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2015

Deutschland gegen Frankreich: Alles Kopfsache

Am Freitag (ab 22 Uhr live im ZDF) kommt es im Viertelfinale der Frauenfußball-WM zum ersten echten Highlight. Deutschland gegen Frankreich heißt das Duell im Olympiastadion von Montreal und den kraftvollen Deutschen und den technisch versierten Französinnen verspricht ein echter Hingucker und zugleich ein mentaler Abnutzungskampf zu werden.

Umso grotesker, dass eines der womöglich besten Spiele der Frauenfußball-Geschichte auf Kunstrasen und in eine Fußballhalle stattfinden wird, denn das Dach des Olympiastadions ließe sich aufgrund technischer Probleme zwar öffnen, womöglich aber nicht mehr schließen.

Ungewohnte Bedingungen „Das ist schon sehr speziell, dass man im Sommer in einer Halle Fußball spielt“, so Bundestrainerin Silvia Neid . „Es wird sehr laut sein, aber wir dürfen und davon nicht beirren lassen“, spielt Neid auf die spezielle Akustik der Halle und das Publikum des französischsprachigen Montreal an, das in Mehrzahl Frankreich anfeuern wird.

Peter oder Henning? Noch unklar ist, wer in der DFB-Innenverteidigung die Rolle der gelbgesperrten Saskia Bartusiak übernehmen wird. Erste Wahl ist dabei Babett Peter, die bereits im Spiel gegen Thailand für die Frankfurterin eingewechselt wurde. Doch Neid wollte sich am Tag vor dem Spiel noch nicht in die Karten schauen lassen. „Josephine Henning hat auch gut trainiert, deswegen sind wir noch am Überlegen, was die beste Lösung ist.“

Frankreich als echter Prüfstein Nach dem überzeugenden 4:1-Sieg gegen ein enttäuschendes schwedisches Team dürfte der Weltranglistendritte Frankreich eine ganz andere Herausforderung darstellen. „Das ist eine sehr gute Mannschaft, die schon lange daran arbeitet, etwas Großes zu erreichen. Frankreich glaubt, dass es an der Zeit ist, einen Titel zu holen.“ Im Duell zweier nahezu gleich starker Teams dürften Kleinigkeiten und mentale Stärke den Ausschlag geben.

Mit Teamwork zum Erfolg Dabei gilt es laut Neid, „hervorragend im Team zu arbeiten“ und den Ball „möglichst vom eigenen Tor wegzuhalten.“ Doch dem Duell auf Augenhöhe, bei dem sich beide Teams häufig neutralisieren dürften, blickt Neid gelassen entgegen. „Wir fühlen uns sehr gut, haben uns gut regeneriert. Jetzt sind wir wieder in sehr guter Verfassung und können wieder Vollgas spielen.“

Bergeroo setzt auf eigene Stärke Frankreichs Trainer Philippe Bergeroo meint: „Deutschland wird physisch viel Druck erzeugen, wir müssen in den Zweikämpfen voll da sein. Wir werden unsere Spielweise sicher nicht ändern, nur weil wir gegen Deutschland spielen. Ich habe Vertrauen in meine Mannschaft.”