Frauen-Bundesliga: Frankfurt als Außenseiter nach Freiburg?

Von am 29. September 2016 – 18.50 Uhr 32 Kommentare

Am 4. Spieltag der Frauenfußball Bundesliga reist der 1. FFC Frankfurt als Tabellensechster zum Tabellenzweiten SC Freiburg und sieht sich dabei in der ungewohnten Rolle des Außenseiters.

FFC-Trainer Matt Ross meint: „Wie von vielen Experten vorhergesagt, hat sich das Team meines Kollegen Jens Scheuer gleich zu Saisonbeginn in der Liga-Spitze festgesetzt, so dass die Favoritenrolle – wenn man die aktuellen Formkurven betrachtet – eindeutig beim SC Freiburg liegt.“

Bereits in der vergangenen Saison setzte es für Frankfurt Niederlagen (0:4 und 0:2). Freiburgs Trainer Jens Scheuer freut sich: „Es ist natürlich positiv, dass wir von einem solch erfolgreichen Club wie dem FFC als ebenbürtiger Gegner wahrgenommen werden.“

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Freiburg weist Favoritenrolle von sich

Doch er erwidert: „Man muss sich die Mannschaft des FFC nur mal anschauen. Da stehen immer noch zahlreiche gestandene Spielerinnen auf dem Feld. Yuki Ogimi wurde mit Japan 2011 Weltmeisterin, Mandy Islacker ist Nationalspielerin und amtierende Torschützenkönigin in der Liga. Die Abwehrkette mit Bartusiak, Nietgen, Prießen und Störzel ist noch die gleiche wie beim Champions-League-Sieg 2014. Sophie Schmidt ist eine Größe in der kanadischen Nationalmannschaft. Diese Aufzählung ist noch unvollständig, wir erwarten definitiv ein Team, das in die Top Drei gehört.“

Crnogorcevic krank, Kayikci und Simon fraglich

Schon jetzt steht fest, dass beide Teams nicht auf ihr volles Personal werden zurückgreifen können. Auf Frankfurter Seite werden Ana-Maria Crnogorcevic (Infektion) und Tanja Pawollek (U17-WM) fehlen, beim SC Freiburg sind gleich vier Spielerinnen zur U17-WM nach Jordanien abgestellt (Klara Bühl, Giulia Gwinn, Janina Minge und Vanessa Ziegler). Zudem ist der Einsatz von Hasret Kayikci (brach unter der Woche das Training ab) und Carolin Simon (Erkältung) fraglich.

Macht´s Sand noch einmal?

Der SC Sand reist zu Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam. Als einziges Team der Liga ist Sand noch ohne Gegentreffer, mit einem Erfolg könnte die Elf aus der Ortenau die Potsdamerinnen überholen. In der vergangenen Saison gewann Sand ebenfalls am vierten Spieltag mit 2:0 im Karl-Liebknecht-Stadion. Silvana Chojnowski kehrt nach ihrer Sperre in den Kader zurück, allerdings ist der Einsatz von Spielmacherin Dominika Skorvankova fraglich (Knieverletzung). „Wir müssen davon ausgehen, dass wir dort unseren ersten Gegentreffer kassieren. Aber müssen trotzdem in der Lage sein, Tore zu machen“, blickt Sands Trainer Colin Bell auf die Partie.

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Teamfoto des SC Freiburg

Der SC Freiburg geht mit Selbstvertrauen in die Partie gegen Frankfurt © Karsten Lauer / girlsplay.de

Jena bleibt optimistisch

Der FF USV Jena steht nach der 1:3-Niederlage gegen den MSV Duisburg am vergangenen Sonntag vor dem ersten wegweisenden Spiel der noch jungen Saison. „Die Niederlage war bitter, aber wir sollten optimistisch nach vorne schauen. Die Mannschaft weiß, was sie gegen Hoffenheim auf den Platz bringen muss, um erfolgreich zu sein“, sagt Trainer Christian Franz-Pohlmann.

Hoffenheim unter Zugzwang

Doch auch der Gast aus Hoffenheim will im vierten Anlauf endlich die ersten Punkte in der noch jungen Saison holen. Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann meint: „Wir haben in dieser Saison bisher in keinem Spiel richtig überzeugt, wenngleich wir gegen Freiburg schon etwas besser aussahen als gegen Potsdam. Wir dürfen jetzt nicht den Kopf hängen lassen, sondern müssen weiter selbstbewusst bleiben.“ Weiter fraglich ist der Einsatz von Dóra Zeller (Zerrung).

Drei weitere Partien

In weiteren Partien empfängt am Samstag der VfL Wolfsburg den MSV Duisburg, Sonntag hat die SGS Essen Aufsteiger Borussia Mönchengladbach zu Gast, der FC Bayern München bestreitet ein Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

32 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @fisch.
    Ein ziemlich respektloser Beitrag von dir gegenüber A.Mittag und wenn du mir auch noch sagen willst, du bist ein Fan des FF, dann kann man für Turbine Potsdam nur hoffen nicht noch mehr solche „Fans“ zu haben.
    Wie enttäuschend, wenn Anhänger sogg. Traditionsclubs ihrer ehemaligen Spielerin, der sie mal enthusiastisch zugejubelt haben, solche „Ehrungen“ zu Teil werden lassen.

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  • F.B. sagt:

    @Altwolf: Danke für deine Erläuterungen zur taktischen Formation. Das hört sich ja alles nicht so schlecht an.

    Zur Diskussion um Anja Mittag: Vor etwa zwei Jahren sagte sie mal in einem Interview, dass für sie eine Rückkehr zu Turbine Potsdam nicht infrage kommt und dass der VfL die einzige realistische Option in der Bundesliga wäre. Von daher kann man von seiten Potsdams natürlich jetzt leicht behaupten, dass man sie gar nicht verpflichten wollte. Das Interesse war sicher auf beiden Seiten nicht vorhanden.
    In Anbetracht der Tatsache, dass sie über zehn Jahre lang sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft auf sehr hohem Niveau gespielt hat, finde ich auch, dass man ihr mit entsprechendem Respekt gegenübertreten sollte. Auf der anderen Seite hat sie sich mit ihrem Wechsel zu uns aber in eine sehr schwierige Situation gebracht. Sie hat ja die EM im nächsten Jahr (als Stammspielerin) im Blick und liebäugelt sicher auch mit dem Amt der Kapitänin. Das sind aber beides Ziele, die sich in Anbetracht ihrer derzeitigen Rolle kaum erreichen lassen. Ein Sprung in die Stammformation scheint mir in der Hinrunde ausgeschlossen. Sie wusste ja um die starke Konkurrenz in der Offensive bei uns, darüber hinaus hat sie die gesamte Vorbereitung verpasst. Dennoch steht sie – auch weil sie in den letzten beiden Länderspielen Kapitänin war – stark im medialen Fokus. Beim Spiel gegen die Bayern haben die Kameras sie gefühlt alle fünf Minuten auf der Bank eingefangen. Diese Diskrepanz zwischen dem Anspruch auf einen Stammplatz und dem Kapitänsamt in der NM und ihrer Rolle als (wenn überhaupt) Ergänzungsspielerin im Verein sorgt für Diskussionen und sicher auch für eine Menge Druck bei ihr selbst.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Kann mich auch nur von fisch’s Aussagen distanzieren, entschuldigen muss er aber sich schon selber!
    Anja hat in der TP-Historie soviele Meriten, die kann ein Einzelner mit angeblichem Bezug zum Verein gar nicht kaputtmachen.
    Ich habe eher das Problem, für diese langanhaltende Misere bei Anja Null Erklärung zu haben, und man müßte eigentlich konstatieren, sie kann nur noch Rosengard. Aber die Rückkehr nach dort und zu einem erfolgreichen Karriereausklang hat ihr ja eine gewisse Lotta vermiest, was anscheinend ein Volltreffer gegen die Psyche wurde. Ist aber reine Spekulation und nur der Situation geschuldet, Erklärung für die Ursachen des tiefen und bisher ungebremsten Falls zu finden.
    Ich warte daher spieltäglich auf die große Wende, nur muss diese nicht gerade gegen ihren ehem. Verein eintreten.

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  • Sundermann sagt:

    @Detlef

    „Woher hat Frau Bernhard die Infos???“

    Sie wird wohl bessere Infos haben als du, oder denkst du der Kader wird ausgewürfelt?

    @FFFan

    Danke für die Info.

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  • Detlef sagt:

    @Sundermann,
    Das ist unbestritten, da ich kein wirklich guter Kenner unserer U17, und schon gar nicht bundesweit bin!!! 😉

    Es war eine ehrliche Frage, deren Antwort mich wirklich interessiert!!!
    Wo „castet“ eine Bundestrainerin ihre Spielerinnen, wenn sie sich quasi nie deren Tagesgeschäft anschaut???
    Das mit dem Auswürfeln denke ich zwar auch manchmal so bei mir, ist aber natürlich Blödsinn!!! 😉

    In den U-Mannschaften kommt noch dazu, daß dort die Spielerinnen gar nicht lange genug verweilen, damit es zu den bekannten Seilschaften aus der A-Natio kommen könnte!!!

    Also wer versorgt zB Frau Bernhard mit den notwendigen Infos, wenn die so gut wie nie bei den Vereinen vorbeischauen???

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  • tpfn sagt:

    Anja Mittag war heute im KarLi, stand neben uns an der Kasse, denke sie hat immernoch ein super Verhältnis zu ihrem EX-Club. Anja hatte übrigens im damaligen Interview gesagt sie würde nur zur TP zurückkehren wenn es einen neuen Trainer gibt. Ich denke ihr Wechsel zu Wolfsburg war wie schon bei PSG eine reine Geldfrage, mit dem Vorteil, dass sie in Wolfsburg mit Lena G. ne alte Freundin hat und auch eine Ramona B. sie sicherlich sehnlichst herbeiwünschte, bestimmt nicht ganz uneigennützig.

    Zur heutigen Partie: Habe kaum Spielzüge gesehen, unendlich viele Fehlpässe, sah so aus als hätte diese 11 noch nie zusammen gespielt. Wieder starker Auftritt von Sarah Zadrazil, für mich die beste heute aufm Platz bei TP. Sehenswertes Tor von Anna Gasper. Tolle Kulisse, obwohl 80% Regenwahrscheinlichkeit vorausgesagt wurde.

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  • Detlef sagt:

    @fisch,
    Mit dieser Meinung dürftest Du in Potsdam ziemlich allein dastehen!!!
    ANJA hat für TURBINE unschätzbare Erfolge mit erzielt, sie hat es einfach nicht verdient, daß man sie so mieß behandelt!!!

    Über Ihren Wechsel zu WOB habe ich schon alles geschrieben, und das ihre Zeit in der Natio vorbei ist auch!!!
    Das alles mit allergrößter Hochachtung, und ausschließlich ihre sportlichen Leistungen betreffend!!!
    Auch ich hoffe immer noch darauf, daß sie eines Tages zu TURBINE zurückgekehrt, um sich unserem Nachwuchs zuzuwenden!!!

    Heute war übrigens großes Wolfsburger Klassentreffen der Ex-TURBINEN!!!
    ANJA war natürlich auch da, zusammen mit ARI HINGST, JULIA SIMIC und ISY KERSCHOWSKI, plus unserem ehemaligen Doc, der jetzt ja auch in der Autostadt ist!!!
    Alle wurden von den TURBINE-Fans herzlich begrüßt!!! 🙂
    Und nach dem Spiel gabs ein ebenso herzliches Hallo von den ehemaligen Kolleginnen aus Potsdam!!!

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  • adipreissler sagt:

    @Detlef
    Such mal nach DFB-Stützpunkttraining, Sichtungslehrgang oder Sichtungsturnier. Derzeit läuft z.B. der U18-Länderpokal. Da spielen über 300 Spielerinnen der Landesverbände 4 Tage lang vor, und am Spielfeldrand machen irgendwelche DFB-Mitarbeiter ihre Kreuzchen.

    Dann werden vielleicht 60 Spielerinnen zu Sichtungslehrgängen eingeladen, 40 ein zweites Mal und 20 werden am Ende zu einem Kaderlehrgang oder einem Länderspiel berufen.

    Die bereits gesiebten Spielerinnen in ihren 50 Heimatvereinen regelmäßig „im Alltag“ zu begutachten dürfte bei dem zu vermutenden Mitteleinsatz unmöglich sein. Zur periodischen Beobachtung dienen die DFB-Sichtungen und -Lehrgänge. Der Besuch einzelner Spiele schadet zwar nicht, dürfte aber geringe Effektivität haben (außer irgendwelchen Oberfans zu schmeicheln).

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  • Detlef sagt:

    @adipreissler,
    Diese Antwort hatte ich schon befürchtet!!! 🙁
    Eine künstliche Umgebung wie einen Länderpokal als Maßstab und Meßlatte zu nehmen, daß dürfte genau der Denke des DFB entsprechen!!!

    Und natürlich hat so ein „mittelloser Dachverband“ nicht die Möglichkeiten, die Spielerinnen in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten!!!

    Ich hatte schon vergessen, daß Fußball ja eigentlich keine Mannschaftssportart ist, sondern eine Anhäufung von Individualisten, die alle einem Ball hinterherjagen!!!
    So zumindest dürfte die bundesgöttliche Definition lauten!!! 😉
    Damit läßt sich sehr viel erklären!!!

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  • fisch sagt:

    @ Altwolf, SF, Detlef,
    Sorry, mein Beitrag zur Verpflichtung von Anja Mittag durch den VW-Club war in keiner Weise ehrverletzend und Verdienste ignorierend gegen Anja gemeint, sondern gegen die Wolfsburger Mittel, Methoden und Ziele der Spielergewinnung gerichtet. Ich habe dazu früher schon wiederholt geschrieben, als Herr Dietrich in Frankfurt noch so agierte. Dafür fällt mir eine Entschuldigung schwer. Leider habe ich Anja, die ich jedes Mal freudig in Potsdam begrüße, am Sonntag nicht getroffen. Anja tut mir echt leid, fußballerisch neben Anderen nun in WOB zu versauern. Die sicher nicht schlechte Vergütung gönne ich ihr wie allen WOB-Spierinnen schon.

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  • sonic sagt:

    @adipreissler

    Bis zur U16 kann ich das Auswahlsystem über Sichtungsturniere wie die Länderpokale als praktikabelste Möglichkeit, die Masse an Spielerinnen zu sichten, nachvollziehen.

    Danach scheint es mit komplizierter, denn dann spielen viele U17/U18 Spielerinnen schon in der 1. und 2. Bundesliga. Fahren die denn überhaupt noch zu den Länderpokalen?

    Manche „Spätentwickler“, die als Stammkräfte in der Bundesliga ihre Leistungen bringen, aber eben nicht seit der U15 in den Nationalteams dabei sind, scheinen mir da durchs Raster zu fallen. Oder die Ansichten der Bundesligatrainer weichen stark von denen der Bundestrainerinnen ab.

    Wenn dann Spielerinnen aus der B-Juniorinnen-Liga oder der 2. Liga in den U-Teams spielen und gleichzeitig Spielerinnen aus der Bundesliga, die weitaus mehr Erfahrungen in Spielen auf höchstem Niveau gesammelt haben, nur auf Abruf nominiert werden, ist das für den Außenstehenden nur schwer nachvollziehbar. Die Gedanken an „Auswürfeln“, „Stallgeruch“ und „Gesichterparty“ sind dann nicht fern.

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  • adipreissler sagt:

    @sonic

    Die fahren zu Länderpokalen (falls sie nix anderes vorhaben, während dieses Länderpokals pausiert die 2. Liga, aber nicht die 1. Liga, außerdem läuft eine U17-WM und eine U17-EM-Quali).

    Ich würde vermuten, dass der DFB bei den Älteren die Spielerinnen, die schon 1. Liga spielen, auch so im Blick hat.
    Und es fallen bestimmt welche durchs Raster, genauso wie an manchen offenbar festgehalten wird, weil sie „schon immer“ dabei sind.

    Das Durchs-Raster-Fallen wird durch die Länderpokale ja gerade verhindert, da kann man auch ohne schon in U-Mannschaften gewesen zu sein noch im hohen Alter von 17/18 auf sich aufmerksam machen.

    Wenn man die Vereinsbrille abnimmt, wird man feststellen, dass die Auswahl in der Regel schon ganz gut passt.

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