Marozsán will nach Frankreich, Frankfurt sagt Nein

Von am 18. Juli 2014 – 17.12 Uhr 102 Kommentare

Zwischen Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Frankfurt und seiner Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsán ist ein Disput um einen möglichen Wechsel nach Frankreich ausgebrochen. Der Verein pocht auf Vertragserfüllung, die Spielerin kritisiert ihren Arbeitgeber öffentlich.

Die Zeichen zwischen dem 1. FFC Frankfurt und seiner Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsán stehen auf Trennung. Denn die 22-Jährige bestätigte heute auf ihrer Facebook-Seite, ein Angebot von einem französischen Topclub vorliegen zu haben. Von dem der 1. FFC Frankfurt allerdings nichts weiß, denn offiziell ist noch kein Verein an den Vizemeister herangetreten.

Marozsán bestätigt Angebot aus Frankreich
„Es ist so das endlich ein Traum von mir in Erfüllung gehen könnte…ich könnte für einen sehr professionellen Club in Frankreich spielen. In meinen Augen für einen der besten Clubs in Europa! Was schon immer mein Traum war! Außerdem könnte ich auf meiner geliebter Position spielen!“, schreibt Marozsán, die in Frankfurt allerdings noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 hat. „Fakt ist ich habe noch einen 2 Jahres Vertrag und werde nicht freigegeben“, so Marozsán weiter. Frankfurts Manager Siegfried Dietrich verweist auf den bestehenden Vertrag.

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Frankfurt verweigert Freigabe
„Es entspricht unserer Vereinspolitik, dass wir unsere Verträge stets erfüllen, dies erwarten wir selbstverständlich auch von unseren Spielerinnen. Dzsenifer Marozsán spielt bei der perspektivischen Entwicklung unseres Klubs und unserer Planung eine herausragende Rolle. Wir setzen langfristig auf eine Zusammenarbeit und haben deshalb den Vertrag mit ihr wunschgemäß bis zum 30.06.2016 abgeschlossen.“ Unterdessen greift Marozsán ihren Arbeitgeber öffentlich an: „Es könnte alles perfekt sein, wenn man jedem das Glück und die Chance zu diesem Zeitpunkt gönnen würde.“

Schauen Dzsenifer Marozsan und der FFC in der Champions League nächstes Jahr erneut nur zu? © Nora Kruse, ff-archiv.de

Dzsenifer Marozsán will den 1. FFC Frankfurt verlassen © Nora Kruse, ff-archiv.de

Frage des Geldes
Mit ihrer öffentlichen Kritik am 1. FFC Frankfurt scheint die Nationalspielerin ihre Freigabe erzwingen zu wollen, und auch dem 1. FFC Frankfurt dürfte nur wenig daran gelegen sein, zwei Jahre lang eine unzufriedene Spielerin in seinen Reihen zu haben. Und so ist zu vermuten, dass der 1. FFC Frankfurt und sein erfahrener Manager Dietrich mit der derzeitigen Weigerung vor allem das Ziel verfolgen, die Ablösesumme in die Höhe zu treiben. Denn sowohl Olympique Lyon als auch Paris Saint-Germain verfügen über das nötige Kleingeld, Marozsán aus ihrem Vertrag zu kaufen.

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Wechselpoker
Dietrich lässt wissen: „Der 1. FFC Frankfurt beteiligt sich grundsätzlich zum Schutze von Verein und Spielerinnen nicht an Gerüchten und Spekulationen, teilt aber der Vollständigkeit halber mit, dass es zur Stunde auch keinerlei offizielle seriöse Anfragen anderer Klubs an den 1. FFC Frankfurt gibt.“ Der offizielle Wechselpoker ist eröffnet.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

102 Kommentare »

  • Herr Schulze sagt:

    Die Frankfurter Rundschau mit einem in manchem erhellenden Maro-Aufmacher: Die Schlammschlacht

    Oder einfach fr-online.de, dann Sport. dannn FFC

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  • Horst Schlämmer sagt:

    Jahresgehalt kann netto oder brutto heißen 😉 Steuersatz in Frankreich einberechnen und man ist beim netto.

    @Sokrates: Geht nicht um Däbritz, sondern um Frau L. aus dem Breisgau jetzt Isar. Und eine andere Frau L. findet die Isar attraktiver als den Main. Das besagen Quellen und Gespräche.

    Aber sind wir weiter gespannt, was auf dem Transfermarkt noch passiert und erleben hoffentlich eine ähnlich spannende und faire Saison wie 2013/2014 🙂

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