2. Frauenfußball Bundesliga wird eingleisig

Von am 16. November 2016 – 10.26 Uhr 28 Kommentare

Dem deutschen Frauenfußball steht eine Weg weisende Strukturreform ins Haus. Denn ab der Saison 2018/19 wird die derzeit noch in den Staffeln Süd und Nord ausgetragene 2. Frauenfußball Bundesliga eingleisig – mit dann nur noch 14 Teams.

Damit soll der Unterbau der Frauenfußball Bundesliga optimiert werden. Die Saison 2017/18 wird als Qualifikation für die neue Liga fungieren.

Eine Neuerung wird es auch bezüglich der Zulassung zweiter Mannschaften von Vereinen aus der Frauenfußball Bundesliga geben. Mit der Einführung der eingleisigen Liga wird es eine verpflichtende Altersbeschränkung auf reine U20-Teams zuzüglich drei älteren Spielerinnen geben.

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Qualitätssteigerung und größere Leistungsdichte

Margit Stoppa, Vorsitzende des DFB-Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball, erklärt: „Die Einführung der eingleisigen 2. Frauen-Bundesliga wird zur Qualitätssteigerung und größerer Leistungsdichte führen. Sie schafft die Voraussetzungen, regelmäßig auf hohem Niveau zu spielen und somit die Talente und U-Nationalspielerinnen auf die Erfordernisse im internationalen Wettbewerb vorzubereiten.“

Leistungsorientierte Spielklasse

Sabine Mammitzsch, Spielleiterin der 2. Frauen-Bundesliga, ergänzt: „Durch die Optimierung dieser Spielklasse – angesiedelt zwischen der Allianz Frauen-Bundesliga und den fünf Regionalligen – erwarten wir eine Entwicklung hin zu einer sportlich ausgeglichenen, leistungsorientierten Spielklasse mit professionellen Rahmenbedingungen.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

28 Kommentare »

  • GG sagt:

    Auch ich tendiere in meiner Meinung zu den Pessimisten. Hierfür ist das -berechtigterweise- von @Detlef angeführte Hallenturnier mit ausschlaggebend. Eine für die Frauenfußball-Familie attraktive und äußerst beliebte Veranstaltung – per einfachem Federstrich und mit einer ausgesprochen fadenscheinigen Begründung beerdigt. Vielen Dank, DFB !!
    Genau wie die überwiegende Mehrheit in diesem Blog hege ich große Zweifel, dass es den in bestimmten Regionen Deutschlands außerordentlich wichtigen „kleinen“ Vereinen nicht gelingen wird, die finanziellen Herausforderungen einer eingleisigen 2. Liga zu stemmen. Nicht ganz umsonst gibt es ja auch bei den ersten beiden DFB-Pokal-Runden #2 Auslosungstöpfe (Nord und Süd), nämlich, um die Reiseaufwendungen überschaubar zu halten. In Deutschlands Norden halte ich Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) und den SV Meppen (nordwestliches Niedersachsen) für extrem wichtige Vereine, die als Kulminationspunkt für Spielerinnen sogar der weiteren Umgebung dienen. Glaubt der DFB wirklich, dass ein frühzeitiges Entreissen talentierter jungen Mädchen vom Elternhaus der richtige Weg ist ? Meine Befürchtung ist, diese Talente werden sich anderen Sportarten zuwenden. Alternativen gibt es immer und genug. Ob z.B. ein Olympiasieg letztlich den Ausschlag zu geben vermag, ich habe so meine Zweifel.
    Also harre ich der Dinge und hoffe auf den Säckel des DFB. Erzähl mir nur niemand, es wäre kein Geld verfügbar. Aktuell steht ein Angebot eines Männer-Bundesligisten im Raum, dessen Wintertrainingslager in den USA zu begleiten. Eine finanziell unschlagbar günstige Offerte. Weil – maßgeblich vom DFB gefördert.
    Also DFB … lass mal was für die Frauen blicken.
    Welche Mannschaft hat nochmal das olympische Turnier Rio2016 gewonnen ????

    (3)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @GG
    Sorry, aber das Copyright auf das gecancelte Magdeburger Hallenturnier (s. 2. Beitrag) habe ich und nicht Detlef! 😉

    (-2)
  • Detlef sagt:

    @holly,
    Welche Aussagen von mir meinst Du???
    Ich habe eigentlich bisher nur Fragen gestellt, deren Beantwortung bis jetzt noch aussteht!!!
    Kennst Du sie vielleicht???

    Ich gehe halt anders an Dinge heran als Du!!!
    Ich habe prinzipiell nichts gegen eine Zusammenlegung von Nord-, und Südstaffel!!!

    Ich hätte bloß vorher genau gewußt, ob man beim DFB die zu erwartenden Probleme genau analysiert hat, oder ob man einfach seine Idee durchboxen will, koste es was es wolle??? (siehe Hallencup und FF zu MF-Vereinen)
    Beide Dinge hat man eben nicht mit den Vereinen diskutiert, sondern von oben aufdoktriniert!!!

    Wenn Du lieber daneben stehst, und erst einmal abwartest und zuguckst, ob es vielleicht gut geht, oder vielleicht eben auch nicht, dann ist das OK!!!
    Aber mein Ding ist das nicht!!!

    Vielleicht zahlt der DFB die gesamten Mehrkosten???
    Vielleicht zahlt er auch nur einen Pauschbetrag???
    Vielleicht zahlt er auch gar nichts, denn man träumt ja von „Professionalisierung“!!!

    Bis jetzt ist nur jede Menge Luft angewärmt worden, und man feiert sich hauptsächlich selbst für eine „geniale Idee“!!!

    Solange die Begleitumstände nicht bekannt sind, kann ich leider nicht mitfeiern, und bleibe bei meiner antrainierten Skepsis!!!

    (-2)
  • FFFan sagt:

    Grundsätzlich eine sinnvolle Reform. Einige Detailfragen sind aber noch ungeklärt:

    Wie sieht der Qualifikationsmodus nächste Saison genau aus? Spielen die Regionalligisten dann ein Jahr lang um die ‚goldene Ananas‘ oder erhalten auch die Meister der dritthöchsten Spielklassen eine Chance, sich zu qualifizieren?

    Und wie sieht künftig die Auf- und Abstiegsregelung aus? Steigen die ersten beiden in die Bundesliga auf? Oder nur der Erste direkt und der Zweite bestreitet Relegationsspiele gegen den Vorletzten der 1.Liga? Und wieviele Absteiger gibt es in der (dann) 14er-Liga? Wenn es unterhalb der eingleisigen 2.Liga weiterhin fünf Regionalligen geben soll, ist ein Direktaufstieg von der dritten in die zweite Liga wohl ausgeschlossen; also müsste es wieder Aufstiegsrunden geben. Außerdem: wenn die 2.Liga 2018 auf einen Schlag von 24 auf 14 Teams verkleinert wird, hat das auch Auswirkungen auf die unteren Spielklassen: auch dort wird es dann einen erhöhten Abstieg geben (müssen). Des weiteren sind auch Auswirkungen auf den DFB-Pokal zu erwarten, da (ohne 2.Mannschaften) nur noch ca. 20 Vereine aus der ersten und zweiten Liga qualifiziert sind. Gibt es dann in der 1.Runde noch mehr Freilose? Oder darf dann aus den Landesverbänden mehr als jeweils ein Verein teilnehmen? Hier sind noch einige Fragen zu klären…

    (9)
  • holly sagt:

    @sonic, meins ist garnicht frustrierend. Es ist halt meine Meinung das man sich nicht über ungelegte Eier aufregen muss.
    Beim DFB gibt es immer was zu kritisieren.
    Aber wie oben schon jemand geschrieben, arbeiten die Vereine, landesverbände und der DFB an der Aufstockung seit jahren. von daher mache ich mir da keine Sorgen.
    Die Vereine werden schon dabei ihre Intressen eingebracht haben.

    @Fussball,F1, die Förderung von Schott für den FF ist sehr gering das Geld das sie geben wird durch alle Sportarten im Verein geteilt.

    @Detlef, die Vereine bringen sich seit jahren mit den Verbänden zur eingleisigen Liga mit ein. Ich halte die Vereine für clever genung das sie ihre Intressen bei den Verhandlungen eingebracht haben und die berücksichtigt wurden.

    Das beste beispiel dafür war die Einführung der B-Mädchen BL da haben die Topvereine auch von Anfang an gesagt es geht nur mit Zuwendungen vom DFB. Sonst könnt ihr es vergessen. Genauso wird es in diesem Fall auch sein. Der DFB braucht nunmal die Vereine für die eingleisige 2te Liga. Wenn das nicht seriös finanziert wäre würde auch niemand dafür melden. Was hat der DFB dann von einer eingleisigen Liga? Eine Liga an der niemand teilnimmt, bringt dem DFB nix.

    @FFFan, von jeder Staffel die ersten 7.

    (1)
  • Per Larssen sagt:

    Grundsätzlich denke ich weiterhin, dass die Installation einer eingleisigen 2. Bundesliga ein Schritt in die richtige Richtung ist – insbesondere im Hinblick auf eine Optimierung der Talentfördeung. Da zum jetzigen Zeitpunkt der Leistungsunterschied zwischen der 1. Bundesliga und den 2. Bundesligen doch noch sehr groß ist, wäre es m. E. schon sinnvoll, insbesondere den jungen Spielerinnen (auch im Hinblick auf die U-Natios) ein Leistungsniveau zu bieten, welches näher an das Niveau der 1. Bundesliga heranreicht. Profitieren werden davon sicherlich primär die talentierten U20-Spielerinnen der „großen“ Vereine – man vergleiche hier einfach mal München und Wolfsburg mit Freiburg; während letzterer Verein (auch aufgrund begrenzter finanzieller Mittel) bereits überproportional viele junge Spielerinnen im Kader hat, ist es für talentierte U20-Spielerinnen in den beiden erst genannten Vereinen deutlich schwerer, in den Erstligakader zu kommen, da diese Vereine über die entsprechenden Mittel verfügen, sich einen hochwertigen (auch international besetzten Kader) zusammenzustellen. Ergo ist es gerade für die jungen Spielerinnen in den besser ausgestatteten Vereinen umso wichtiger, leistungsmäßig dahingehend stärker gefordert zu werden, dass der einen oder anderen Spielerin auch in diesen Vereinen der Sprung in die „Erste“ gelingen kann.

    Sicherlich steht zu befürchten, dass im Zuge dieser Reform der eine oder andere Verein aus den gegenwärtigen 2. Ligen auf der Strecke bleibt. Allerdings ist es hier bereits jetzt schon so, dass einige dieser Vereine größte Mühe haben, das Zweitliganiveau zu halten (dies trifft meiner Ansicht nach unter anderem auf die in einem vorherigen Post genannten Vereine Henstedt-Ulzburg und Bramfeld zu). Ob hier die „Schuld“ dann allein beim DFB zu suchen ist, wage ich doch in Frage zu stellen. Vielmehr habe ich da den Eindruck, dass mitunter an der Basis die Wertschätzung (und finanzielle Unterstützung) für den Frauenfußballbereich immer noch deutlich geringer ist als für die sich ebenfalls am Ort befindenden (oftmals sogar im gleichen Verein spielenden) Männerteams.

    Unter nachfolgendem Link ist übrigens der komplette Antrag zur Einführung der eingleisigen 2. Liga zu finden (Seiten 74 – 89). Hier sind auch die Antworten auf einige der Fragen aus den vorherigen Posts zu finden (Spielberechtigung, Übergangsregelungen, Auf- und Abstiegsregelungen – auch für die Übergangssaison):

    https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/121832-Antraege_Bundestag2016_APP.pdf

    So spielen beispielsweise die Regionalligateams in der Saison 2017/2018 nicht um die „goldene Ananas“ – stattdessen wird am Ende der Saison 2017/2018 eine Aufstiegsrunde bzw. Relegationsrunde gespielt, an welcher die beiden Siebtplazierten der 2. Ligen Nord und Süd, die Meister der fünf Regionalligen sowie ein Zweitplatzierter der Regionalligen teilnehmen sollen.

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  • FFFan sagt:

    @ Per Larssen:

    Danke für den Link! Dann sind meine oben aufgeworfenen Fragen ja bereits beantwortet! 🙂

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  • FF International sagt:

    Ich hielte es für besser die zweiten Mannschaften der Erstliga-Vereine als U20 einzusetzen, wobei die Anzahl der älteren Spielerinnen auf 5 erhöht werden sollte. Eine erste Mannschaft die in der zweiten Bundesliga spielt sollte alterstechnisch genauso agieren können wie bisher. Diese Vereine haben ja eh nicht die Talentförderung bzw. die Rahmenbedingungen der 1. Bundesliga und da im Frauenfußball eben nicht oder noch nicht so viel Geld wie im Männerfußball fließt, wird das auch leider noch länger so bleiben.

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