DFB-Frauen verlieren gegen Frankreich

Von am 25. Oktober 2014 – 16.30 Uhr 53 Kommentare

Schwache Kulisse, schwaches Spiel: Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat das Testspiel in Offenbach gegen Frankreich verloren. Zwar begann die DFB-Elf gut, doch ein Doppelschlag der Französinnen kippte die Partie.

Vor nur 5 317 Zuschauern unterlag die Auswahl von DFB-Trainerin Silvia Neid mit 0:2 (0:2). Ein Eigentor von Bianca Schmidt (16.) und ein Treffer von Elodie Thomis (19.) besiegelten früh die Niederlage.

Guter Beginn
Die DFB-Elf hatte nach nur 24 Sekunden die erste Chance des Spiels. Nach einem über den rechten Flügel schnell vorgetragenen Angriff flankte Lira Alushi nach innen, Célia Sasic köpfte jedoch über das Tor. Nur kurz darauf verfehlte Dzsenifer Marozsán in der druckvollen Anfangsphase mit ihrem Schuss von der Strafraumgrenze nur knapp ihr Ziel.

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Eigentor durch Schmidt
Doch die Französinnen fanden trotz der frühen Verletzung von Mittelfeldregisseurin Camille Abily schnell in die Partie, bei einem Schuss von Louisa Nécib musste Nadine Angerer erstmals ihr ganzes Können aufbieten (16.). Doch bei der anschließenden Ecke geriet Deutschland in Rückstand, als Amel Majri den Ball nach innen schlug und Bianca Schmidt unter Bedrängnis von Wendie Renard ins eigene Netz köpfte (16.).

Thomis trifft nach Konter
Und nur wenige Minuten später baute Frankreich die Führung aus, als die DFB-Elf bei einem schnellen Konter zu langsam nach hinten rückte und Thomis einen präzisen Pass von Eugénie Le Sommer aufnahm, Angerer umkurvte und ins leere Tor einschob (19.). Und fast wäre Frankreich gar ein dritter Treffer gelungen, doch Angerer parierte erneut gekonnt (25.).

Nur wenige Chancen
Ein Neber von Simone Laudehr, den Frankreichs Torhüterin Sarah Bouhaddi aus der Luft pflückte, war eine der wenigen guten deutschen Chancen (36.). Doch auch die Einwechslungen von Melanie Leupolz, Alex Popp, Pauline Bremer und Josephine Henning brachten keinen Schwung ins DFB-Team, Chancen waren auch in der zweiten Halbzeit Mangelware.

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Kristin Demann fällt aus
Kathrin Nendrich (re.) im Duell mit der pfeilschnellen Elodie Thomis © Nora Kruse / ff-archiv.de

Kathrin Hendrich (re.) im Duell mit der pfeilschnellen Elodie Thomis © Nora Kruse / ff-archiv.de

Krahn und Popp ohne Glück
Erst in der Schlussphase kam Deutschland noch zu einigen Chancen, doch Annike Krahn per Kopf (70.) und Alex Popp (73.), die übers Tor schoss, brachten den Ball nicht ins Netz, so dass Frankreich am Ende als verdienter Sieger vom Platz ging.

Neid: „Hatten nie Zugriff auf das Spiel“
Silvia Neid meinte nach der Partie: „Wir waren in den Zweikämpfen nicht robust genug und kamen immer zu spät, weil wir keine gute Grundordnung hatte. Wir hatten gegen die technisch starken Spielerinnen nie richtig Zugriff auf das Spiel. Auch im Spiel nach vorne fehlte es unter anderem an der Präzision bei der Ballannahme und Ballmitnahme.“

Šašić: „Wartet noch viel Arbeit auf uns“
Célia Šašić ergänzte: „Wir haben stark angefangen und dann stark nachgelassen. Wir hatten zu wenig Bewegung im Spiel und haben immer die falsche Entscheidung getroffen. Dann ist es gegen eine so starke Mannschaft immer schwer. Wir haben heute gezeigt bekommen, dass noch viel Arbeit auf uns wartet.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

53 Kommentare »

  • GG sagt:

    @Jan
    Es ist wohl in allerletzter Linie eine Frage des Geldes: Wenn SN bei Wolfgang Niersbach anfragt, wird er ihr mit Sicherheit den nötigen Etat bereitstellen – wenn dieser nicht sogar bereits vorhanden ist.
    Aber Reisen in die Provinzen Wolfsburg und Potsdam, oder sonstwohin ?
    Vielleicht gelingen ja Bayer Leverkusen und Torres Calcio in Bälde vermeintliche „Überraschungen“ ?

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  • FFFan sagt:

    @ Altwolf:
    „Genau das haben wir in der N11 derzeit nicht, da SN noch das System des 1.FFC spielt…“

    –> …wobei dieser 1.FFC mittlerweile ein anderes System spielt!

    „…während C.Sasic nicht die technischen Fertigkeiten hat, die z.B. Spieler(innen) wie C.Hansen oder b.d. Männern e.K.de Brune haben.“

    –> Von der Position und taktischen ‚Rolle‘ her wären Hansen/de Bruyne aber doch eher mit Anja Mittag zu vergleichen, und diese hat sehr wohl die erforderlichen technischen Fertigkeiten!

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  • holly sagt:

    @ Jan, die BT und ihre Gefolgschaft besuchen schon genug BL Spiele um die Spielerinnen zu beobachten. Daran liegt es nicht

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  • Zaunreiter sagt:

    Also mich freuts, dass Frankreich gewonnen hat. Bergeroo hat ihnen noch Effizienz dazugegeben, obwohl mir das schöne Spiel des Herrn Bini besser gefallen hat. Das hat letztendlich aber nur für verweinte Gesichter gesorgt.
    Und es freut mich auch, weil die Neid-Lieblinge mal so wieder auf den Deckel bekommen haben.

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  • noworever sagt:

    @FFFan
    Schön, dass solch rare, vereinsbrillenlose Sichtweisen, wie die deinen hier noch auftauchen.
    Eine solche Art von Loyalität (zu sich selbst) ist doch immer wieder erfrischend.

    @Altwolf
    Darf ich fragen, welche Spiele das waren, bei denen du gesehen hast, dass Fishlock, Maroszan & Boquete nicht in der Lage sind die „Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen“ herzustellen?

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  • dummkopf sagt:

    nene, das mit dem Zufallsgenerator funktioniert logisch auch einwandfrei, wenn man natürlich nur die für die deutsche Mannschaft Startberechtigten nimmt. Würde nur dann nicht passen, wenn die Ausländerinnen so gut wären, dass sie die Hauptursache für die starkern Vereinsmannschaften sind, und die deutschen Spielerinnen durchschnittlich die Schwächeren. Das ist aber natürlich nicht so.

    Noch interessanter wird es anders herum.

    Vergleichen wir mal die Trainersituation in FRA und GER.

    Der „arme“ französische N11 Trainer kann als „Ausgangspunkt“ OL nehmen, muss aber die starken Ausländerinnen ersetzen durch andere Französinnen ersetzen, was zu einem deutlichen Qualitätsverlust führt.

    Der deutsche Trainer dagegen kann das etwa gleich starke Wob als Ausgangspunkt nehmen, und gemessen am letzten Jahr muss „nur“ Fischer und Müller durch andere deutsche ersetzen. Das muss sicher im Unterschied dazu NICHT zu einem solchen Qualitätsverlust führen.

    Da wird es der arme franz. Trainer also wohl schwer haben, eine gleich gute N11 zusammenzubekommen?

    Aber es kommt für ihn ja noch schlimmer: Der dt Trainer kann ja sogar auch noch weitere Verbesserungen vornehmen, indem er darüberhinaus sogar noch weitere einzelne Spielerinnen durch bessere ersetzt.
    Wie toll muss die Mannschaft da erst sein, wenn der dt. Trainer meint, sogar auf praktisch nahezu ALLEN POSITIONEN bessere Spielerinnen als Wolfsburg aufbieten zu können.

    Da muss man nun doch OL, oder erst Recht der franz N11 ganz klar überlegen sein.
    Tja,
    wenn das aber nun anscheinend nicht so ist, da scheint irgendwo wohl etwas schiefzulaufen.

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  • Altwolf sagt:

    @noworever.

    Es ging bei meiner Beobachtung um die N11, nicht um das derzeitge Ensemble des 1.FFC.

    @FFan.

    Ich habe mich dabei auf die vorangegangenen Spielzeiten beziehen wollen, da es dort auch entsprechend viele 1.FFC-Spielerinnen gab und die wichtigen Positionen innehatten.

    Ich wollte bezüglich C.Sasic sagen, daß sie andere Tugenden hat, als nun gerade balltechnische Fähigkeiten. Da habe ich z.B. gegenüber den Französinnen doch Unterschiede gesehen.

    Ich hoffe einfavh darauf, daß unsere Spielerinnen da etwas zulegen, nachdem offenbar andere Länder-Teams an Athletik u. läufeischem Einsatz zugelegt haben.

    Es war nicht beabsichtigt auf die einzelnen FF-Clubs einzughen, sondern ur um die Spielerinnen der N11 unddes praktizierten Spielsystems.

    SN hatte jahrelang damit auch Erfolg, aber ich denke es muß in den nächsten 1-2 Jahen dort ein Sinneswandel einsetzen, sonst hinken wir schnell hinterher.

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  • karl sagt:

    Nein, das funktioniert logisch eben nicht. Wenn man davon ausgeht dass Wolfsburg mit Fischer, Kessler und Goessling fast so gut ist wie OL, dann muss man auch sehen dass Wolfsburg ohne diese drei eine ziemlich durchschnittliche Bundesligamannschaft ist und eindeutig schlechter ist als OL (auch ohne auslaendische Spielerinnen). Goessling und Kessler standen nicht zur Verfuegung, Fischer aus anderen Gruenden auch nicht. Wenn man nun bei Turbine Anonma und Nagasato und Waelti abzieht bleibt auch nicht mehr viel uebrig. Wuerde man aus den verbleibenden Spielerinnen dann eine Nationalmannschaft zusammensetzen wuerde die gegen Frankreich allenfalls mal in der WM – oder EM Quali zweistellig verlieren , denn fuer ein Freundschaftsspiel gegen Frankreich waere sie sicher nicht qualifiziert genug , da wuerde sich Frankreich sicher staerkere Sparringspartner suchen 🙂

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  • never-rest sagt:

    Vor der WM wird kein Umbruch in der N11 mehr kommen. SN wird ihre vertrauten Spielerinnen aufbieten. Wenn Keßler, Goeßling und L. Maier wieder dabei sind, wird die Qualität hoffentlich ausreichen, um wenigstens das Halbfinale in Kanada zu erreichen.

    Nach der WM werden aber wohl einige Altvorderen sich aus der N11 verabschieden wie Angerer, Krahn, Bartusiak, Alushi etc. Ein/e neue/r Bundestrainer/in wäre auch nicht schlecht, um neuen Schwung in die N11 zu bringen und das etwas angestaubte Spiel der Deutschen Mannschaft zu modernisieren.

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  • Jan sagt:

    [ @GG, holly + Alle:
    Bitte meine Beiträge nicht allzu ernst nehmen; z.B. konkret bzgl. Fr. Neids Dienstreisen. 😉
    Auch war „[…]“ bei B), C), O), tlw. Ö) u. Z) polit. u. pietätisch etwas unkorrekt. ]

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  • Altwolf sagt:

    @Karl.

    Wenn du bei OL Necib u.Abily u. Henry herausnimmst, was ist da noch so überragend im Vergleich zu WOB u. Turbine ?

    Auch bei denen steht und fällt die Klasse mit diesen MF-Spielerinnen.

    Nur Frankreich hat den Vorteil, daß sie in der N11 praktisch genauso wie OL spielen und das war auch das „Plus“ der früheren Jahre mit der D-N11 und dem 1.FFC.

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  • enthusio sagt:

    @ Altwolf:

    „Wenn du bei OL Necib u.Abily u. Henry herausnimmst, was ist da noch so überragend im Vergleich zu WOB u. Turbine ?“

    Unter dem Eindruck des vergangenen Länderspiels, wo Henry gar nicht und Abily nur wenige Minuten gespielt hat, könnte ich dieser Aussage nicht zustimmen.

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  • Karl sagt:

    @Altwolf: Da hast du natuerlich Recht. Wenn man die drei Hauptakteure aus deren Mittelfeld rausnimmt siehts auch da geringfuegig schlechter aus, aber die waren am Samstag ja da (zumindest 2 davon) und in bester Spiellaune.

    Ob das Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft jemals so FFC lastig war bezweifle ich allerdings. Das wurde zwar von 2003 bis 2008 von Renate Lingor dominiert , die hatte
    aber immer Mitstreiter oder Lehrlinge aus anderen Vereinen neben sich
    (Okoyino da Mbabi, Laudehr z.B.). Danach gabs mit Laudehr,Bresonik und Kulig und anderen eine Menge Mittelfeldspielerinnen die zumindest damals alle nicht beim FFC spielten. Davor waren da Wiegmann, MVT, Meinert, Neid (auch alle nicht beim FFC).

    Ob das mit den Spielsystemen so entscheident ist weis ich nicht. Der Vorteil des festen Systems
    ist wohl dass alle seit den U- Mannschaften das System kennen. Nachteil scheint zu sein dass
    die Bundesligamannschaften andere Systeme haben. Eigentlich muesste man idealerweise das
    System nach den zur Verfuegung stehenden Spielerinnen auswaehlen. Das waere aber sicher sehr aufwendig und wenn man das fuer jedes Spiel aendern oder dem Gegner anpassen muesste wuerde das eine Menge Vorbereitungszeit erfordern.

    Wie auch immer , vielleicht haben die deutschen Spielerinnen Frankreich einfach viel
    zu ernst genommen und vor dem Spiel zur Einstimmung noch ein paar Flaschen Rotwein
    getrunken. Den Fehler werden sie vor dem Spiel gegen Schweden sicher nicht wiederholen 🙂

    @Jan: Den Spass haben wir schon verstanden.

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