Frauen-EM: Deutschland im Viertelfinale gegen Dänemark

Von am 26. Juli 2017 – 0.38 Uhr 48 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat mit einem souveränen 2:0 (1:0)-Sieg gegen Russland als Gruppensieger das Viertelfinale der UEFA Women´s EURO erreicht. Dort geht es Samstagabend um 20.45 Uhr nun gegen Dänemark. Zuvor bestreiten Gastgeber Niederlande und Schweden um 18 Uhr in Doetinchem das erste Viertelfinale.

Babett Peter, die zur Spielerin des Spiels gekürt wurde, in der 10. Minute und Kapitänin Dzsenifer Marozsán in der 57. Minuten erzielten jeweils per Foulelfmeter die Treffer in einer Partie, in der die DFB-Elf eine Vielzahl von Chancen liegen ließ.

„Nervenaufreibendes Spiel“

Bundestrainerin Steffi Jones meinte nach der Partie: „Das war ein nervenaufreibendes Spiel. Bis auf die Torabschlüsse bin ich mit diesem Sieg sehr zufrieden. Wir hatten sehr viel Ballbesitz und wir haben den Gegner dominiert. Die Automatismen sind da, nur die Pässe sind nicht präzise. Wir haben heute wieder eine Steigerung gesehen. Der Knoten wird irgendwann platzen, die Maschinerie ist ins Rollen gekommen.”

Anzeige
Logo der Frauenfußball EM 2017

Logo der Frauenfußball EM 2017 © UEFA

DFB-Elf ist Gruppensieger

Da Schweden im Parallelspiel mit 2:3 (1:2) gegen Italien unterlag, wurde Deutschland mit sieben Punkten Gruppensieger. Zwei Treffer von Daniela Sabatino (4., 37.) und ein spätes Tor der eingewechselten Cristiana Girelli (85.) sorgten für den Überraschungserfolg der Italienerinnen. Für Schweden war Lotta Schelin per Elfmeter (14.) sowie Stina Blackstenius (47.) erfolgreich.

Die Spiele am Mittwoch

20.45 Uhr: Island – Österreich (Rotterdam)
20.45 Uhr: Schweiz – Frankreich (Breda)

Jetzt lesen
U20-WM: DFB-Frauen im Viertelfinale gegen Japan

Schlagwörter: , ,

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

48 Kommentare »

  • Aldur sagt:

    Detlef sagt:
    „Aber nein, nicht bei uns,……bei uns muß immer alles ernst sein, der Spaß muß draußen bleiben!!!“

    Also wenn ich mir die Veröffentlichungen in den sozialen Medien und die nicht-spielbezogenen Videos auf dfb-tv ansehe, macht es auf mich nicht den Eindruck, dass unsere Spielerinnen keinen Spaß hätten.

    (4)
  • waiiy sagt:

    Noch etwas, das mir aufgefallen ist, da hier die erfolglosen Fernschüsse angesprochen wurden: es wurden viel zu wenige Fernschüssen abgegeben. Der Fernschuss als als taktisches Mittel wird völlig vernachlässigt und das führt zu mehreren anderen Konsequenzen.

    1. Da die Torhüterinnen nicht so groß sind, dass sie das ganze Tor problemlos abdecken können, ist der Fernschuss eine gute Alternative, auch Tore zu erzielen.

    2. Da von den meisten Mannschaften die Mitte gut dicht gemacht wird, ist die Chance von abgefälschten Schüssen sehr hoch, die in aller Regel nicht mehr zu verteidigen sind.

    3. Mit schnellen Stürmerinnen wie Huth, Islacker oder Kayikci in der Box hat man reelle Chancen, die Abpraller zu nutzen und einzunetzen.

    4. Derzeit ist es fast unmöglich, vernünftige Anspiele auf die Spitzen zu setzen, weil sie ausnahmslos gut zugedeckt werden. Das schaffen mittlerweile sogar Mannschaften wir Lettland oder Albanien. Wenn ich da immer wieder aus allen Lagen schieße, sind die gegnerischen defensiven Mittelfeldspielerinnen und zum Teil auch Abwehrspielerinnen gezwungen, auf die heranlaufenden deutschen Mittelfeldspielerinnen draufzugehen. Das vergrößert die Räume im Sturmzentrum, sodass die Möglichkeit, den entscheidenden Steilpass in die Spitze zu spielen, viel größer wird. Hier kann man übrigens mal Anleihen aus dem American Football nehmen, wo gezielt ein taktisches Mittel mehrfach eingesetzt wird, um den Gegner dann mit der entgegengesetzten taktischen Variante entscheidend zu überraschen.

    Von daher sollten gerade Marozsan, Demann, aber auch die nach innen rückenden Mittelfeldspielerinnen oder einen nachrückende Goeßling immer wieder schießen. Dann würde unser Angriffspiel viel variabler werden.

    (13)
  • Detlef sagt:

    @Aldur,
    Du hast natürlich absolut Recht!!! 🙂
    Aber für manche muß der preußische Drill halt überall spürbar sein!!!

    (-1)
  • F.B. sagt:

    @Detlef:
    „Wenn sie diese Feuerprobe auch besteht, dann darfst Du Deine Lobeshymnen auf sie auch weiter dichten!!! 😉“

    Okay, darauf können wir uns einigen:-)

    (3)
  • never-rest sagt:

    @waiiy: Alles schön und gut was Du forderst. Aber die Fernschüsse auf das Tor, die ich in dem letzten Spiel von unserer 11 gesehen habe, lassen mich eher erschauern. Bis auf zwei ordentliche Versuche von Doorsun, einer davon ein Lattenknaller, gingen die meisten Schüsse meilenweit neben oder über das gegnerische Tor. D. Maroszan, eigentlich eine der besten Schützinnen hat es sogar fertig gebracht, eine Weitschuss auf das Tor in das Seitenaus zu befördern. Nun gut, kann mal passieren. Aber Fernschüsse auf das Tor lassen sich hervorragend trainieren. In erster Linie eine Frage der Schusstechnik, und erst danach eine der Kraft. Bestes Beispiel die zierlichen Japanerinnen. Ganz allgemein sehe ich hier im FF noch erhebliches Entwicklungspotential, denn auch die meisten anderen Teams sind in dieser Disziplin nicht viel besser.

    (14)
  • waiiy sagt:

    @never-rest: Genauso sehe ich das auch. Da müssen die Trainer/-innen drauf einwirken, dass alle Spielerinnen, die dafür in Frage kommen, das immer wieder trainieren. Zumindest das Tor muss ja getroffen werden, damit man eine Chance vielleicht auch auf einen Abpraller hat. Aber das ist das Gleiche wie bei den Einwürfen. Ich habe mal Spielerinnen gefragt, wie oft man das als Außenverteidigerin (die eigentlich immer die Einwürfe macht) trainiert. Da kommt nur ein Achselzucken. Das sind solche Sachen, bei denen man mit Training so viel erreichen kann und was einfach unbeachtet gelassen wird.

    (11)
  • Detlef sagt:

    @waiiy & never-rest:

    Ich glaube nicht, daß die Spielerinnen Distanzschüsse üben müssen!!!
    Wie Doc schon anmerkte, ist unser Sturmproblem eher mentaler-, als fachlicher Natur!!!

    Steffi Jones meinte zwar, daß die Automatismen sitzen würden, aber am Beispiel Distanzschüsse sieht man sehr gut, dem ist absolut nicht so!!!

    Jede Spielerin kann ganz sicher auswendig herbeten, wie der Fuß zu halten ist, und wie der Körper hinter den Schuß zu bringen ist!!!
    Doch wenn die Konzentration nicht da ist, dann rutscht der Ball schon mal über den Fuß, oder man kommt ungewollt in Rücklage, und der Schuß landet in den Wolken!!!
    Hier müßten bei jeder Spielerin entsprechende Automatismen vorhanden sein, die solche Fehler minimieren!!!

    Ganz anders sehe ich die Sache bei den Einwürfen!!!
    Hier wird mM nach eine wirksame Waffe nicht genutzt!!!
    Beste Deutsche „Einwerferin“ dürfte ISY KERSCHOWSKI sein!!!
    Zu ihren besten Potsdamer Zeiten hat sie den Ball bis fast an den 5m-Raum geworfen!!! 🙂
    Diese Fähigkeit hat sie aber mittlerweile eingebüßt, weil sie wahrscheinlich in Leverkusen und Wolfsburg nicht trainiert wurde!!!

    Hieraus könnte man sehr gefährliche Torchancen erarbeiten, ähnlich wie das die Irinnen, oder auch die Isländerinnen tun!!!
    Oder man denke an die „Überschlageinwürfe“ damals bei Brasilien und den USA!!! 🙂
    Hier ist man in Europa nicht sehr kreativ!!!

    Eigentlich sollte jede Mannschaft eine oder besser zwei sehr gute Werferinnen haben!!!
    Frei nach dem Altmeister Bernd Schröder, daß man ruhig auch mal über den Tellerrand des Fußballes schauen sollte, und Anleihen bei anderen Sportarten suchen sollte!!!

    Da fällt mir gerade ein, nach ISY KERSCHOWSKI hat es bei TURBINE auch keine so gute Werferin mehr gegeben!!!
    Und das, wo nebenan „die Profis“ im Luftschiffhafen trainieren!!!
    Da könnte man ja mal ein paar gemeinsame Einheiten anstreben!!! 😉

    (2)
  • waiiy sagt:

    @Detlef: Was nicht geübt wird, wird auch im Spiel nicht klappen und das sieht man auch. Bei den Männern sagt man den besten Frei- und Weitschuss-Spielern nach, dass sie wöchentlich mehrere Stunden nur daran arbeiten. Nur so wird es zum Automatismus und kann im Spiel ohne nachzudenken angewandt werden. Dass die Spielerinnen den theoretischen Ablauf bei einem Fernschuss wissen, kann ich mir (bei einigen) sogar vorstellen. Aber das Umsetzen in die Praxis ist das Training. Da fehlt es.

    (5)