MSV Duisburg verpflichtet Genoveva Anonma

Von am 31. Januar 2018 – 14.10 Uhr 28 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist MSV Duisburg verstärkt sich zur Rückrunde mit der bundesligaerfahrenen Stürmerin Genoveva Anonma.

Genoveva Anonma mit Duisburgs Trainer Christian Franz-Pohlmann

MSV Duisburgs Trainer Christian Franz-Pohlmann freut sich über die Verpflichtung von Genoveva Anonma © MSV Duisburg

Die 28-Jährige erhält einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2017/18 mit Option.

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Torgarantin in Jena und Potsdam

Für „Ayo“ ist die Frauenfußball-Bundesliga kein Neuland: Zwischen 2009 und 2011 stand sie zuerst beim FF USV Jena unter Vertrag und schoss in 50 Spielen 37 Tore.

2011 wechselte sie dann nach Potsdam, wo sie bis 2015 79 Spiele bestritt und dabei 60 Tore erzielte. Zuletzt spielte sie für Maccabi Kishronot Hadera in Israel.

Positiver Eindruck

Anonma meint: „Meine ersten Eindrücke sind hervorragend, das Team macht im Training einen sehr guten Eindruck, und mit Paula Radtke, die ich noch aus meiner Zeit in Jena kenne, habe ich eine gute Freundin beim MSV. Ich will der Mannschaft so schnell wie möglich helfen – natürlich mit Toren, aber vor allem auch als Teamplayerin.“

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Mehr Durchschlagskraft erhofft

Duisburgs Trainer Christian Franz-Pohlmann erklärt: „Mit Ayo haben wir eine Spielerin, die auch in der Bundesliga schon ihre Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt hat. Unsere Spiele in der Vorrunde haben gezeigt, dass es uns vor allem ganz vorne an der Durchschlagskraft gefehlt hat. Umso mehr freue ich mich, dass der Verein diesen Transfer möglich gemacht hat.“

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

28 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    @FFFan,
    Das Thema hatten wir doch schon X-mal durchgekaut!!!

    Die meisten Zuschauer hatten früher immer Frankfurt, Potsdam und Duisburg!!!

    Duisburg ist pleite gegangen, und der traurige Rest ist nun beim MSV nur noch Abstiegskandidat!!!

    Frankfurt war eine gefühlte Ewigkeit kein Meister mehr, und hat schon lange die vielen Erfolgsfans verloren!!!
    Mit der aktuellen Nachwuchsmannschaft wird sich dies auch kaum in 1-2 Jahren ändern!!!

    Und auch Potsdam hat Dank fehlender Titel viele Zuschauer verloren!!!
    Allerdings hält sich dies immer noch auf einem relativ hohen Level in erträglichen Grenzen!!!

    Von den neuen Topteams kann aber nur Wolfsburg an die Spitze der Zuschauerzahlen rankommen!!!

    Bayern versagt hier auf ganzer Linie!!!

    Allerdings reichen die Zuwächse in Wolfsburg nicht aus, um die Verluste in Duisburg, Frankfurt und Potsdam auszugleichen!!!

    Außerdem werden seit einigen Jahren die Spiele der Bundesliga immer wieder von schwachsinnigen Terminplanungen und Änderungen torpediert, wobei gerade die Zugpferde der Liga betroffen sind!!!

    Und dann kommen immer wieder Leute wie Du daher, und schwafeln dauernd etwas von „kein Interesse mehr“!!!

    Auch diese Zahlen sind ein hausgemachtes Problem, was man vorher genau wissen konnte, wenn man denn nachgedacht hätte, bzw wenn einen das Thema überhaupt interessieren würde!!!

    Aber genau hier liegt der Hund begraben, denn die Verantwortlichen in Frankfurt erfinden immer neue Hürden, die sie der FF-Bundesliga in den Weg stellen können!!!

    Und das Ergebnis sind dann eben weniger Zuschauer in den Stadien!!!

    (8)
  • Fan2 sagt:

    @Detlef: Da machst du es dir aber ein bisschen sehr einfach…

    Die schwindenden Zuschauerzahlen lassen sich nicht einfach auf den mangelnden Erfolg zurückführen. Das ist ziemlich einseitig gedacht.
    Vielmehr gibt es im deutschen FF keine Identifikationsfiguren mehr, und wenn es sie gäbe, wandern sie ab. Die Zuschauer sind nicht zu Potsdam gekommen, weil Potsdam immer Meister oder CL gewonnen hätte, sondern weil sie eine Bajramaj, eine Sarholz, eine Mittag spielen sehen wollten. Spielerinnen, die sich mit dem Verein identifizieren.

    Bei Bayern wundert mich das nicht wirklich, dass die Zuschauer nicht kommen. Wer jedes Jahr seinen halben Kader austauscht und sogar noch an den Identifikationsfiguren des Vereins (Stichwort: Maier) herumsägt, nur des schnellen Erfolgs wegen, der braucht sich nun wundern, dass Fans sich mit diesem Verein nicht identifizieren. Ähnlich Wolfsburg: Wer eine Alisa Vetterlein beispielsweise absägt, oder die eigenen Talente vor die Tür setzt (Stichwort: Magull), der braucht sich nicht wundern, dass die Zuschauerzahlen rückläufig sind.

    Dass Zuschauerzahlen nicht am Erfolg liegen, kann man schon allein daran sehen, dass mit Bayern und Sand zwei Klubs in der Zuschauertabelle relativ weit unten stehen, die sonst eigentlich recht erfolgreich sind. Sie stehen da unten genauso wie die ehemaligen Traditionsvereine Jena und Duisburg. Doch wer sich seine Spielerinnen lieber aus Kanada oder anderen Staaten holt, als auf einheimische, in der Region verwurzelte Spielerinnen zu setzen, der braucht sich eben nicht wundern, dass die Zuschauerzahlen einbrechen.
    Duisburg hätte sich seinen Zuschauerstamm vermutlich eher erhalten, wenn sie sofort den Absturz in die Zweitklassigkeit in Kauf genommen hätten, alle Stars verkauft und mit dem freigewordenen Geld die Nachwuchsabteilung aufrecht erhalten hätten. So aber haben sie den Nachwuchs abgesägt und sich abhängig gemacht von Schnäppchen aus dem Ausland! Jena ebenso.

    Und Potsdam? Wann hat es da angefangen zu kriseln? Als statt auf die Demanns, Starkes etc. auf einmal auf die Yangos, Jaques, Winters oder Hegerbergs gesetzt wurde.

    (-5)
  • bale sagt:

    was für ein quatsch hier einige schreiben.
    identifikationsfiguren? nilla fischer pernille harter simone Laudehr Tabea Kemme
    Nina Burger etc

    (2)
  • Detlef sagt:

    bale hat recht!!!
    Identifikationsspielerinnen gibt es in jedem Verein, sogar in München!!!
    Wer regelmäßig zu seinem Verein geht, hat ohnehin kein Problem damit, daß eine gewisse Fluktuation vorhanden ist!!!
    Der FF war früher in der Tat eher weniger wechselwütig als der MF!!!
    Aber das hat sich überall geändert!!!

    In Frankfurt und Potsdam sind noch die Fans übrig geblieben, die mit ihrem Verein auch durch schwierige Zeiten gehen!!!
    München ist da in der Tat ein Sonderfall!!!
    Die haben ja heute nicht weniger Fans als damals, als sie noch in Aschheim spielten!!!
    Es sind halt nicht wirklich viele dazugekommen, obwohl die Infrastruktur jetzt um Klassen besser ist als früher!!!

    Und wann es in Potsdam angefangen hat „zu kriseln“ kann man ganz genau festmachen!!!
    Und das hat nix mit dem Weggang von TINI DEMANN oder gar SANDRA STARKE zu tun!!!

    Als wir 4 Meistertitel in Folge gewannen, hatten wir ca 2500 Zuschauer im Schnitt!!!
    Heute sind es knapp 1000 Besucher weniger pro Spiel, das ist Fakt!!!

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  • Oskar Walter sagt:

    @Fan 2 alias Sheldon
    Schauen Sie sich bitte mal die Einwohnerzahl von Sand einem Ortsteil von Willstätt und dann den Rest der Bundesligateams an, dann dürfte Ihnen die gemachte Bemerkung doch nicht als ganz schlüssig erscheinen. Im letzten Pokalfinale waren weit mehr als 1000 Zuschauer von Sander Seite in Köln, als der Ort Einwohner hat. Es gibt einige Spielerinnen, die gewechselt sind und bei Ihren neuen Vereinen nicht glücklich wurden, weil sie die Sander Atmosphäre und die Zuschauer vermisst haben. Der Heimspielschnitt ist für diesen Ort meines Erachtens recht beachtlich und das Engagement der vielen freiwilligen Helfer sollte nicht unbedingt immer mit abfälligen Bemerkungen gewidmet werden.

    (8)
  • ajki sagt:

    In der eigentlich durchaus interessanten Diskussion (hier – obwohl sie sich andererseits als „Grundsatz“-Thema über alle threads erstreckt), vermischen sich derzeit meiner Ansicht nach zwei sehr unterschiedliche Dinge – die man aber (meiner Ansicht nach) absolut getrennt behandeln sollte.

    Erstens: aktuell schwache oder sogar schwächer werdende Zuschauerzahlen. Gerechnet von einem „ehemals“ höheren Plafond aus.

    Zweitens: der Anteil der Legionärinnen. D.h., nicht nur der „ausländischen“ Spieler, sondern eben auch die ganz allgemeine Abnahme vereins“eigener“ Spieler.

    Hinter der ersten Problematik steckt ja eigentlich eine gewisse ratlose Verwunderung derjenigen, die seit langer Zeit dem FF Aufmerksamkeit widmen. Diese rührt daher, dass die Frauenliga in D. eine ganz prinzipiell „gute“ Liga ist in fußballerischem Sinne. Recht gut ausgebildete Spieler mit völlig offensichtlich starkem sportlichen Einsatz treffen dort aufeinander auf Infrastrukturen, die durch Vereine mit Riesenaufwand dahinter so gut wie eben irgend möglich bereitgestellt werden. *Normalerweise* müßte es eigentlich so sein, dass in einer so starken Liga mit vielen Highlights pro Saison und Einzelspiel auf Dauer mehr Interessierte dazukommen – geboten wird nach allen Standards auf jeden Fall „genug“. (Dass es auch etliche Gurkenspiele gibt… geschenkt – gibts in allen anderen Publikumssportarten ja auch)

    Zum zweiten Problem, den „Legionären“, sieht es für mich an sich so aus, dass wir es hier mit einem gut bekannten Phänomen zu tun haben, das unter dem Namen „Professionalisierung“ bekannt ist. In höchsten Spielklassen mit hohen Kosten wirkt da so etwas wie ein Automatismus: damit der hohe Aufwand wieder hereinkommt, muss der managende Verein bei der wichtigsten Stellschraube, den Spielern, sehr schnell (pro [Halb-] Saison gesehen: jetzt sofort) ligafertige Lösungen finden. Diese liefert die „eigene“ „lokale“ Nachwuchsarbeit nicht in erforderlichem und verläßlichem Maß. Daher wechselt ein Verein auf dem „Professionalisierungs“-Weg irgendwann von innerem auf äußeren Austausch. Und in der globalisierten (Fußball-) Welt bedeutet das eben auch, dass nicht nur innerhalb der eigenen FA gesucht und getauscht wird.

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  • Helmut sagt:

    Zum Thema Zuschauerzahlen möchte ich mal was aus der münchner Sicht was beitragen.
    Ich bin erst dabei seit dem die Mädels im Grünwalder spielen.
    Ich steige bei mir in die U1 ein, und steige dort aus der U1 wieder aus. Es war was neues. Das Stadion war bei Spitzenspielen mit 2000 Zuschauern „gut“ gefüllt. Nächste Saison besorgte ich mir eine Dauerkarte. Wir wurden als Underdog Meister. Der Zuschauerschnitt stieg weiter. Das Fernsehen bekam noch mehr Interesse. Das bemängelte aber auch, das man von Kamerapositionen der Haupttribüne aus, keine Zuschauer sehen konnte. Darauf hin sperrte man bei Liveübertragungen die Haupttribüne und schickte die Leute auf die Gegentribüne („Stehhalle“). Da musste man in die oberen Reihen gehen um überhaupt das Spielfeld zu sehen, weil unten am „Bauzaun“ die Sicht durch Werbebanner des DFB und der Allianz versperrt war.
    Ferner machte die Runde das ein großer Teil der Zuschauer über Freikarten erkauft wurde. Das sorgte natürlich für Unmut bei den Dauerkartenbesitzern. So wurden die Mädels ein zweites mal Meister und nur noch 500 Zuschauer bekamen es mit.
    Das Problem mit den großen Stadien ist, wie in Essen, München oder Jena, das selbst wenn 2000 Zuschauer kommen würden die Stimmung einfach verpufft. Selbst in Potsdam oder Frankfurt kommt für mich als Gast kaum Stimmung rüber weil die einfach ins Leere geht.
    Dazu kommt noch das man seitens des FCB keine Reklame macht. Ich hoffe nur das nächste Saison wenn, die FCB-Mädels im Campus spielen sollten, sich dahin etwas bewegt. Allerdings ist dorthin die Anbindung mit dem ÖPNV etwas bescheidener.

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  • Fan2 sagt:

    @ajki: Eine sehr gute Analyse. Sie hat aber nur einen Haken: Anders als du sehe ich einen sehr großen Zusammenhang zwischen beidem, und der liegt in der zu schnell vorangetriebenen Professionalisierung der Liga, aufgebaut auf den Subventionen aus den Männerteams, verglichen zum Fanaufkommen. Erst dadurch wird eine Rotation, wie wir sie erleben überhaupt erst möglich, gekoppelt damit, dass sich die Frauen immer noch gegen angemessene Ablösesummen stemmen, wodurch sich der FF langfristig sein eigenes Grab schaufeln wird. Denn aktuell ist der FF eben noch voll und ganz abhängig von der Gutmütigkeit des DFB, der Männervereine, an die viele angeschlossen sind sowie einzelnen Sponsoren. Für das, was die Frauen aktuell bereits verdienen, ist der FF noch viel zu gering in der Gesellschaft verwurzelt.

    Man kann auch nicht wirklich von Identifikationsfiguren sprechen, wenn die Gruppe, die sich mit diesen Spielerinnen identifiziert, vllt eine Gruppe von 200-300 Menschen ist. Dann haben solche Identifikationsfiguren keinerlei Zugkraft.

    Um den FF überhaupt wieder gesund zu kriegen, bräuchte es einen Ligarat, der selbst für die Vermarktung verantwortlich ist. Denn dann würde deutlich werden, wieviel der FF überhaupt selbständig in der Lage ist, einzuspielen.
    Zudem müsste geregelt sein, dass der Anteil, den Zuwendungen von Sponsoren etc., am Budget der Vereine betragen darf, gedeckelt ist, und sich am Anteil, den der Verein durch eigene Vermarktung in der Lage ist, einzuspielen (durch Ticketverkauf, Merchandising etc.), orientieren muss.

    Dass die Einwohnerzahl nicht an der Größe des Ortes hängt, sondern an der Strahlkraft in die Region hinein, hat eine Mannschaft wie Hoffenheim mE bereits bestens bewiesen.

    Zudem sollte die Entwicklung von guten Nachwuchsspielerinnen endlich mal vernünftig entlohnt werden. Auch dies könnte von einem Ligarat gegenüber dem DFB durchgedrückt werden. Wäre die Liga unabhängig vom DFB, so könnte man in Verhandlungen auf Augenhöhe eintreten, um zumindest für N11-Spielerinnen eine Ausbildungsentschädigung für die Vereine herausschlagen!

    Nimmt die Liga ihre Geschäfte nicht selbst in die Hand und reguliert sie gewaltig, wird sie keine Zuschauer mehr gewinnen, sondern nur noch weiterhin verlieren. Denn Professionalisierung bedeutet letztlich, dass man keine Rücksicht mehr auf die Fans, sondern nur noch auf die eigenen Profitinteressen nimmt. Und ein solcher Prozess kann eigentlich erst dann geschehen, wenn man auf die Fans keine Rücksicht mehr nehmen muss. In Deutschland aber hat dieser Prozess eingesetzt, als das Maximum eben 2000 Fans pro Spieltag waren.

    Aktuell kreist der FF in Deutschland viel zu sehr um sich selbst, weil er es sich aufgrund des Mäzenatentums erlauben kann. Würde man dies ausschließen, wäre diese Professionalisierung gar nicht möglich.

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