Champions League: VfL Wolfsburg auf Achtelfinalkurs

Von am 8. Oktober 2014 – 21.31 Uhr 22 Kommentare

Titelverteidiger VfL Wolfsburg hat im Hinspiel des Sechzehntelfinales der UEFA Women’s Champions League beim norwegischen Meister Stabæk FK knapp gewonnen und sich somit einen kleinen Vorteil für das Rückspiel in acht Tagen verschafft. Doch die Hinspiele hielten auch einige faustdicke Überraschungen bereit.

Den Treffer des Tages beim 1:0 (0:0)-Auswärtssieg im Nadderud-Stadion von Bekestua erzielte Nilla Fischer per Kopf nach Freistoß von Caroline Graham Hansen (56.).

Goeßling zunächst auf der Bank
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann beließ Mittelfeldspielerin Lena Goeßling zunächst auf der Bank, dafür konnte Alex Popp nach ihrem Bluterguss in der Wade von Beginn an spielen.

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Wolfsburg kommt nur schwer ins Spiel
Die Gastgeberinnen zunächst besser in die Partie und unterbanden das Aufbauspiel des VfL Wolfsburg geschickt, obwohl sie bereits nach zehn Minuten ihre zentrale Mittelfeldspielerin Ingvild Isaksen verletzungsbedingt ersetzen mussten.

Nilla Fischer in Nahaufnahme

Nilla Fischer erzielte den einzigen Treffer der Partie © Frank Gröner / girlsplay.de

Fischer erzielt Tor des Tages
In der zweiten Halbzeit kam Lena Goeßling in die Partie und der VfL gewann nach und nach Oberwasser. Nach einem Freistoß von Neuzugang Caroline Graham Hansen stieg Nilla Fischer zum Kopfball hoch und überwand Torhüterin Ingrid Hjelmseth zum einzigen Mal an diesem Abend (56.). Das Rückspiel wird am Donnerstag, 16. Oktober, 17 Uhr, im VfL-Stadion am Elsterweg ausgetragen.

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Krahn und Alushi siegen mit PSG
Annike Krahn und Lira Alushi feierten mit Paris Saint-Germain beim FC Twente einen 2:1 (2:0)-Auswärtssieg. Kosovare Asllani (10.) und Shirley Cruz Traña (20.) trafen für die Französinnen, Ellen Jansen gelang für die Gastgeberinnen nur noch das 1:2 (61.). Bei Paris gab Linda Bresonik in den Schlussminuten nach längerer Pause ihr Comeback, Josephine Henning durfte in der Nachspielzeit nur noch für ein paar Sekunden auf den Platz.

Mittag und Schmidt schießen Rosengård zum Sieg
Anja Mittag, Kathrin Längert und Katrin Schmidt standen beim 3:1 (0:0)-Sieg des FC Rosengård beim russischen Meister Ryazan VDV alle in der Startformation. Schmidt sorgte anfangs der zweiten Halbzeit für die Führung (52.) und nach dem 2:0 durch Marta (64.) setzte Anja Mittag in der Nachspielzeit den Schlusspunkt (90.+2), für die Russinnen traf Kapitänin Ksenia Tsybutovich zum zwischenzeitlichen 1:2 (75.).

Neulengbach auf Achtelfinalkurs
Österreichs Meister SV Neulengbach verschaffte sich durch einen 2:1 (1:0)-Auswärtssieg ebenfalls eine ordentliche Ausgangsposition zum Erreichen des Achtelfinales. Nina Burger (35.) und Daniela Tasch (47.) sorgten für die Führung der Österreicherinnen, Ungarns Titelträger gelang durch Rita Méry nur noch der Anschlusstreffer (61.).

FC Zürich Frauen mit einem Bein weiter
Der Schweizer Meister FC Zürich Frauen kam trotz zweimaligen Rückstands beim kroatischen Meister ZNK Osijek zu einem 5:2 (1:1)-Sieg. Nach der frühen Führung der Gastgeberinnen durch Maja Joščak (10.) gelang Fabienne Humm in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit der Ausgleich (45.+2). Den neuerlichen Rückstand durch Mateja Andrlić (52.) glich Barla Deplazes postwendend aus (54.), ehe erneut Humm (66.) und ein Eigentor von Osijeks Kapitänin Dragica Cepernić (69.) die Schweizerinnen auf Kurs brachten. Den Schlusspunkt setzte Meriame Terchoun (88.).

Konin, Apollon und BIIK überraschen
Die Hinspiele lieferten einige überraschende Ergebnisse. So gewann Polens Meister KKPK Medyk Konin gegen Glasgow City LFC durch Treffer von Ewa Pajor (53.) und Aleksandra Sikora (64.) souverän mit 2:0, Apollon LFC setzte sich durch einen Elfmeter in der Schlussminute mit 1:0 gegen den dänischen Meister Brøndby IF durch. Bereits zur Mittagszeit hatte der FC BIIK-Kazygurt dem 1. FFC Frankfurt ein 2:2 (0:0) abgetrotzt.

Logo der UEFA Women's Champions League

Offizielles Logo der UEFA Women’s Champions League © UEFA

Sechzehntelfinale, Ergebnisse Hinspiele (Rückspiele am 15./16. Oktober)

Mittwoch, 8. Oktober

FC BIIK-Kazygurt  – 1. FFC Frankfurt  2:2 (0:0)
Ryazan-VDV – FC Rosengård 1:3 (0:0)
Apollon LFC – Brøndby IF 1:0 (0:0)
KKPK Medyk Konin – Glasgow City LFC 2:0 (0:0)
Gintra Universitetas – AC Sparta Praha 1:1 (0:1)
MTK Hungária FC – NÖSV Neulengbach 1:2 (0:1)
ŽNK Osijek – FC Zürich Frauen 2:5 (1:1)
Stabæk FK – VfL Wolfsburg 0:1 (0:0)
SK Slavia Praha – FC Barcelona 0:1 (0:0)
ŽNK Pomurje – ASD Torres Calcio 2:4 (0:2)
FC Twente – Paris Saint-Germain FC 1:2 (0:2)
Liverpool LFC – Linköpings FC 2:1 (1:1)
Clube Atlético Ouriense  – Fortuna Hjørring 0:3 (0:2)
Stjarnan – WFC Zvezda 2005 2:5 (1:3)

Donnerstag, 9. Oktober

20.30 Uhr: Raheny United – Bristol Academy WFC
20.30 Uhr: ACF Brescia – Olympique Lyon (FRA) (live auf Eurosport 2)

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @Statistiker.

    Da möchte ich dir doch widersprechen.
    Da wirst du den anderen Teams/Spielerinnen nicht gerecht, denn ich denke schon, daß es insbes. im Defensiv-Verhalten durch die bessere Athletik u. technischen Fähigkeiten der Spielerinnen ebenso Fortschritte gegeben hat, wie auch das taktische Verhalten gerade gegen offensiv ausgerichtete Teams besser geworden ist.

    Die Räume werden viel konsequenter verdichtet und somit wird es auch deutlich schwerer die 100%igen Torchancen zu kreieren bzw. dann genügend Zeit für die „Abschlüsse“ zu finden.

    Auch so eine gute Stürmerin wie L.Schelin benötigt Räume um torgefährlich zu sein und sie würde in unserer Buli sehr hart für einen Torerfolg arbeiten müssen. Der Vorteil ihrer überlegenen Schnelligkeit ist heute nicht mehr eine Torgarantie.

    Als Zuschauer empfindet man die jetzigen Spiele oft weniger „hochklassig“, da das Leistungsgefälle in den zurückliegenden 4-5 Jahren deutlich größer war und die individuelle Stärke der einzelnen Teams noch schwächer war.

    Wir haben in unserer Liga doch vor Augen, daß sich nicht mehr 2 Clubs alle Titel aufteilen, sondern auch inzwischen die Spiele gegen die „Mittelfeld“-Teams keine „Selbstläufer“ mehr sind.

    Haben die Top-Teams einen schwächeren Tag und die Gegnerinnen einen bessere Form, sind Punktverluste immer möglich.

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  • Statistiker sagt:

    @Altwolf: Ich sehe darin nur die Tendenz, das Defensivverhalten zu verbessern und das Offensivverhalten zu vernachlässigen. In der Offensivarbeit hat sich zumindest in den letzten Jahren im FF nichts getan. Gerade auch das sture Festhalten an dem 4-2-3-1 sehe ich als ein Problem an. Hier beschneidet man sich der Möglichkeiten.

    In der Offensive hat man die Schnelligkeit, Präzision und den Spielwitz in den letzten Jahren nicht sonderlich weiterentwickelt. Im Gegenteil, vorne wird auf bullige Spielertypen gesetzt und die Taktiken sind hoch und weit, Grundlinie erreichen und Flanken oder Standards.

    Flüssige Kombinationen über 10-15 Stationen ohne gegnerischen Ballkontakt, One-Touch, Doppelpassstaffetten erhalten immer mehr Seltenheitswert.

    Zudem hat sich das Tempo in der Offensive nicht sonderlich verbessert, was auch mit der mangelnden Ausprägung technischer Fähigkeiten zusammenhängt. Selbst Graham Hansen, Alushi und anderen unterlaufen zu häufig Stockfehler.

    Und letztlich gibt es kaum Spielerinnen vor dem Tor, die mal nen Ball in hohem Tempo direkt verwandeln können oder die den schnellen Abschluss suchen, da wird zuviel vertendelt.

    Alles in allem macht man es den gegnerischen Mannschaften mit mangelnden Ideen, mangelnder Präzision, mangelndem Tempo und mangelnder Handlungsschnelligkeit sehr, sehr einfach, die Offensive zu stoppen.

    Hier sehe ich am ehesten noch Bayern im Vorteil, da sie mit wenig permanenten Offensivspielerinnen, die dafür klein und wendig sind, zumindest das Tempo und die Ideen aufbringen.

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