Deutschland gegen Elfenbeinküste: die Einzelkritik
Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist mit einem zweistelligen Sieg gegen die Elfenbeinküste locker in die WM in Kanada gestartet. Dennoch war noch nicht alles Gold, was glänzt. Die Spielerinnen in der Einzelkritik.
Nadine Angerer: Die DFB-Torhüterin war in ihrem 140. Länderspiel über weite Strecken beschäftigungslos. Vielleicht lag es daran, dass sie sich in der Schlussphase einen Patzer leistete, der den im Abschluss zu unkonzentrierten Ivorerinnen fast einen Treffer ermöglicht hätte.
Leonie Maier: Begann stark und leitete mit einem präzisen Pass die frühe Führung der DFB-Elf ein. Kurz darauf hätte sie gar fast selbst einen Treffer erzielt. Hatte Gelegenheit, sich immer wieder ins Offensivspiel einzuschalten. Leistete sich aber auch ab und an unnötige Ballverluste.
Annike Krahn: Bei den wenigen Offensivaktionen der Elfenbeinküste wirkte die Innenverteidigung nicht immer sattelfest. Allerdings war das gegen den überforderten Gegner auch nicht notwendig, die Bestleistung abzurufen. Gegen Diakite klärte Krahn nach einem Getümmel in höchster Not.
Saskia Bartusiak: War über weite Strecken der Partie unauffällig, doch ebenso wie bei Krahn wurden die gelegentlichen Vorstöße der Ivorerinnen nicht gerade souverän geklärt. So ließ sie sich einmal von Nahi Josee in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit an der Strafraumgrenze mächtig düpieren.
Tabea Kemme: Die robuste Turbine-Spielerin stand überraschend für Jennifer Cramer als linke Außenverteidigerin in der Startformation und machte ihre Sache ordentlich. Stark in den Zweikämpfen und mit gutem Timing, wirkte sie meist souverän in ihren Aktionen.
Lena Goeßling: Bei der WM-Generalprobe in der Schweiz stand sie noch in der Kritik, heute gehörte sie zu den besten DFB-Spielerinnen. Wirkte spritziger und mental fitter als noch vor zwei Wochen und spielte einige gescheite Pässe, die auch zu Toren führten.
Melanie Leupolz: Erhielt auf der Doppel-Sechs neben Lena Goeßling zunächst den Vorzug vor Melanie Behringer. Musste aber gegen ihre Münchner Teamkollegin verletzungsbedingt bereits in der 17. Minute ausgewechselt werden.
Melanie Behringer: Kam früh für Leupolz ins Spiel und setzte vor allem mit ihrer athletischen Spielweise Akzente. Hatte bei einem Foul in der zweiten Halbzeit Glück, nicht die Gelbe Karte zu sehen. Erzielte aus kurzer Distanz den Treffer zum 9:0, fiel aber sonst nicht sehr auf.
Simone Laudehr: Laufstark und fleißig spulte die Mittelfeldspielerin ihr gewohntes Pensum ab und sorgte immer wieder für Unruhe. Krönte ihre gute Leistung mit dem Treffer zum 7:0, als sie Fatou austanzte und souverän einschob.
Anja Mittag: War von Beginn an ein stetiger Unruheherd. Glänzte zunächst als Vorlagengeberin, nach einer knappen halben Stunde erzielte sie den ersten von insgesamt drei Treffern. Immer anspielbereit riss sie häufig große Löcher in die gegnerische Defensive. Bärenstarke Vorstellung.
Alex Popp: Ließ während des ganzen Spiels eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen liegen, ackerte aber wie eh und je und stiftete eine Menge Unruhe in der gegnerischen Abwehr. Kurz vor Schluss klappte es dann doch noch mit einem direkt verwandelten Freistoß. Dennoch kein optimales Spiel.
Célia Šašić: Die treffsichere DFB-Stürmerin stand nur 45 Minuten auf dem Platz, erzielte aber dennoch drei Treffer, davon den wichtigen frühen Führungstreffer. Mit etwas mehr Konzentration und Kaltschnäuzigkeit hätten es aber durchaus sogar noch einige mehr sein können.
Sara Däbritz: Kam zur zweiten Halbzeit für Šašić in die Partie, konnte aber anfangs der zweiten Halbzeit im nun zunächst etwas schwächeren Spiel der DFB-Elf keine wesentlichen Akzente setzen. Steigerte sich später mit dem Team und erzielte ihren ersten Treffer im Nationaldress.
Lena Petermann: Die U20-Weltmeisterin kam in der Schlussviertelstunde zum Einsatz und konnte sofort Akzente setzen. Mit einem schnellen Antritt und einer scharfen Hereingabe lieferte sie die Vorlage zum 8:0. Fast wäre ihr sogar noch ein Treffer gelungen.