DFB-Elf nach Elfmeterkrimi im Halbfinale

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf nach einem packenden Elfmeterkrimi gegen Frankreich das Halbfinale der Frauenfußball-WM in Kanada erreicht. Dabei war die DFB-Elf lange Zeit das unterlegene Team, erst durch einen verwandelten Handelfmeter rettete sich das Team in die Verlängerung. Einmal mehr wurde DFB-Torhüterin Nadine Angerer zur Matchwinnerin.

Die DFB-Elf setzte sich vor 24 859 Zuschauer im Olympiastadion von Montreal mit 5:4 nach Elfmeterschießen durch, nach 120 Minuten hatte es nach Treffern von Louisa Necib (64.) und Célia Sasic (84. Handelfmeter) 1:1 gestanden. DFB-Torhüterin Nadine Angerer wurde wie schon im EURO-Finale 2013 mit einem gehaltenen Elfmeter zur Matchwinnerin. Somit trifft die DFB-Elf im Halbfinale am kommenden Dienstag in Montreal auf die USA, die in Ottawa ihr Viertelfinalspiel gegen China durch einen Treffer von Carli Lloyd (51.) mit 1:0 (0:0) gewannen.

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Eine Veränderung in beiden Startformationen
Die DFB-Elf begann in der erwarteten Startformation: Im Vergleich zum 4:1-Sieg gegen Schweden im Achtelfinale änderte Bundestrainerin Silvia Neid ihre Elf nur notgedrungen, für die gelbgesperrte Saskia Bartusiak übernahm Babett Peter den Platz neben Annike Krahn in der Innenverteidigung. Frankreichs Trainer Philippe Bergeroo nahm ebenfalls eine Änderung vor, anstelle von Laure Boulleau kam überraschend Amel Majri.

Necib verpasst frühe Führung
Nicht einmal 60 Sekunden gespielt, da war klar, wer die Musik machte. Nach Flanke von Elodie Thomis scheiterte Louisa Necib nur denkbar knapp mit ihrem Schuss (1.). Es war das Auftaktsignal für einen wahren Sturmlauf der Französinnen, Laura Georges hatte nach Freistoß Necib mit einem Drehschuss die nächste Chance (4.).

Sasic-Kopfball beste DFB-Chance
Die DFB-Elf tat sich mächtig schwer, einen Fuß ins Spiel zu bekommen. Ein Freistoß von Lena Goeßling sorgte für einen Hauch von Gefahr, doch Frankreichs Torhüterin Sarah Bouhaddi klärte mit beiden Fäusten (12.). Deutschland kämpfte sich nun ein wenig besser in die Partie, Célia Sasic hatte mit einem Kopfball die beste deutsche Chance (14.). Dennoch gelang es den deutschen Spielerinnen kaum ihr eigenes Spiel aufzuziehen, Anja Mittags Distanzschuss war ein Zeichen der Ratlosigkeit (20.).

Célia Sasic (li.) und Dzsenifer Marozsán
Célia Sasic (li.) und Dzsenifer Marozsán bejubeln den dramatischen Halbfinaleinzug © Nora Kruse / ff-archiv.de

Frankreich immer einen Tick schneller
Die Französinnen waren weiter spritziger, Marie-Laure Delie köpfte nach Flanke von Thomis übers Tor (25.). Frankreich blieb weiter am Drücker, erst landete ein Schuss von Amandine Henry in den Armen von Nadine Angerer, kurz darauf parierte die DFB-Torhüterin glänzend aus kurzer Distanz gegen Necib (38.).

Marozsán für Mittag
Mit Dzsenifer Marozsán für Anja Mittag ging es in die zweite Halbzeit, Sasic hat mit einem Aufsetzer die erste Chance (50.). Die deutsche Mannschaft konnte nun besser dagegenhalten, Marozsán prüfte Bouhaddi mit einem Freistoß (58.).

Führung durch Necib
Doch es kam, wie es kommen musste: Nach einem weiten Ball von Jessica Houara-d`Hommeaux köpfte Peter den Ball für die Füße von Necib, deren von Annike Krahn abgefälschter Schuss an Angerer vorbei den Weg ins Netz fand (64.). Mit Sarah Däbritz für Alex Popp wollte Neid neue Impulse setzen. Simone Laudehr hatte nach einer Ecke von Goeßling den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte mit ihrem Schuss aber knapp (72.).

Sasic trifft vom Elfmeterpunkt
Für die Schlussphase brachte Neid Melanie Behringer für Lena Goeßling. Und der DFB-Elf gelang der kaum für möglich gehaltene Ausgleich. Leonie Maier traf Amel Majri am linken Oberarm, Schiesrichterin Carol Anne Chenard zeigte auf den Elfmeterpunkt. Sasic verwandelte sicher zum 1:1 (84.) und es ging in die Verlängerung.

DFB-Team in der Verlängerung stärker
Die DFB-Spielerinnen wirkten nun frischer als ihre Konkurrentinnen. Nach einer schöen Kombination über Simone Laudehr und Leonie Maier versuchte es Däbritz aus der Drehung (103.). Die Französinnen kamen nur noch selten vors Tor, doch die eingewechselte Thiney vergab den Matchball, als sie aus kurzer Distanz freistehend den Ball am Tor vorbeischob (117.). In der ersten Minute der Nachspielzeit zog die eingewechselte Kheira Hamroui ab, der Ball senkte sich gefährlich, aber erst hinterm Tor (120.+1). Auf der Gegenseite vergab Marozsán die letzte Chance vorm Elfmeterschießen (120.+2). Dort hielt Angerer mit dem Knie den letzten Elfmeter gegen Claire Lavogez, nachdem zuvor alle Spielerinnen ihre Elfmeter verwandelt hatten.

Elfmeterschießen

1:0 Behringer
1:1 Thiney
2:1 Laudehr
2:2 Abily
3:2 Peter
3:3 Necib
4:3 Marozsan
4:4 Renard
5:4 Sasic
5:4 Angerer hält gegen Lavogez

Mein Leben als Hope Solo
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Mein Leben als Hope Solo
  • 340 Seiten - 01.07.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 21.01.2020 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

48 KOMMENTARE

  1. Ich verstehe immernoch nicht warum Neid Däbritz vor Bremer bevorzugt? Ist Bremer nicht fit genug?

  2. „setzte sich […] mit 5:4 nach Elfmeterschießen durch“ 6:5.

    herzlichen glueckwunsch! uch wenn es dann doch mehr das quentchen mehr glueck war als das bessere koennen.

  3. Unserer Elf hat heute Glück, Massel und Dusel zugleich gehabt: Die le equipe war klar die bessere Mannschaft. Natürlich freue ich mich über das Weiterkommen unsserer N11, aber außer leidenschaftlichen Kampf, eine tolle Kondition und Nervenstärke im Elfmeterschießen hat die deutsche Mannschaft nicht viel gezeigt.

    Ein Sonderlob für die von mir oft gescholtene Annike Krahn, sie war heute die absolut beste Spielerin im deutschen Team neben Natze „Katze“ Angerer.

    Das offensive Flipper-Quartett hat durchweg entäuscht. Auch die Hereinnahme von Maroszan und Däbritz hat nicht viel geändert. Habe so gut wie keine herausgespielte Torchance unserer Elf gesehen. Die gnädige Schiedsrichterin hat sich schließlich erbarmt und Handelfmeter gegeben.

    Völlig unverständlich für mich die Auswechslung von Goeßling, die noch zu den Besseren gehörte.

    Im Halbfinale folgt hoffentlich wieder eine deutliche Leistungsteigerung. Das Glückskonto ist nach dem Spiel gegen Frankreich wohl aufgebraucht.

  4. Die unsichtbare Leupolz nächstes mal draußen lassen und dafür eine Maroszan oder Behringer rein.

  5. Was für ein erfrischendes Spiel der „bleues“ – aber es fehlte der Abschluss. Endlich mal wieder eine Mannschaft, die auf Offensive setzt, als hinten einfach alles zuzumachen. Hat Freude gemacht, zuzusehen, insbesondere, als sich nach der ersten Halbzeit die Kräfte wiederfanden.

    War der Handelfmeter wirklich so eindeutig? Demnach dürfte kein Ball mehr mit dem Oberkörper gestoppt werden? Ein spielentscheidender Elfmeter zählt zwar, aber …

    Glückwunsch jedoch an den Teamwillen und die Souveränität – und natürlich an Natze!

    Kim Kulig hat mir heute gut gefallen – die Starre der Sportmoderatoren ist mittlerweile schon peinlich.

  6. Maroszan & Behringer haben den Unterschied gemacht, mit beide kam Leben auf deutscher Seite und ganz besonders Maroszan hat schön mit Sasic harmoniert! Ich versteh nicht wieso Leupolz immerwieder vor Maroszan startet… Unser Mittelfeld war in der ersten Halbzeit völlig tot.

  7. Glückwunsch unserer N 11 !!!
    Es ist zu diesem Spiel schon sehr viel gesagt worden, aber man
    sollte hier mal das Positive der N 11 sehen. Auch in HZ 2 (nach
    den Ausw.)kamen die finalen Anspiele nicht immer an, aber was dann später an Einsatzwillen kam, war super. Wie sagt man immer,
    wer die Tore nicht macht, kann sich nicht …. .
    Mädel`s erholt Euch gut und „auf geht`s gegen die USA“ !!!
    Nebenbei gesagt – Däbritz hat ein gutes Spiel gemacht!

  8. Weiß man schon wie es Maro, Popp und Behringer geht? Sie sahen mir doch deutlich angeschlagen aus!
    Ich hatte wohl recht, dass man mit dieser Aufstellung nicht weit kommen würde! Der Einzug ins Halbfinale haben wir nur den Französinnen zu verdanken! Hätten sie ihre Chancen genutzt hätte es für uns eine Packung gegeben! Im Halbfinale MUSS es personelle Veränderungen geben! Für mich gehören Maro und Behringer(sollten sie spielen können) in die erste Elf! Popp(hoffentlich nicht schlimmer verletzt) muss einfach draußen bleiben! Sieht die Bundesneid nicht, dass sie auf dem Flügel nichts gebacken bekommt?
    Die USA wird ein harter Brocken! Nochmal soviel Glück wie gestern werden wir da nicht haben!

  9. War ein glücklicher Sieg gestern für unsere Mädels, spielerisch war uns Frankreich deutlich überlegen, haben nur zu wenig draus gemacht.

    Wenn man weiter bestehen will muss da noch deutlich mehr kommen. Vorallem unsere Doppel-Sechs und Anja Mittag haben mich gestern sehr enttäuscht. An Alex Poppp läuft das Turnier bisher auch vorbei.

    Btw. Wie verhält sich das für die restlichen Spiele eigentlich mit den Gelben Karten?

  10. Meine Meinung deckt sich weitgehend mit der von never-rest. Ergänzend: Die Französinnen stark wie selten – und trotzdem mit der altbekannten Schwäche, aus einer klaren Überlegenheit in HZ1 keine Tore bzw. zu wenige zu machen. Und so kam es, wie es kommen musste. Sicher, Melly Leupolz tauchte ziemlich ab und Tabbi Kemme hatte nicht den leichtesten Stand. Aber man muss auch die Güte des Gegners sehen, der schneller und technisch besser war. Nur eben nicht effizient!

  11. Ich unglaublich froh, dass wir Annike Krahn in der Innenverteidigung haben. Sie zeigt sicher ab und zu mal Schwächen, ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass sie jeh in einem wichtigen Spiel spielentscheidend versagt hat. Eher im Gegenteil, man denke an das letzte EM Finale.
    Unglaublich unverdienter und glücklicher Sieg, hoffe die Mannschaft rafft sich jetzt auf und zeigt gegen die USA, was sie wirklich kann. Nach 12 Jahren muss da einfach mal wieder ein Sieg her.

  12. Die Französinnen tun mir echt leid.

    Die klar bessere Mannschaft hat verloren und nie war ich so gespalten, wem ich den Erfolg am Ende gönnen sollte.

    Einzige Genugtuung war, dass die „Staatsschauspielerin“ der Französinnen den Elfmeter verschoss.

    Erschreckend für mich war die Schwäche unseres Mittelfeldes, so dass man froh sein musste, dass man die auch von mir häufig geschmähte Annike Kahn im Abwehrzentrum hatte.

    Nur sie und Angerer kann man hervorheben.
    Auch Peter will ich trotz des Patzers loben, die auch immer ein Auge auf Thomis und Tabbi haben musste.

    Trotz der schwachen Vorstellung meine ich, dass jetzt alles offen ist. Dies war die beste Mannschaft des Turniers!

    Und jetzt können sie von mir aus auch die USA in diesem Stil eliminieren – allein damit die FIFA nicht mit der getürkten „Auslosung“ das gewünschte Endspiel Kanada – USA erhält.

  13. Übrigens verstehe auch ich nicht, warum Bremer keine Chance erhält, wenn es um die Befreiung einer unter Druck stehenden Abwehr geht.

    Trotz der 6 Tore finde ich Sasic wenig überzeugend und Popp sollte mal nicht von Anfang an eingesetzt werden.

    Unter Strich finde ich aber auch, dass man einfach sehen muss, dass die Meistermannschaften 2003 und 2007 mit mehr ( entwickelten) Spielerpersönlichkeiten besetzt waren.

    Dennoch traue ich dem Team jetzt alles zu!

  14. HZ I war mit großem Abstand das Schlechteste, was ich jemals von einer dt. Frauen-N11 gesehen habe. Frkr. mag spielerisch gut sein.

    Aber jeden auch nur 2m-Pass 1 m daneben zu spielen,

    keinem Pass entgegenzukommen,

    sich vor jeder Anspielmöglichkeit hinter der Gegenspielerin zu verstecken,

    von jeder Gegenspielerin einen solchen Sicherheitsabstand zu halten, dass man immer zu spät kommt und dann große Lücken in die Abwehr reißt,

    bei jedem Pass der Gegnerinnen schlecht zu Ball und Gegnerin zu stehen,

    gefühlt jeden Zweikampf zu verlieren,

    das muss man über 45 Minuten erst einmal Minute für Minute hinbekommen.

    Und es gab hier (fast) keine Ausnahme, eine Einzelkritik finde ich völlig unangemessen, manche waren nur eben noch schlechter …

    Annike Krahn war da in HZ I noch mit Abstand die Beste, die einzige, die Übersicht und Stellungsspiel Zweikampfstärke einigermaßen behielt, nicht auszudenken, wie es gestern ohne sie nach HZ I ausgesehen hätte.

  15. Zu bedenken ist, dass D in HZ II immer noch nicht gut gespielt hat.

    Aber damit war man plötzlich mit Frkr. ungefähr auf Augenhöhe.

    Frkr. hat im Lauf der Partie so stark abgebaut, dass es übertrieben ist, ihre Qualität so zu loben, wie es in manchen Berichten heute zu lesen ist.

    Kondition über 90 oder 120 min und Kämpfen bis zum Ende gehören eben auch wesentlich zu einem guten Fußballteam dazu.

  16. naja überraschend kommt dieses Ausscheiden von Frankreich nicht, wie immer in Schönheit gestorben. Diesmal zwar erst im Penaltyschiessen, aber auch das muss man können.
    Die von mir und vielen anderen so oft gescholtne Annike Krahn war überragend im deutschen Team. Warum spielt sie nicht immer so?
    Ob Leupolz oder Maro haben sich beide gestern nicht mit Ruhm bekleckert.
    die Wechsel von Frau Neid werde ich nie verstehen.
    Fand den Reporter auf ES sehr gut der auch mal kritische Worte für die DFB Frauen fand und fast immer auf der Höhe des Geschehens war.
    Eine Wohltat im Gegensatz zu den Reportern im öffentlich rechtlichen FS.
    Weiter so ES.

  17. Wow was für eine Dramatik.Fussball ist echt so kitschig manchmal, das hätte kein Hollywood Regisseur besser schreiben können.Quasi 120 Minuten unterlegen bekommt man kurz vor Schluss einen umstrittenen Elfer, rettet sich damit ins Elfmeterschiessen und siegt.
    Der Mythos lebt weiter schlecht gespielt und trotzdem gewinnen die Deutschen.Ich muss ehrlich sagen am Ende hätte ich fast mitheulen können als die Mannschaft auf dem Rasen gefeiert hat.
    Auf der anderen Seite taten mir die Französinnen aber auch unendlich Leid, sie hätten es absolut verdient gehabt aber das ist halt Fussball.

  18. Nicht die „Stärke“, von der mentalen einmal abgesehen, des deutschen Teams hat das Spiel entschieden, sondern die fehlende Umsetzung der spielerischen Klasse der Französinnen in etwas „Zählbares“.
    Nach der wirklich furiosen 1.HZ der Equipe und dem für sie frustrierenden 0:0 merkte man ihnen die nachlassende mentale u.dann auch körperliche Verfassung an. Weniger Präzision im Zuspiel, immer mehr lange Bälle, insbes. nach dem 0:1 u. auch größere Räume für die deutschen Spielerinnen. Demzufolge entwickelten diese über ihre „Kampfkraft“ dann immer mehr Druck auf die Französinnen ohne jedoch spielerische Glanzpunkte setzen zu können.

    Wenn man so will, kann man beide Tore während der Spielzeit als „glücklich“ bezeichnen, denn sowohl der „abgefälschte“ Schuß, als auch der „Handelfmeter“ hätten nicht unbedingt zu Toren führen müssen.

    Den Französinnen merkte man deutlich an, daß sie sich auch aus den Vereinen, insbes. in der Offensive u.d.MF gut kennen und sich dadurch spielerisch erheblich von unserem Team unterscheiden.

    Gerade bei diesem Spiel zeigte sich keine gute Verbindung zwischen MF u.Offensive – da weiß keine, wo die andere hinläuft o. den Ball hinspielt.
    Bezeichnend die vielen vergeblichen Anspiele in die Spitze, wo die Stürmerin nicht dem Zuspiel entschlossen entgegenläuft, sondern versucht in d.Raum zu starten( z.B. C.Sasic).

    M.Leupolz heute nicht mit d. eigentlich erwarteten Leistung, insbes. so gut wie keine guten Aktionen in der Offensive, so daß ich ihr Mitwirken in der 2.HZ eher durch M.Behringer ersetzt hätte als v. S.Neid dann vollzogen.

    Gut von S.Neid die Entscheidung an. A.Krahn festzuhalten, die zwar mal überlaufen wurde, jedoch eine absolute Top-Leistung abgeliefert hat.
    Gut auch von S.Neid D.Maroszan immer erst in der 2.HZ zu bringen, wenn die „Kampfphase“ um den Ball und das „Beherrschen“ des Mittelfeldes weitgehendst abgeklungen ist, denn genau das „hindert“ sie daran einmal eine ganz „Große“ im FF zu werden.

    Die Defensive unseres Teams war in diesem Spiel deutlich stärker als die Offensiv-Abteilung.

    Für mich war bei diesem Spiel nicht Natze die Heldin, denn der „Elfer“ von Lavogez war doch sehr schwach geschossen und dem mentalen Druck geschuldet hier nicht versagen zu dürfen – warum muß gerade sie als rel. Unerfahre den letzen Elfer schießen ? Warum nicht Necib o. eine andere erfahrenere Spielerin ? Für mich war die Heldin A.Krahn.

    Ich sehe meine Bewertung dieses Spieles der Einschätzung von @never-rest sehr ähnlich und die Veränderung d. Spielgewichtes war sicherlich nicht der Einwechselung v. M.Behringer u. D.Maroszan geschuldet, sondern dem Nachlassen der Equipe, auch wenn M.Behringer in dieser Phase richtigerweise versuchte das einfachere Spiel zu suchen, da die Räume von den Französinnen immer mehr freigegeben wurden.

    @frauenfußball-versteher.
    Sei froh, daß D.Maroszan nicht von Anfang an spielt, denn dann haben wir gerade gegen so spielstarke Teams wie die Französinnen noch weniger Zugriff im MF, was auch von S.Neid richtig gesehen wird.
    M.Leupolz müßte jedoch nicht nur in der Balleroberung und im Zustellen der Räume präsent sein, sondern auch noch mehr für die Offensive durch entsprechende Zuspiele leisten, damit dies nicht allein durch L.Gößling erfolgen muß, was dann auch die Gegnerinnen wissen und sie dann auch den Ball zu lange führt und das Spiel nicht durch sofortige Zuspiele schneller macht.

    So hat nicht die fußballerische Klasse den Ausgang dieses Spieles entschieden, sondern wieder einmal die sogg. „deutschen Tugenden“ insbes. in einem Turnier.

  19. holly ist doch klar das der eurosport kommentator das dfb team kritischer sieht, ist doch auch ein französischer sender.

    1.halbzeit war sehr schwach von der deutschen mannschaft aber sie haben gekämpft und frankreich hat seine tore nicht gemacht.

    das mögliche ausscheiden der deutschen mannschaft im viertelfinale, schon wieder, lag wie blei auf den schultern der deu mannschaft.

    2. halbzeit war besser, die deutsche mannschaft hat noch mehr gekämpft und hat sich mehr chancen erarbeitet.
    unverständlich die auswechselungen des fra trainers, kemme hatte grosse probleme, nach der auswechselung nicht mehr, danke.
    elfmeter war gerechtfertig und eiskalt verwandelt.

    in der verlängerung waren beide teams kaputt

    das elfmeterschiessen haben beide mannschaften gut gemacht bis lavogaz kam und angerer hielt.

    glüchkwunsch an das deutsche team, gut gekämpft niemals aufgegeben und verdient im halbfinale.

  20. @Altwolf
    Sehr guter Beitrag, wie ich finde.

    Mich haben die französischen Auswechslungen doch sehr überrascht und verwundert.
    Erst Thomis, dann Le Sommer und Delie.
    Beide letztgenannten erst in der Verlängerung!!
    Beide außer ihren Offensivqualitäten auch noch sichere Efmeterschützinnen.

    Ohne eine Thomis, die immer wieder mit ihrer Schnelligkeit für Gefahr sorgte, kam Tabea Kemme besser ins Spiel.
    Bei ihrer Auswechslung (nach dem 1:0) schoss mir sofort durch den Kopf:
    „Das wird sich rächen!“
    Für mich unverständlich, sich dieser 3 torgefährlichen Offensivspielerinnen freiwillig zu berauben.
    Platt schienen sie mir nicht zu sein.
    Für mich hat Herr Bergeroo damit seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen.
    Ihm muss doch klar gewesen sein, dass die deutsche Mannschaft nach dem 0:1 in den letzten 30 Minuten immer mehr aufmachen muss, was Räume für das Konterspiel öffnet.
    Angst essen Seele auf! Oder wie soll ich das sonst verstehen??

  21. Ehrlich gesagt habe ich nicht erwartet, dass unserer N11 über weite Strecken so von den Französinnen vorgeführt wird. Besonders in der 1. Hälfte lief fast nichts zusammen. Die Deutschen kamen fast immer einen Schritt zu spät, die zweiten Bälle gingen regelmäßig verloren und die einfachsten Pässe landeten bei den Gegenspielerinnen. Die Abwehr und das defensive MF wurden aber auch von der Offensivreihe im Stich gelassen. Der Abstand zwischen dem defensiven Verbund einschließlich Doppel6 und der Offenisve war viel zu groß und wenn Goeßling das Spiel mal nach vorne getrieben hat, fand sich häufig keine Anspielstation, die Laufwege der Stürmerinnen stimmten überhaupt nicht oder der Ball flipperte von der angespielten Spielerin gleich wieder zurück zu den le Bleues Die bisher so überzeugende Mittag nahm leider nicht konstruktiv am Spiel teil, viel besser erging es auch nicht Laudehr und Popp. Sasic blieb immerhin cool bei den entscheidenden Elfmetern, ansonsten aber auch wirkungslos.

    Die beiden Außenverteidigerinnen konnten sich diesmal kaum einmal in die Offensive einschalten, weil sie genug mit Necib (Maier) und Thomis (Kemme) zu tun hatten. Beide konnten dabei sicher noch eine Menge lernen, z.B auch wie man im Getümmel trotzdem die Spielordnung bei behält und nicht mal eben im Übereifer kreuz und quer über den Platz läuft. Aber gut, die beiden sind noch jung und werden es bestimmt beim nächsten mal besser machen. Insgesamt hat die Abwehr mit den überragenden Krahn und Angerer und einer soliden Peter, die nur beim Gegentor unglücklich agierte, sich aber recht wacker gehalten.

    Im Halbfinale muss jedenfalls wesentlich mehr kommen, sonst ist gegen die USA Endstation. Alleine Athletik und Willen reichen gegen die USA definitiv nicht aus, davon haben die selbst mehr als genug.

  22. gerd karl, sicher ist ES ein französischer Sender, aber das Spiel habe ich schon auf ES Deutschland geguckt. Da gibt es dann auch einen Reporter der deutscher Staatsbürger ist(gehe ich mal von aus). Der kritisiert wenn es was zu kriitsieren gibt und lobt wenn es was zu loben gibt.
    Warum musst du hinter allem gleich immer ein Komplott vermuten.
    Es gibt tatsächlich noch gute Sportreporter, es sind zwar leider wenige geworden.
    Ich gucke z.B. die Speedway WM Serie immer auf ES UK weil die beiden Reporter einfach nur genial sind obwohl die Engländer in der Rennserie nichts reissen, aber die sind mit so einer Begeisterung dabei wenn Fahrer aus anderen Nationen top sind.
    Bei den deutschen Reportern schläfst du ein die kommentieren das total lahm.

  23. „Man spielt immer nur so gut, wie es der Gegner zulässt“ – obwohl eine Phrase – enthält sie doch ein gewichtiges Maß an Wahrheit.
    Und, offen sichtlich, war gestern abend dieser „Gegner“ eine absolute (#1?) Hausnummer – dies muss man in einer Beurteilung miteinbeziehen.
    Trotzdem hat natürlich auch das eigene Spielverhalten einen entscheidenden Einfluß auf den sich entfaltenen (oder sich NICHT entfaltenen) Spielverlauf.

    Ich kann hier einfach nur wärmsten empfehlen sich den Genuß zu gönnen, die übertragenen Spiele OHNE die im FF üblichen, weitestgehend inkompetenten Kommentare anzuschauen!
    Das haben wir(Familie) auch gestern wieder so gehandhabt – wieder mal mit dem Ergebnis einer viel besseren Fokusierung auf das Wesentliche!
    Wer möchte denn schon auch z.B., wenn er live im Stadion (quasi) am Ball ist das andauernde, mehr oder weniger unqualifizierte Gelabere seines Nachbarn (oder gar, Stadionsprechers) im Ohr haben?!?
    Ich/wir jedenfalls können darauf verzichten.
    (Nur wenn’s ein(deutsches) Tot gibt, wird dem Originalton gelauscht! 😉 )

    Was wir gestern gesehen haben, war ein (vor allem die ersten 20 Minuten) verzweifelt ankämpfendes deutsches Team, das es aber trotz aller Bemühungen nicht schaffte, eine in etwa gleichwertige Dominanz aufzubauen.
    Aus hiesiger Sicht resultierte ein Großteil dieses Nichtgelingens (wieder mal) aus einer klaren Unterrepräsentierung des deutschen MF.
    Im antiquitierten System von SN kommt eine stärkere Gewichtung dieses, an sich so spielentscheidenden Mannschaftsteil eindeutig zu kurz!
    Das moderne, in den Spitzenteams der BL etablierte 4-3-3 findet in den Augen der Bundestrainerin leider keine Beachtung … dabei ist es so essentiell!

    Und gerade gegen so starke Mannschaften wie gestern abend, wird eine solche Schwachstelle klar aufgedeckt.
    Konkret – das (eigentliche) deutsche MF bestand (wieder mal) NUR aus 2! Spielerinnen, die beiden 6-er:
    Melanie Leupolz, die sich zwar sehr mühte, aber irgendwie unglücklich spielte (manchmal, im Übereifer, einen Freistoß zu viel verursachte) und wenig für das Offensivspiel beitrug.
    Lena Gößling, fleißig, mit einem immensen Laufpensum repräsentierte quasi das deutsche 1-Frau-MF, das dann auch noch unverständlicherweise ausgewechselt wurde?!?

    Die eigentlich drittbesetzte Position im heutigen modernen MF findet in SN Formation nicht/nie statt.
    Anja Mittag, als (alter) sog.10-er spielt im Prinzip auf einer Linie mit Celia – eine Unterstützung nach hinten findet (höchstens) sporadisch statt.
    Wenn man dann noch sieht, dass eine Maro solch eine (für sie viel zu offensive) Position ausfüllen soll, habe ich jedesmal das Gefühl im falschen (Stumm)Film zu sein.
    Noch nie (ich wiederhole mich) hat sie in ihrem Verein in einer solchen (für sie VIEL zu offensiven) Position spielen ‚müssen‘.
    Eigentlich gehört sie genau in diese ‚klaffende‘ SN-sche MF-Lücke – zentral, aber klar HINTER Celia & Co!

    Aber nein, jetzt muss man (Augen reibend) zur Kenntnis nehmen, dass Maro z.B. IM! Strafraum/5-er Flanken und Freistöße erwartet?!? – ein absolutes Unding!
    Wenn ich daran denke wieviel Ecken sie z.B: vergangene Saison geschlagen hat – und KG, Simon oder auch Peggy einfach nur noch die Birne hinhalten mußten.
    Doch jetzt – scheint sie das alles nicht mehr zu können – jetzt – ‚darf‘ sie das nicht mehr, beziehungsweise traut es ihr SN anscheinend nicht mehr zu(?)
    Jetzt soll sie(?), so wie Anja oder Celia rennen&wuseln UND (natürlich, auch) Tore machen? – das, war jedoch noch NIE ihr ‚Ding‘!
    Oh dear! 🙁 – Verschenkte Potentiale!
    Genug davon.

    For me, ‚Player of the Match‘ war übrigens auch (wie bei einigen anderen hier) die schon so viel ‚geächtete‘ Anike Krahn!
    Super! – absolute Weltklasseleistung! – gegen solch einen Gegner!!!
    (Auch, wenn (natürlich) die Haltungsnoten (immer noch) nicht allererste Sahne sind!) 😉
    Ganz im Gegenteil – ich finde es toll, wie sie sich mit ihrem ganzen Körper einbringt!
    Respekt!

    The US-girls can come!

    GO GIRLS – GO!!!

  24. @all: habe an anderer stelle gelesen, dass thomis selbst um auswechselung bat, weil sie kraempfe hatte. das wuerde diesen doch etwas ueberraschenden wechsel erklaeren.

  25. aus unerfindlichen gruende kann ich meinen kommentar nicht mehr bearbeiten (obwohl der bearbeitungs-countdown noch laeuft). naja, also daher in enm extra post: das mit thomis auswechslungswunsch wg. kraempfen hat bergeroo auf der post-match pressekonferenz gesagt.

  26. Ich denke zum Spielverlauf ist alles gesagt. Der Glücklichere, nicht der bessere ist weiter. Aber das hat bei franz. Fussballern ja schon eine gewisse Tradion….
    Den Elfer kann man wohl lt. Regeln geben, aber das ist eine Sch….regel.
    Die Wechsel von Neid werde ich wohl nie verstehen. Zur Halbzeit hätte man 7- Spielerinnen wechseln können, keine Ahnung warum Anja raus mußte. Popp fand ich auch nicht so schlecht. Zumal bei Rückstand hätte ich nicht die beste Kopfballspielerin herausgeholt. Statt Gößling hätte ich Leupolz herausgeholt. An ihr lief das Spiel komplett vorbei. Ihr franz. Kollege hat auch kein glückliches Händchen gehabt. Bei der Auswechslung von Thomis muss doch Fr Neid aufgeatmet haben. Die letzte Elferschützin der Französinnen hätte auch besser früher geschossen. Ihr war die Nervosität schon beim Gang zum 16 anzusehen.
    Mir sind Maier und Peter positiv aufgefallen. Peter zweikampfstark und unaufgeregt, wie ich fand. Bitte mehr von Ihr Frau Neid. Offensiv Aktionen kamen nur über rechts, meistens von Maier. Unglaublich was die 120 min gerannt ist.
    Wie geht es weiter? Der lachende 4 könnte Japan sein. Frankreich rausgekegelt, Deutschland gg. USA wird ein harter Fight. Ich kenne die Regeln nicht genau, ich kann nur hoffen das gelbe Karten jetzt gelöscht werden. Ansonsten fürchte ich werden beim Finale etliche fehlen. Auf alle Fälle wird Japan mit eindeutig weniger Aufwand ins Finale kommen.

  27. Der DFB sollte sich langsam gedanken machen und sein verstaubtes 4-2-3-1 System aufgeben und seinen Nationaltrainern frei Hand lassen.
    Ich hätte gestern mit einem 4-4-2 gespielt.
    Also ich fand die Abwehr gestern ganz schwach, unorganisiert und viel zu tief stehend. So konnte die Doppel6 überhaupt nicht offensiv ins Spiel finden.

  28. @translate
    der Beitrag sollte wohl ein Bewerbungsschreiben für den Spielverlagerungs-Blog werden mit viel blabla, interessanten Wortschöpfungen und nichtssagenden Phrasen.
    Was genau darf man sich denn unter „gleichwertiger Dominanz“ vorstellen???
    oder meine Lieblingsstelle: „Trotzdem hat natürlich auch das eigene Spielverhalten einen entscheidenden Einfluß auf den sich entfaltenen (oder sich NICHT entfaltenen) Spielverlauf“
    Ach was… der Spielverlauf wird also nicht von der FIFA oder der Schiedsrichterin vorgegeben???
    In welchen BL-Spitzenteams hat sich das „essentielle, moderne“ 4-3-3-System etabliert??? Bei Bayern, WOB, Potsdam jedenfalls nicht!

    Nichts für ungut, aber manchmal belässt man es besser bei der simplen Analyse: Glücklicher Sieg über einen bärenstarken Gegner. Teamgeist, Leidenschaft und Moral stimmen und sind auch Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Bestehen in den nächsten beiden Spielen.

  29. @ Maskal69 . Das DFB Team hat doch gestern ein klassisches 4-4-2 gespielt, wie immer, auch wenn es in der Grafik immer als 4-2-3-1 dargestellt wird. Aber gestern hat man wunderbar die Nachteile gesehen, vom 4-4-2. Wir waren im Mittelfeld immer in Unterzahl, weil 2 vorne rumgestanden sind. Abstände viel zu groß, kein Wunder wieso wir im Mittelfeld nie Zugriff auf das Spiel hatten. Würde mir für das nächste Spiel lieber ein 4-3-3 System wünschen mit Goeßling, Leupold und Behringer im Mittelfeld.

  30. Zum Spiel wurde schon viel richtiges geschrieben. Deutschland nur mit viel Dusel weiter (man denke auch an das Handspiel von Mittag).

    Die größten Unterschiede lagen für mich jedoch nicht in der technischen Überlegenheit oder größeren Schnelligkeit der Französinnen, sondern in der taktischen Einstellung und in der Raumaufteilung.

    Eklatant waren die Unterschiede in der Raumaufteilung insbesondere in der ersten Hälfte.
    Bei deutschem Ballbesitz waren die Räume sehr klein, die Französinnen standen hoch und sehr eng an den deutschen Offensivspielerinnen und diese haben sich auch sehr schlecht bewegt. Sasic und Mittag hätten viel öfter auf die Außen ausweichen müssen, um das Spiel breiter zu machen und im Mittelfeld mehr Räume zu schaffen.
    Umgekehrt bei französischem Ballbesitz viele Räume, in die sich die Spielerinnen gut hineinbewegt haben, die Außen besetzt und die deutschen Spielerinnen viel zu weit von den Gegnerinnen weg.

    Die Spieleröffnung auf deutscher Seite war in der 1. Hz katastrophal und wurde immer wieder der Spielerin überlassen, die das erfahrungsgemäß am schlechtesten kann (Annike Krahn falls jemand rätseln sollte). Warum haben sich Leupolz oder Goeßling nicht mal zurückfallen lassen? Wurde doch in der Vergangenheit schon wiederholt gut gemacht. Hat man ihnen das vorher nicht gesagt? Konnte man ihnen das nicht schon in der 1. Hälfte mitteilen? Muß man ihnen das sagen? Merken sie das nicht selber? In der Halbzeitpause hat es ihnen dann wohl irgendjemand geflüstert, denn in der 2. Hz ging es ja plötzlich.

    Das Thomis aufgrund ihrer Schnelligkeit sehr gefährlich ist, ist ja nicht neu. Der Plan die Anspiele auf sie zu unterbinden bzw. sie sofort bei der Ballannahme zu stören, ist ja erstmal nicht schlecht. Nur wenn er wiederholt nicht funktioniert und Thomis dadurch Unmengen an Platz hat und nach Belieben flanken kann, sollte man einen Plan B haben. Doch den hatten offensichtlich weder Kemme noch die Bundestrainerin – ein Armutszeugnis. Bei dem ganzen Videomaterial, welches der deutschen Mannschaft zur Verfügung steht, sollte doch irgendwo eine Aufzeichnung zu finden sein, die zeigt wie man Thomis effektiver bekämpft als die deutsche Mannschaft das getan hat.

    Hier haben nicht nur die Spielerinnen auf dem Platz schlecht gespielt, sondern sie wurden vom Trainerstab offensichtlich auch schlecht auf das Spiel eingestellt.

    @translate
    Ich gebe dir Recht was das unterbesetzte Mittelfeld und die Rolle von Marozsan/Mittag angeht. Was drei der vier deutschen Spitzenklubs spielen, ist aber ein 3-4-3. Bei Potsdam das traditionelle Spielsystem und sehr offensiv ausgelegt. Bei den Bayern relativ neu und recht defensiv ausgelegt und Frankfurt hat es in der letzten Saison auch wiederholt gespielt. Wolfsburg spielt nicht mit Dreierkette, sondern 4-4-2 bzw. 4-2-3-1.
    Ob das nun modern ist oder nicht, ist eine andere Frage. Vor noch nicht allzulanger Zeit wurde Schröder/Potsdam für sein unzeitgemäßes Spielsystem kritisiert. Seit Bayern und Frankfurt es auch spielen, sind diese Stimmen verstummt. Auf jeden Fall scheint es nicht so schlecht zu sein, wenn drei von vier deutschen Spitzenmannschaften darauf zurückgreifen und ich würde es begrüßen, wenn es auch in der Nationalmannschaft Beachtung finden würde. Man kann damit im Mittelfeld Überzahl herstellen und offensiv sehr viel Druck machen, aber auch defensiv als 5-4-1 Beton anrühren.

  31. Hier noch eine Frage an Markus Juchem oder jemanden, der den Modus der WM in Kanada genauer kennt. Die Frage kam weiter oben in dieser Diskussion schon zweimal auf und wurde bisher noch nicht beantwortet:

    Gibt es die „Ballack-Regel“ der Männer-WM auch bei der Frauen-WM, d.h. die gelben Karten werden vor dem Halbfinale gelöscht, damit keine Spielerin im Finale wegen zweier gelber Karten gesperrt sein kann?

    Wer die FIFA-Regelungen für die Kanada-WM kennt: ich wäre dankbar, wenn er hier kurz die Antwort posten würde.

  32. @wolle
    Die gelben Karten werden „nach“ den Viertelfinals gestrichen.
    Fürs Halbfinale wäre die Spielerin gesperrt, die im Viertelfinale (vorbelastet) ihre zweite erhalten hätte.
    Damit wird vermieden, dass sich jemand im Halbfinale die zweite (im Turnierverlauf) abholt und fürs Endspiel gesperrt wäre.
    Übrigens:
    Mittag und auch Goeßling waren m Frankreichspiel gelb/rot gefährdet.
    Ein Argument „mehr“ für die Auswechslungen.
    Blieb also nur noch eine gefährdete, nämlich Leupolz.

    Bei der Szene, die zum Elfmeter geführt hat, wollte Maier den Ball auf die schon in den freien Raum startende Marozsan spielen.
    Deren nächststehende Gegenspielerinnen waren 5-6 Meter von ihr entfernt und das ca. 12 Meter vor dem Tor.
    Das Handspiel, ob nun bewusst oder unbewusst, vereitelte diese große Torchance.
    Deshalb war der Pfiff vollkommen berechtigt.
    Die Schiedsrichterin stand übrigens unmittelbar neben der französischen Abwehrspielerin und sah die Situation weit besser als jeder Zuschauer (vor Ort oder TV).
    Wer sich das Spiel aufgezeichnet hat oder auf dieses in einer Mediathek Zugriff hat, kann, wenn er noch Zweifel hegt, sich die Szene ja noch einmal anschauen und das Standbild (Spielzeit 82:23 Minuten) für seine Beurteilung der Situation heranziehen.

  33. Hallo @sonic,
    kann deinen beiden Kommentaren hier und bei der Einzelkritik in vollem Umfang zustimmen!
    Aber ob das alles eine Frau Neid je begreifen wird wage ich zu bezweifeln. Bisher hatte unsere Mannschaft auch immer wieder mal sehr viel Glück, wie z.B. gegen Frankreich, und deshalb wird sicham „Neidschen System“ nichts ändern!

  34. @sonic
    Danke für deine Präzesierung.
    Im Prinzip ist es eigentlich egal, ob ich das Kind nun 4-3-3, 4-4-2 oder 3-4-3 benenne, wenn, wie du auch sagst, eine Mannschaft ein (offizielles) System sowieso so auslegt, wie sie es gerade braucht (positiver/negativer).
    Trotz allem erscheint es offensichtlich, dass in SN’s (Auslegung des)’alten’/klassischen 4-2-3-1 die Gefahr groß ist, dass es zu einer Unterrepräsentierung des MF’s kommt.

    Im Gegensatz kann man, wie du auch richtig bemerkst mit diesem(n) ’neuen‘ System(en) „im Mittelfeld eine Überzahl herstellen und offensiv sehr viel Druck machen“.
    Als ‚Fallbeispiel‘ fällt mir dazu die Situation des FFC’s vergangene Saison ein. Nachdem dort das MF durch Fishlock (endlich) komplett war, spielte man ein System mit einem klaren Übergewicht im MF.
    Nominell war dies eigentlich ein 4-3-3 – wobei dieses 3er MF, rochierend, mit Fishlock(defensiv), Vero(offensiv) und Maro, dazwischen(zentral) besetzt war.
    Da dieses MF mit den sehr offensiv ausgerichteten AV (Simon auf der einen und Hendrich/Crnogorcevic auf der anderen Seite) noch einmal eine zusätzliche Gewichtung bekam, konnte es einem zuweilen schon mal etwas Bange um die beiden ‚zurückgelassen‘ IV (Kuznik & Prießen) werden.
    (Wobei hier Fishlock immer auch ein Auge nach hinten hatte.)

    Jetzt könnte man natürlich sagen, dass dies genau der Grund war, warum die Mannschaft so (relativ) viele Tore gefangen hat.
    Ob dieser Einwand jedoch tatsächlich gerechtfertigt ist, ist ein anderes Thema …
    Fest steht aber auch, dass sie (mit diesem System) die meisten Tore in der Saison erzielt hat – und – dass es zuweilen ganz schön Spass gemacht hat solch ein variables, offensiv ausgerichtetes und MF-gewichtiges Spiel zu sehen.

    Kurz – lieber ein 4:1, als ein 1:0!

    Genau solch ein MF aber … vermisse ich im Spielaufbau (und der Denke) von SN.
    (just personal preverence. 😉 )

    @Vorstopper
    Toll, wie gepflegt du dich auszudrücken weißt!
    Es war ein mir ein Genuß … deinen Worten zu folgen!

    @egjowe
    Stimme dir absolut zu.
    Einen klareren Elfmeter durch „unbeabsichtigtes Handspiel“ gibt es (laut Regelauslegung) eigentlich nicht.

  35. Eines wollte ich eigentlich schon viel früher anmerken.

    Kim Kulig macht das als Expertin ganz große Klasse
    und stellt auch ihre männlichen Pendants in den Schatten.
    Als würde sie das schon immer machen!!
    (Die Nervosität beim ersten Mal hat sie sehr schnell abgestreift)

    Das hat wohl auch Sven Voss gemerkt und hält sich bei der Beurteilung des Spieles sowie der von den Spielerinnen und ihren jeweiligen Befindlichkeiten angenehm zurück.

    Da hat das ZDF ein ganz glückliches Händchen bewiesen.

  36. @egjowe:

    Danke für die Beantwortung der Frage bzgl. der Streichung der gelben Karten vor dem Halbfinale!

  37. @shane

    Der Trainer kann auf einer Pressekonferenz vieles erzählen,
    wenn er kritisch befragt wird.
    Für Auswechslungen mussten schon häufig „Verletzungen“ herhalten,
    besonders dann, wenn diese sich spielentscheidend für den Misserfolg herausstellten.

    Ich erinnere mich genau an Delie’s Gesichtsausdruck
    mit starrem Blick nach vorn und ihrem Kopfschütteln
    zum Ende der Verlängerung.

    Thomis nahm am Elfmeterschießen überhaupt nicht teil.
    Kerzengerade, starrer Blick voraus und „keinerlei Reaktion“
    auf das, was sich abspielte, ob positiv oder negativ für ihre Mannschaft.

    Bei beiden habe ich weiterhin das Gefühl, dass diese
    (Nicht-)Reaktion aus einer tiefen Enttäuschung herrührt,
    vielleicht auch Ausdruck eines Beleidigtseins.

  38. Eigentlich wollte ich zu diesem Spiel keinen Kommentar mehr abgeben, da ohnehin schon alles gesagt wurde!!!
    Allerdings finde ich die Einschätzung, daß die DFB-ELF besser gekämpft hätte äußerst lachhaft!!!

    Die Französinnen haben ihre klaren Chancen wieder mal nicht genutzt, und tun mir deshalb auch kein bisschen leid!!!
    Als TURBINE-Fan kenne ich das ja zur Genüge!!! 🙁

    Zudem hat Herr Bergeroo für mich einige unverständliche Entscheidungen getroffen, ich hätte zB Tomis niemals vom Feld genommen, und ich hätte niemals die Verantwortung für so einen wichtigen Elfer auf so eine junge Spielerin übertragen!!!
    Das konnte eigentlich nur schief gehen !!!

    Außerdem hat die Schiedsrichterin mM nach etwas zu offensichtlich pro Deutschland gepfiffen, was man an der Vergabe der gelben Karten, und vor allem an der Auslegung von Handspiel sehen konnte!!!

    Auch wenn die USA gegen China sehr dominierend waren, mangelte es ihnen doch an Effizienz, ähnlich wie auch der Weltmeister gegen tapfer kämpfende Mathildas!!!

    Ich kann den Einschätzungen von sonic weitestgehend folgen, möchte aber auch anmerken, daß TABBI im Verbund mit Krahn und auch BABBS oft die Blauen stoppen konnte, wenn auch erst im zweiten oder dritten Versuch!!!

    Frau Bundesgöttin hätte hier mal neue Wege beschreiten müssen, und die vielleicht schnellste DFB-Spielerin auf die Tomis-Seite stellen können!!!
    PAULI hat in Potsdam auch schon Abwehr gespielt, und hätte mit ihrer Schnelligkeit auch eine gute Flugelflitzerin abgegeben!!! 😉
    Flexibilität fordert sie nur von ihren Spielerinnen, nicht aber von sich selbst!!!

    Was geht jetzt gegen die Amis???
    Zweifelsohne liegen die uns wesentlich besser als die technisch weit überlegenen Französinnen!!!
    Morgen, Krieger und Co zelebrieren den selben kampfbetonten-, und athletischen Stil wie wir auch, ohne Schnörkel und zur Not mit der Brechstange!!! 😉

    Deshalb könnte meine im Vorfeld geäußerte Befürchtung doch noch wahr werden, daß sich der neue Weltmeister irgendwie durchmogeln darf und kann!!! 🙁

  39. @Detlef:

    Ich sehe vieles komplett anders, insbesondere jedoch dieses hier:

    Zitat: „Außerdem hat die Schiedsrichterin mM nach etwas zu offensichtlich pro Deutschland gepfiffen, was man an der Vergabe der gelben Karten, und vor allem an der Auslegung von Handspiel sehen konnte!!!“

    Meiner Meinung nach hat die Schiedsrichterin sehr Frankreich-freundlich gepfiffen, mit Ausnahme der Situation beim Handelfmeter, den hätten einige andere Schiedsrichterinnen wohl nicht unbedingt gegeben.

    Viele andere Situationen waren aber komplett pro Frankreich: (1) Gelbe Karte für Maroszan war völlig überzogen. (2) Gelbe Karte für Lavogez wäre dagegen ein Muss gewesen (für ihre Schwalbe, die eher ein Flugsaurier war, insbesondere inklusive schmerzverzerrtem Krümmen und Schienbein-Halten). (3) Eine Aktion gegen Däbritz im Strafraum hätte ich als Foul gepfiffen.

    Soweit ich weiß, hatte sich nach dem Spiel auch weder der französische Trainer noch eine französische Spielerin über eine zu einseitige Schiedsrichterin beklagt (bis auf die Aussage von Henry, dass man den Handelfmeter nicht unbedingt pfeifen muss).

  40. @Andreas N.
    Wenn Maro im Anstoßkreis ein völlig unnötiges und in der Tat gelbwürdiges Foul, weil mit Sohle voraus, verursacht, dann kann ich anstelle von Mitleid empfinden nur noch mit dem Kopf schütteln, ob soviel Dummheit!
    Bei Lavogez bin ich allerdings wieder bei Dir.
    Will aber auch an der Stelle ihren verschossenen Elfer an ihrer eigenen Fehl- bzw. Selbstüberschätzung festmachen. Ich glaube, Bergeroo hat hier einen totalen Fehlgriff mit ihrer Wahl getätigt, den er selbst sehr schnell als solchen erkannt haben dürfte, gemessen an seiner langen Trostphase mit Claire im Arm!

  41. @Detlef

    Da forderst Du aber etwas zu viel Flexibilität von der Bundestrainerin. Eine Pauline Bremer als Linksverteidigerin aufzubieten, die international auf dem Level (N11) sowieso noch kaum Erfahrung hat und dann auf einer Position, die sie vielleicht hin und wieder mal im Verein gespielt hat. Das geht echt zu weit in Sachen Kritik an SN.
    Außerdem könnte zumindest bei Deutschland nicht die Rede davon sein, sie hätten sich durchgemogelt, sollte man den Titel holen. Und bei den USA auch nicht, denn sie hätten dann Deutschland geschlagen und voraussichtlich Japan.

  42. Deutschland stand mit dem Rücken zur Wand. Gegen einen spielerisch Stärkeren die Passwege zustellen?? (statt konsequent deren Anspielstationen zu decken!!) Das kann schon rein logisch u. mathematisch kaum funktionieren.

    Am Ende erlebten die besseren Französinnen jedenfalls ihr Deja-vu zum EM-VF, wo sie im 11m-Schießen an Dänemark scheiterten. Die ansonsten gute Bouhaddi ist wohl keine allzu gute 11m-Killerin, oder? (Stand sie bei der EM eigtl. auch im Tor?)

    Puh…, das ist also gerade nochmal gut gegangen. Bloß wie, bitteschön, soll das gegen die USA gut gehen?

    Vielleicht ist es ja eine gute Option, beide MF-Spielerinnen Goeßling u. Leupolz jeweils nach ca. 60 Min. gegen Marozsan u. Behringer auswechseln zu können, um somit Lloyd od. eine Rapinoe ständig zu beschäftigen u. einigermaßen auszuschalten?

    Wie A.Popp drauf ist, weiß man immer erst hinterher. Vllt. läuft’s ja im HF besser?

  43. @Andreas,
    Nunja, Frankreich-freundlich sieht doch deutlich anders aus!!!

    Die Gelbe gegen Marozsan fand ich auch übertrieben, und Lavogez wurde vom Fusballgott direkt bestraft!!! 😉
    Aber auch Leupolz hätte eine bekommen müssen, und Popp fürs Ballwegschlagen plus meckern!!!
    Die Gelbe für Delie war ein Witz, da hätte drei viertel der Deutschen so eine Verwarnung verdient gehabt!!! 😁

    Ich behaupte einfach mal, daß die DFB-Auswahl auf normalem Wege kein Tor mehr Zustande gebracht hatte!!!
    Der Ausgleich wurde ihnen geschenkt!!! 😉
    Von erarbeitet oder gar verdient darf man nicht reden!!!

  44. Detlef, also ernst nehmen kann man deine Kommentare zum Thema ja nicht mehr, da helfen auch keine dreifachen Ausrufezeichen.

  45. @ Detlef:
    „Deshalb könnte meine im Vorfeld geäußerte Befürchtung doch noch wahr werden, daß sich der neue Weltmeister irgendwie durchmogeln darf und kann!!!“

    „Durchmogeln“ kann sich sicher niemand, dazu ist das Turnier zu lang und zu anspruchsvoll. Wer am Ende den Titel holt, hat’s auch verdient!

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