WM-Quali: Historische Pleite für DFB-Frauen

Von am 20. Oktober 2017 – 18.18 Uhr 84 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat in der Qualifikation zur Frauenfußball-WM 2019 gegen Island zum ersten Mal seit fast 20 Jahren ein Spiel verloren. Doch der späte Anschlusstreffer von Debütantin Lea Schüller könnte im weiteren Verlauf noch wichtig werden.

Island jubelt, Deutschland trauert

Die DFB-Elf ging in der WM-Quali zum ersten Mal seit 19 Jahren als Verlierer vom Platz © imago / Jan Hübner

In Wiesbaden setzte es für die DFB-Elf vor 4.292 Zuschauern eine verdienten 2:3 (1:1)-Niederlage, die sogar noch höher hätte ausfallen können. Dagný Brynjarsdóttir brachte die Gäste nach einem Fehler von DFB-Torhüterin Laura Benkarth in Führung (15.), Alex Popp gelang per Kopf kurz vor der Pause der Ausgleich (42.).

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Ex-Bayern-Soielerin Brynjarsdóttir trifft doppelt

Kurz nach Wiederanpfiff brachte Elin Metta Jensen die Isländerinnen erneut in Führung (47.), erneut Brynjarsdóttir schraubte das Ergebnis in die Höhe (58.). Kurz vor Spielende gelang der eingewechselten Lea Schüller in ihrem ersten Länderspiel das 2:3 (88.). Doch das verhinderte nicht die erste Niederlage der DFB-Elf in der WM-Qualifikation seit dem 17. Juni 1998. Damals gab es in Norwegen eine 2:3-Niederlage.

Jones sauer auf ihr Team

Eine wütende Bundestrainerin Steffi Jones erklärte: „Es kann nicht sein, dass wir uns mit so einfachen Mitteln schlagen lassen. Wir wussten, was Island kann und wir haben nur 15 Minuten richtig dagegengehalten und ein Stück weit gezeigt, dass wir Deutschland sind. Das ist mir zu wenig. Man konnte klar sehen, dass Island wollte. Wenn wir nicht dagegenhalten, sind wir Verlierer. Wir müssen unsere Einstellung ändern und Gras fressen, sonst werden wir lange brauchen, in die Erfolgsspur zurückzukommen.“

WM-Quali in Gefahr

Die DFB-Elf wird sich im weiteren Verlauf der WM-Qualifikation gewaltig steigern müssen. Denn nur die Sieger der sieben Qualigruppen qualifizieren sich direkt für die WM-Endrunde. Nur die vier besten Gruppenzweiten erhalten die Chancen, sich über Playoffs einen Startplatz zu sichern. Bei Punktgleichheit zählt der direkte Vergleich, so dass der späte Treffer von Schüller noch Bedeutung gewinnen könnte.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

84 Kommentare »

  • wolle sagt:

    Da hat Miss Jones ja ganz schön durchgemischt gegen die Farör

    Doorsuhn als AV?

    Huth und Schüller außen?

    Sie muss schon sehr verzweifelt sein.

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  • Maskal69 sagt:

    Wieso wird erneut im Tor gewechselt, so bekomme ich keine Stabilität in die Abwehr. Im Moment frage ich mich wär da die Aufstellung macht.

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  • Fan2 sagt:

    Färöer ist nun auch nicht der allerernsthafteste Gegner, aber bisher ist das Spiel doch durchaus gefällig. 6:0 zur Halbzeit, damit lässt sich leben. Dallmann und Magull bringen ordentlich Tempo und spielerische Elemente rein, auch Kayikci spielt sehr gut, Doorsoun auf außen macht ihren Job ebenso wie Simon einwandfrei.
    Auch, wenn es schon deutlich angenehmer anzuschauen ist, was ein bisschen fehlt, sind die einstudierten Angriffszüge, Mittel, um mal mit ein paar schnellen Passkombinationen die Mitte zu öffnen.
    Das 1:0 war schön herausgespielt, ansonsten gab es auch hier mal wieder keinen wirklichen Spielzug, der zum Tor geführt hätte. Da fehlt hier und da auch einfach das Tempo, da werden immer noch zu viele Fehlpässe gespielt, da wird das Tempo herausgenommen und und und…

    Eine Kathrin Hendrich müht sich redlich, sie müsste aber den Ball mehr laufen lassen. Im Gegenteil dazu presst sie durch ihre schnellen Läufe nach vorne die ohnehin schon komprimierte Defensive der Färingerinnen noch stärker zusammen und macht ein Spiel in die Tiefe kaum noch möglich. Wenn hier noch stärker mit Passstaffetten und Kombinationen gearbeitet würde, dann könnte man durchaus wieder Hoffnung haben, dass es demnächst auch mal wieder gegen eine größere Mannschaft klappt.

    (-1)
  • Die Mannschaft sagt:

    Interesting that DFB’s finally taking a look at their women’s program and the mess of a national team. A bad result against France and Jones done. If I were France, I would lose on purpose so Germany won’t be a contender on World Cup on home soil with Jones’ awful coaching of a very talented group of players.

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