Célia Sasic beendet Karriere

Von am 16. Juli 2015 – 12.07 Uhr 28 Kommentare

DFB-Nationalstürmerin und WM-Torschützenkönigin Célia Sasic wird ihre Karriere aus beruflichen und privaten Gründen mit sofortiger Wirkung beenden.

Die 111-fache Nationalspielerin schreibt auf ihrer Facebook-Seite: „11 Jahre durfte ich in der 1. Frauen-Bundesliga und lange 10,5 Jahre in der deutschen Frauenfußballnationalmannschaft unvergessliche Momente erleben und Teil einer unglaublichen Entwicklung sein. Das macht mich stolz. Nichtsdestotrotz habe ich mich nun dazu entschieden neue Wege zu gehen und meine aktive Laufbahn im Profifußball zu beenden. Ich freue mich jetzt auf eine ganze Menge neuer Dinge, die vor mir liegen: mein Studium beenden, mich beruflich orientieren, eine Familie gründen uvm.“ 

Champions-League-Siegerin und Europameisterin
Die 27-Jährige Tochter eines Kameruners und einer Französin bestritt in ihrer Karriere 111 Länderspiele und erzielte 63 Tore. Sasic holte mit der Frauenfußball-Nationalelf 2009 und 2013 den EM-Titel, 2008 gewann sie in Peking beim Olympischen Frauenfußball-Turnier Bronze. 2014 holte sie mit dem 1. FFC Frankfurt den DFB-Pokal, 2015 krönte sie ihre Karriere mit dem Gewinn der UEFA Women´s Champions League, wo sie mit ihrem Finaltreffer zum 1:0 und als beste Torschützin des Wettbewerbs maßgeblichen Erfolg hatte.

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Célia Sasic

Célia Šašić will sich zukünftig auf Beruf und Familie konzentrieren © Nora Kruse, ff-archiv.de

WM-Torschützenkönigin
Bei der gerade zu Ende gegangenen Frauenfußball-WM in Kanada wurde sie mit sechs Treffern WM-Torschützenkönigin. Darüber hinaus wurde sie von den Fans auf FIFA.com ins Team des Turniers gewählt und sie steht in der UEFA-Auswahl zu Europas Fußballerin des Jahres. 2012 wurde sie zudem zu Deutschlands Fußballerin des Jahres gewählt. Bereits im März hatte sie ihren beim 1. FFC Frankfurt zum 30. Juni ausgelaufenen Vertrag nicht verlängert und sich Bedenkzeit über ihre sportliche Zukunft erbeten.

Verständnis von Neid
Bundestrainerin Silvia Neid, die mit Sasic schon 2004 die U19-WM in Thailand gewonnen hatte als diese noch unter ihrem Mädchennamen Okoyino da Mbabi spielte, zeigte Verständnis für die Entscheidung: „Ich bedauere die Entscheidung von Celia, kann sie aber auch nachvollziehen, denn Fußball ist nicht alles im Leben, und irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man andere Prioritäten setzen muss. ‎Für uns ist das ein echter Verlust, weil Celia eine bedeutende Persönlichkeit ist, die große Fußspuren hinterlässt. Sie war immer ein Vorbild, auf und neben dem Platz. Mit ihr haben wir wichtige Spiele gewonnen, sie hat Verantwortung übernommen und ihre Rolle als Führungsfigur optimal ausgefüllt. Ich wünsche ihr für ihren neuen Lebensabschnitt von Herzen alles Gute.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

28 Kommentare »

  • Karl sagt:

    @shane: Nein, das war ernst gemeint. Mag sein dass man es nach wie vor schafft sich zu qualifizieren , aber Zitterspiele wie gegen Irland werden wohl auch in der Quali zunehmen. Es kommt sicher jetzt fuer die N11 darauf an eine geeignete Nachfolgerin zu finden und ich glaube dass das nicht einfach werden wird. Vielleicht Petermann oder Daebritz oder vielleicht doch eher jemand den wir jetzt noch nicht auf dem Radar haben?

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  • Dude sagt:

    Wieso wird hier eigentlich immer Däbritz als eine potentielle Nachfolgern von Sasic erwähnt?

    Für mich ist Däbritz keine zentrale Stürmerin

    Ich sehe da eher Popp, Petermann oder Lotzen.

    Auch wenn es hier von vielen gefordert wird. Islacker und Starke sehe ich aufgrund ihrer Physis (Schnelligkeit, Durchsetzungsvermögen) nicht als zentrale Stürmerinnnen an, die uns in der Nationalmannschaft gegen starke Mannschaften helfen werden.

    Popp ist (eigentlich) sehr stark, wenn sie entsprechend „gefüttert“ wird, hat aber m.M. nach noch Defizite, wenn sie ins Kombinationsspiel mit eingebunden werden soll, bei Petermann muss man die Entwicklung abwarten.
    Lotzen könnte das ausfüllen, sobald/sofern sie wieder richtig fit wird.

    Sasic hatte wohl die beste Veranlagung von allen. Gute Technik, schnell und athletisch und auch mit einem sehr guten Torriecher ausgestattet. Leider hatte sie m.M. nach insbesondere bei dieser WM Probleme mit teilweise (vermeindlich) einfachen Pässen.

    Sie wird sehr schwer zu ersetzen sein

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  • holly sagt:

    Islacker halte ich auch für utopisch, daran zu denken sie zur N11 Spielerin zu machen. Vor einer gefühlten Ewigkeit war sie zwar mal Torschützinkänigin aber das is ewig her.
    Auch wenn sie in Frankfurt nun mehr Spielzeit bekommen wird, ihre große Zeit ist vorbei. Lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren. Dafür fehlt mir aber der Glaube. Sie wird in Frankfurt in den Topspielen genauso in der Luft hängen wie Celia.

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  • wolle sagt:

    Nach 2x darüber Schlafen und Nachdenken komme ich zu dem Schluß, dass Celias Rücktritt eigentlich logisch aus ihrer Sicht ist. Welche Optionen hätte Sie denn gehabt?
    1. die fehlende dt. Meisterschaft
    Mit Fft. die nächsten Jahre unrealistisch. Der VW-Club und Ulli`s Engel in München haben Fft. längst den Rang abgelaufen und sind finanziell in Zukunft viel stärker. Also hätte Sie wechseln und ihr Koblenzer Nest verlassen müssen. KEINE OPTION!
    2. Gold bei Olympia
    Celia hat bei der WM bestimmt selber gemerkt, dass FRA und USA an unserer N11 vorbeigezogen sind. Gold unrealistisch, Bronze hat sie schon. KEINE OPTION!
    3. EM in 2 Jahren
    Den EM-Titel hat sie schon 2x gewonnen. Da bis Olympia alles beim Alten bleiben soll und dann wohl ein Neuaufbau eingeleitet wird, dürfte die Zeit zur Verteidigung des EM-Titels zu knapp sein. KEINE OPTION!
    Und weitere 4 Jahre spielen um bei der WM einen erneuten Anlauf zu nehmen ist mit Ihrer Familienplanung auch KEINE OPTION!
    Alles richtig gemacht Celia.

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  • holly sagt:

    @Karl, du hast Recht sie war nie Torschützenkönigin. Habe das mti Shelley Thompson verwechselt.

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  • kelly sagt:

    schade,da ist der dfb sehr altmodisch mit muettern!!!!!!!!!!!!!nicht nur die amis auch die Engländerinnen baben 2 muetter .eine hat Zwilling und die andere sogar 3 kinder.wie in der Betreuung der kinder kann Deutschland noch viel lernen.

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  • holly sagt:

    wer sagt denn das es wirklich am DFB liegt? Das hat hier jetzt einfach mal jemand in den Raum geworfen, und nun schreiben alle das ist so. In vielen anderen Sportarten in Deutschland gibt es Mütter die hinterher zum Sport zurück kehren.
    Vielleicht wollen die Fussballerinnen sich halt es nicht antun.
    Es ist ja auch eine ziemlich große Belastung mit Kind, arbeiten trainieren und Fussball spielen.

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  • FFFan sagt:

    Paula Widmer im Gespräch mit Celia Sasic:

    https://tv.dfb.de/video/dfb-magazin-mit-c-lia-a-i/11792/

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