DFB-Frauen: drei Neulinge und eine Rückkehrerin

Von am 6. September 2016 – 20.39 Uhr 30 Kommentare

Mit drei Debütantinnen und einer Rückkehrerin geht Bundestrainerin Steffi Jones in die beiden EM-Qualifikationsspiele der Frauenfußball Nationalelf gegen Russland in Moskau (16. September/ab 18 Uhr MESZ/live in der ARD) und Ungarn in Györ (20. September/ab 16 Uhr/live im ZDF).

Die Bundestrainerin berief für ihre ersten beiden Länderspiele in neuer Funktion die Mittelfeldspielerinnen Linda Dallmann (22) und Jacqueline Klasen (22) von der SGS Essen sowie Angreiferin Hasret Kayikci (24) vom SC Freiburg, die erstmals dem Kader der Frauenfußball Nationalelf angehören.

Interessanten Spielerinnen eine Chance geben

Steffi Jones sagt: „Die Mission EM 2017 beginnt mit den beiden Spielen in Russland und Ungarn. Für uns steht in den noch verbleibenden fünf Länderspielen dieses Jahres im Vordergrund, unsere Spielidee zu vermitteln, verschiedene Dinge auszuprobieren, aber auch interessanten Spielerinnen eine Chance zu geben. Linda Dallmann, Jacqueline Klasen und Hasret Kayikci zählen zu denen, die uns aufgefallen sind – wir wollen sie jetzt gerne im Kreis der Nationalmannschaft sehen.”

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Verena Faißt in Aktion

Verena Faißt steht nach langer Pause erstmals wieder im Kader © Nora Kruse / ff-archiv.de

Faißt zurück im Kader

Jones weiter: “Mit Saskia Bartusiak, Annike Krahn und Melanie Behringer haben zudem drei Leistungsträgerinnen ihre Laufbahn in der Nationalmannschaft beendet. Diese Lücke zu schließen wird ebenfalls eine vordringliche Aufgabe für uns sein.” Nach längerer Abstinenz kehrt Verena Faißt vom FC Bayern München in das Aufgebot zurück.

Zahlreiche Spielerinnen werden geschont

Aufgrund von Verletzungen fehlen Simone Laudehr (Außenbandriss) und Dzsenifer Marozsán (muskuläre Probleme). Geschont werden die Olympiasiegerinnen Leonie Maier, Sara Däbritz, Melanie Leupolz, Laura Benkarth und Alexandra Popp. Als Torwarttrainer steht bei beiden Spielen zunächst Thomas Roy zur Verfügung. Der Fußball-Lehrer zählt zum Pool der erfahrenen DFB-Honorartrainer. Jones erläutert: “In Absprache mit den Vereinstrainern und auch den Spielerinnen selbst haben wir uns bewusst dazu entschlossen, einigen aus dem Olympia-Aufgebot eine Pause zu gönnen.“

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Zwei EM-Quali-Spiele

Die DFB-Auswahl trifft sich am kommenden Montag in Frankfurt zur ersten Maßnahme unter der Leitung der neuen Bundestrainerin. Zwei Tage bereitet sich das Team dort vor, ehe es am Mittwochnachmittag nach Moskau fliegt. Die Partien in Russland und Ungarn bilden den Abschluss der EM-Qualifikation. Für die EURO 2017 in den Niederlanden hatte sich die DFB-Auswahl schon vor Olympia vorzeitig qualifiziert. Danach stehen noch drei Heimspiele in Regensburg (22. Oktober), Aalen (25. Oktober) und Chemnitz (29. November) an.

Kader für die EM-Qualifikationsspiele gegen Russland in Chimki (16. September) und Ungarn in Györ (20. September)

Tor: Meike Kämper (MSV Duisburg), Almuth Schult (VfL Wolfsburg), Lisa Weiß (SGS Essen)

Abwehr: Kristin Demann (TSG 1899 Hoffenheim), Josephine Henning (Arsenal LFC), Tabea Kemme (1. FFC Turbine Potsdam), Babett Peter (VfL Wolfsburg), Felicitas Rauch (1. FFC Turbine Potsdam)

Mittelfeld: Anna Blässe (VfL Wolfsburg), Linda Dallmann (SGS Essen), Verena Faißt (FC Bayern München), Lena Goeßling (VfL Wolfsburg), Kathrin Hendrich (1. FFC Frankfurt), Svenja Huth (1. FFC Turbine Potsdam), Isabel Kerschowski (VfL Wolfsburg), Jacqueline Klasen (SGS Essen)

Sturm:
Pauline Bremer (Olympique Lyon), Mandy Islacker (1. FFC Frankfurt), Hasret Kayikci (SC Freiburg), Lina Magull (SC Freiburg), Anja Mittag (VfL Wolfsburg), Lena Petermann (SC Freiburg)

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

30 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Ich sehe in der Nominierung ganz deutlich ein Zeichen in Richtung Attacke!!!
    Und dies vor allem über die Flügel!!!
    Hier krankte es besonders in Rio!!!
    Eine völlig indisponierte Mel Leupolz,
    eine nicht mehr wiederzuerkennende Leo Maier, eine (aus TURBINE-Sicht) erwartet schwache TABBI KEMME, und eine komplett wirkungslose Mandy Islacker!!!
    Hier war besonders zu erkennen, woran das Angriffsspiel der DFB-Elf krankte!!!
    Alles ging immer irgendwie durch die Mitte, über Behringer und Marozsan!!!

    Doch jetzt gibt’s Flügelpower im Doppelpack, mit PAULI BREMER rechts und FELI RAUCH über links!!! 🙂
    Auch Hasret Kayikci kann Flügelspiel!!! 🙂

    Sogar Verena Faißt konnte das zumindest früher einmal sehr gut!!!
    Ihre Nominierung zum jetzigen Zeitpunkt erschließt sich mir aber auch nicht, da ihr jegliche Spielpraxis fehlt!!!
    Ich würde mal vermuten, daß Steffi sie mittel-, bis langfristig doch wieder als linke AV sieht!!!
    Diese Position war mit TABBI KEMME nicht wirklich sinnvoll besetzt!!! 🙁

    Die blonde Frohnatur hat nach ihrer Rückkehr ihre ursprüngliche Bestimmung wiederentdeckt!!! 😉
    Markus Högner konnte dies in Hoffenheim persönlich begutachten!!! 🙂
    Und auch seine Chefin wird sich dies wahrscheinlich nicht entgehen lassen, und am Samstag zum Klassiker nach Potsdam kommen!!! 😉

    Warum also diese Variante nicht auch in der Natio mal ausprobieren??? 😉

    Die Neuformierung der Abwehr wird sicherlich noch etwas brauchen!!!
    Gegen Russland und Ungarn erwarte ich aber nicht wirklich eine große Herausforderung der deutschen Defensive!!!

    JOSI HENNING fehlt noch Spielpraxis, daß konnte man in Rio deutlich sehen!!!
    Aber neben ihrer früheren Potsdamer Teamkollegin BABBS PETER, könnte ihre alte Klasse wieder zum Vorschein kommen!!! 😉
    Auch TINI DEMANN könnte sich dort hineinspielen!!!

    Für mich schreit diese Nominierung förmlich nach einer neuen-, sehr offensiven Spielphilosophie!!! 🙂
    Ich würde Steffi sogar zutrauen, daß sie gegen die nächsten beiden Gegner auch eine Dreierkette hinten probiert, um vorne noch mehr Druck zu erzeugen!!!

    Also schaun wir mal!!! 🙂

    (-4)
  • sonic sagt:

    @FFFan

    Vielleicht solltest du nochmal lesen, ich habe schon einige Vorschläge gemacht.

    1. Weiteren Olympiateilnehmern (Gößling, Schult, Mittag, Kerschowski, Kemme, Huth) die Pause gönnen, breiter unvoreingenommen testen und zu den beiden Spielen mit einer B-Elf fahren ohne auf die Ergebnisse zu achten.
    2. Nicht länger nach Stallgeruch nominieren, sondern nach gezeigter Leistung (Faißt, Kämper).
    3. Insbesondere Aufmerksamkeit auf das Problem IV legen, was Frau Jones zwar angehen will, was bei der Nominierung aber nicht zu erkennen ist.

    Namen habe ich mit Absicht nicht genannt, da schwirren ja genügend durch die Foren. Ich könnte das gar nicht richtig beurteilen, da ich dazu zu wenige Spiele zu sehen bekomme. Es geht mir auch nicht um konkrete Personen, sondern um den ergebnisoffenen Prozess des Testens.

    Wäre man nicht auf die Idee „Schonung“ gekommen, hätte es doch gar keine Debütantin gegeben, oder?
    Beim Personal gibt es nach der Nominierung maximal ein laues Lüftchen, aber keinen Anlaß für Euphorie. Vllt. nimmt der Wind ja schon mit der Bekanntgabe der Startelf zu.

    Von Frau Jones hätte ich mir gewünscht, daß sie mit viel Mut die Gelegenheit nutzt tabula rasa zu machen und alles auf den Prüfstand zu stellen, auch wenn das bedeutet, daß der Schuß mal nach hinten losgeht. Eine bessere Gelegenheit als jetzt, wird es für sie kaum mehr geben. Wenn am Ende dann das gleiche Personal, System, Taktik usw. wie bei Frau Neid rauskommt, dann ist das so. Vllt. hatte Frau Neid ja schon das Optimum dessen erreicht, was mit einer deutschen Mannschaft möglich ist. Aber sie sollte es erstmal überprüfen und das sehe ich noch nicht.

    (1)
  • Andi sagt:

    Hm, wie wäre es denn Steffi Jones vielleicht erst einmal ein Jahr arbeiten zu lassen bevor auf alles eingeprügelt wird?

    Wie ich sehe ist auch hier im Forum der Umbruch nicht gelungen. Es werden immer noch 95% der gleichen alten Phrasen gedroschen. Von frischen Wind ist nichts zu spüren und der Pessimismus ist schon bevor das erste Spiel absolviert wurde in Bestform.

    (6)
  • Detlef sagt:

    @Andi,
    Ich sehe niemand, der hier auf Steffi „einprügelt“!!!
    Die Einwände sind durchaus nachvollziehbar!!!

    Nunja, eine echte Streitkultur beruht nunmal auf „Für und Wieder“, ist aber wohl nicht jedermanns Sache!!! 😉

    (-5)
  • Ludwig sagt:

    @sonic: Tabula rasa halte ich nicht für eine wirklich gute Idee. Auf einen Schlag alles umzumodeln und Spielerinnen zusammen zu stellen, die so noch nie zusammen gepielt haben und ohne Spielerinnen mit internationaler Erfahrung, die mindestens zunächst mal eine Gerüst darstellen können, an dem andere sich orientieren können, kann nach meiner Ansicht nur nach hinten losgehen, ohne dass ein Erkenntnisgewinn dabei heraus springt.
    Ich denke, Steffi Jones hat in groben Zügen erläutert, was sie und ihr Team in der nächsten Zeit angehen wollen: Ihre Spielidee vermitteln ( die sich ja dann wohl von der bisherigen unterscheidet) und zu sehen, mit welchen Spielerinnen das machbar ist. Dazu müssen neu nominierte sich im Training aufdrängen und eventuell bei einem Spieleinsatz überzeugen, und erfahrene Spielerinnen müssen sich erneut beweisen. Find ich normal. Das widerspricht weder einem Leistungsprinzip noch einem Umbau. Und sollte es so sein, dass Neulinge im Kader ihre Chance nicht nutzen können, dann bleibt es eben bei den bekannten Namen. Sollte es so kommen, kann man Steffi Jones daraus keinen Vorwurf machen.

    Aber das geht sicherlich nicht von heute auf morgen und im Hau-Ruck-Verfahren schon gar nicht. Von daher sehe ich keinen Grund zu Euphorie, aber auch keinen zu übermäßiger voraus eilender Kritik. Es bleibt also erst mal nichts übrig als abzuwarten, was passiert.

    (9)
  • Andi sagt:

    @Detlef
    Ist echt Streitkultur die immer gleichen Dinge stoisch zu wiederholen? In diesem Falle dann sogar ohne das einmal gespielt wurde?

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  • Detlef sagt:

    @Andy,
    Zur Streitkultur gehört nunmal, daß es unterschiedliche Meinungen gibt, und diese auch geäußert werden dürfen!!!

    Steffi und Markus müssen/werden dies auch aushalten!!! 🙂

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  • holly sagt:

    @F-Fuchs, auch wenn einige Spielerinnen sowie Laura bei Olympia keine Minute gespielt haben. So haben sie aber keine richtige Sommerpause gehabt. Mit ein wenig rumalbern ist es beim Training auch nicht getan. Gerade auf Torpostition ist meiner Meinung nach die Belastung sehr hoch. Man muss immer fokusiert sein auch auf der bank weil man kann ja durch Verletzung reinkommen.
    Vielleicht hat sich darum der SC Trainer und die Spielerin eine Pause gewünscht.
    Bei den anderen haben es die Trainer vielleicht nicht so gesehen. Da jeder Mensch verschiedenen ist und natürlich auch anders mit Situationen umgeht kann man nicht sagen, was bei a gut ist bei schlecht.

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  • FF-Fuchs sagt:

    @Altwolf es ist völlig OK, wenn du als Wolfsburgfan hinter Deiner Torhüterin stehst. So ähnlich ist es bei mir im Betrieb auch. Mir ist es egal wer unter mir Chef ist.
    @holly zuerst einmal habe ich weder etwas gegen Weiß oder Kämper, sondern mir geht es darum, daß es eine Torhüterin als Nummer 2, die noch in der N11 ganz wenig Spielpraxis hatte einfach nicht nominiert wird. Die selbe Belastung hatten auch die Spielerinnen in Rio die auf Abruf dabei waren (auch Lisa Weiß). Benkarth und Weiß mitzunehmen und beide je 1 Spiel zu machen, wäre absolut korrekt gewesen.
    Als Trainerin weiß sie doch vorher wen sie gerne mitnehmen möchte und erst dann wird mit den Vereinen gesprochen. Oder glaubst Du tatsächlich, daß sie erst die Vereine gefragt hat und sie dann den Kader zusammengestellt hat. Also ich glaube das nicht. Warten wir mal ab wie es bei den Testspielen aussieht, wer da nominiert wird. Wie schon einmal gesagt glaube ich nicht an eine Nominierung und weitere Spielpraxis, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

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  • holly sagt:

    @FF-Fuchs, sicher hat sie vorher mit den Vereinen und Spielerinnen gesprochen. Da ist Steffi Jones das komplette Gegenteil von Silvia Neid. Da wird sie sich schon bei Olympia mit den Spielerinnen auch ausgetauscht haben.

    Bevor Steffi da war haben viele immer gefordert das andere Spielerinnen mal zum Zug kommen sollen. Nun wird es gemacht dann ist es auch wieder verkehrt sobald es eine Spielerin vom Lieblingsverein trifft die dafür passieren muss.
    Ich habe auch nix gegen Laura halte sie auch für eine gute Torhüterin.

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