Frauen-Bundesliga: Freiburg verliert Tabellenspitze

Von am 19. November 2017 – 16.47 Uhr 28 Kommentare

Der SC Freiburg hat am 9. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga durch eine klare Heimniederlage gegen den 1. FFC Frankfurt die Tabellenspitze verloren. Die siegreichen Verfolger aus München und Wolfsburg zogen an den Freiburgerinnen vorbei.

Jubel des 1. FFC Frankfurt beim SC Freiburg

Der 1. FFC Frankfurt stürzte überrraschend den SC Freiburg von der Tabellenspitze © imago / Hartenfelser

Der SC Freiburg unterlag vor 720 Zuschauern im heimischen Mösle-Stadion gegen den 1. FFC Frankfurt mit 0:3 (0:1). Kathy Hendrich brachte die Gäste kurz vor der Pause in Führung (40.), Kumi Yokoyama erhöhte in einer Drangphase der Gastgeberinnen (72.). Den Schlusspunkt setzte Jackie Groenen (82.).

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Wolfsburg übernimmt Tabellenspitze

Neuer Tabellenführer ist dank des um ein Tor besseren Torverhältnisses gegenüber dem FC Bayern München der VfL Wolfsburg, der mit 4:0 (2:0) bei der SGS Essen gewann. Die Wolfsburger Treffer erzielten Ewa Pajor (13.), Tessa Wullaert (28.), Sara Björk Gunnarsdóttir (57.) und Alex Popp (85.).

Bayern siegt nach Rückstand

Neuer Tabellenzweiter ist der FC Bayern München, der vor 422 Zuschauern im Grünwalder Stadion Aufsteiger SV Werder Bremen nach 0:1-Halbzeitrückstand mit 4:1 bezwang. Die Gäste gingen durch Verena Volkmer verdient in Führung (23.). Doch nach der Pause drehten Mandy Islacker (55.) und Jill Roord (58.) die Partie, erneut Islacker (61.) und die eingewechselte Jovana Damnjanović (87.) erzielten die weiteren Treffer.

Turbine feiert Kantersieg

Der 1. FFC Turbine Potsdam beendete seine Serie von sechs Remis in Folge mit einem 8:0 (5:0)-Kantersieg vor 355 Zuschauern im Südstadion beim 1. FC Köln. Die Tore erzielten Gina Chmielinski (4.), Viktoria Schwalm (16., 59.), Tabea Kemme (26., 43.), Sarah Zadrazil (31.) und Rahel Kiwic (83.). Zudem unterlief Kölns Torhüterin Anne-Kathrine Kremer ein Eigentor (48.).

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Nikolić erlöst den SC Sand

Der SC Sand kam vor 580 Zuschauern im ORSAY-Stadion zu einem 1:0 (0:0)-Arbeitssieg gegen den FF USV Jena. Die eingewechselte Milena Nikolić erzielte in der Schlussphase den einzigen Treffer der Partie (83.). Zuvor hatte Anne van Bonn für die Gastgeberinnen einen an ihr selbst verursachten Foulelfmeter gegen den Pfosten gesetzt (72.).

Breitner schießt Hoffenheim zum Sieg

Im Dietmar-Hopp-Stadion sahen 470 Zuschauer den 1:0 (1:0)-Sieg der TSG 1899 Hoffenheim gegen den MSV Duisburg. Kapitänin Stephanie Breitner erzielte per Foulelfmeter den Siegtreffer für die Elf aus dem Kraichgau (44.). Für die Duisburgerinnen war es die neunte Niederlage im neunten Saisonspiel.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

28 Kommentare »

  • SCF Klausi sagt:

    Das Ergebnis im Spiel Freiburg gegen Frankfurt entspricht nicht dem Spielverlauf.

    Auf Grund von Verletzungen und angeschlagenen Spielerinnen war Jens Scheuer gezwungen das Team etwas umzubauen.

    Ohne Kayikci,Simic und Schiewe,dafür mit Minge,Petermann und Starke in der Startelf suchten die Freiburgerinnen von Beginn an den Weg zum Frankfurter Tor.Die erste Chance ergab sich schon nach 20 Sekunden die Magull jedoch vergab.

    Während des gesamten Spiels erarbeitete sich Freiburg Chance um Chance,konnte aber keine davon verwandeln.Entweder stand jemand im Weg,meist eine eigene Spielerin oder Heaberlin konnte den Ball noch parieren.

    Frankfurt kam vielleicht fünf oder sechs mal gefährlich vor das Freiburger Tor,drei dieser Chancen konnten sie verwandeln.

    Frankfurt war aus meiner Sicht nicht das bessere Team,sondern das clevere und abgezocktere.Der Sieg fiel meiner Meinung nach um ein Tor zu hoch aus,war aber trotzdem aus den genannten Gründen verdient.

    @ Fan2

    Simic bekam einen Schlag Schlag auf den Oberschenkel und stand wohl deshalb als Vorsichtsmaßnahme nicht in der Startelf.Wo sie sich diesen Schlag zugezogen hat,ob im Training oder schon letzten Sonntag gegen Sand weiss ich nicht.Kayikci laboriert an einem Muskelfaserriss und Magull scheint nun auch Muskuläre Probleme zu haben.Welcher Art ihre Verletzung genau ist konnte ich leider noch nicht herausfinden.

    (5)
  • ajki sagt:

    „…für das Länderspiel verletzt ausfallen“

    Interessant im größeren Zusammenhang bei der Pressemitteilung vom Montag (mittag) ist der knappe Halbsatz danach – der lautet ungefähr, „keine Nachnominierungen vorgesehen“. 😉

    (7)
  • Helmut sagt:

    @Fan2

    Herbstmeisterschaft für Freiburg?
    Du glaubst doch nicht ernsthaft das weder Bayern noch Wolfsburg keines der letzten beiden Spiele gewinnen wird. Bei Bayern mag dies zwar noch möglich sein, aber das Köln gegen Wolfsburg einen Punkt holt ist doch sehr unwahrscheinlich. Da ist immer noch bei Freiburg die um 11 Tore schlechtere Tordifferenz. Und auch das Spiel in Essen hat Freiburg noch nicht gewonnen!

    Es gibt nur einen Fall das Freiburg sicher Herbstmeister wird, das beide erstplatzierten in den nächsten zwei Spielen nur drei Punkte holen und Freiburg beide Spiele gewinnt. So gesehen ist eine Punkteteilung bei WOB-BAY eher schlecht für Freiburg.

    P.S.
    Es soll durchaus schon mal vorgekommen sein dass sich Spielerinnen für die Nationalmannschaft Krank gemeldet haben um sich für die Liga besser vorbereiten zu können. Gerade für Freundschaftsspiele.

    (3)
  • Helmut sagt:

    Zum Thema Herbstmeisterschaft.

    Hier ein paar Statistiken der letzten 15 Spielzeiten(ältere Daten hab ich nicht):

    11 von 15 Herbstmeistern standen am Ende auf Platz 1.
    Allerdings von den letzten 5 waren es nur 2.

    Die knappste Meisterschaft war 08/09
    mit einem Tor Vorsprung gewann Turbine vor Bayern

    Den größten Vorsprung gab es 15/16
    Bayern 10 Punkte vor Wolfsburg

    Nun zu den Abstiegskandidaten:
    12 von 15 Letztplatzierten der ersten Saisonhälfte sind am Ende auch abgestiegen.
    Wobei es nur Freiburg in Saison 07/08 aus eigener Kraft den Klassenerhalt geschafft hat.
    11. Spieltag: 3 Punkte, Platz 12; 22. Spieltag: 21 Punkte, Platz 8
    Die anderen beiden profitierten dabei von den Rückzügen vom HSV und Bad Neuenahr

    Von den Vorletzten schafften 10 den Klassenerhalt nicht.
    Der FCB hat in der Saison 11/12 dabei das Beste Come-Back vorzuweisen:
    11. Spieltag: 8 Punkte, Platz 11; 22. Spieltag: 28 Punkte, Platz 6

    Und nun noch die Saison der Extreme: 05/06

    1. Potsdam: 59 Punkte, +102 Tore
    12. FSV Frankfurt: 1 Punkt, -137 Tore

    Die ersten vier Mannschaften erzielten dabei zusammen 364 Tore.
    Zum Vergleich Saison 16/17: Gesamte Liga 372 Tore

    (6)
  • Fan2 sagt:

    @Helmut: Stimmt, ich hatte die Tordifferenz nicht miteingerechnet. Wobei bei Jena durchaus ein hoher Sieg möglich ist für Freiburg. Doch zumindest Punktgleichheit wäre möglich.
    Zudem ist deine Idee gar nicht soo abwegig. Gewinnt Bayern gegen Wolfsburg und Frankfurt gegen Bayern, wäre dieser Fall da. Beides wäre durchaus denkbar!

    Zu den Verletzten: 1. wäre das gegenüber Steffi Jones natürlich ein absoluter Dolch in den Rücken in dieser Situation, wenn eine Spielerin das in Erwägung ziehen würde, was allerdings aktuell sympathisch wäre ;), 2. glaube ich das nicht, weil Kayikci schon gegen Frankfurt ausgefallen ist. Magull und Laudehr traue ich es ehrlich gesagt einfach nicht zu!

    (-2)
  • FFFan sagt:

    @ enthusio:

    Deinen ‚Abgesang‘ auf die SGS finde ich verfrüht und alles in allem nicht gerechtfertigt. Im Grunde kann man der jungen Essener Mannschaft keinen großen Vorwurf machen: sie haben über 90 Minuten weitgehend diszipliniert, wenn auch etwas passiv, verteidigt und hatten überwiegend gute Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen (was ja überhaupt ein ‚Markenzeichen‘ von Teams ist, die von D.Kraus trainiert werden!). Der geballten Weltklasse von Wolfsburg konnten sie aber letztlich nichts entgegensetzen. Der Sieg der ‚Wölfinnen‘ geht ohne Frage auch in dieser Höhe in Ordnung! Aber gegen dieses Spitzenteam sind auch schon ganz andere Mannschaften ‚unter die Räder gekommen‘. Wenn deren ‚Offensivmaschinerie‘ erst mal ins Rollen kommt, ist sie nicht mehr aufzuhalten. (Und bitte nicht das Mittwochsspiel als Vergleichsgröße nehmen – da hat beim VfL eine „B-Elf“ gespielt und nicht alle Spielerinnen wirkten 100% konzentriert!).
    Defizite sehe ich bei Essen vor allem im Positionsspiel bei eigenem Ballbesitz. Häufig dauert es noch zu lange, bis sich der Ballführenden eine Anspielstation bietet. Dadurch muss der Ball zu lange gehalten werden und geht dann meist verloren.
    Trotzdem sehe ich die SGS weder in Frankfurt noch gegen Freiburg völlig chancenlos, denn beide Gegner besitzen nicht die Klasse von Wolfsburg. Im übrigen wäre für Essen ein Mittelfeldplatz in der Liga nicht so schlecht, wenn man bedenkt, mit welch bescheidenen finanziellen Mitteln der Verein arbeiten muss.

    Ein paar Anmerkungen noch:

    – L.Goeßling: dieses Spiel war sicherlich kein Gradmesser für Nationalmannschaftsreife; in der Defensive war sie gegen offensiv harmlose Essenerinnen überhaupt nicht gefordert, im Spielaufbau solide, aber nicht fehlerfrei.

    – N.Fischer: die Schwedin wurde leicht angeschlagen geschont, wird auch die Länderspiele auslassen.

    – L.Wensing: wird in der 1.Mannschaft wohl allenfalls dann ‚zum Zug kommen‘, wenn A.Blässe und N.Maritz gleichzeitig ausfallen (oder eine Pause erhalten sollen).

    (4)
  • Oskar Walter sagt:

    @Fan 2
    Wie ein Dolch in den Rücken sympathisch sein kann, erschließt sich mir nicht ganz. Kayikci würde sicher spielen, wenn sie könnte. Bei der Einschätzung von Magull bin ich mir da nicht ganz so sicher und Laudehr traue ich – mit Verlaub – alles zu.

    (0)
  • enthusio sagt:

    @FFFan:
    „Im übrigen wäre für Essen ein Mittelfeldplatz in der Liga nicht so schlecht, wenn man bedenkt, mit welch bescheidenen finanziellen Mitteln der Verein arbeiten muss.“

    Das sehe ich völlig anders. Essen hat in der letzten Zeit unter Daniel Kraus bekanntlich mit Klasen, Doorsoun, Dallmann und Schüller vier Nationalspielerinnen hervorgebracht, die es zu Markus Högners Zeiten in Essen in dieser Fülle nicht gab. Damit sind auch die Ansprüche in Essen gestiegen. Als Ziel wurde von verschiedenen Seiten wiederholt eine Platzierung unter den besten vier Mannschaften genannt. Alles andere wäre ja auch Stagnation oder Rückschritt gewesen. Im Gegensatz zu Freiburg oder Frankfurt ist aber eine solche Verbesserung nicht zu erkennen. Im Gegenteil, die letzten drei Spiele gegen Potsdam, Bremen und Wolfsburg haben gezeigt, dass Essen im Offensivbereich sehr stark schwächelt. Ich behaupte, dass die für mich unverständlichen Experimente mit Doorsoun (in der Innenverteidigung), Schüller (auf dem linken Flügel) und Anyomi (zu oft auf der Ersatzbank) gescheitert sind. Daniel Kraus ist es nach dem Karriereende Chaline Hartmanns nicht gelungen, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Essen spielt weiterhin viel zu unkonstant und die fehlende Verpflichtung einer zusätzlichen Stürmerin für Hartmann hat sich als Fehler erwiesen.
    Turid Knaak (sonst auf der rechten Außenbahn eingesetzt) wurde aktuell gegen Wolfsburg zentraler als Stürmerin getestet, auch dieses Experiment sollte Kraus schnellstens ad acta legen.
    Momentan kann man nur hoffen, dass Ramona Petzelberger nach ihrer langen Verletzungspause zu alter Form zurückfindet. Mehr als Platz 6 (hinter Frankfurt, Potsdam und Freiburg) dürfte für die SGS leider auch in dieser Saison nicht drin sein.

    (2)

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