WM-Quali: DFB-Frauen landen Auftaktsieg

Von am 16. September 2017 – 15.53 Uhr 26 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist mit einem Kantersieg gegen Slowenien in die Qualifikation zur Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich gestartet. Getrübt wurde die Freude in Ingolstadt allerdings durch die Verletzung von Torhüterin Almuth Schult, die vorzeitig die Heimreise antreten wird.

Artistisch erzielt Svenja Huth ihr erstes Länderspieltor

Artistisch erzielt Svenja Huth ihr erstes Länderspieltor © foto2press / Steffen Prössdorf

Im Audi-Sportpark gewannen die DFB-Frauen vor 3.112 Zuschauern gegen Slowenien mit 6:0 (4:0). Für Deutschland trafen Svenja Huth (15.), Dzsenifer Marozsán (18.), Kathy Hendrich (35.) sowie Tabea Kemme (45.+2, 80.) und Kristin Demann (88.).

Anzeige

100. Länderspiel für Laudehr, Kemme zweite Spitze

Bei der deutschen Mannschaft kam Simone Laudehr zu ihrem 100. Länderspiel, neben Svenja Huth durfte ihre Potsdamer Teamkollegin Tabea Kemme als zweite Spitze ran. Für die erste Annäherung ans Tor sorgte Kristin Demann, doch ihr Schuss war kein Problem für Sloweniens Torhüterin Sonja Cevnik. Im Gegenzug hatte Lara Prašnikar die erste gute Chance für die Sloweninnen, doch ihr Schuss wurde im letzten Moment noch geblockt.

Erstes Länderspieltor von Svenja Huth

Der DFB-Elf fehlten zunächst noch Ballsicherheit und Präzision, doch dann machte sich Carolin Simon am linken Flügel auf und davon, flankte mustergültig nach innen und Svenja Huth erzielte per Kopf die Führung (15.) – ihr erster Treffer im Nationaldress im 29. Länderspiel. Das DFB-Spiel nahm nun Fahrt auf, Kristina Erman legte Kemme im Strafraum, Marozsán verwandelte flach und sicher zum 2:0 (18.).

Almuth Schult verletzt

Bundestrainerin Steffi Jones musste früh wechseln, denn Torhüterin Almuth Schult musste mit einer Fußverletzung vom Platz, für sie kam Laura Benkarth. Schult wird am Sonntag vorzeitig die Heimreise antreten, Lisa Weiß von der SGS Essen wurde nachnominiert. Der Überlegenheit der DFB-Elf tat dies keinen Abbruch, Hendrich baute nach Freistoß von Marozsán per Kopf die Führung aus (35.). Und in der Nachspielzeit durften die DFB-Spielerinnen noch einmal jubeln, Kemme nahm im Strafraum mutterseelenallein einen Ball auf und hatte keine Mühe zu treffen (45.+2).

Jetzt lesen
DFB-Frauen: Nützlicher Test oder sinnloser Trip?

Müder Kick in Halbzeit zwei

In der zweiten Halbzeit tat sich nur wenig, die Gäste kamen einem Ehrentreffer durch Kaja Eržens Schuss nah (66.). Die DFB-Elf versuchte zwar Lücken in die slowenische Defensive zu reißen, war aber in ihren Bemühungen jetzt oftmals zu unpräzise. Doch in der Schlussphase schickte die eingewechselte Mandy Islacker Huth am linken Flügel auf die Reise, ihre Hereingabe verwertete Kemme mit ihrem zweiten Treffer (80.). Und Kristin Demann setzte kurz vor Spielende den Schlusspunkt (88.).

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

26 Kommentare »

  • Ludwig sagt:

    „Weltklasse“ scheint mir ein recht dehnbarer Begriff zu sein. Ich denke, man kann festhalten, dass es sich bei Weltklasse nicht mehr nur um eine Handvoll Mannschaften handelt, bei denen nur die Frage offen ist, in welcher Höhe sie gegen Nichtweltklasse gewinnen. Das heißt aber nicht automatisch, dass bisherige Weltklasse aus dieser heraus gefallen ist.
    Manche Sachen sind mir immer noch nicht klar bei dem, was hier so an Kritik geäußert wird. Steffi Jones hat angekündigt, weniger rotieren zu wollen, um einem festen Mannschaftsgerüst die Möglichkeit zu geben, sich besser aufeinander einzuspielen. Dann gehört natürlich auch dazu, dass Peter und Maroszan spielen. Aber ebenso natürlich wird das gerügt. Sie und ihr Team haben festgestellt, dass es mit der Mittelfeldraute nicht so klappt, wie sie sich das vorgestellt haben. Aber bevor man es probiert, kriegt man es eben nicht heraus. Also haben sie daraus die Konsequenz gezogen, das zu ändern. Aber auch das muss sich doch wohl erst einspielen, oder?

    (2)
  • Der Zuschauer sagt:

    Hallo Enthusio,

    Ich muß gestehen,dass ich dieses Jahr auch kein Spiel der USA gesehen habe und meine Meinung stützt sich auch nicht auf die sogenannte Weltrangliste. Es ist und da lege ich Wert drauf, nur meine Meinung.Und eine Meinung darf ich doch haben.
    Meine Behauptung beruht auf der Tatsache,dass unsre NM fast immer in den letzten 20 Jahren ein Spiel gegen die USA verloren oder nur unentschieden gespielt haben.Es ist das gleiche Phänomen wie Deutschland gegen Schweden.Bei einem Tunier können die Schwedinnen einfach nicht gegen Deutschland gewinnen.
    Natürlich sind auch den USA erfolgsgarantierte Spielerinnen wie z.b. eine Wombach weggekrochen.Aber für mich waren die USA-Mädels immer und ohne Ausnahme athletischer ausgebildet.
    Und sie sind nun 3 mal Weltmeister geworden,das ist nun mal Fakt.

    Gruß,der Zuschauer

    (-1)
  • FF-Fuchs sagt:

    Der verletzten Almuth Schult wünsche ich baldige Genesung.
    Leider darf erst jetzt, nach dieser Verletzung, die wahre Nr. 1 in der NM spielen.

    (4)
  • Fan2 sagt:

    Der Auftaktsieg gegen Slowenien kann ganz vorsichtig optimistisch stimmen, dass ein bisschen Bewegung in die trägen Mühlen des DFB kommt.

    Mich haben vor allem Demann, Kemme und Huth überzeugt. Dagegen ist Laudehrs Zeit beim DFB meines Erachtens wirklich abgelaufen. Sie hatte kaum Anbindung zum Spiel.
    Auch Peter und Hendrich haben mich nicht überzeugt, auch Elsig konnte nicht wirklich Sicherheit und Spielgestaltung hineinbringen.

    Wo ist Bremer? Und wo ist Clara Schöne vom SC Freiburg? Mit 4 Spielerinnen ist Freiburg zweitstärkste Fraktion, aber die Kapitänin bleibt zuhause? Wieso ist Lea Schüller nur auf der Tribüne?

    (0)
  • SCF Klausi sagt:

    @ FF-Fuchs

    Ich sehe wie Du Laura Benkarth keinesfalls schwächer als Almuth Schuldt.Auf Grund Schuldts internationaler Erfahrung ist sie aber zurecht die Nr.1 .Ich würde mir aber gerade gegen schwächere Teams oder in Testspielen mehr Einsatzzeiten für LB wünschen,damit falls Not an der Frau ist,sie nicht ins kalte Wasser geschmissen werden muss und um auch im Tor einen echten Konkurrenzkampf zu schüren.

    @ Fan
    Steffi Jones steht derzeit nicht auf formstarke Spielerinnen.Wer gesund ist bleibt zu Hause oder wärmt die Bank und wer mindestens an einer Krücke läuft steht auf dem Platz.

    (0)
  • Fan2 sagt:

    @SCF Klausi: Nun, so sehr ich dir hier und da auch zustimme, du solltest dich nicht zu sehr von deiner Fanbrille leiten lassen. Auch in anderen Klubs spielen gute Spielerinnen. Dass beispielsweise eine Kayikci nicht gespielt hat, ist trotz ihrer Tores gegen Freiburg durchaus vertretbar, angesichts der Tatsache, dass Kemme und Huth mit Demann zusammen die besten Spielerinnen auf dem Platz waren.

    @never-rest: Ich habe Hendrich ganz anders gesehen als du. Für mich ist es fraglich, ob sie wirklich eine gute Alternative in der IV darstellt. Was wir uns immer wieder vor Augen führen müssen, ist, dass das Spiel deutlich langsamer war als gegen eine Top-Mannschaft. Und da sehe ich aktuell Hendrich noch nicht so weit, gegen eine Top-Mannschaft bestehen zu können. Beängstigend ist vor allem, dass sie, wenn die Sloweninnen mal schnell nach vorne gespielt haben, immer sehr zu kämpfen hatte, um im Laufduell gegen ihre Gegnerin mitzuhalten. Wenn ich mir das dann gegen eine Lieke Martens oder eine Alex Morgan vorstelle, dann sehe ich da ganz schwarz für die deutsche Defensive. Auch habe ich ihr Passspiel nicht so gut gesehen wie du. Schwierigkeiten in der Ballan- und -mitnahme, zudem selten mal einen öffnenden Pass nach vorne und viel zu weite Wege mit dem Ball in die gegnerische Hälfte, die sich gegen einen stärkeren Gegner in schnellen Kontern rächen können. Ich weiß nicht, wieso, aber ich habe doch gestern bei ihr ähnliche Züge wie damals bei Annike Krahn wahrgenommen. Und sollte sich das bewahrheiten, dann wird sich nicht großartig was ändern im deutschen Spiel für die nächsten 10 Jahre, sondern das gleiche behäbige Querpassspiel bleiben, dass wir in der ganzen Neid-Ära hatten.

    Noch ein Wort zu Simon: Ja, sie scheint dort erstmal gesetzt, aber mit welcher Alternative denn? Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Kershowski ist eigentlich seit der EM genauso wenig tragbar wie Blässe rechts, Potsdam hat Jennifer Cramer, die aber auch erstmal wieder Spielpraxis bekommen muss. Bleibt letztlich nur noch Verena Faißt, die schon bekundet hat, dass sie eigentlich keinen Bock mehr auf Verteidigerin hat. Andernfalls könnte man auch Babett Peter wieder zur LV machen, wobei dann die Frage ist, wer in der IV spielt. Bei Tabea Kemme hat man gesehen, dass sie auf anderen Positionen deutlich besser aufgehoben ist. Bleibt letztlich also nur Caro Simon, mit der wir meines Erachtens da eine sehr, sehr gute Spielerin haben, die großes Potential hat, wie man gerade auch beim 1:0 sehr, sehr gut sehen konnte. Sorgen macht mir eher ihr Pendant auf der rechten Seite, wo Maier aktuell doch eher schlecht als recht spielt.

    (0)

Kommentar schreiben