Frauen-Bundesliga: Wolfsburg schlägt Bayern

Von am 11. Dezember 2017 – 20.23 Uhr 33 Kommentare

Zum Abschluss des 10. Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga hat der VfL Wolfsburg das Topspiel gegen den FC Bayern München gewonnen. Den Grundstein zum Erfolg und die Rückkehr an die Tabellenspitze legte ein Blitzstart in den ersten fünf Minuten. Gleich zwei Spielerinnen sahen die Gelb-Rote Karte.

Torjubel des VfL Wolfsburg gegen Bayern München

Ein Blitzstart brachte den VfL Wolfsburg auf die Siegerstraße © imago / foto2press

Die Wolfsburgerinnen gewannen im heimischen AOK-Stadion vor 1.711 Zuschauern mit 3:1 (3:1) und übernahmen damit wieder die Tabellenspitze vom SC Freiburg.

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Blitzstart von Wolfsburg

Die Tore erzielten Ewa Pajor (2.), Sara Björk Gunnarsdóttir (5.) und Alex Popp (32.), für die Gäste war Jovana Damnjanovic erfolgreich (8.).

Zwei Platzverweise

Beide Teams beendeten die Partie in Unterzahl: Erst sah Tessa Wullaert wegen Spuckens auf den Rasen von Schiedsrichterin Katrin Rafalski die Gelb-Rote Karte (63.), dann erwischte es Damnjanovic in der Nachspielzeit wegen einer Geste in Richtung Zuschauertribüne (90.+2) – etwas kleinliche Entscheidungen in diesem emotionalen Topspiel.

Pl.TeamSp.S.U.N.Tore+-Pkt.
1.Logo des VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg22182256:84856
2.Logo des FC Bayern München Bayern München22172362:154753
3.Logo des SC Freiburg SC Freiburg22153450:153548
4.Logo des 1. FFC Turbine Potsdam Turbine Potsdam22136350:212945
5.Logo der SGS Essen SGS Essen22123743:301339
6.Logo des 1. FFC Frankfurt 1. FFC Frankfurt221011129:25431
7.Logo des SC Sand SC Sand22931032:34-230
8.Logo der TSG 1899 Hoffenheim 1899 Hoffenheim22811322:32-1025
9.Logo des MSV Duisburg MSV Duisburg2261616:33-1716
10.Logo des SV Werder Bremen Werder Bremen22351426:59-3314
11.Logo des 1. FC Köln 1. FC Köln2232178:78-7011
12.Logo des FF USV Jena FF USV Jena22241612:56-4410

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

33 Kommentare »

  • Volker sagt:

    Trotz alledem. Frauenfußball bleibt für mich weit mehr als nur ein Ballspiel. Keine andere Sportart in der Frauen beteiligt sind erregt so viel Aufsehen und erhitzt die Gemüter. Immer noch. Das „Gleichstellung“ für die „Männlichkeit“ auch unangenehm werden kann wenn sie die „göttliche Ordnung“ stört hat der Frauenfußball gezeigt. Eine kulturelle Revolution wenn auch nur eine Kleine. Aber jede Revolution hat auch seine Reaktion, marktwirtschaftlicher Realismus als subtile Methode sämtliche Bestrebungen zur Neuerung zu erwürgen ist nichts Neues! Meine Antipathie richtet sich nicht gegen die Fußballerinnen sondern das die aus dem Männerfußball bekannten Systemvorgänge auf den FF übertragen werden. Was offensichtlich nicht funktioniert sondern eine zerstörerische Wirkung zeigt. Da drängt sich bei mir die Frage auf ob eine Absicht dahinter steht. In der Marktwirtschaft lässt man den unrentablen Bereich an „die Wand“ fahren um sich dessen zu entledigen. Mir ist bewusst das ich mit meinem Statement hier so manch einen völlig überfordere, aber es ist mir sehr wichtig meine Einstellung und meine Liebe zum FF zu artikulieren.

    (5)
  • Sundermann sagt:

    @Volker

    „Mir ist bewusst das ich mit meinem Statement hier so manch einen völlig überfordere…“

    Nein. Verschwörungstheorien überfordern niemanden, vielmehr belustigen sie die Leute.

    Und noch etwas: den von mir zitierten Satz halte ich für ziemlich überheblich, suggeriert er doch das du denkst das etliche Leser mangels Intelligenz deine Ausführungen nicht verstehen können.

    (13)
  • bale sagt:

    ICH WÜRDE DAS MAL NICHT SO ÜBERBEWERTEN,EMOTIONEN GEHÖREN DAZU UND JA,DAS GAB ES IMMER SCHON BEIM FRAUENFUSSBALL.DAS SPIEL TURBINE-HOFFE WAR SEHR FAIR.NACH DEM SPIEL SHAKEHANDS IST IMMER GUT,ABER 90 MINUTEN FUSSBALL.MICH INTERESSIERT,HABEN DIE MÄDELS SICH DIE HAND GEGEBEN UND MAN KANN JA AUCH MAL,WENN Gras drüber gewachsen ist die Mädels fragen.

    (3)
  • AchimBerlin sagt:

    Volker, das ist mir aus der Seele gesprochen! Seit vielen Jahren bin ich dabei, gehe bei jedem Heimspiel, bei Wind und Wetter mit „meinen“ Turbinen im Stadion mit und verfolge natürlich alles, was mit der Nationalmannschaft zu tun hat. Die Liebe zu diesem Frauensport war und ist für mich immer ein Bekenntnis zur Gleichstellung, zum Respekt vor den tollen Leistungen dieser jungen Frauen, im Training wie im Spiel.
    Ich war immer der Meinung, dass, wenn überkommene Machos versuchen (und sie tun es immer wieder), diesen Frauensport an seiner Entwicklung zu hindern, es auch Männer sein müssen, die sich unterstützend hinter die Mädels stellen.
    Bei den vielen Spielen, die ich bisher als Fan begleitet habe, gab es im Stadion niemals Rassismus, Diskriminierungen wegen sexueller Orientierung oder Rowdytum, alles Sachen, die ich verabscheue. Das Beieinandersein mit den anderen FF-Fans im Stadion tut mir gut.
    Was die ökonomische Entwicklung des FF anbetrifft, sehe ich einen vielleicht unlösbaren Widerspruch. Einerseits finde ich das Millionärsgehabe bei den Männern zum K…, andererseits aber möchte ich, dass die Kickerinnen materiell deutlich besser gestellt werden, allein schon, um die große bestehende Ungerechtigkeit zu mindern. Wenn da aber etwas Positives geschieht, ist wohl das Eindringen von Elemanten kapitalistischer Profitjägerei unvermeidlich.
    Doch die Liebe zum FF lasse ich mir nicht nehmen, genauso wenig wie den Respekt vor den Sportlerinnen. Da tut es gut, im Forum solche Beiträge wie den von Volker zu lesen.
    Danke dafür!

    (15)
  • bale sagt:

    ich meine das spiel vfl-bayern wegen shake hands.

    (2)
  • Zaunreiter sagt:

    @ Volker:
    @ AchimBerlin:

    Vielen Dank für eure Ansichten und Weltanschauungen.
    Also ich kann euch gut verstehen. Man kann ja auch den Interessensgegensatz auf den Frauenfußball übertragen. Der FF ist im Prinzip in Deutschland auf einem guten Weg. Die Frauen haben was erreicht, sind Welt- und Europameisterinnen gewesen, amtierende Olympiasiegerinnen.
    Für mich hat sich da aber so eine Art Selbstzufriedenheit eingeschlichen. Und gerade da schaue ich über den Tellerrand und betrachte mir das international.
    Woher nehmen Harder, Veje, Nadim und co. die Chuzpe sich mit dem Verband zu messen?
    Eine Nilla Fischer trägt – für sie völlig selbstverständlich – eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben.
    Eine Hope Solo kandidiert allen Ernstes für den Posten des US-amerikanischen Fußballverbandspräsidenten.
    Sie und Morgan, Sauerbrunn, Lloyd und Rapinoe leisten ihren Beitrag zum equal pay.
    Die Ideen des diversity – ich nenn das mal so – um die Geschichte mit Colin Kaepernick hat auch eine Megan Rapinoe mit in die Welt getragen.

    Ach, und eben jene Rapinoe und Morgan gehören zu dieser Initative „Common goal“.

    Wenn man sich den virtuellen Blätterwald der letzten Wochen betrachtet, haben die Nationalteams der Niederlande, Norwegens, Schwedens und Dänemarks Erfolge erreicht, jetzt mal unabhängig davon, ob das finanzieller oder struktureller Natur war. Die erreicht man aber nur durch Kämpfen!

    Es gibt Spielerinnen, die führen den Kampf einer Olympe de Gouges, den Frauen der Commune, den Suffragetten, einer Luxemburg, einer Kollontai auf ihre Art fort. Es gibt aber auch Funktionärinnen, die dienen dem Konservatismus, obwohl sie das weit von sich weisen würden.
    Und dann gibt es wiederum deutsche Spielerinnen, denen es völlig ausreicht, „nur“ Fußball zu spielen. Die nicht kämpfen wollen – vielleicht weil sie es nicht gelernt haben – sondern einfach Fußball spielen wollen. Aber: Auch das ist völlig in Ordnung. 😉
    Jene oben genannten Spielerinnen sind heute „role models“ für junge Mädchen und Frauen. Nicht nur wegen ihres Fußballs sondern auch wegen ihrer Authentizität.
    Es gibt eine Wetzlarer Nachwuchstorhüterin, die momentan in den USA an einem College Tore verhindert. Die hatte auf Nachfrage des heimischen Käseblattes, wer denn ihre Vorbilder seien, mit „Hope Solo“ geantwortet. SELBST bei MIR ging da die Schere im Kopf an: „Lass das ja mal nicht den DFB hören.“

    Was mich zu einem meiner Lieblingsthemen bringt. 😉
    Der DFB ist ein gemeinnütziger und sozialer Verband. Man muss ihn nur ständig daran erinnern, auch sich für diversity und equality einzusetzen. 😉

    (10)
  • holly sagt:

    @zaunreiter, zum glück hat besagte Torhüterin wenigstens ein weibliches vorbild.
    Meist hört man ja von den Frauen/Mädchen sonst Manuel Neuer, Thomas Müller usw. Ob das hilfreich ist den FF zu etablieren möchte ich anzweifeln.
    Mit so kleinen Sachen könnten sie schon viel erreichen. So muss man sich nicht wundern wenn sie andauernd mit MF verglichen werden.
    Was hier auch einige immer gerne machen.

    (4)
  • ajki sagt:

    Im Zusammenhang mit dem derzeit beliebten Schlagwort „Equal Pay“, stark verbunden mit „Gleichstellungsbemühungen“ (scheint mir zumindest so), habe ich mal ein paar Fragen an die Runde:

    1. Im internationalen Verbandsbereich galt bislang (meine ich) der Frauenfußball grundsätzlich als „Amateursport“. Das betraf (meine ich) mit allen Kontinentalverbänden auch FIFA und OC (für den Bereich Fußball bei Olympiaden). Hat sich daran letzthin irgendetwas geändert, etwa dass im Bereich UEFA oder Teil-UEFA oder dergleichen international spielende Kader explizit als Profi-Spieler kategorisiert werden (also N11en oberhalb U21)?

    2. Wenn nein (was ich glaube), wieso ist dann „Equal Pay“ „equal“? Gemeint ist: Welche Argumente werden vorgebracht, um die Differenz Profi- und Amateur-Kader gegenstandslos zu machen?

    3. Hat sich am prinzipiellen Semi-Amateursstatus bzw. kompletten Amateursstatus der Spielerinnen in den FA, die ein sogenanntes „Equal Pay“-System verfolgen, irgendwas geändert? Sind das nun tatsächlich alles vollgültige Profis in ihren Vereinen?

    4. „Equal Pay“-Systeme sind mir bislang nur von FA bekannt, bei denen auch die Ausschüttung für die Männer-Kader „relativ“ gering ist (also nur die reinen FA-Gratifikationen pro Turnier oder Einzelspiel, nicht evtl. Zusatzverdienste aus dem Advertising oder TV-Vermarktungsgeschäft oder Sponsoren-Gratifikationen oder was sonst noch alles oben drauf kommt…). Wenn die Verbandseinnahmen dann auch ganz grob/pauschal in etwa auf gleicher Höhe sind bei Männern und Frauen in diesen FA (ist das so? gab/gibt es da Zahlen?), dann wäre „Equal Pay“ seitens einer FA sogar eine Pflicht, nicht nur eine Verpflichtung. Gibt es irgendwelche Zahlenwerke für FA, bei denen Einnahmen für Männer- und Frauenbereiche stark differieren und dann trotzdem „Equal Pay“ gefordert und bewilligt wurde? Und warum?

    Es gibt da noch mehr Dinge, die mir nicht ganz klar sind, aber mit dem Material aus kundiger Hand für das Obige könnte ich mir vielleicht anderes auch selbst erarbeiten.

    (1)
  • Pauline Leon sagt:

    ab Volker, 13.12., 16:50 uhr, kann ich der „diskussion“ nur zustimmen, ich bin einer meinung. und jovi damnjanovic ist über allen unsinn erhaben. spätestens seit den pokalfinale n(?) 15/16 und 16/17. jeweils ein tor pro finale… witzig, jakabfi und harder haben jeweils doppelt getroffen… und außerdem ist sie aus serbien. da ist fussballern für mädchen sicher auch eine andere erfahrung als hier. ihr tor gegen wolfsburg war super abgebrüht. und hat sie nicht in einem interview gesagt, das sie in deutschland disziplin gelernt hat? das heißt in deutschland RUHE BEWAHREN!! und disziplin hat sie nach der gelb-roten karte gezeigt. das war ein würdiger abgang, im gegensatz zu tessas.

    (-3)
  • Pauline Leon sagt:

    ganz vergessen, jovi hat den klinsi gemacht und voll in die bande? reingetreten!!! sehr gut. da ist tessa aber mit ihrem schicksal besser klargekommen. verzeihung, frau wullaert. das vor die füsse spucken kam auch von herzen. fussball at its best!

    (1)
  • balea sagt:

    @Zaunreiter

    Als einzige Deutsche ist Pauline Bremer Mitglied der Iniatitive „Common Goal“.

    (6)
  • holly sagt:

    Wechelst sie dar u m immer dahin wo es am meisten Geld gibt

    (-2)
  • Mrrainstein sagt:

    News : Wang Fei hat bei Bayern Muenchen unterschrieben. Ihr Traum wird wahr…

    (1)

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