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2015

USA gegen Deutschland: die Einzelkritik

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat im Halbfinale der Frauenfußball-WM in Kanada nicht unverdient verloren. Dabei scheiterte die DFB-Elf an ihrer mangelnden Kreativität beim Herausspielen von Torchancen.

Nadine Angerer: An der DFB-Torhüterin lag es nicht, dass die DFB-Elf den Einzug ins WM-Endspiel verpasste. Mit starken Paraden gegen Julie Johnston, Megan Rapinoe und Alex Morgan bewahrte sie ihr Team schon in der Anfangsphase früh vor einem Rückstand. Bei den Gegentreffern war sie machtlos.

Leonie Maier: Brachte sich früh mit der Gelben Karten nach einem Foul an Megan Rapinoe in Schwierigkeiten und hatte Glück, dass sie nach einem Ellbogeneinsatz nicht die Gelb-Rote Karte sah. Bekam die Amerikanerin nie richtig in den Griff. Konnte auch in der Vorwärtsbewegung kaum Akzente setzen. Kämpfte aber verbissen.

Annike Krahn : Viel Schatten, wenig Licht. Ließ sich immer wieder von Alex Morgan düpieren, etwa als diese sie mit dem Ball überlupfte. Die Abwehrchefin bekam die quirlige Amerikanerin nie unter Kontrolle. Ihr Foul an Morgan führte zum Elfmeter, aus dem das 0:1 entstand. Beim zweiten Gegentreffer sah sie erneut schlecht aus.

Saskia Bartusiak: Wirkte aufgrund der starken US-Offensive nicht so abgeklärt wie sonst, stand individuell aber nicht so im Rampenlicht wie Krahn. Konnte ihre Innenverteidigungspartnerin aber auch nicht wirklich entlasten.

Tabea Kemme: War in der ersten Halbzeit eine der besseren deutschen Spielerinnen, aber zu sehr mit Abwehraufgaben gebunden, um sich gezielter ins Offensivspiel einzuschalten. Hielt aber mit ihrer physischen Stärke gut dagegen. Beim zweiten Gegentreffer kam sie gegen Kelly O’Hara zu spät.

Lena Goeßling: Versuchte zu Beginn, das Spiel an sich zu reißen und arbeitete stark im Pressing. Leistete sich aber auch Fehlpässe, lief sich zu oft fest und deutete nur selten ihr kreatives Potenzial an. Ließ in der zweiten Halbzeit nach und gab zu wenig Impulse nach vorne. Auch ein Grund, warum das Pendel in Richtung USA ausschlug.

Melanie Leupolz: War zwar gewohnt laufstark und arbeitete gut gegen den Ball, verlor diesen aber auch viel zu häufig und verstrickte sich teil in unnötige Zweikämpfe, anstatt den Ball früher abzugeben. Lud durch ihre Fehler teils die US-Spielerinnen zu gefährlichen Angriffen ein. Wie gegen Frankreich eine der Schwächeren im Team.

Simone Laudehr im Zweikampf c Nora Kruse / ff-archiv.de

Simone Laudehr: Der Frankfurter Mittelfeldspielerin war von Beginn an die Extramotivation anzusehen. Rackerte auf der Außenbahn wie ein Berserker und war gewohnt konditionsstark. Richtig durchsetzen konnte sie sich aber n den 1:1-Duellen so gut wie nie.

Anja Mittag : Wie schon gegen Frankreich lief das Spiel in weiten Teilen an der Mittelfeldspielerin vorbei. Versuchte es ab und an mit Distanzschüssen, aber auch sie fand keine Mittel, Lücken in die gegnerische Defensive zu reißen. Hatte aber einige wenige ordentliche Chancen, etwa bei einem Kopfball anfangs der zweiten Halbzeit.

Alex Popp : Eines der besseren WM-Spiele der Wolfsburgerin. Hatte in der Anfangsphase eine gute Chance und lief auf der Außenbahn hoch und runter und ließ sich auch durch eine klaffende Platzwunde nach einem Zusammenprall mit Morgan Brian nicht aus der Ruhe bringen. Stand im Mittelpunkt, als ein Foul an ihr zum Elfmeter führte.

Célia Sasic: War zwar bemüht, lief sich aber immer wieder in der gegnerischen Defensive fest. Schaffte es in den Zweikämpfen nicht, sich durchzusetzen. Ließ sich offenbar von den Psychospielchen Hope Solos anstecken, als sie den Elfmeter verschoss und somit die Führungschance vergab.

Dzsenifer Marozsán: Kam viel zu spät erst in der 77. Minute und konnte dem Spiel keine wesentlichen Impulse mehr geben. War aber für eine Benotung zu kurz auf dem Platz.