Zittersiege für Kanada und die Niederlande

Von am 7. Juni 2015 – 11.08 Uhr 21 Kommentare

Kanada und die Niederlande sind in Gruppe A mit denkbar knappen Auftaktsiegen in die siebte Frauenfußball-WM gestartet. Dem Gastgeber gelang erst in der Nachspielzeit durch einen verwandelten Foulelfmeter der Sieg, die Niederlande überstanden eine heike Schlussphase unbeschadet.

Die 53 058 Zuschauern im Commonwealth Stadium von Edmonton sahen beim 1:0 (0:0)-Sieg Kanadas gegen China eine phasenweise unansehnliche, zähe Partie, in der Christine Sinclair erst mit einem verwandelten Foulelfmeter in der Nachspielzeit (90.+2) den Erfolg perfekt machte und für Erleichterung sorgte. Chinas Rong Zhao hatte zuvor die eingewechselte Adriana Leon gefoult.

Zwei Lattentreffer als Highlights
In der an Höhepunkten armen Partie hatten zuvor nur zwei Lattentreffer für Aufregung gesorgt: Erst zirkelte Wang Lisi einen Freistoß aus gut 25 Metern and die Latte (23.), nur kurz darauf hatte Josee Belanger mit einem Lattenschuss ebenfalls Pech (27.). Insgesamt verdiente sich die kanadische Mannschaft den Erfolg, weil sie das aktiivere Team war. Sophie Schmidt wurde zur Spielerin des Spiels gewählt, bei China wusste Torhüterin Wang Fei vom 1. FFC Turbine Potsdam zu gefallen.

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Herdman erleichtert
Kanadas Trainer John Herdman meinte: „Die Spielerinnen wissen nun, was es heißt, vor 50 000 Zuschauern zu spielen. Es war ein guter Turnierstart für uns, am Schluss haben wir den Zuschauern Grund zum Jubel gegeben. Chinas Trainer Wei Hao erklärte: „Insgesamt bin ich mit unserer Leistung sehr zufrieden und wir werden uns noch steigern. Es ist schade, auf diese Art und Weise zu verlieren.“

Vivianne Miedema und Lieke Martens

Lieke Martens (re.) und Vivianne Miedema landeten bei der WM einen Auftaktsieg © Marion Kehren / girlsplay.de

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Martens führt Niederlande zum WM-Sieg
In der zweiten Partie gelang WM-Neuling Niederlande beim 1:0 (1:0)-Sieg gegen Neuseeland gleich zum Auftakt der erste WM-Sieg. Ex-Bundesligaspielerin und Spielerin des Spiels Lieke Martens erzielte mit einem platzierten Drehschuss aus gut 20 Metern den Treffer des Tages (33.). Die Niederländerinnen waren in der ersten Halbzeit das aktivere Team und gingen somit verdient in Führung, in der zweiten Halbzeit übernahm Neuseeland aber immer mehr das Kommando, verstand es aber nicht, die Überlegenheit in Tore umzumünzen.

Glücklicher Rejners
Niederlandes Trainer Roger Rejners meinte: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftaktsieg. In der ersten Halbzeit hatten wir mehr Chancen als der Gegner, in der zweiten Halbzeit hatten wir aber einige Schwierigkeiten. Neuseelands Trainer Tony Readings erklärte: „Wenn wir weiter so spielen, wie in der zweiten Halbzeit, ist für uns hier etwas möglich. Es reicht aber nicht gut zu spielen, man muss auch seine Chancen nutzen. Die erste Halbzeit war ok, aber das ist bei einer WM nicht gut genug.“

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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