Frauen-Bundesliga: Bremen deklassiert Köln

Von am 10. Dezember 2017 – 17.51 Uhr 10 Kommentare

Am 10. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga darf sich der SC Freiburg nach einem Kantersieg gegen den FF USV Jena für einen Tag über die Tabellenführung freuen. Der SV Werder Bremen feierte im Duell der Aufsteiger gegen den 1. FC Köln einen fulminanten Sieg.

Werder Bremens Giovanna Hoffmann (li.) und Verena Volkmer bejubeln ein Tor.

Giovanna Hoffmann (li.) und Verena Volkmer bejubeln den Treffer zum 2:0. © imago / foto2press

Vor 520 Zuschauern im Möslestadion gewannen die Freiburgerinnen mit 5:0 (2:0) gegen die Elf aus Thüringen und dürfen sich damit für einen Tag über die Tabellenspitze freuen, von der sie allerdings nach dem Topspiel VfL Wolfsburg gegen FC Bayern München am Montagabend auf jeden Fall wieder verdrängt werden.

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Schiewe triffft doppelt
Carolin Schiewe brach per Elfmeter den Bann (38.), noch vor der Pause erhöhte Schiewe mit ihrem zweiten Treffer (45.+1). In der zweiten Halbzeit trafen Lena Petermann (56.), Hasret Kayikci (66.) und die eingewechselte Sandra Starke (86.). „Ich bin heute sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Nachdem wir den Abwehrriegel geknackt hatten, haben wir wirklich guten Fußball gezeigt“, so das Fazit von Freiburgs Trainer Jens Scheuer.

Bremen dreht gegen Köln mächtig auf
Im Duell der Aufsteiger fertigte der SV Werder Bremen den 1. FC Köln vor 294 Zuschauern auf Platz 11 des Weserstadions mit 7:0 (1:0) ab. Ein Eigentor von Carolin Dej brachte die Gastgeberinnen nach einer Viertelstunde in Führung, Dej musste in der 34. Minute mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz. In der zweiten Halbzeit brach dann eine wahre Torflut über die Kölnerinnen hernieder. Verena Volkmer (61.), Nina Lührßen (68.), Giovana Hoffmann (73.), Cindy König (85.) erneut Lührßen (87.) und Nora Clausen (89.) schraubten das Ergebnis für die Bremerinnen in die Höhe.

Torschützin Hoffmann meinte: „Köln hatte mit dem frühen Platzverweis natürlich etwas Pech, aber wir haben eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt und ich denke, dass der Sieg auch in der Höhe verdient ausfällt.“

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Potsdam schlägt Hoffenheim
Der 1. FFC Turbine Potsdam gewann gegen die TSG 1899 Hoffenheim vor 1.218 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion mit 2:0 (1:0). Rahel Kiwic (29.) und Amanda Ilestedt (83.) erzielten die Treffer für die Gastgeberinnen.

Zwei Spielausfälle, Topspiel am Montag
Die Partien zwischen dem MSV Duisburg und dem SC Sand sowie zwischen dem 1. FFC Frankfurt und der SGS Essen fielen den widrigen Witterungsverhältnissen zum Opfer. Das Topspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern München wird am Montag ausgetragen (18 Uhr, SPORT 1 und TELEKOM SPORT live).

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • never-rest sagt:

    Grüne Welle an der Weser. Ich muss zugeben, dass ich mich vor Beginn der Saison über die Leistungstärke der beiden Aufsteiger grob geirrt habe. Für mich ist Werder bis jetzt die größte Überraschung im Oberhaus neben dem guten Auftreten vom 1FFC Frankfurt. Mit dem Höhenflug des SC Freiburg habe ich immerhin gerechnet.

    (13)
  • micky sagt:

    Zitat Jürgen Ehrmann vor dem Spiel (womensoccer): „Wir sind gut drauf… unser Ziel ist ganz klar… wir wollen aus Potsdam etwas mitnehmen.“ Hier war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken. Hoffenheim hatte über die Summe der 90 min. nie eine ernsthafte Chance bei den Turbinen etwas Zählbares zu erreichen. In der ersten HZ zwei verdattelte Halbchancen. Die Turbine Verteidigerinnen waren gedanklich einfach schneller (Caro Siems!) und verhinderten den Torschuss. Zu Beginn der zweiten HZ dann für 15 min ein Aufbäumen der Hoffenheimerinnen. Aber auch hier keine Torabschlüsse die Lisa Schmitz hätten vor Probleme stellen können. Ja und dann war die Luft raus! Trainer Ehrmann deshalb auch folgerichtig in der Pressekonferenz. „ Glückwunsch an Potsdam, Sie haben verdient gewonnen“. Interessant aber die Begründung für die doch recht limitierte Vorstellung seiner Mannschaft (immerhin Tabellennachbarn!): „Wir haben seit drei Wochen kein Spiel mehr gemacht, dass hat uns nicht gut getan“ !! Las sich aber vor dem Spiel doch irgendwie optimistischer ??

    Ganz anders die Turbinen in ihrem letzten Heimspiel vor der Winterpause. Druck auf allen Kesseln !! Unsere Kapitänin Lia Wälti und Sahra Sadrazil spannen im Mittelfeld souverän die Fäden. Svenni Huth überall und über Rechtsaußen oftmals so schnell, das ihre Mitspielerinnen mehrfach nicht mit kamen und ihre Flanken abnehmen konnten. Aber das Glanzstück waren heute dann doch unsere Musketiere aus der Innenverteidigung: Allen voran Kiwi „the rock“ – in den letzten drei Spielen vier Tore, davon drei mit dem Kopf. Sie mutiert zusehends zu einem waren Kopfballungeheuer und löst dazu ihre eigentliche Aufgabe in der Innenverteidigung ohne Tadel eben „the rock“. Dazu Jo Jo (Johanna Elsig) und die Schwedin Amanda Ilestedt die heute zu 60 % Linksaußen bis zur Grundlinie spielen konnte. Ja und so fielen die Tore durch Kiwi und Amanda Ilestedt Wenn die Turbinen vor dem Hoffenheimer Tor Eck- und Freistöße erspielten, wurde mir oftmals heiß und kalt, denn grundsätzlich liefen alle drei!! Innenverteidiger in den Hoffenheimer Strafraum ein. Aber die Hoffenheimerinnen konnten daraus kein Kapital schlagen. Weiter Chancen gab es zu hauf. Die toll aufspielende Friederike Abt verhinderte weiter 100% ige, einen lenkte sie mit den Fingerspitzen über die Latte, einen weiteren drehte sie im Hechtflug um den Pfosten.

    Alles in allem ein eindrucksvolles Spiel der Turbinen, wenn doch bloß der letzte Pass besser ankommen würde.

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  • tavalisk sagt:

    @micky

    Was erwartest Du denn was der gegnerische Trainer vor dem Spiel sagen sollte? „Wir haben sowieso keine Chance, fahren aber trotzdem hin, weil wir müssen?“

    Das wäre wohl kein guter Trainer, der sich vor dem Spiel nicht optimistisch äußern würde, auch wenn sein Team klarer Außenseiter ist.

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  • Detlef sagt:

    Zum Spiel der TURBINEN kann ich micky voll zustimmen!!!
    Endlich wieder das druckvolle Pressing, was sie zuletzt gegen Bayern und Köln zeigten!!!
    Schüsse aus allen Rohren, statt Ball hin und her schieben!!! 🙂
    Das Einzige was man bemängeln muß war mal wieder die Chancenverwertung!!!

    Aber Hoffenheim war durchaus nicht so schwach wie micky es beschrieben hat!!!
    Sie hatten wenige Möglichkeiten, aber einige waren durchaus hochkarätig!!!
    Vor allem am Schluss lud Potsdam die Kraichgauerinnen noch mal zum Tore schießen ein!!!
    Doch die TSG vergab diese guten Chancen ziemlich kläglich!!!

    TURBINE scheint nun endlich in die Spur gefunden zu haben!!!
    Auch wenn der Sturm mal nicht trifft, springen halt die Defensivkräfte ein!!! 🙂

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  • balea sagt:

    Erstens war Hoffenheim tatsächlich nicht so schlecht, wie hier angedeutet aber zweitens Turbine bei weitem auch nicht so toll, wie auch hier beschrieben. Der Sieg geht zwar aufgrund der Spiel- und Chancenüberlegenheit in Ordnung, aber es liegt doch einiges im Argen: Auf Rechtsaussen spielte meisten Huth – und es kam nicht eine einzige Flanke von ihr plaziert in der Box ans Ziel. Nicht eine. Aigbogbun nicht mal auf der Bank und Schmidt draussen. Linksaussen fand praktisch gar nicht statt. Schwalm war torgefährlich, ebenso Siems und nach Standards Ilestedt, Elsig und Kiwic. Fällt da was auf? Die 4er Abwehrkette ist seit einiger Zeit die torgefährlichste Abteilung des Vereins… Lässt man die Kölnpartie weg, fiel das letzte Stürmertor vor 6 Wochen gegen Frankfurt.
    Wälti war wirklich sehr stark und souverän, aber dem hohen Lob an Zadrazil kann ich mich auch nicht anschliessen: Ihre Zweikampfquote liegt vielleicht bei 50% und das ist im Vergleich zur Ihrer Leistung bei der EM auch deutlich zu wenig.

    Der Sieg gegen Köln ist einigermassen wertlos, der Erfolg gegen Bielefeld knapp und die gestrige Partie erst mit dem zweiten Tor kurz vor Schluss entschieden. Also gegen Sand müssen sie noch eine Schippe drauf legen. Der Jubel nach dem Spiel war entsprechend (trotz des erst zweiten Heimerfolgs der Saison!) eher verhalten. Ein Arbeitssieg, mehr nicht.

    (-1)
  • FrankE sagt:

    Hey Balea, irgendwie habe ich das Spiel ganz anders gesehen als Du. Du schreibst über Huth: Es kam nicht eine einzige Flanke von ihr plaziert in der Box ans Ziel. Mindestens eine, in der 29 Minute traf das Ziel, den Kopf von Kiwic und führte zum 1:0. Vorher konnte eine Flanke von Ihr nur mit sehr viel Geschick von der gestern groß aufspielenden Friederike Abt an die Latte gelenkt werden. Die Liste könnte man noch verlängern. Wenn Du sagen wolltest, dass Svenja nicht bei jeder Flanke vorher schaut wo ihre Mitspielerinnen sind und manchmal blind in die Mitte flankt: ok. Aber immer?
    Du schreibst: Aigbogbun nicht mal auf der Bank und Schmidt draussen, Linksaussen fand praktisch gar nicht statt. – Ese war verletzt Bianca krank. Auf links konnte ich aus nächster Nähe Ilestedt beobachten, die diesen Part gut übernahm. Amanda beendete so manchen Angriff Hoffenheims schon im Keim und sie machte immerhin gestern mit ihrem ersten Pflichtspieltor für Turbine das 2:0.
    Ich finde auch nicht, dass die Partie erst kurz vor Schluss entschieden wurde, ich zumindest hatte zu keinem Zeitpunkt der Partie einen Zweifel am Resultat. Dass Hoffenheim gestern „nur zwei Buden“ bekommen hat, hatten sie auch eine sehr guten Leistung ihrer Torhüterin zu verdanken.

    Aber wir müssen dann wohl doch das gleiche Spiel gesehen haben, denn bei der Beurteilung unserer Kapitänin stimmen wir überein. Lia ist nicht nur für das Spiel von Turbine zu Zeit ohne Alternative, (Siehe das Spiel in Bielefeld ohne sie), ihrem Spiel zuzusehen macht einfach Spass, Lia ist nicht nur stark und souverän, sie ist dabei auch noch elegant, eine echte Augenweide.

    (19)
  • Detlef sagt:

    @balea,
    Ich teile Deine harsche Kritik an der gestrigen Leistung nicht!!!
    Es stimmt zwar, daß noch einiges im Argen liegt, aber das wissen die Spielerinnen auch selber!!!

    ESE AIGBOGUN und BIANCA SCHMIDT sind beide krank!!!
    Letztere war nicht mal im Stadion!!!
    Und warum willst Du die Kölnpartie rauslassen???
    Nur damit Deine Kritik mehr Substanz bekommt???
    Die schwache Leistung gegen Bielefeld nimmst Du dann aber wieder in die Wertung???

    Köln hat ähnlich gespielt wie die Ostwestfälinnen!!!
    Eigentlich nur in der Defensive zu finden!!!
    Aber die Potsdamerinnen agierten in beiden Partien völlig unterschiedlich!!!

    Die gestrige Leistung war mindestens zwei Klassen besser als in Bielefeld!!!
    Und da ist die größere Gegenwehr der Kraichgauerinnen bereits eingepreist!!!
    Natürlich hatten wir gestern auch mehr Räume als in Köln und Bielefeld, da die TSG zumindest versucht hat mitzuspielen!!!

    Es war gestern sicher nicht alles gut!!!
    Aber man schloss an die guten Leistungen gegen Bayern und Köln nahtlos an!!!
    Und hatten wir nicht alle bemängelt, daß TURBINE viel zu ausrechenbar und abhängig ist, wenn immer nur TABBI KEMME und SVENJA HUTH die Tore schießen??? 😉
    Jetzt treffen auch mal andere, inclusive der Youngster, und jetzt ist es auch wieder nicht recht???
    Ich war mit der gezeigten Leistung sehr zufrieden!!!
    Es hätten nur ein paar Törchen mehr sein müssen, bei den vielen hochkarätigen Chancen!!!

    (18)
  • SCF Klausi sagt:

    Trotz der widrigen Witterungsbedingungen und der schwierigen Platzverhältnisse war Freiburg gegen Jena ein sehr ansehnliches Spiel.

    Jena war von Beginn an nur auf Schadensbegrenzung aus und versuchte durch eine dicht gestaffelte Abwehr Freiburg vom Tor weg zu halten.Doch spätestens mit dem Elfmeter für Freiburg brach der Bann und Freiburg erspielte sich ein um die andere Chance.

    Das 5:0 war am Ende verdient und hätte durchaus 2 oder 3 Tore höher ausfallen können wenn Freiburg alle Chancen genutzt hätte.So war es aber für den SC ein lockeres Trainingsspiel mit Wettkampfcharakter weil Jena nichts zu ihrer eigenen Entlastung beitragen konnte.

    (6)
  • balea sagt:

    @FrankE und Detlef

    Also, die Vorlage für Kiwic kam von Elsig, Huth hat den Freistoss aus dem Mittelfeld reingebracht. Übrigens war ich mir bei dem 1:0 nicht so sicher wie die TV Moderatoren, dass das KEIN Foul gegen Abt war. Ich stand auf der Tribüne recht nah an der Box und rechnete sofort mit einem Abpfiff wegen Foul. Dagegen war die Szene, wo Huth im Elfer hinfällt sehr klar KEIN Elfer – da hatte Huth im Spiel auch keinerlei Beschwerde eingelegt.

    Vielleicht habe ich mir mehr versprochen, weiss nicht. Aber das Huth auf Rechtsaussen nicht richtig positioniert ist und bestenfalls als Notlösung eingesetzt werden kann, das steht für mich fest. Bis auf den Lattentreffer (vermtl sollte das eine Flanke werden) kam in den TV später auch keine „erfolgreiche“ Flanke von ihr ins Bild. Da war zwar viel Ballbesitz, aber keine echte Gefahr.

    Das Ese krank war, wusste ich nicht – wenn Schmidt auch krank ist, gehört sie nicht wirklich auf die Ersatzbank…

    Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich freu mich über den Sieg, der auch hochverdient war – aber so schön das ist, dass nun endlich ein dickes Plus im Kopfballspiel vorhanden ist, darf man sich über gewisse Mankos im Sturm einfach nicht täuschen.
    Und das ich erst mit dem 2:0 sicher über 3 Punkte war, lag einfach an der Partie gegen Bremen.

    (-2)
  • Detlef sagt:

    @balea,
    Das noch lange nicht alles „perfekt“ ist, daß hatte ich ja ebenfalls geschrieben!!!
    Aber Deine Kritik fand und ich finde sie noch immer als überzogen!!!
    Ich finde, daß jetzt die Spielerinnen in der Startelf stehen, die immer 100% geben!!!
    Das war bis zum Essen-Spiel zu oft nicht der Fall gewesen!!!

    Eigentlich kommt jetzt die Winterpause zur falschen Zeit, denn nun ist die Mannschaft richtig gut drauf!!!
    Hoffentlich fallen zur Rückrunde nicht wieder wichtige Spielerinnen aus, wie letzte Saison!!!:(

    (2)

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