DFB-Frauen: Giulia Gwinn und Jana Feldkamp erstmals im Kader

Von am 14. November 2017 – 19.05 Uhr 90 Kommentare

Bundestrainerin Steffi Jones hat für das Länderspiel gegen Frankreich am 24. November zwei Neulinge in den Kader berufen und dazu eine Rückkehrerin nominiert.

Giulia Gwinn am Ball

Giulia Gwinn (am Ball) steht erstmals im der Kader der A-Nationalelf © imago / Aleksandar Djorovic

Bianca Schmidt kehrt nach mehr als zweijähriger Pause zurück ins 24 Spielerinnen umfassende Aufgebot der Frauenfuußball-Nationalelf. Jones erklärt: „Bianca hat sich in den vergangenen Monaten durch kontinuierlich gute Leistungen im Verein wieder in unser Blickfeld gespielt. Sie ist zweikampfstark, athletisch und verfügt über eine gute Grundschnelligkeit.“

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Erstmals berufen wurden Giulia Gwinn (SC Freiburg) und Jana Feldkamp (SGS Essen), die zu den Stammspielerinnen bei den U20-Juniorinnen zählen.

Neulinge behutsam heranführen

Jones erläutert: „Wir wollen immer wieder auch Spielerinnen einbinden, die in der U 20 zu den Leistungsträgerinnen gehören, um sie behutsam an unser Niveau heranzuführen. Dabei sind wir im engen Austausch mit U 20-Trainerin Maren Meinert, um eine Überbelastung zu vermeiden. Denn es soll auch ein starkes U 20-Team an der Juniorinnen-WM 2018 teilnehmen.“

Marozsán zurück

Nach ihrem Jochbeinbruch kehrt Kapitänin Dzsenifer Marozsán wieder in das Aufgebot zurück. Es fehlen Pauline Bremer (Schien- und Wadenbeinbruch), Sara Däbritz (Sprunggelenk-Verletzung), Carolin Simon (muskuläre Probleme), Sara Doorsoun und Kristin Demann (beide Schulterverletzung). Die Begegnung mit Frankreich ist das letzte Länderspiel des Jahres für die DFB-Auswahl. „Ähnlich wie wir vollzieht auch Frankreich gerade einen personellen Umbruch“, so Jones.

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Optimaler Test

„Sie verfügen über eine gute Mischung von erfahrenen und jungen Spielerinnen. Wir kennen die Französinnen als sehr ball- und passsicher sowie technisch unheimlich stark. Sie werden uns in allen Belangen fordern. Wir brauchen Mentalität und Präsenz auf dem Platz und wollen mit einem starken Abwehrverhalten den Französinnen das Leben schwer machen. Für uns ist das ein optimaler Test auf hohem Niveau, der uns zeigen wird, wo wir stehen.“

DFB-Kader gegen Frankreich

Tor: Almuth Schult (VfL Wolfsburg), Laura Benkarth (SC Freiburg), Carina Schlüter (SC Sand)

Abwehr: Anna Blässe (VfL Wolfsburg), Johanna Elsig (1. FFC Turbine Potsdam), Verena Faißt (FC Bayern München), Kathrin Hendrich (1. FFC Frankfurt), Jacqueline Klasen (SGS Essen), Leonie Maier (FC Bayern München), Babett Peter (VfL Wolfsburg), Bianca Schmidt (1. FFC Turbine Potsdam)

Mittelfeld: Linda Dallmann (SGS Essen), Jana Feldkamp (SGS Essen), Giulia Gwinn (SC Freiburg), Tabea Kemme (1. FFC Turbine Potsdam), Simone Laudehr (FC Bayern München), Melanie Leupolz (FC Bayern München), Lina Magull (SC Freiburg), Dzsenifer Marozsán (Olympique Lyon)

Angriff: Svenja Huth (1. FFC Turbine Potsdam), Mandy Islacker (FC Bayern München), Hasret Kayikci (SC Freiburg), Alex Popp (VfL Wolfsburg), Lea Schüller (SGS Essen)

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

90 Kommentare »

  • balea sagt:

    @Fan2

    Ist ja alles schön und gut. Nur SO geht das nicht. Wenn Frau Goessling (oder auch noch mehrere andere Spielerinnen) der Meinung sind, unter Jones/Högner ist eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich, dann bespricht man das erst unter den Spielerinnen, findet einen Konsens im Team und tritt dann ggü den Trainern und dem DFB auf. Das wäre in der Tat zu begrüssen. Natürlich bräuchte es dazu auch einer Kapitänin, die den Titel verdient.
    Aber sollte das tatsächlich hinter der Attacke von Goessling stecken soll sie es auch sagen und nicht mit dieser Respektnummer ankommen. Damit kritisiert sie etwas, womit sie keinen Erfolg haben kann. Das Verhältnis Trainer/Spieler ist nun mal so wie es ist, dass kann man bedauern, aber deswegen wird kein Trainer entlassen und es fördert garantiert nicht die Glaubwürdigkeit der Spielerin.

    Das es anders geht zeigen die Skandinavierinnen: Es gibt in ihren Augen ein strukturelles Problem: Man tut sich zusammen und streikt und stellt konkrete Forderungen.
    Oder in England: Die Spielerin macht Rassismus aus: Sie benennt es, es gibt eine Diskussion und es führt zu Konsequenzen.

    Warum geht das nicht in D? Wenn man solche Krisen nicht mit Ehrlichkeit, sondern mit verquasten Positionen beginnt, ist der Keim für die nächsten Probleme gleich gelegt.

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  • Fan sagt:

    @balea,
    du willst also nur angepasste, abnickende Spielerinnen in der Natio spielen sehen. Nach dem Motto „Maul halten und durch, komme was wolle“! Wenn sich eine Spielerin mal wehrt dann ist das für dich ein Aufstand die nicht sein darf und noch dazu sanktioniert werden sollte?! Und woher weisst du denn ob nicht schon intern etwas von Gößling angesprochen wurde und jetzt kommt der Racheakt von Jones? Was meinst du wohl wieviel Spier unsd Spielerinnen es gibt die ihren Trainer kritisieren und sogar gegen den eigenen Trainer spielen,um ihn los zu werden?

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  • Fan2 sagt:

    Doch, genau SO geht das. Deine beamtendemokratischen Ideen sind vollkommen an der Realität vorbei. Wieso? Weil der DFB kein Wohltätigkeitsverein ist, sondern bei ihm nur zwei Dinge zählen: 1. Öffentliche PR, 2. Geld und Ruhe im Karton!

    Wenn Goeßling was erreichen will, dann wird sie das gewiss nicht auf dem Weg: „Wir reden mal miteinander“ schaffen, sondern muss eben da attackieren, wo es weh tut. Und das ist eben genau dann, wenn die BILD-Zeitung einen Grund findet, zu berichten, denn dann sollten jedem die Alarmglocken gehen, wenn die Sache derart groß ist, dass die BILD sich dessen annimmt.

    Fußball ist eine mediale Veranstaltung, und dort sind die Medien dementsprechend das einzige Kontrollorgan!

    Übrigens kann ich es nicht nachvollziehen, dass du die Däninnen aktuell so in die Luft hebst. Die Däninnen haben ihren Verband knallhart erpresst, so sieht es aus. Da war auch nichts mit Reden. Ich finde auch die Entscheidung der UEFA in diesem Fall viel zu lasch. Solche Aktionen wie das ausgefallene Spiel sind kein Kavaliersdelikt. Hier hätte es durchaus eine empfindlichere Strafe sein dürfen, zumal diese Strafe garantiert nicht von den Spielerinnen gezahlt werden wird (wobei das eine gewisse Ironie hätte). Eine Wertung des Spiels mit 3:0 für Schweden und/oder ein deftiger Punktabzug wären schon das mindeste gewesen, sonst macht das am Ende noch Schule und alle N11-Spielerinnen hüpfen ihren Verbänden auf der Nase herum.

    Goeßlings Aktion war nicht annähernd so kalt und berechnend, sondern vielmehr menschlich. Und das ist mir um einiges lieber. Es ist eine Reaktion gewesen, die Jones regelrecht mit ihrer Führung provoziert hat, und die dann eben ganz natürlich gekommen ist, ohne dass Goeßling sich das vorher groß ausgerechnet hätte. Diese Aktion zeigt einfach nur, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen Trainerin und Spielerinnen ist!

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  • Markus Juchem sagt:

    @Fan2: Das abgesagte Spiel wird mit 3:0 für Schweden gewertet.

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  • Zaunreiter sagt:

    Fan2, ich weiß nicht, was ich von dir halten soll. Einerseits findest du gut, wie Lena Goeßling agiert hat, aber andererseits sind Streik und aufrechtes Verhalten wie bei den Däninnen für dich des Teufels.

    Ach übrigens…der DFB ist ein GEMEINNÜTZIGER Verein. Bloß merk ich da nichts von. Man sollte ihm die Gemeinnützigkeit aberkennen.

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  • balea sagt:

    @Fan

    Lies nochmal meine Beiträge, gerade den letzten und Du wirst feststellen, dass ich mir alles andere stromlinienförmige Spielerinnen wünsche, sondern solche, die selbstbewusst, kritikfähig (auch selbstkritikfähig), aber auch teamorientiert und mannschaftsdienlich denken.
    Ich glaube in der Tat, dass das unter Frau Neid zu kurz kam. Ob unter Frau Jones sich da etwas zum besseren gewandelt hat kann ich nicht beurteilen.

    Andererseits glaube ich fest, dass die Art und Weise des Auftretens von Frau Goessling in erster Linie ein Eigentor darstellt. Sollte es in der Tiefe um einen grundsätzlichen Konflikt Team/Trainer gehen/gegangen sein hätte das von Anfang an so kommuniziert werden müssen. Diesen Schuh müssen sich die Spielerinnen auch selbst anziehen. Wenn die Krise nach der EM jetzt ihren Höhepunkt darin findet, dass es einen „Zickenkrieg“ gibt, ist der einzige Profiteur Herr Grindel und der am FF weitgehend desinteressierte DFB (wie ich finde). Herr Grindel war kaum bei der EM, ihn interessiert das ganze „Gedöns“ vermtl sowieso nicht und der installiert dann eben irgendwas neues, mit wem niemanden wirklich gedient ist und die Probleme gehen in der einen oder anderen Weise weiter. Ein paar Gesichter werden vielleicht gewechselt, aber strukturell ändert sich nichts.

    Wie ich gerade lese sieht Fan2 das anders, aber da hat man dann wohl einen Dissens.

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  • Sundermann sagt:

    @holly

    „Balea dem großen Meister seine posts lese schon garnicht mehr. Das ist verschwendee zeit.“

    Stimmt, schon früher unter seinem anderen Nick war es sinn- und nutzlos seine Ergüsse zu lesen.

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  • Fan2 sagt:

    @balea: Jetzt kommen wir doch so langsam zusammen. Ich stimme dir zu, der DFB hat am FF nicht wirklich Interesse. Das hat er in den letzten Jahren zur Genüge bewiesen, indem er Silvia Neid nach der WM 2011 nicht rausgeworfen hat, sondern den Vertrag sogar noch vorher bis 2016 verlängert hat und uns damit 5 Jahre weiterin Graupenfußball eingebrockt hat.

    Doch dieses Desinteresse hat eben eine Grenze. Und diese Grenze liegt da, wo die Leistung so grottenschlecht ist, dass man sie öffentlich nicht mehr rechtfertigen kann. Sprich, wenn beispielsweise eine WM verpasst wird! Dass Grindel überhaupt bei einem Spiel war, noch dazu bei einem wie dem gegen die Färöer, dass fußballerisch so dermaßen irrelevant war, zeigt doch, dass es brennt und dass man bei DFB sehr wohl registriert hat, dass man so langsam in Erklärungsnöte kommt, wie man eigentlich die FF-Abteilung dermaßen verkommen lassen kann.

    Die andere Grenze des Desinteresses ist öffentliche PR. Bzw. schlechte (!!!) öffentliche PR. Wie gesagt, wenn sogar die Bild-Zeitung berichtet, ist das normalerweise eher ein ganz schlechtes Zeichen für den FF. Das beeinflusst die öffentliche Wahrnehmung des DFB, und genau das kann der DFB nicht wirklich leiden, gerade nicht bei seinen N11-Teams.
    Dass das jetzt gerade in einer Situation kommt, wo das Chaos in der N11 sowieso schon offensichtlich ist, ist, als ob noch Spiritus in den brennenden Baum gegossen wird. Und genau das ist in der jetzigen Situation das beste, was man machen kann. Ansonsten wäre eben wieder genau das passiert, was du beschreibst: Es würde die ein oder andere Personalie ausgetauscht, und gut ist. Dass aber jetzt eine Spielerin öffentlich ihren Unwillen zum Ausdruck bringt, an einem Ort, wo sie eben nicht wieder, wie im persönlichen Gespräch, zurechtgewiesen und zurechtgestutzt wird, zeigt das gestiegene Selbstbewusstsein der Spielerinnen gegenüber ihrer Trainerin und dem DFB, und zeigt auch, dass es so einfach eben nicht gehen wird, wenn man im nächsten Frühjahr nicht eine andere Spielerin haben möchte, die öffentlich zu Kritik ausholt.

    Was auch immer man davon halten mag, was Goeßling sich dabei gedacht haben mag und ob das gut oder schlecht war: Den Effekt, den es in der aktuellen Situation hat, kann man gar nicht hoch genug einschätzen! Noch dazu bei einer Wolfsburg-Spielerin, von denen man in der Vergangenheit ja am meisten gewohnt war, dass sie die Klappe halten.

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  • Fan2 sagt:

    Jetzt fallen auch noch Magull und Laudehr aus. Wird ziemlich dünn im ZDM. Und Frankreich lacht sich ins Fäustchen. Jetzt können wir nur noch hoffen, dass sie nicht auf Schongang spielen, sondern Deutschland von vorne bis hinten auseinandernehmen! Immer schön ins Zentrum rein!

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  • FFFan sagt:

    @ Fan2:
    „Wie gesagt, wenn sogar die Bild-Zeitung berichtet, ist das normalerweise eher ein ganz schlechtes Zeichen für den FF.“

    Wenn es nur die ‚Bild‘ wäre…

    Es kommt nicht oft vor, dass der ‚kicker‘ einem FF-Thema eine komplette Doppelseite widmet, normalerweise nur vor oder während großen Turnieren.
    In der aktuellen Printausgabe (S.18-19) zieht G.Meggers eine äußerst kritische Zwischenbilanz nach 15 Monaten Amtszeit von S.Jones als Bundestrainerin:

    Tenor: der Vertrauensvorschuss sei aufgebraucht, die Bundestrainerin stehe nun unter verstärkter Beobachtung.
    Hauptvorwurf: Jones verfolge keine verlässliche Linie, vermittle den Spielerinnen somit keine Sicherheit.
    Forderung: Ende des ‚Schlingerkurses‘!

    Sieht ganz danach aus, als ob es für Jones allmählich ‚eng‘ wird…

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