Marozsán will nach Frankreich, Frankfurt sagt Nein

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Zwischen Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Frankfurt und seiner Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsán ist ein Disput um einen möglichen Wechsel nach Frankreich ausgebrochen. Der Verein pocht auf Vertragserfüllung, die Spielerin kritisiert ihren Arbeitgeber öffentlich.

Die Zeichen zwischen dem 1. FFC Frankfurt und seiner Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsán stehen auf Trennung. Denn die 22-Jährige bestätigte heute auf ihrer Facebook-Seite, ein Angebot von einem französischen Topclub vorliegen zu haben. Von dem der 1. FFC Frankfurt allerdings nichts weiß, denn offiziell ist noch kein Verein an den Vizemeister herangetreten.

Marozsán bestätigt Angebot aus Frankreich
„Es ist so das endlich ein Traum von mir in Erfüllung gehen könnte…ich könnte für einen sehr professionellen Club in Frankreich spielen. In meinen Augen für einen der besten Clubs in Europa! Was schon immer mein Traum war! Außerdem könnte ich auf meiner geliebter Position spielen!“, schreibt Marozsán, die in Frankfurt allerdings noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 hat. „Fakt ist ich habe noch einen 2 Jahres Vertrag und werde nicht freigegeben“, so Marozsán weiter. Frankfurts Manager Siegfried Dietrich verweist auf den bestehenden Vertrag.

Frankfurt verweigert Freigabe
„Es entspricht unserer Vereinspolitik, dass wir unsere Verträge stets erfüllen, dies erwarten wir selbstverständlich auch von unseren Spielerinnen. Dzsenifer Marozsán spielt bei der perspektivischen Entwicklung unseres Klubs und unserer Planung eine herausragende Rolle. Wir setzen langfristig auf eine Zusammenarbeit und haben deshalb den Vertrag mit ihr wunschgemäß bis zum 30.06.2016 abgeschlossen.“ Unterdessen greift Marozsán ihren Arbeitgeber öffentlich an: „Es könnte alles perfekt sein, wenn man jedem das Glück und die Chance zu diesem Zeitpunkt gönnen würde.“

Schauen Dzsenifer Marozsan und der FFC in der Champions League nächstes Jahr erneut nur zu? © Nora Kruse, ff-archiv.de
Dzsenifer Marozsán will den 1. FFC Frankfurt verlassen © Nora Kruse, ff-archiv.de

Frage des Geldes
Mit ihrer öffentlichen Kritik am 1. FFC Frankfurt scheint die Nationalspielerin ihre Freigabe erzwingen zu wollen, und auch dem 1. FFC Frankfurt dürfte nur wenig daran gelegen sein, zwei Jahre lang eine unzufriedene Spielerin in seinen Reihen zu haben. Und so ist zu vermuten, dass der 1. FFC Frankfurt und sein erfahrener Manager Dietrich mit der derzeitigen Weigerung vor allem das Ziel verfolgen, die Ablösesumme in die Höhe zu treiben. Denn sowohl Olympique Lyon als auch Paris Saint-Germain verfügen über das nötige Kleingeld, Marozsán aus ihrem Vertrag zu kaufen.

Wechselpoker
Dietrich lässt wissen: „Der 1. FFC Frankfurt beteiligt sich grundsätzlich zum Schutze von Verein und Spielerinnen nicht an Gerüchten und Spekulationen, teilt aber der Vollständigkeit halber mit, dass es zur Stunde auch keinerlei offizielle seriöse Anfragen anderer Klubs an den 1. FFC Frankfurt gibt.“ Der offizielle Wechselpoker ist eröffnet.

Letzte Aktualisierung am 18.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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holly
holly

ich denke das wird alle noch den Rest der Sommerpause beschäftigen. Kann mir gut vorstellen das Maro in Deutschland sportlich unzufrieden ist. Sie ist nunmal eine Technikerin und was wird von ihr verlangt kämpfen, kämpfen. Das so eine begnadete Technikerin nicht immer unbedingt die Zweikampfstärkste ist dürfte auch hinreichend bekannt sein. Ich habe sie das erste Mal mit 14/15 Jahren spielen sehen und war gleich begeistert von ihrem Können. Leider sind ihre technischen Fähigkeiten im Laufe der Jahre immer weiter in den Hintergrund gerutscht und sie wurde immer mehr zu einer Kämpferin ausgebildet 🙁 Für die BL wäre das natürlich… Weiterlesen »

AdiPreissler
AdiPreissler

In Frankfurt läuft jetzt, wie schon lange zu erwarten, die Lewandowski-Nummer an, bis in die Einzelheiten. Bei einer kolportierten Verzehnfachung des Gehaltes allerdings nachvollziehbar.

shane
shane

maroszan selbst schreibt: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=857465874266544&id=114520478561091

wenn sie selbst anfragen vorliegen hat, beim verein aber nichts bekannt ist, sollte sie sich vielleicht mal von ihrem berater ueber den ueblichen gang dieser dinge aufklaeren lassen. und auch gleich noch zum vertragsrecht.

vielleicht sollte der dfb generell nen vertragsrechtsseminar zur pflichtveranstaltung vor ner verpflichtung bei einem bundesligaverein machen. den jungen frauen scheint die bedeutung eines vertrages nicht wirklich klar zu sein; dass ein vertrag rechte UND pflichten fuer BEIDE vertragsparteien enthaelt.

Lucy
Lucy

Dann sollte man keine langfristigen Verträge abschließen, wenn man nicht weiß, was man will. Mit guten Leistungen wird sie auch noch in 1-2 Jahren den gewünschten Clubs am Herzen liegen. Dann ist alles gut 🙂

Aber der Lewandowski Berater wirds sicherlich schon passend für Maro richten und sie raushauen… 🙁

Kisame
Kisame

@shane

Eventuell sollte auch gleich noch ein Duden mitgegeben werden, damit man die Bedeutung des Wortes Profi nachschlagen kann und von welchem Wort sich das ableitet. Mittlerweile echt peinlich was im Fußball abgeht. Siggi Dietrichs Job besteht darin zu schauen was das beste für den FFC ist und nich irgendwelchen Spielerinnen ihre „Träume“ zu erfüllen. Wer sowas persönlich nimmt und damit argumentiert man würde ihm nichts gönnen, der sollte vielleicht mal generell überlegen ob Profisport wirklich das Richtige für ihn ist. Aber vermutlich wirklich nur ne Masche, um sich aus dem Vertrag freizupressen. Hat ja den passenden Berater dafür.

Herr Schulze
Herr Schulze

Nach dem Abschluss des Beratervertrags mit Maik Barthel war dieser Schritt mehr oder minder vorhersehbar. Ich gehe mal davon aus, dass auch Dzenifer Matroszans nun per Facebook verbreiteter persönlicher Unmut genau abgestimmt ist. Kein Ruhmesblatt für sie.
Allerdings hat der Verein bisher nicht erkennen lassen, wie er künftig weiter Spitze bleiben will. Letzter Stand sind nun angebliche Verstärkungen aus den Staaten. Realiter ist das eher wie bei der Eintracht, die Spieler um Spieler verliert und keine findet, die kommen wollen.

Altwolf
Altwolf

@holly. Auch der FF hat sich weiterentwickelt und erfordert nicht nur technische Fertigkeiten, über die D.Maroszan, zweifelsohne überdurchschnittlich verfügt, jedoch fordert dieser Fußball auch auf den offensiven MF-Positionen eine hohe Laufbereitschaft, was nicht unbedingt nur Kampf um den Ball bedeutet. Sie möchte auf ihrer „Lieblingsposition“ spielen, hat sich aber offenbar in Frankfurt nicht dazu weiterentwickelt, um dort eingesetzt zu werden. Aber spielt sie denn nicht überwiegend auf der 10 ? Die Laufbereitschaft über einen großen Teil der Spielzeit fehlt ihr zu e.wirklich „großen“ Spielerin, so daß sie weiterhin „großes “ Potenzial hat, jedoch offenbar selbst nicht intensiv daran arbeitet sich… Weiterlesen »

Sylvijjaaaa
Sylvijjaaaa

Angeblich kann Maro in Frankreich das 5-10-fache ihres jetzigen Gehalts verdienen. Sie wäre wirklich doof es nicht zu tun. Wer weiß, ob es in 2 Jahren nochmal eine solche Chance gibt. Andere junge Spielerinnen kommen nach, Verletzungen können einen zurück werfen oder die Oberen von PSG/Lyon entscheiden sich, dass sie keine Lust mehr haben auf FF. Ich denke mal es wird eine 6-stellige Ablösesumme geben und das wars dann. Kann Herrn Schulze nur zustimmen. Neben all dem Theater, hat es Frankfurt völlig versäumt eine schlagkräftige Truppe aufzubauen. Die Abgänge von Nationalspielerinnen wurden bis jetzt mit U-23 Spielerinnen kompensiert. Mit denen… Weiterlesen »

Winter
Winter

Die Veröffentlichung auf Facebook ist doch nur die Strategie mehr Druck auf Frankfurt auszuüben, die Aktion ist doch klar zu durchschauen.
Maroszan will mit Ihren Möglichkeiten das Pendel zu ihren Gunsten wenden!

Detlef
Detlef

@holly, Ich kann Altwolf nur zustimmen, daß Du die technischen Fähigkeiten von Marozsan etwas zu sehr verklärst!!! Es ist einfach zu wenig, nur auf das „Technikpferd“ zu setzen!!!;) Und das wird auch in Frankreich nicht ausreichen!!! Dort spielt man zwar, eigentlich auch nur in Lyon und Paris, auf einem technisch höherem Level als in der Bundesliga, aber auch dort wird mal kompromißlos die Blutgrätsche ausgepackt!!! Die beiden letzten Begegnungen von OL mit deutschen Klubs haben es gezeigt, daß die Französinnen keinen Plan B hatten für den Fall, daß ihr „Zauberfußball“ wirkungslos bleiben sollte!!! Sie waren sowohl WOB als auch TURBINE… Weiterlesen »

Winter
Winter

Ist wie bei Hegerberg in Potsdam, Frankfurt sollte sie ziehen lassen.
Solche Spielerinnen bringen nur Unruhe – und tschüss!!!
Allerdings soll auch klar gestellt sein, Verträge sind dazu da sie einzuhalten. Geschieht das nicht, muss man mal über Vertragsstrafen zu Lasten der Spielerinnen nachdenken.
Vorbildfunktion auf andere Spielerinnen haben Hegerberg und Maroszan jedenfalls nicht!

karl
karl

Ich denke hier muss man auch in erster Linie die Finanziellen Interesssen des Beraters beruecksichtigen. Wenn der Prozente vom Gehalt kriegt ist er natuerlich interressiert sie zum meistbietenden zu schicken. Und dann kann er gleich nochmal ein paar Prozent von der Abloesesumme kassieren , weil er so clever war sie erstmal vertraglich fuer mehrere jahre an Frankfurt zu binden. Natuerlich hat die Spielerin auch was davon, aber als Berater wuerde ich denen auf jeden Fall Wechselbeine machen wenn ich daran was verdienen koennte. Fuer mich sieht das jetzt so aus dass Frankfurt jetzt das Problem bekommt das Potsdam schon ein… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

Mit der Commerzbank sprechen und für 2 Jahre auf die Bank setzen. Oder immer von Beginn an aufstellen und nach 20 Minuten auswechseln. 😉 Schade, wenn sie Frankfurt wirklich verlassen darf. Dann wird die Mannschaft unberechenbarer. Aber es ist schon ein Zeichen von niederstem Charakter, wenn man als Spielerin eine solche Aktion startet. Ich erwarte fast, sie morgen im Trikot von PSG zu sehen. Dass sie sportlich unzufrieden ist, liegt doch zu 70% an ihr selbst. Sie hat es nach mehreren Jahren immer noch nicht geschafft, ein Konzept auf den Platz zu bringen. Laufen kann sie nicht, Zweikämpfe kann sie… Weiterlesen »

FFFan
FFFan

Der 1.FFC Frankfurt kann es sich eigentlich nicht erlauben, nach Lira Alushi in diesem Jahr noch eine weitere ‚Ausnahmespielerin‘ zu verlieren. Man peilt schließlich in drei Wettbewerben hohe Ziele an… Ich befürchte aber, dass es nur noch um die Höhe der Ablösesumme geht. Bei einer Spielerin dieses ‚Kalibers‘, die zudem noch zwei(!) Jahre Vertrag hat, sollte diese m.E. mindestens im (niedrigen) sechsstelligen Bereich liegen. Andernfalls sollte der FFC lieber bei seinem „Nein“ bleiben. Man darf nämlich nicht vergessen, dass z.B. der Finaleinzug in der Champions League allein schon 200.000 € einbringen würde. Auch für den Fall, dass es zu keiner… Weiterlesen »

Michele
Michele

Sorry, aber warum diskutieren wir hier überhaupt? Maro hat ihren Vertag letzte Saison verlängert und sich zwei weitere Jahre an frankfurt gebunden! Da kann sie jetzt nicht kommen und sagen: Ich will weg! Wenn es schon immer ihr Traum war bei so einem Verein zu spielen, da verlängere ich nicht meinen Vertag in Frankfurt! Da muss sie jetzt durch! Hoffentlich bleibt Frankfurt hart und pocht auf den laufenden Vertag!

Sokrates
Sokrates

Der FFC sollte das schäbige Verhalten von Maroszan und ihres windigen Beraters zum Anlass nehmen, um seine Vereinsphilosphie endgültig neu auszurichten und öffentlich zu machen. In Zukunft sollte die erste Mannschaft vorzugsweise mit jungen Spielerinnen, die so weit wie möglich aus dem eigenen Verein stammen, mittel- und langfristig aufgebaut werden. Die primäre Ausrichtung am schnellen Erfolg sollte aufgegeben werden. Man sollte die sportlichen Ziele angesichts der finanziellen Übermacht (und zum Teil auch sportlichen Überlegenheit) einiger anderer Vereine eher bescheiden und defensiv formulieren. Stattdessen sollte neben der individuellen Entwicklung der (jungen) Spielerinnen der Aufbau einer attraktiven Spielkultur und natürlich solide Finanzen… Weiterlesen »

noworever
noworever

auch eine in den medien beschiedene hohe bescheidenheit hat anscheinend ihren ‚preis‘.

Tiberias
Tiberias

Was die sportliche Qualität betrifft, da schließe ich mich zu 100% waiiy an. Aus dem „Super-Talent“, das sie vor drei, vier Jahre war, ist eine für den Gegner beherrschbare Spielerin geworden. Ein (selbst-)kritischer Blick auf ihre eigene Leistung würde ihr nicht schaden. In Frankreich würde es ihr nicht anders ergehen, als ich es bei Hegerberg vermute: Sie ist eine von mehreren, bei starker bis stärkerer Konkurrenz. Aber ähnlich wie Hegerberg wird auch Marozsan anscheinend schlecht und falsch beraten. Das führt dann auch zu einem Zerrbild in der Selbstwahrnehmung.

holly
holly

@ Altwolf und Detlef, sicher muss man als Technikerin auch kämpfen. Ich finde das bei ihr das Verhältnis nicht mehr stimmt zwischen Technik und Kampf. Sorry aber wenn ich oben den Satz von Siggi Dietrich lese: „Es entspricht unserer Vereinspolitik, dass wir unsere Verträge stets erfüllen, dies erwarten wir selbstverständlich auch von unseren Spielerinnen“. Waren die Spielerinnen die aus ihren Verträgen rausgelassen wurden auch nur Träume von mir? Wenn der FFC aus welchen Gründen auch immer, Babett Peter nicht aus dem laufenden Vertrag gelassen hätte, vielleicht hätten sie jetzt nicht das Problem mit Maro. Ich glaube manche machen es sich… Weiterlesen »

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Komisch! Bei allen Abwanderungswilligen, egal welcher Couleur, werden plötzlich Keulen zum Draufhauen ausgepackt und Häme-Fässer ausgeschüttet – wie meinungswandlerisch und heuchlerisch ist doch ein Großteil selbsternannter FF-Fans – einfach nur zum K*****!