Deutschland gegen USA: Duell der Superlative
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (ab 1 Uhr live in der ARD) kommt es bei der Frauenfußball-WM in Kanada im ersten Halbfinale zum Duell der Superlative zwischen dem Weltranglistenersten Deutschland und dem Weltranglistenzweiten USA. Mit Glück nahm die DFB-Elf im Viertelfinale die Hürde Frankreich , jetzt soll mit spielerischen Mitteln auch die USA geknackt werden.
Denkt man an das Duell Deutschland gegen USA, denkt man unweigerlich an das legendäre Halbfinale der Frauenfußball-WM 2003. 27 623 Zuschauer kamen damals am 5. Oktober 2003 an einem sonnigen Spätsommernachmittag in den PGE-Park von Portland, um den als schier unbezwingbar geltenden favorisierten Gastgeber gegen die DFB-Elf ins Finale der WM einziehen zu sehen.
Denkwürdiges Halbfinale Doch die Laune des Drehbuchs hielt eine andere Story parat und DFB-Torhüterin Silke Rottenberg und ihr Team verteidigten bis in die Nachspielzeit gegen überlegene Amerikanerinnen eine knappe 1:0-Führung von Kerstin Garefrekes, ehe Maren Meinert und Birgit Prinz mit ihren Treffern zum 2:0 und 3:0 das Publikum vollends zum Schweigen brachten. „Es wurde auf einmal komplett ruhig“, erinnert sich Torhüterin Nadine Angerer, die damals auf der Ersatzbank mitfieberte. Und die deutsche Mannschaft hätte nichts dagegen, wenn im US-Team auch heute Abend im Olympiastadion von Montreal nach dem ersten Halbfinale der Frauenfußball-WM in Kanada (ab 1 Uhr live in der ARD) wieder totale Stille einkehren würde.
Bester Sturm gegen beste Defensive Die Deutschen gehen mit der Empfehlung des besten Sturms (20 Tore) in die Partie, doch die Amerikanerinnen haben im Turnierverlauf erst einen Gegentreffer kassiert, US-Torhüterin Hope Solo musste seit 423 Minuten nicht mehr hinter sich greifen. Auch weil die US-Viererkette aus Ali Krieger, Julie Johnston, Becky Sauerbrunn und Meghan Klingenberg bisher zum Besten gehörte, was dieses Turnier zu bieten hatte.
Marozsán-Einsatz fraglich Doch damit soll jetzt Schluss sein. „Es wäre schön, wenn wir ein, zwei Treffer erzielen würden, Hauptsache einen mehr als die USA“, so Bundestrainerin Silvia Neid , die noch um den Einsatz von Dzsenifer Marozsán bangen muss. „Wir erwarten einen ganz starken Gegner und ein heiß umkämpftes temporeiches Spiel. Die USA sind sehr zweikampfstark und da müssen wir dagegenhalten.“ Gegen Frankreich bot die DFB-Elf im Viertelfinale trotz spielerischer Unterlegenheit eine vor allem kämpferische starke Leistung, das alleine wird gegen den Weltranglistenzweiten nicht reichen.
Neid rechnet mit Wambach „Es kann gut sein, dass wir unser Glück im Frankreich-Spiel schon aufgebraucht haben, deswegen müssen wir es jetzt mit spielerischen Mitteln schaffen“, so Neid, die damit rechnet, dass beim Gegner die 35-Jährige Abby Wambach, die gegen China nur eingewechselt wurde, von Beginn an spielt. „Immer wenn Abby Wambach spielt, geht ein Ruck durch die Mannschaft. Und man kann sie bei Ecken nur ganz schwer verteidigen.“
Popp kann es kaum noch erwarten Doch die deutsche Mannschaft will gegen die Amerikanerinnen ihre eigenen Stärken in die Waagschale werfen und vor allem mit aggressiven Pressing den Gegner zu Fehlern zwingen. Alex Popp erklärt: „Wir können es kaum noch erwarten. Wir hoffen, dass der lange Tag schnell rumgeht.“
Lloyd setzt auf Momentum US-Mittelfeldspielerin Carli Lloyd meint: „Ich denke, wir sind das beste Team in der Welt. Wir haben das Momentum, denn es fühlt sich schon jetzt ganz anders an als vor dem China -Spiel. Wir wollen unseren Gegnern keinen Respekt geben, wir wollen ihnen nicht das Gefühl geben, dass wir nervös sind, sondern sie nervös machen.“