • Helmut sagt:

    Mein Eindruck zum Spiel in München.

    Der FCB beherrschte 90 Minuten das Spiel mit folgenden Systemen: Vogelwild und Ratlos je nach Bedarf. Ab der 75. Min kam dann noch das System Brechstange hinzu. Ein Spiel das eine große Farbenvielfalt in meinem Gesicht hervor rief. Selbst der an sich zurückhaltende Günther Däbritz war einem Herzinfarkt sehr nahe. Er hatte das Bedürfnis, wie ich auch, einigen Spielerrinnen, inkl. seiner Tochter, einen Tritt in den Allwertesten zu versetzen.

    Eigentlich hätte ich erwartet das sich die Spielerinnen, die sonst auf der Bank sitzen, besonders zeigen. Das war leider nicht so. Eine Vonkova kann keine Rolser, eine Skorvankova kann keine Leupolz ersetzen. Und eine Behringer kann man schon gar nicht durch eine Islacker ersetzen.
    So blieb der kreative Part an Demann hängen und Däbritz verfiel wieder in ihre alte „Kopf durch die Wand“-Strategie. Und trotz der drückenden Überlegenheit und der zum Ende hin zahlreichen Torchancen musste Jenas Torfrau, während des ganzen Spiels, keinen einzigen Ball abwehren!

    Mein Fazit zum Spiel: „Never change a winning Team“
    zu den Spielerinnen Vonkova, Skorvankova und Islacker: Willkommen auf der Bank!

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  • FFFan sagt:

    @ Witzfigur:
    „…und er wäre auch nicht die 1. Falschinterpretation seitens der UEFA.“

    Was erlauben ‚Witzfigur‘? Wenn die UEFA sagt, dass das Bright war mit dem Eigentor, dann ist das so!
    Was die UEFA, die FIFA oder der DFB sagen, ist immer so. 😉

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  • FFFan sagt:

    @ Helmut:
    „Und trotz der drückenden Überlegenheit und der zum Ende hin zahlreichen Torchancen musste Jenas Torfrau, während des ganzen Spiels, keinen einzigen Ball abwehren!“

    Das stimmt nicht ganz, wie man in der Video-Zusammenfassung sehen kann:

    https://www.telekomsport.de/event/fc-bayern-muenchen-ff-usv-jena/13244

    Natürlich ist T.Wörle selbst schuld, schließlich hat er gegen einen elementaren Grundsatz des Fußballs verstoßen: „never change a winning team“! 😉 Trotzdem wäre es unfair, allein die neu hineingekommenen Spielerinnen verantwortlich zu machen; da müssen sich schon alle ‚an die eigene Nase fassen‘.
    Im übrigen hat Bayern insgesamt nicht schlecht gespielt. Der Ball ‚wollte‘ eben nicht ins Tor. An einem anderen Tag gewinnst du so ein Spiel mit 5-0! Umgekehrt hätte es freilich auch schon gegen Hoffenheim 0-0 ausgehen können, wenn nicht S.Däbritz diesen einen genialen Moment gehabt hätte…

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  • Austria-Fan sagt:

    Manchen können sich u.U. so gar nicht vorstellen, dass es Spielerinnen gibt, die man bei so einem Spiel gegen einen vermeintlich BL-Letzten schonen und eine Pause geben möchte, um diese dann bei wichtigen Spielen von Anbeginn bringen zu können, so z.B. eben Behringer und Rolser. Aber da wird gleich von Verstößen gegen elementare Grundsätze gesschrieben, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

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  • Fan sagt:

    @Austria-Fan,

    im Grunde hast du ja Recht. Aber was ist wenn man nichts Besseres auf der Bank sitzen hat?

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  • Helmut sagt:

    @FFFan
    haste recht da ist mir das Schüsschen aus der ersten Hälfte doch glatt entgangen. Trotz des mageren 1:0 gegen Hoffenheim war das Spiel trozdem 10x besser als das gegen Jena. Es war wesentlich strukturierter im Spielaufbau und das Tor sorgte auch für eine gewisse Beruhigung. Beim Spiel gegen Jena hat man die erste Halbzeit regelrecht verschwendet. Mein Bauchgefühl sagte mir schon nach 15 Minuten das, das Spiel in die Hose geht. Und mein Bauch behielt wider mal recht.

    @Austria-Fan
    Klar mag meine Schilderung etwas drastisch und übertrieben gewesen sein. Aber leider hat sich halt wieder keine andere in den Vordergrund gedrängt wenn andere ihre verdiente Auszeit bekommen oder anderweitig ausfallen.
    Es war halt ersichtlich das bei einem Fehlen von Melanie Behringer das das Mannschaftsgefüge auseinander fällt.
    Eine Sara Däbritz hat durchaus Potenzial ein echter „Häuptling“ zu werden sie weis es nur noch nicht.

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  • enthusio sagt:

    @FFFan:

    Auch dem Autor des Spielberichts bei „miasanrot“ scheinen während des Spiels die Augen zugefallen zu sein, denn auch er hat den einzigen von McLeod abgewehrten Münchner Torschuss nicht gesehen. 🙂
    Zitat:“Bis auf wenige Ausnahmen drohte kaum Gefahr für das Tor von Jena und McLeod wurde zu keiner Parade gezwungen.“

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  • Markus Juchem sagt:

    @FFFan und Witzfigur: Die UEFA hat die Eigentorschützin inzwischen von Bright auf Mjelde korrigiert, siehe: https://www.uefa.com/womenschampionsleague/season=2018/matches/round=2000911/match=2023379/index.html?iv=true

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