Presseschau zum deutschen Auftaktspiel

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Die Marken sind gesetzt: In Gruppe B hat Deutschland seine Favoritenrolle mit einem 10:0 mehr als unterstrichen. Die ersten Berichte und Kommentare in der deutschen Presse.

10:0 gegen die Elfenbeinküste – die Fakten
Für die, die es verpasst haben mögen: Das ZDF zeigt die Torparade der DFB-Elf und Reaktionen der Spielerinnen im Zusammenschnitt sowie das Spiel der Norwegerinnen gegen Thailand (4:0). Das lässt sich bis Donnerstag, wenn es zum Duell der beiden spielstärksten Mannschaften der Gruppe kommt (22 Uhr, ARD), bequem in voller Länge nachschauen:

Deutschland – Elfenbeinküste in voller Länge

Eine schnelle Zusammenfassung des deutschen Spiels in Schriftform gibt’s auf ZEIT online.

10:0 gegen die Elfenbeinküste – die Qualitätsdebatte
10:0 ist ein Ergebnis, das gemischte Gefühle provoziert. Die FAZ sieht damit eine Qualitätsdebatte ausgelöst, die sich die Fifa selbst zuzuschreiben habe. Daniel Meuren schreibt: „Im Frauenfußball ist die Aufstockung (…) vornehmlich Konsequenz einer Fehleinschätzung bezüglich der Qualitätsentwicklung.“

Zum FAZ-Artikel

Schon vor dem zweistelligen Resultat hatte Tatjana Haenni, Fifa-Direktorin für die Frauenwettbewerbe, im Interview mit der Frankfurter Rundschau zur Erweiterung des Teilnehmerinnenfelds von 16 auf 24 Mannschaften gesagt: „Wir machen uns nichts vor: Wir werden bei diesem Turnier auch Resultate haben, die die Unterschiede krass zeigen. Wenn Thailand ein Testspiel gegen die Niederlande mit 0:7 verliert, gibt das klare Hinweise. Aber ich bin mir sicher, dass wir schon in vier Jahren bei der WM in Frankreich dieses Thema nicht mehr haben. Das Niveau wird sich bis dahin angeglichen haben.“

Zum Artikel der Frankfurter Rundschau

Célia Šašić: "Egal wer spielt, die Tore fallen." © Mirko Kappes, footograph.net
Célia Šašić: „Egal wer spielt, die Tore fallen.“ © Mirko Kappes, footograph.net

10:0 gegen die Elfenbeinküste – who’s next?

Nix zu meckern gab es nach dem 10:0 für Bundestrainerin Silvia Neid. Bleibt die Frage, wie es weitergeht gegen Norwegen am Donnerstag. Die Nachrichtenagentur dpa hat nachgefragt: Was erwarten Sie für ein Spiel, Frau Neid?

„Die Elfenbeinküste hat sehr weit vorne gespielt und uns dadurch Räume gegeben, in die wir reinspielen konnten. Das wird gegen Norwegen anders. Sie sind taktisch flexibel, mit allen Wassern gewaschen und haben viele Facetten. Da brauchen wir wieder Zweikampfstärke und Spielfreude. Das wird ein enges Match.“

Auch die ARD schaut schon auf die nächste Begegnung und zitiert Norwegens Trainer Even Pellerud: „Es ist unser Ziel, gegen Deutschland zu gewinnen.“ Sein Team startete am Sonntag zwar mit einem 4:0-Sieg gegen Thailand, den Trainer wurmte aber augenscheinlich, dass dabei ein Elfer verschossen wurde. Das scheint unangenehme Erinnerungen an das EM-Finale 2013 gegen Deutschland zu wecken. Celia Sasic brachte unterdessen nach ihrem Dreierpack und der Auswechslung zur Pause die Stärke des deutschen Teams zum WM-Auftakt auf den Punkt: „Egal wer spielt, die Tore fallen.“

Zum ARD-Online-Bericht

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Florian BuechtinghelenaLusankyaJennifer Neueste Kommentartoren
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Jennifer
Jennifer

Die Aufstockung ist keine Fehleinschätzung der Qualitätsentwicklung, wie Daniel Meuren schreibt, sondern meiner Meinung nach einzig und allein der Geldgier der Fifa zu verdanken. Sie handelt nach dem Motto „mehr Teams, mehr Spiele, dadurch mehr Fans und mehr Umsatz.“ Wer daran glaubt, dass die Fifa so genannte Fussball-Entwicklungsländer unterstützen will – ist selber schuld!

Lusankya
Lusankya

Nach der Aufstockung von 16 auf 24 Teams gab es 1982 bei den Männern auch erstmal ein 10:1 von Ungarn gegen El Salvador.

Ansonsten kommt mehr Geld für die FIFA natürlich auch den Mitgliedern zugute. Je mehr Geld die FIFA kriegt, desto mehr kriegen die einzelnen Mitgliedsverbände. Und da alle Mitgliedsverbände absolut gleichviel kriegen, ist das natürlich insbesonders für die kleinen verlockend. Ob die damit dann natürlich den Frauenfußball fördern, ist eine andere Sache.

helena
helena

Nach dem 7:1 der deutschen Nationalmannschaft der Männer gegen Brasilien gab es eine solche Diskussion doch auch nicht; Niemand wollte den Brasilianern die Qualität absprechen. Wenn ich mich an manches mühsame 1:0 Geschleiche der Spanier erinnere, zeugte das nicht so sehr von der Qualität des Gegners, sondern der Spielweise der Spanier, wer zuerst zuckt, verliert. Natürlich war die Elfenbeinküste in allen Belangen unterlegen, aber sie haben zum einen nie aufgesteckt (anders als etwa Brasilien letztes Jahr), sondern um jeden Ball gekämpft und zum anderen sich nicht nur hinten rein gestellt und Beton angerührt, so dass es ein furchtbar langweiliges Spiel… Weiterlesen »

Florian Buechting
Florian Buechting

Ob man jetzt mit 16 oder 24 Teams spielt, ist letztlich, wie schon oben geschrieben wurde, eine Mischung aus Politik, Geldgier und vielen anderen Faktoren – letztlich muss man auch eben Reize setzen, dass sich Teams aus der zweiten Reihe entwickeln können. Umgekehrt, denke ich, in der deutschen Gruppe gibt es nur ein Spiel, was wirklich „wichtig“ ist – nämlich Deutschland gegen Norwegen, wo der Gruppensieg entschieden wird. Vermutlich werden Thailand und die Elfenbeinküste derart verprügelt auf dem Platz, dass sie nur schwer die Möglichkeit haben werden, sich als einer der besten dritten Plätze durchzumogeln. Ich denke, das bringt niemandem… Weiterlesen »