Titeltraum für DFB-Elf geplatzt

Von am 1. Juli 2015 – 2.56 Uhr 60 Kommentare

#Titeltraum adé! Die deutsche Nationalelf hat bei der Frauenfußball-WM in Kanada durch eine Halbfinalniederlage gegen die USA den Einzug ins Finale verpasst. Dabei hatte Célia Sasic die deutsche Führung auf dem Fuß, doch sie vergab einen Foulelfmeter. Danach wendete sich das Blatt endgültig zugunsten der USA.

Die DFB-Elf unterlag vor 51 176 Zuschauer im Olympiastadion von Montréal gegen die USA mit 0:2 (0:0). Carli Lloyd (69.) und die eingewechselte Kelley O’Hara (84.) erzielten die Treffer der Amerikanerinnen, die somit als erstes Team ins Finale am 5. Juli in Vancouver eingezogen sind, wo es gegen den Sieger des zweiten Halbfinales zwischen Japan und England gehen wird. Deutschland bestreitet zuvor in Edmonton am Samstag das Spiel um Platz 3 gegen den Verlierer der der zweiten Halbfinalpartie.

Wenig Veränderungen
Bundestrainerin Silvia Neid veränderte die DFB-Startformation auf einer Position: Für die nach Gelbsperre zurückkehrende Saskia Bartusiak musste Babett Peter auf der Bank Platz nehmen. US-Trainerin Jill Ellis ließ wie schon im Viertelfinale gegen China Abby Wambach draußen, Kelly O’Hara und Amy Rodriguez mussten ebenfalls mit der Ersatzbank Vorlieb nehmen, da Megan Rapinoe und Lauren Holiday nach Gelbsperre in die Startelf zurückkehrten.

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Angerer rettet glänzend
Nach einer Ecke von Lena Goeßling hatte Melanie Leupolz per Kopf die erste Torchance, doch der Ball ging über das Tor (3.). Doch nur kurz darauf hatten die USA in einer von beiden Seiten aggressiv geführten Partie eine Großchance zur Führung. Nach einer Ecke von Rapinoe parierte Angerer glänzend einen Kopfball von Julie Johnston aus fünf Metern (7.). Auch Rapinoes Schuss wurde sichere Beute von Angerer (9.). Fünf Minuten später brannte es wieder vor dem deutschen Tor, doch Angerer reagierte glänzend im 1:1 gegen die durchgestartete Alex Morgan (14.).

Verletzungsunterbrechung
Die USA übernahmen mehr und mehr das Kommando und gewannen mehr Zweikämpfe, Leupolz bekam den Ball im Strafraum an den angelegten Arm, doch der Elfmeterpfiff blieb zurecht aus (22.). Nach einem Freistoß von Goeßling prallten Alex Popp und Morgan Brian mit den Köpfen zusammen, die Wolfsburgerin zog sich eine klaffende Platzwunde zu, beide konnten nach kurzer Behandlung weiterspielen (29.).

Deutschland zu harmlos
Ein von Bartusiak abgefälschter Schuss von Klingenberg hätte Angerer fast auf dem falschen Fuß erwischt (34.). Die Amerikanerinnen drängten die DFB-Elf unter dem ohrenbetäubenden Lärm der Zuschauer immer mehr zurück, die DFB-Elf schwamm gehörig in der Abwehr. Tabea Kemme und Anja Mittag versuchten mit Schüssen für etwa Entlastung zu sorgen (40., 41.). Doch die klareren Torchancen hatte weiter das US-Team, Morgan vergab aus aussichtsreicher Position (43.).

DFB-Elf kommt besser ins Spiel
Die Amerikanerinnen hatten auch die erste Chance der zweiten Halbzeit, nach Ecke Rapinoe köpfte Cheney am Tor vorbei (47.). Die DFB-Elf erarbeitete sich nun ein leichtes Übergewicht, Mittag scheiterte per Kopf (53.). Nach einem Missverständnis zwischen Julie Johnston und Hope Solo riss Johnston Alex Popp zu Boden, Schiedsrichterin Teodora Albon zeigte auf den Elfmeterpunkt, doch Sasic schob den Ball am Pfosten vorbei (60.).

Enttäuschung bei der DFB-Elf nach dem Halbfinalaus.© Nora Kruse, ff-archiv.de

Enttäuschung bei der DFB-Elf nach dem Halbfinalaus.© Nora Kruse, ff-archiv.de

Sasic verschießt Elfer, Lloyd trifft vom Punkt
Deutschland blieb trotzdem am Drücker, Mittag schoss übers Tor (63.). Doch die Amerikanerinnen blieben gefährlich, Morgan ließ Krahn aussteigen, schoss den Ball aber am Tor vorbei (66.). Nach einem Foul von Krahn an Morgan gab es Elfmeter für die USA. Carli Lloyd verwandelte sicher zum 1:0 für die USA (69.).

Einwechselspielerin O’Hara sorgt für Entscheidung
Die DFB-Elf biss auf die Zähne und versuchte, sich ins Spiel zurück zu kämpfen, für Anja Mittag kam spät Dzsenifer Marozsán (77.). Auch die USA wechselten, unter dem Jubel des Publikums kam Abby Wambach für Rapinoe (80.). Maier versuchte es mit einem 20-Meter-Schuss, doch zwingende Chancen gab es für die DFB-Elf weiter nicht (81.). Doch dann fiel die Entscheidung: Die eingewechselte O´Hara erzielte eingeleitet von Lloyd aus kurzer Distanz den zweiten US-Treffer (84.).

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

60 Kommentare »

  • Schelle sagt:

    Zu den Kommentierungen zu den 6ern und insbesondere Melanie Leupolz möchte ich ergänzen, dass ich ihre vornehmliche Aufgabe im defensiven Bereich sehe. Ich habe den Eindruck, dass die Bewertungen der 6er hier in dem Forum fast ausschliesslich auf das Offensivverhalten der 6er ausgerichtet ist. Mir erscheint Melanie Behringer gerade gegen physisch starke und schnelle Mannschaften wie Frankreich und die USA nicht schnell und wendig genug um die für die 6er- Position so wichtigen Defensivaufgaben zu bewältigen. Deshalb kann ich verstehen, dass sie nicht gespielt hat. Und auch Maroszan kann meiner Meinung nach diese Position nicht bekleiden.
    Natürlich war die Leistung von Leupolz nicht gut und sie hatte zu viele Ballverluste. Aber ich möchte auch daran erinnern, dass sie gerade einmal 21 geworden ist und auch noch nicht viele Spiele auf hohem Niveau auf dieser Position gemacht hat (als frühere Aussenstürmerin).
    Ich bin mir eigentlich recht sicher, dass wir mir ihr auf dieser Position in den nächsten Jahren und Turnieren eine hoffnungsvolle Spielerin haben.

    Für mich hing die offensive Mittelfeldspielerin Mittag gestern vollkommen in der Luft und sie hat keinen Zugriff bekommen. Da hätte ich mir eine frühere Einwechslung von Maroszan gewünscht.

    Sasic konnte gestern leider auch nicht ansatzweise überzeugen. Dort hätte ich mir einmal den Versuch mit Popp in der Mitte (auch aufgrund ihrer Kopfballstärke) und schnellen Spielerinnen wie Laudehr (dann halt mal links wie in Frankfurt) und Bremer über außen gewünscht.

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  • Digger Dunn sagt:

    Glückwunsch an die US-Truppe. Das war clever und cool runtergespielt. Das Halbfinale hat Frau Neid verloren! Wenn ich sehe, daß die Sturmabteilung Probleme hat, kann und muß ich doch das Auswechselkontingent VOLL ausschöpfen. Warum nicht mal Bremer und Petermann mit reinschmeißen. Die kennen das Stadion noch von 2014 und hätten noch mal Vollgas geben können. Die Offensive war diesmal der Knackpunkt. Und das lag auch am verschossenen Elfer. Wenn der drin ist, läuft das Spiel ganz anders. An der Abwehr mit Kemme, Bartusiak, Maier und bedingt Krahn hat’s sicher nicht gelegen, die haben ihr Ding gemacht.

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  • translate sagt:

    @Dori – stimme dir voll zu.

    Eigentlich auch dir, @never-rest, nur sehe ich die Zukunft vielleicht nicht ganz so pessimistisch („Ich sehe mit Sorge, dass unsere N11 für lange Zeit den Anschluss an die absolute Weltspitze verlieren könnte , genauso wie dies schon Norwegen und Schweden durchmachen.“).

    Ich glaube einfach an die Qualität unserer BL (& dem U-Ausbildungssystem). Bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir die stärkste Liga haben, die ein hohes Potential von tollen Talenten hervorbringt.
    Das Einzige, was halt wirklich passieren muss, ist, dass unsere Welttrainerin sich endlich endlich endlich verabschiedet.

    Dann spielen auch Spielerinnen, wie Leupolz, Maro, Gößling … wieder auf dem Leistungsniveau, das man jedes Wochenende in ihren Vereinen gewohnt ist.

    Bei aller angebrachten Vorsicht gegenüber Steffi – es kann eigentlich nur BESSER werden!!!

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  • wolle sagt:

    Nüchtern betrachtet muss man eingestehen, dass wir nicht mehr die Nr.1 der Welt sind. Ich habe auch kein Problem damit, dass unsere N11 im Viertel- oder HF bei diesen Gegnern ausscheidet. Mir macht Sorgen, dass andere Nationen sich fortwährend weiterentwickeln, nur unsere N11 eigentlich noch auf dem Stand von 2007 ist und meint so auch noch Titel zu gewinnen. Das gleiche Spielsystem, gleiche Spielertypen und kein Plan B. Ich fand die Amis gestern gar nicht mal so gut, ich glaube auch das wir bei einem leichteren Viertelfinalgegner hätten gewinnen können. Aber selbst die Amis haben kapiert dass man nicht mehr wie beim letzten WM-Gewinn kicken kann. Unsere Mädels wirkten ausgelaugt noch vom Frankreich-Spiel. Da redet Fr. Neid davon das wir noch nie so einen gleichstarken Kader gehabt hätten, letztendlich aber stellt Sie immer die gleiche 11 auf. Sie analysiert richtig, dass uns Spielwitz fehlt, läßt aber die eigentlich dafür am besten geeignete Spielerin nur die letzten 15 min spielen.
    Wenn wir es nicht schaffen, neue Wege mit allen DFB-Mannschaften zu gehen, wird spätestens in 2 Jahren bei der Euro das böse Erwachen kommen. Frankreich ist uns trotz Niederlage weit voraus und ich fürchte andere Nationen werden folgen.
    Aber das System Neid wird so weitergehen, und bei allem Respekt vor Fr. Jones, Ihr traue ich eigentlich noch weniger zu.
    MVT wäre für den nun durchzuführenden Umbruch genau die Richtige gewesen. Spätestens nach Olympia werden Krahn und Bartusiak hoffentlich ihre Natio-Kariere beenden. Ob Alushi oder Kessler nochmal zurückkommen? Celia wird wohl auch nach Olympia in Rente oder Babypause gehen.
    2004 nach einer verkorksten EM hat man bei den Herren Klinsmann geholt, der dann grundlegende Änderungen vollzogen hat. Ich fürchte bei den Damen wird dies erst 2017 sein.

    Ein Wort noch zu den hier genannten daheimgebliebenen Alternativen. Liebe Leute, zieht bitte eure Vereinsbrille aus, ihr macht euch lächerlich. Bis auf 2-3 Namen denke ich hatte Fr Neid schon die Besten dabei. Die hier so kritisierte Sasic ist zugegeben meine Lieblingsspielerin, aber die Statistik spricht nun mal für Sie. Die meisten Tore in Buli, CL und in der N11. Und da waren auch Wichtige dabei (z.B. Finale CL). Mich würde mal Ihre Laufleistung/ Spiel im Vergleich mit Kolleginnen interressieren. Gestern hätte ich Sie auch statt Mittag ausgewechselt. Nach dem verschossenen Elfer ging gar nichts mehr. Aber die Wechsel von Fr Neid werde ich wohl nie verstehen.

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  • FFFan sagt:

    Finde die Kritik an der deutschen Mannschaft auch überzogen. Man hatte im Gegensatz zu den USA 2 ganz schwere KO-Spiele.
    Die Auslosung war Wettbewerbsverzerrung. Die USA konnten in den Runden zuvor B-Mannschaften aufbieten.
    Im Übrigen hatten die USA nach Minute 15 genau zwei Schüsse aufs Tor, den unberechtigten Elfmeter und das 2:0.
    Ja, es ging nicht viel nach vorne, aber in der 2. Halbzeit hatte Deutschland mehr vom Spiel und wenn Sasic und die Schiedsrichterin einen besseren Tag erwischen, gewinnt Deutschland höchstwahrscheinlich.

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  • bundle sagt:

    Sasic war extrem unkonzentriert vor ihrem Strafstoß, blicke nochmals kurz nach hinten und verschoss dann prompt. Jones wird schnell scheitern und dann wir es mal zeit für eine männlichen Cheftrainer der die Qualifikation mitbringt, das Team Taktisch wieder an internationales Niveau heranzuführen.

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  • karl sagt:

    @waiiy: Ein Strafstoß darf nur ausgeführt werden, wenn bei der verteidigenden Mannschaft der Torwart im Tor steht und sein Gesicht und seinen Körper in Richtung Spielfeld gedreht hat. Mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Strafsto%C3%9F .
    und vielen Dank fuer deine Analysen und Bewertungen des Spieles . Das habe ich auch so gesehen. Volle Zustimmung!

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  • bneidror sagt:

    @waiiy

    Gemäß den Regeln muss der/die TorhüterIn auf der Torlinie zwischen den beiden Pfosten stehen, damit der Elfmeter ausgeführt werden kann.

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  • dummkopf sagt:

    Sorry schreibe sonst auch hier etwas dazu, aber England-Vorschau soll auch noch rein, und nicht vergessen: gleich U17, daher nur ein Link:
    https://football11women.wordpress.com/2015/07/01/usa-germany/

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  • Maskal69 sagt:

    Ich bin sowas von enttäuscht über das Ausscheiden der NM im Halbfinale, so stark fand ich die USA nicht. Ich bin absolut überzeugt, das die Mannschaft die Qualität zum Titel hatte.
    Aber wenn ich als Weltranglisten erster zur WM fahre und das erreichen des Halbfinale als Ziel angebe, da wundere ich mich nicht mehr. Das Ziel und die Motivation konnten doch nur der WM Titel sein.
    Die Mannschaft wirkte schon wie gegen Frankreich ziemlich leblos und taktisch sehr schlecht eingestellt. Das wird im Spiel um Platz drei gegen England/Japan nochmal ne ganz schwere Nummer.

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  • Pauline sagt:

    Andreas@ Schmidt
    wäre die bessere alternative gewesen
    sie ist viel präsenter, schneller und fast die einzige die mal bis zur Grundlinie geht und einen verwertbaren Pass bringt(hebt mal den Kopf)—- aber gleichzeitig die Kraft und Schnelligkeit hat wieder hinten zusein- Kann mich nicht erinnern das sie dem Gegner hinter her läuft.(Bundesliga) Es ist schade das die BT kein vertrauen zur Leistung ihrer Auswechselspielerin hat….Wie hies es so schön unser Kader ist ausgeglichen und was von der Bank kommt….

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  • Altwolf sagt:

    Als Fazit, zumindest aus den beiden zurückliegenden Spielen, möchte ich Folgendes ziehen.
    Natze im Tor hat ihre Aufgabe sehr gut gelöst.
    Die beiden IV-erinnen hätten gegen die USA ruhig A.Krahn u.B.Peter heissen können, um die zuvor doch erkennbare Harmonie im Frankreichspiel noch auszubauen.
    Die beiden AV waren m.T.Kemme(ohne Alternative)u. L.Meier (vielleicht doch mal B.Schmitt) ordentlich besetzt u.auch solide im Spiel, auch wenn L.Meier zu viele Fehlpässe unterlaufen, doch muß man ihr die noch fehlende Erfahrung auf diesem Niveau zugutehalten.

    Der Knackpunkt überhaupt im deutschen Spiel das MF, defensiv noch ordentlich, aber im Spielaufbau mit nicht erwarteten Schwächen, wobei M.Leupolz so gut wie gar nichts gelang und deutlich wird, das L.Gößling diese Aufgabe ohne eine wirklich gute Nebenfrau, die ihr (N.Keßler läßt aber sowas von Grüßen) den Rücken frei hält oder die Kreativität zumindest phasenweise abnimmt. Sie ist nicht die „Strategin“ als die man sie gerne bei Mangel an Alternativen hinstellt – das ist und war insbes. Kessi und Lena hat das Tempo dabei gemacht mit schnellem Lauf Räume überbrückt, um dann auch mal auf die Aussen zu spielen und das Spiel „breit“ zu machen.
    So etwas kann man u.sollte man von M.Leupolz auch noch nicht zwingend erwarten, denn auch ihr fehlen, wie auch einigen anderen N11-Spielerinnen die 2-3 Jahre Erfahrungen auf höherem Niveau.
    Im Verlauf des USA-Spieles hätte M.Behringer durchaus zu L.Gößling gepasst, denn der Druck der US-Girls hatte doch nachgelassen.
    Auch D.Maroszan, wie doch sehr gern von Kommentatoren bezeichnet, ist nicht die „benötigte“ Strategin, könnte diese jedoch mit guten Pässen u.Flanken hinter den Spitzen unterstützen, ansonsten fehlt ihr dafür einfach die Kampfkraft und der „unbedingte“ Wille sich in ein entscheidendes Spiel einzubringen.

    Wie hier schon im Forum von einigen Usern kommentiert wurde, ist C.Sasic, zumindest in der derzeitgen Verfassung, keine wirkliche Größe im Sturm. Da täuschen doch die Tore gegen rel.schwache Gegnerinnen. Sie hat nicht die technischen Fähigkeiten sich im 1:1 gegen stärkere Defensivspielerinnen durchzusetzen und ganz frapierend die mangelnde Ballkontrolle bei Anspielen, wenn sie denn mal gelingen, denn auch da gibt es offenbar nur zu Maro,wenn diese spielt, eine Abstimmung.
    Auch A.Mittag hatte ihr Spiel gegen Schweden, aber sonst auch keine Bindung zu den Mitspielerinnen, weder zu den anderen Offensiven, noch zum MF, da oft auch nicht anspielbar, was sich auch das ein oder andere Mal in Lenas Ballverlusten o. Fehlpässen äußerte.
    Das Außenthema hatten wir schon und wenn s.Neid auch nur etwas vom „kämpferischen“ Spirit ihres Teams abbekommen hätte, wäre sie das Risiko eingegangen frühzeitig nach dem 0:1 A.Popp in die Mitte, S.Laudehr auf LA u. P.Bremer auf RA und D.Maroszan hinter d. Spitze umgestellt, mit Wechsel von A.Mittag u. C.Sasic.

    Das wäre keine Garantie, aber zumindest ein Zeichen das Team nochmals aufzurütteln und von der Bank her zu puschen.
    Bei dieser „Emotionalität“ von S.Neid könnte mir fast C.Bell noch sympatisch rüberkommen,

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Auf WEB.DE gefunden, und eine gute Einschätzung wie ich finde!
    => https://web.de/magazine/sport/fussball/wm-2015-frauen/frauen-wm-2015-deutschlands-vormachtstellung-wackelt-30740192

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  • GG sagt:

    In einigen Kommentaren kann ich mich wiederfinden, häufig jedoch finde ich die Statements für überzogen.
    Unter dem Strich bleibt die Offenbarung … meine bereits zum Zeitpunkt der endgültigen Kadernominierung dargelegte Erwartung ist eingetreten: Deutschland wird nicht Weltmeister.
    Und doch war ich nach dem Frankreich-Spiel optimistisch, dass der Titelgewinn möglich sei.

    Weshalb ist Deutschland heute morgen gescheitert ? Meine persönliche Analyse und Meinung:

    Die Startformation war typisch Trainerkollektiv. Klar, dass Bartusiak zurückkehren würde, wenngleich mir der Einsatz von Babett Peter besser gefallen hätte. Hier vermag ich jedoch noch keinen entscheidenden Fehler zu erkennen.
    Zur Halbzeit hat m.E. – offenkundiger – Handlungsbedarf bestanden, welcher jedoch auf der Trainerbank nicht erkannt wurde. Sasic war für mich in der 1. Hz ein Totalausfall – keine Ballannahme noch -beherrschung, alle Direktabspiele in die Füße der Gegenerinnen. Aber immerhin noch auf dem Platz – wofür ich bei Simone Laudehr ab ca. Mitte der 1. Hz nicht mehr die Hand ins Feuer legen würde. Mir ist sie jedenfalls nicht mehr aufgefallen.
    Als Halbzeitfazit hatte ich ein Spiel 9,5 Deutsche vs. 11 Amerikanerinnen auf meinem Zettel. Der von mir erhoffte Wechsel: Behringer (neben Melly Leupolz ins defensive MF) für Sasic. Sturmzentrum mit Anja Mittag – ggfls. im Wechsel mit Alex Popp – besetzen, Lena Goeßling als Ballverteilerin vor die Doppel-Sechs.
    Stattdessen jedoch weiteres „Gewurschtel“. Und doch der etwas überraschende, auf eine Einzelleistung von Alex Popp zurückzuführende, berechtigte Elfmeter. Mich hat sehr irritiert, dass Celia Sasic noch zeitlich deutlich vor der Ausführung ihre Mitspielerinnen angefeuert hat – für mich ein klares Zeichen fehlender Konzentration. Dementsprechend denn auch der Schuß am leeren Tor vorbei (H. Solo hatte sich frühzeitig für die andere Ecke entschieden). Spätestens jetzt hätte der von mir bereits angesprochene Wechsel erfolgen müssen.
    Stattdessen tritt das ein, was sich bis dahin schon deutlich abzeichnete. Alex Morgan – die sich Annike Krahn bereits wiederholt „zurechtgelegt“ hatte – geht in einen weiteren Zweikampf und erzwingt einen Elfmeterpfiff. Die Ausführung von Lloyd unhaltbar.
    Vielleicht jetzt endlich eine zeitnahe Reaktion durch das Trainerkollektiv? Nein. Erst 8 Minuten später wird Dzeni Marozsan – für Anja Mittag – aufs Feld geschickt. Aus dem Frankreichspiel angeschlagen, in körperbetonten Spielen erfahrungsgemäß stets ineffektiv und schnell uninspiriert …

    Und darüber hinaus, quasi als Krönung all dessen, keine weitere Einwechslung mehr. Wobei, mit Lena Petermann (für Sasic) und Pauli Bremer (für Laudehr) waren unbekümmerte Spielerinnen verfügbar, die mit der Spielstätte eine ganz besondere Geschichte verbindet: Vor ca. Jahresfrist in eben diesem Stadion das Finale der U20-WM gewonnen, Torschützin L. Petermann und – nach meiner Erinnerung – auf Vorlage von P. Bremer. Zu verlieren hätte Deutschland nichts mehr gehabt – also dann muss es in einem WM-Halbfinale doch heißen alle Potentiale ausschöpfen, volle Kapelle voraus. Marco Hagemann – der angesprochene Eurosport-Kommentator – hat es unnachahmlich auf den Punkt gebracht. Und auch ich kann im Nachgang nur mutmaßen, dass das deutsche Trainerkollektiv irgendeine Verabredung mit Manitou gehabt haben muß, dieser jedoch bestimmte Absprachen wohl nicht ganz verstanden hat ….?

    Die Enttäuschung ist tief – auch bei mir. Der zweite WM-Titel in Folge, der nach meiner Überzeugung durch Fehlleistungen des Trainerkollektivs zumindest leichtfertig aus der Hand gegeben wurde.
    Ich bin sehr gespannt, was uns als FF-Fans zum Spiel am kommenden Sonnabend noch blüht (Mannschaftsaufstellung) und wie hierauf die Reaktionen verschiedener Spielerinnen im Laufe diesen Monats dann noch ausfallen (Rücktrittserklärungen?). Olympia-Qualifikation – schön und gut, aber berechtigte Aussichten auf diesen Turniererfolg ? Weiter so wie bisher, aber leider auch gemäß bereits geschaffener Perspektive = wohl Nein.

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  • pinkpanther sagt:

    @SF: yepp! Wollte den Link vorhin auch schon posten, der Artikel bringt vieles wirklich auf den Punkt!
    Ich bin ja weder ein Freund von Miesmacherei noch von Schönrederei …
    Intermezzo: Jetzt sehe ich gerade noch einmal mit einem Auge in der ES-Wiederholung die Szene, die zu gestern zu deutschlands Elfmeter führte … wahrscheinlich hätte Popp, die wirklich kein gutes Turnier spielt, den reingemacht. Aber seis drum, verdient wäre ein Sieg nicht gewesen.
    SN hat ja seit einiger Zeit selbst erkannt, dass einige Fußballnationen mit Siebenmeilenstiefeln aufholen, aber einige haben Deutschland halt mittlerweile auch überholt, leider!
    Aber was tun wir dagegen? Frau Bermhard wurschtelt weiter vor sich hin (habe grade das Aus der U17 im HF gegen die Schweiz geschaut; ganz zu Schweigen von der 0:4-Schlappe in der Vorrunde gegen Spanien), SN ist einfach taktisch nicht annähernd auf der Höhe und jetzt Steffi Jones als Nachfolgerin 🙁 Das Potential ist ja nach wie vor in hohem Maße vorhanden und wenigstens Frau Meinert stellt ja seit geraumer Zeit unter Beweis, dass sich daraus was machen lässt. Auch wenn der Sieg gegen F und der WM-Titel letztes Jahr sehr glücklich war, demgegnüber steht auf der anderen Seite der unglückliche Vize-WM-Titel 2012 als die U20-Frauen ein auch spielerisch wirklich tolles Turnier spielten!
    In diesem Forum schon viel diskutiert, aber nach wie vor offensichtlich: Genau wie die U17-Mädels spielt auch die A-Natio einfach nur ihren Stiefel runter und das gegen (deutlich) schwächere Gegner meist ja noch erfolgreich. Was fehlt ist die Reife und Qualität gegen starke Mannschaften wie aktuell gegen FR und USA wieder gesehen. Und hier trifft die Trainerin IMHO eine gehörige Mitschuld: Warum wird Dzsenifer Marozsán erst so spät eingewechselt? Warum bringt SN – spätestens nach dem 0:1 – nicht eine oder besser zwei der jungen Stürmerinnen/MF-Spielerinnen? In der Vorrunde hat SN es ja gut gemacht, dass sie beide Lenas, Sarah, Pauline und nicht zu vergessen Mel Behringer Spielpraxis unter Wettbewerbsbedingungen gegeben hat. Auch wenn es gegen überlegene Amis schwehr geblieben worden wäre, vielleicht hätte doch noch etwas gehen können …

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  • Andi sagt:

    Zum Spiel möchte ich nicht viel sagen, ausser es ist besser mit dieser Leistung auszuscheiden, als nach der wirklich desolaten Leistung gegen Frankreich. Von der vielgerühmten tollen Auswechselbank bekammen wir ja leider nicht viel zusehen. Was sich Silvia Neid hierbei gedacht hat, nicht auszuwechseln geht über mein Vorstellungsvermögen. Für mich trägt SN die Hauptschuld an den Leistungen der Natio bei diesem Turnier. Taktisch eine Katastrophe. Oder ist sie einfach nur ausgelaugt und erreicht die Mannschaft nicht mehr? Das von Natze organisierte Motivationsmeeting ohne Trainerin spricht hier für mich Bände.

    Ich halt auch nichts davon auf die Mädels einzuprügeln, denn das diese ein höheres Potential unter anderer Anleitung haben wissen wir alle.

    Was mir noch aufgefallen ist war die Vernachlässigung der linken Seite. Auffällig besonders von Sasic. Hier möchte ich auch mal die Lanze für Melly Leupolz brechen. Sie war aus meiner Sicht die einzige Spielerin die sich bemüht hat nicht alles über rechts oder die Mitte laufen zu lassen und wären Sasic und auch Mittag nicht immer nur wie ferngesteuert auf eine Seite gelaufen hätte das sogar funktionieren können.

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  • pinkpanther sagt:

    @Wolle: Die Wechsel von SN wirst du nicht verstehen? Du meintest wohl die Nicht-Wechsel gestern!?

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  • wolle sagt:

    @pinkpanther: Yes, aber auch in den Spielen zuvor habe ich nie kapiert was Sie bezweckt. Das war vor 4 Jahren auch schon so.

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  • Detlef sagt:

    @Schelle & DAWIDenko,
    Das Problem ist doch nicht erst seit kurzem bekannt!!!
    Schon vor 4 Jahren beklagten wir schon die selben Unzulänglichkeiten!!!

    Eine WM gibt es nur alle 4jahre!!!
    Man bereitet sich also 48 Monate auf dieses Großereignis vor, und sollte dann eigentlich auf den Punkt fit und eingespielt sein!!!

    Wir sind jetzt exakt 48 Monate nach der Heimpleite und müssen leider feststellen, daß sich zwar einige Akteurinnen geändert haben, die Mannschaft als solche sich aber NULL weiterentwickelt hat!!! 🙁
    Wir haben unseren Ruf als Turniermannschaft abermals ruiniert und nun wohl endgültig verloren!!!

    Hier stimmt etwas grundsätzlich nicht!!!
    Einige beklagen, daß es keine Alternativen gäbe!!!
    Da bin ich anderer Auffassung!!!
    Einige hat die Bundesgöttin sogar nach Kanada mitgenommen, andere noch Zuhause gelassen!!!

    Doch selbst die Glücklichen, die über den großen Teich mitdurften, kamen über den Touristenstatus kaum hinaus!!!
    Denn man vertraut nur auf einen kleinen elitären Damenkreis, selbst wenn die angeschlagen- und/oder ohne Spielpraxis sind!!!

    Das alte Neid’sche Prinzip lautet nach wie vor, „passe nicht das Spielsystem an die vorhandenen Spielerinnen an, sondern verbiege die Mädels möglichst so, daß sie ins vorgegebene System passen!!! 🙁

    Zum wiederholten Male wurde deutlich, daß die Bundesgöttin eben keine gute Trainerin ist!!!
    Ihre „Erfolge“ basierten hauptsächlich auf der Vorarbeit ihrer Vorgängerin TTM!!!
    Und dieser Vorschuß ist halt irgendwann aufgebraucht!!!

    Was hinterlässt sie wohl ihrer Nachfolgerin???

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  • pinkpanther sagt:

    @Wolle: Stimme dir zu! Aber die Nicht-Einwechslungen im USA-Spiel haben dem ganzen nochmal die Krone aufgesetzt!

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