VfL Wolfsburg mit Sieg gegen Frankfurt Herbstmeister

Von am 30. November 2014 – 14.12 Uhr 83 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat sich am 11. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga mit einem Sieg im Topspiel gegen den 1. FFC Frankfurt die Tabellenspitze und somit die Herbstmeisterschaft gesichert. Dabei profitierte Wolfsburg vom Patzer des bisherigen Spitzenreiters FC Bayern München bei der SGS Essen.

Beim 2:0 (2:0)-Sieg im VfL-Stadion am Elsterweg erzielten Martina Müller (32.) und Lena Goeßling (43.) die Tore.

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Laudehr trifft die Latte
In einer vor allem in der Anfangsphase intensiven Partie hatte der VfL Wolfsburg zunächst mehr vom Spiel, die erste gefährliche Torchance hatte aber der 1. FFC Frankfurt, als nach einem Freistoß von Dzsenifer Marozsán Simone Laudehr aus 17 Metern aus der Drehung abzog, der Ball landete an der Latte (17.).

Chancen auf beiden Seiten
Alex Popps abgefälschter Schuss von der Strafraumgrenze stellte FFC-Torhüterin Anke Preuß vor keine Probleme (23.), auf der Gegenseite setzte Vero Boquéte einen Schuss neben den Pfosten (24.). Die Wolfsburgerinnen ließen angeführt von der bärenstarken Kapitänin Nilla Fischer hinten nur wenig zu, vorne setzte Fischer einen Kopfball nur knapp am Tor vorbei (26.).

Müller erzielt Führung
Nach einer guten halben Stunde spielte Popp dann einen mustergültigen Pass in die Füße von Müller, die fackelte nicht lange und brachte den VfL Wolfsburg mit ihrem siebten Saisontreffer 1:0 in Führung (32.).

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Goeßling trifft mit direktem Freistoß
Die Schlussphase der ersten Halbzeit verlief für die Gäste dann doppelt bitter: Erst musste Célia Sasic wegen einer Oberschenkelverletzung gegen Mandy Islacker ausgewechselt werden (42.), eine Minute später schlug Goeßling einen direkten Freistoß in den Strafraum, den Preuß irritiert durch Babett Peter passieren lassen musste (43.).

Spielszene VfL Wolfsburg gegen 1. FFC Frankfurt

Martina Müller (li.) brachte den VfL Wolfsburg auf Kurs © foto2press / Oliver Baumgart

Frankfurt zu harmlos
Zur zweiten Halbzeit kam Caroline Graham Hansen für Lina Magull in die Partie, Sekunden nach Anpfiff hatte Müller nach Pass von Anna Blässe die erste gute Chance der zweiten Halbzeit (46.). Vom harmlosen 1. FFC Frankfurt war immer weniger zu sehen, Wolfsburg verpasste bei einem Konter von Popp auf Müller die frühe Entscheidung (50.). Preuß parierte einen Schuss von Hansen (68.).

Schult lässt sich nicht düpieren
Einen Schuss von Boquete hielt Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult sicher (74.) und auch bei einem Heber von Bianca Schmidt war sie auf dem Posten (89.). In der Nachspielzeit kam der VfL Wolfsburg einem dritten Treffer nah, doch die eingewechselte Verena Faißt scheiterte an Preuß (90.+3).

Kellermann zieht Hut vor seiner Elf
VfL Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann erklärte: „Es war ein verdienter Sieg meiner Mannschaft, vor der ich heute nur den Hut ziehen kann. Dank unseres aggressiven Pressings und einer hundertprozentigen Einstellung haben wir unsere Vorgabe, die spielstarken Frankfurterinnen weit von unserem Tor wegzuhalten, optimal in die Tat umsetzen können.“

Bell beklagt mangelnde Vorbereitung
Frankfurts Trainer Colin Bell meinte: „Ich bin enttäuscht über die erneute Niederlage in Wolfsburg, aber man darf auch nicht vergessen, dass wir keine optimale Vorbereitung auf dieses schwere Spiel hatten: Kerstin Garefrekes und Dzsenifer Marozsán waren krank, Célia Sasic angeschlagen. Verónica Boquete, Ana-Maria Crnogorcevic und Jessica Fishlock kamen erst am Donnerstag von ihrer Nationalmannschaft zurück und Simone Laudehr war aufgrund ihres Bundeswehr-Lehrgangs erst gar nicht da. Das alles sind Fakten, keine Ausrede.“

Bayern München verspielt Herbstmeisterschaft
Durch ein torloses Remis bei der SGS Essen hat der FC Bayern München die Tabellenführung an den VfL Wolfsburg abgeben und somit die Herbstmeisterschaft verspielt. Die Münchnerinnen, bei denen im Tor Manuela Zinsberger für die an der Schulter verletzte Tinja-Riikka Korpela zum Einsatz kam, hatten zwar die besseren Torchancen, doch ein Treffer wollte an diesem Nachmittag nicht gelingen.

Turbine Potsdam gewinnt Ostderby nach Rückstand
Der 1. FFC Turbine Potsdam hat nach einem 1:2-Rückstand das Ostderby beim FF USV Jena noch mit 3:2 (1:1) gewonnen. Die Turbine-Führung durch Asano Nagasato (35.) hatte Amber Hearn kurz vor der Pause für die Gastgeberinnen ausgeglichen (45.). Carolin Schiewe scheiterte mit einem Foulelfmeter an Anna Sarholz, Jena ging dennoch etwas später durch Christina Julien in Führung (68.), ehe Inka Wesely postwendend ausglich (70.) und die erst nach gut einer Stunde eingewechselte Julia Simic die Partie noch für die Potsdamerinnen mit einem verwandelten Handelfmeter drehte (82.).

Jenas Trainer Daniel Kraus meinte: „Ich kann nicht viel Negatives zu diesem Spiel sagen. In der 2. Halbzeit waren wir die aktivere Mannschaft, doch leider hat es trotzdem nicht für einen Punkt gereicht. Wenn wir die fußballerische Leistung in der Rückrunde fortsetzen, können wir an das Niveau der letzten Saison anknüpfen.“

MSV Duisburg gelingt Befreiungsschlag
Der MSV Duisburg landete im Kampf gegen den Abstieg mit dem 2:1 (0:0) bei Aufsteiger Herforder SV den ersten Saisonsieg und holte drei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten. Dabei geriet die Elf von Trainerin Inka Grings durch ein Tor der im Nachschuss treffenden Lena Wermelt (58.) zunächst in Rückstand. Doch Dolores Silva mit einem Schrägschuss aus  halblinker Position (70.) und Kristina Sundov (88.) nach einer feinen Einzelleistung drehten die Partie für die Duisburgerinnen, die auf Stürmerin Emilie Fillion verzichten mussten. Fillion hatte sich am Mittwoch im Training einen Syndesmose- und Außenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen.

Grings erleichtert
Grings erklärte  nach der Partie: „Man hat meiner Mannschaft zu Beginn die verständliche Nervosität angesehen; wir wollten auch da schon nach vorne spielen, haben aber die Lösungen noch nicht gefunden. Doch wir haben auch nach dem Rückstand nicht aufgegeben, immer gebissen. Rach Kiwic hat vorne überragend gearbeitet und die drei eingewechselten Spielerinnen haben die Reaktion gezeigt, die man von Auswechselspielerinnen erwarten darf. Gratulation an die gesamte Mannschaft.“

Freiburg siegt im Südderby
Im ersten Spiel des Tages setzte sich der SC Freiburg gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 1:0 (1:0) durch. Sylvia Arnold gelang bereits in der 16. Minute der Treffer des Tages, mit dem sich die Freiburgerinnen in der Tabelle an ihrem Gegner vorbeischoben.

Leverkusen gewinnt in Unterzahl
Bayer 04 Leverkusen bewies kam beim SC Sand trotz der frühen Roten Karte gegen Rebecca Knaak wegen einer Notbremse zu einem 2:1 (0:1)-Auswärtssieg. Anne van Bonn brachte die Gastgeberinnen mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung (24.), doch Marina Hegering. die per Kopf einen Fehler von Sands Torhüterin Mallori Lofton-Malachi ausnutzte (47.) und Carolin Simon nach einem doppelten Doppelpass mit Ramona Petzelberger (58.) sorgten für einen Auswärtssieg der Leverkusenerinnen.

Koutroubis enttäuscht
Die Gastgeberinnen mussten bereits früh auf ihre Torjägerin Iliaria Mauro verzichten, die mit Verdacht auf Muskelfaserriss in der rechten Wade vom Feld musste (12.). „Ich dachte in der zweiten Halbzeit, dass Leverkusen mit zwei Spielern mehr auf dem Feld steht“, so Sands Trainer Niko Koutroubis.

Allianz Frauen-Bundesliga, Ergebnisse 11. Spieltag

SC Freiburg TSG 1899 Hoffenheim 1:0 (1:0)
VfL Wolfsburg 1. FFC Frankfurt 2:0 (2:0)
SGS Essen FC Bayern München 0:0
Herforder SV MSV Duisburg 1:2 (0:0)
FF USV Jena 1. FFC Turbine Potsdam 2:3 (1:1)
SC Sand Bayer 04 Leverkusen 1:2 (1:0)

Allianz Frauen-Bundesliga, Tabelle

Rang Verein Spiele Torverhältnis Punkte
1. VfL Wolfsburg 11 29:1 29
2. FC Bayern München 11 32:3 27
3. 1. FFC Frankfurt 11 39:9 25
4. 1. FFC Turbine Potsdam 11 29:12 25
5. SGS Essen 11 16:15 16
6. SC Freiburg 11 17:28 15
7. TSG 1899 Hoffenheim 11 11:18 14
8. Bayer 04 Leverkusen 11 13:23 12
9. FF USV Jena 11 13:21 8
10. SC Sand 11 10:23 7
11. MSV Duisburg 11 8:29 6
12. Herforder SV 11 10:45 2

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

83 Kommentare »

  • Chris sagt:

    @ holly

    Da liegst du komplett falsch. Bayern MF Fans gehen sehr wohl in dieses Stadion. Wird unter uns Bayern-Fans übrigens Hermann-Gerland-Kampfbahn genannt.

    Schau nur mal was bei den Spielen der Bayern Amateure dort los ist.

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  • holly sagt:

    @ Altwolf, kann dir da nicht zustimmen. In München gibt es ja dann zu der Zeit meist gleichzeitig noch Eishockey, Basketball usw.
    Am letzten Sontag war es in Wob ja ähnlich. Da haben die Frauen gespielt, dann die Männer. die Eishockey Mannschaft hatte auch ein Heimspiel. Da überlegt man sich zu dieser Jahreszeit schon ob man sich zwei solcher Spiele hintereinander ansieht bei der Kälte.
    @ Chris, ja wenn die Bayern Amateure da ein Heimspiel haben geht ihr da hin. Das ist klar.
    Aber für die Frauen scheint das leider keiner gerne zu machen von den MF Bayern Fans.

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  • Chris sagt:

    @ holly

    Ich bspw. besuche die Spiele der Profis, Amateure, Frauen und Frauen II.

    Das Problem mit den mangelnden Zuschauern liegt halt aber nicht am Stadion sondern schlicht und ergreifend daran das Frauenfußball hier in Deutschland leider immer noch eine Randsportart ist.

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