Frauen-Bundesliga: Freiburg düpiert Bayern

Von am 24. Februar 2018 – 19.42 Uhr 38 Kommentare

Am 13. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga hat der SC Freiburg mit einem Sieg gegen den FC Bayern München den zweiten Tabellenplatz zurückerobert.

Hasret Kayikci bejubelt einen ihrer zwei Treffer gegen Bayern München

Hasret Kayikci (re.) versetzte den Bayern mit zwei Treffern den K.o. © imago /Foto2press

Vor 1.223 Zuschauern im Möslestadion setzten sich die Freiburgerinnen dank zweier Treffer von Nationalspielerin Hasret Kayikci (62., 86.) mit 2:0 (0:0) durch und überholten damit die Gäste in der Tabelle.

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„Überragender Auftritt“

„Ich bin extrem stolz über diesen überragenden Auftritt meiner Mannschaft“, so Freiburgs Trainer Jens Scheuer, der überraschend in der Startelf der 17-jährigen Greta Stegemann als rechte Verteidigerin zu ihrem Bundesligadebüt verhalf.

Sehenswerter Treffer von Kayikci

Die Freiburgerinnen gingen nach einer guten Stunde in Führung, als Kayikci ein Missverständnis in der Bayern-Abwehr ausnutzte (62.), mit einem Lupfer aus spitzem Winkel sorgte sie dann für die Entscheidung (86.). „Den Lupfer mache ich im Training ab und zu, aus dieser Position gibt es keine andere Möglichkeit. Manchmal geht er vorbei, heute ist er zum Glück ins Tor gefallen“, freute sich Kayikci.

Wolfsburg schlägt Sand

Tabellenführer VfL Wolfsburg gewann sein Heimspiel gegen den SC Sand vor 1.295 Zuschauern im AOK-Stadion mit 2:0 (1:0). Pernille Harder (38.) und Zsanett Jakabfi (82.) erzielten die Treffer für die Gastgeberinnen.

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Arbeitssieg für Frankfurt

Der 1. FFC Frankfurt gewann sein Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim ebenfalls mit 2:0 (0:0). Vor 760 Zuschauern im Stadion am Brentanobad sorgte Europameisterin Jackie Groenen für die Führung (62.), Tanja Pawollek erzielten den zweiten Frankfurter Treffer (71.).

Essen sichert Sieg mit späten Treffern

Die SGS Essen gewann vor 805 Zuschauern im Stadion Essen mit 4:1 (1:1) gegen den 1. FC Köln. Die Gäste gingen überraschend durch Meikayla Moore in Führung (28.), doch noch vor der Pause gelang Turid Knaak (45.+2) der Ausgleich. In der Schlussphase der zweiten Halbzeit machten dann Linda Dallmann (84.), Nicole Anyomi (88.) und Lea Schüller (90.+2) den Erfolg perfekt.

Ein Spiel am Sonntag, ein Spiel abgesagt

Am Sonntag empfängt der SV Werder Bremen den FF USV Jena. Die Partie zwischen dem 1. FFC Turbine Potsdam und dem MSV Duisburg wurde abgesagt.

Tabelle der Frauenfußball-Bundesliga

Pl.TeamSp.S.U.N.Tore+-Pkt.
1.Logo des VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg22182256:84856
2.Logo des FC Bayern München Bayern München22172362:154753
3.Logo des SC Freiburg SC Freiburg22153450:153548
4.Logo des 1. FFC Turbine Potsdam Turbine Potsdam22136350:212945
5.Logo der SGS Essen SGS Essen22123743:301339
6.Logo des 1. FFC Frankfurt 1. FFC Frankfurt221011129:25431
7.Logo des SC Sand SC Sand22931032:34-230
8.Logo der TSG 1899 Hoffenheim 1899 Hoffenheim22811322:32-1025
9.Logo des MSV Duisburg MSV Duisburg2261616:33-1716
10.Logo des SV Werder Bremen Werder Bremen22351426:59-3314
11.Logo des 1. FC Köln 1. FC Köln2232178:78-7011
12.Logo des FF USV Jena FF USV Jena22241612:56-4410

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

38 Kommentare »

  • ruhri sagt:

    @ Aldur @maurinho

    Die Torschützin für Köln war auch aus meiner Sicht die Nr. 15, der Winter-Neuzugang Meikayla Jean-Maree Moore.

    (1)
  • maurinho sagt:

    @Detlef: ein Spiel mit Beteiligung des FC Bayern ist nie schön, eben aus diesem Grund. Sie sind zu gut, als dass ein Gegner wirklich sein eigenes Spiel gefahrlos aufziehen könnte, aber eigene Kreativität ist nicht gewünscht – wer oder was das auch immer verhindern mag: es überwiegen Rustikalität, Grobschlächtigkeit und Unansehnlichkeit. Mit schönem, schnellen Fußball hat es jedenfalls nichts zu tun, und manchmal ist er auch nicht einmal effektiv. Gegen die meisten Mannschaften (zudem wie gegen Essen mit Glück und Unterstützung) mag das ja reichen… aber mir graut es davor, wenn sie wieder international spielen sollten – ich hoffe inständig, dass Freiburg (oder meinetwegen auch Potsdam) das verhindern kann. Hier schmerzt die dämliche Niederlage in Duisburg umso mehr – wenn sie zum Klassenerhalt des MSV beitragen sollte, werde zumindest ich das verschmerzen können.
    Und ich hoffe nicht, dass Magull ein sehr gutes Umfeld (und ihren bestehenden Vertrag) verlässt, um dann genau den Weg zu nehmen, den schon Däbritz und Leupolz beschritten – von beiden hielt ich viel, von erstgenannter noch mehr eigentlich, aber leider führte der Wechsel vom SCF zum FCB in eine völlig falsche Richtung, was ihren Spielwitz und ihre Entfaltungsmöglichkeiten betrifft. Aber über die negative Entwicklung nahezu aller deutschen Spielerinnen, die in den letzten Jahren nach München wechselten, wurde (nicht nur hier) schon oft genug geschrieben. Vielleicht sollte dort auch mal jemand Bescheid geben, dass eine Aufhäufung von Spielmacherinnen noch kein gutes Spiel macht. Die Verantwortlichen scheinen es entweder nicht zu erkennen, oder es geht ihnen wirklich nur um das Schwächen der anderen. Ich finde das einfach nur noch traurig.

    (26)
  • GG sagt:

    Ein paar Sätze zu den Wölfinnen:
    Die Tendenz stimmt … die zunehmende Souveränität des TEAMs ist erkennbar.
    Obgleich das Trainergespann in der Winterpause versucht hat das taktische Repertoire der Wölfinnen zu erweitern (oder zu ändern), so bestätigt sich doch wieder das Sprichwort „Schuster, bleib bei deinen Leisten“. Eine Aufstellung, an der sich in dieser Saison wohl alle gegnerischen Mannschaften (in vermutlich noch #17 Pflichtspielen) erfolglos abarbeiten werden.
    Und zugleich eine Aufstellung, mit der der derzeit (wohl auch Europa-weit)herausragenden Spielerin jener Freiraum geschaffen wird, ihre einzigartige Klasse effektiv einzusetzen. Pernille „PI“ Harder ist bereits allein jeden einzelnen Cent des Eintrittsgeldes und jede einzelne Sekunde der Aufmerksamkeit als Zuschauer wert. „13 in 13“ (ohne die Scorerpunkte aus unmittelbarer Tor-Vorbereitung) sprechen eine deutliche Sprache und versprechen auch in den noch ausstehenden #9 AFBL-Spielen noch so einiges an Spektakel.

    (7)
  • Emma sagt:

    @Aldur: Bei meinen bisherigen Stadionbesuchen in Köln hat der Stadionsprecher jedes Mal mindestens eine falsche Spielerin als Torschützin genannt.
    Besonders peinlich war das beim 0:8 gegen Potsdam, als die mitgereisten Fans im Anschluss an mehrere Tore jeweils die richtige Torschützin gerufen haben.
    Wenn man sich schon nicht für die Frauenmannschaft interessiert, sollte man wenigstens seinen Job korrekt ausführen, indem man die Trikotnummern lernt oder sich wenigstens in irgendeiner anderen Form auf das Spiel vorbereitet!

    (9)
  • never-rest sagt:

    Stimmt schon: Pernille Harder ist die „Unterschiedsspielerin“ beim Vfl Wolfsburg und der AFBL. Deshalb wird WOB wohl auch mit einigen Abstand den Titel holen.

    Den zweiten CL Platz wünsche ich dem FC Freiburg, auch wenn die Vorstellung gegen einen gewohnt destruktiven und konfusen FCB eher mäßig war. Den Unterschied hat vor allem H. Kayikci ausgemacht, die einen richtigen Sahnetag erwischt hatte. Das 2. Tor war ein Ausweis fußballerischer Klasse, wie ich ihn gerne öfter in dem zerfahrenen Spiel gesehen hätte. Hat L. Magull eigentlich auch mitgespielt ?

    (7)
  • Volker sagt:

    Zu Lina Magull, auf DFB TV kann man die Anreise zum SheBelieves Cup sehen. Das diese Mädels sich so ein Event durch eine Verletzung nicht versauen wollen, ist nachvollziehbar.
    Ebenso geht es für mich völlig in Ordnung das diese Frauen die viel Zeit und Arbeit in ihren Sport stecken , oft neben Beruf und Ausbildung, auch das beste für sich herausholen!! Auch wenn es der FCB ist. Es ist sicher kein Karriere Höhepunkt vor magern Zuschauerkulissen Fußball zu spielen. Mein Kommentar soll nicht falsch verstanden werden oder eine blödsinnige Verräter Mentatlität beschwören!

    (4)
  • enthusio sagt:

    Ja, die Kölner Torschützin war tatsächlich Moore, sie hat den Ball ins Tor gedroschen. Im Stadion war es schlecht zu erkennen.

    https://fc.de/fc-info/news/detailseite/details/spaete-niederlage-der-fc-frauen/

    (1)
  • Fan2 sagt:

    @GG: Die vermeintliche Stärke von Wolfsburg kann aber leicht zur Schwäche werden. Das Spiel wird immer mehr auf sie zugeschnitten, sodass die anderen 10 Spielerinnen sich darauf beschränken, Harder glänzen zu lassen.

    Was aber, wenn Harder, wie im Spiel gegen Freiburg von einer erstklassigen Defensive praktisch aus dem Spiel genommen wird? Dann geht nach vorne eben nichts mehr. Das Problem ist, dass viele Teams keine Spielerinnen haben, die Harder effektiv aus dem Spiel nehmen können. Würden aber diejenigen Teams, die dazu in der Lage wären, eine Manndeckerin auf Harder abstellen, die wirklich giftig und eng an ihr dran ist, dann käme Wolfsburg mittlerweile doch in große Probleme. Denn ohne Harder fehlt praktisch die Kreativität im Spiel.
    Und seien wir ehrlich, nur die offensive Kreativität und die Dauerbelagerung des gegnerischen 16ers können aktuell noch die Schwächen der völlig überalterten und langsamen Defensive überdecken. Schnelle Nadelstiche wie beispielsweise das 1:0 von Freiburg kann Wolfsburg kaum noch verteidigen, weil das Umschaltspiel nach hinten völlig eingerostet ist.

    Es kann also gut so kommen, wie beschrieben, das liegt aber einfach nur daran, dass viele Teams in der Liga noch nicht das Know-How und die Ausdauer haben, das Offensivspiel von Wolfsburg über 90 Minuten auszuhebeln, und noch nicht die technische Qualität haben, schnelle Konter tatsächlich gut auszuspielen. Freiburg hat diese Qualität (wie gezeigt), Potsdam hat sie, Bayern hätte sie, und Frankfurt kommt langsam wieder in diese Gegend.
    Innovativ ist Wolfsburgs Spiel nicht. Sie warten einfach nur darauf, bis die anderen Teams aufgeholt haben. In der CL dagegen ist Wolfsburg auf dem Abstieg, andere Mannschaften wie ManCity und Barca sind dicht dran, Lyon schon weit weg.

    @Detlef: Was Freiburg betrifft, da magst du mit dem Spiel gegen Turbine letzte Saison in gewisser Weise recht haben. Aber wie du sagst, man hat auch dieses Spiel nur 1:0 gewonnen. Und dieses 1:0 ist relativ früh gefallen. Und das ist eben der Unterschied zum Spiel gegen München! Jedes Spiel spielt sich einfacher, wenn das 1:0 sehr früh fällt. Der Gegner muss kommen, muss das Spiel machen. Entweder er tut es, dann macht er hinten zwangsläufig auf, oder er kann es nicht, dann kann man selbst hinten etwas mehr aufmachen, weil kaum echte Gefahr droht.

    Bei einem 0:0 ist die Situation ganz anders: Ein Fehler hinten in der Abwehr, und zack ist man in der Defensive, während letzte Saison sogar noch ein 1:1 ein Erfolg gewesen war, die Gefahr, in Bedrängnis zu kommen, also nicht so akut war. Daher muss erstmal alle Konzentration auf die Defensive gelegt werden, und offensiv lieber mal ein Fehlpass oder Ballverlust in Kauf genommen werden, als riskante Kombinationenen zu spielen, durch die man in einen Konter gerät!

    Wie gesagt, es muss keinem gefallen, man kann den Mädels aber nicht vorwerfen, dass sie ihren Job machen. Denn das hat Freiburg gestern, denn sie haben gewonnen!

    (2)
  • Wolle sagt:

    Wenn es wirklich stimmt, das Magul und Benkrath nach München wechseln, dann hat der Uli mal wieder das Festgeldkonto gehörig angezapft. Eine andere Erklärung kann es dafür nicht geben. Zu Neudeutsch: „Das Gesamtpaket stimmt“.
    Sportliche Gründe kann es dafür nicht geben. So wie es z. Zt. aussieht, sind Ulis Girls in der CL nächste Saison nur Zuschauer. Jetzt werden Ulis Methoden also auch schon im FF angewendet. Wenn ich den Gegner sportlich nicht schlagen kann dann schwäche ich Ihn mit finanziellen Mitteln.
    Schade, noch 2 Spielerinnen der N11 die in Müchen abstürzen. Gerade in Magull hatte ich für die nächste WM große Hoffnungen gesteckt. Sie sollte doch eigentlich aus Ihrer Zeit beim VW-Club gelernt haben oder den Kollegen Petersen zu seinen Münchener Erfahrungen befragen.
    Na ja, das „Gesamtpaket“ war wohl für FF-Verhältnisse sehr groß und verlockend.

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  • Volker sagt:

    Wolle: Erst mal abwarten,bis jetzt ist es nur eine Behauptung bestätigt ist noch nichts.
    https://www.badische-zeitung.de/sport/scfreiburg/laura-benkarth-und-lina-magull-vor-wechsel-nach-muenchen–149771931.html

    (0)
  • FFFan sagt:

    Wenn L.Benkarth und L.Magull nächste Saison Champions League spielen wollen, müssten sie eigentlich beim SC Freiburg bleiben! 😉

    (10)
  • SCF Klausi sagt:

    Kim Fellhauer hat sich während des Spiels gegen den FCB zwei Aussenbänder gerissen und ein Innenband im linken Fuß angerissen.Sie wird daher für mehrere Wochen dem SC Freiburg fehlen.

    Gute Besserung Kim.

    (14)
  • GG sagt:

    @Fan2: Danke für die ausführliche Darlegung, der ich jedoch in wesentlichen Teilen meine Zustimmung versage. Da die (unnötige und auf Trainergespann-Versagen beruhende) Niederlage in Freiburg so in den Vordergrund gestellt wird, freue ich mich besonders auf die in dieser Saison noch anstehenden Begegnungen, vermutlich zunächst im DFB-Pokal-HF und dann im Mai im AOK-Stadion. Aus Sicht der Wölfinnen wird gelten, Wiedergutmachung zu betreiben/Revanche zu nehmen.

    (0)
  • Detlef sagt:

    Gute Besserung!!! 🙁

    (-3)
  • Fan sagt:

    @Detlef,
    wer ist krank? Dass du gute Besserung wünscht?

    (-1)
  • Detlef sagt:

    @Fan,
    Kim Fellhauer,
    siehe Beitrag von SCF Klausi!!!

    (5)
  • Fan sagt:

    @Detlef,
    danke für die Info. Auch von mir gute Besserung.

    (1)
  • enthusio sagt:

    Hat es das eigentlich schon mal in der Frauenbundesliga gegeben, dass ein Ehepaar gegeneinander spielt ? Wenn das Wetter es am Sonntag zulässt, könnte das beim Spiel Jena-Wolfsburg passieren. 🙂

    https://www.soccerdonna.de/de/ehepartner-spielen-in-der-bundesliga-gegeneinander/news/anzeigen_5075.html#

    (0)

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