1. FFC Frankfurt kann schon Meister werden
Der 21. Spieltag der Frauenfußball- Bundesliga hat es in sich, denn im Kampf um die Meisterschaft und gegen den Abstieg könnten bereits an diesem Wochenende Entscheidungen fallen. Der 1. FFC Frankfurt erwartet den 1. FFC Turbine Potsdam zum Klassiker, der BV Cloppenburg will gegen den VfL Wolfsburg den letzten Strohhalm ergreifen.
Frankfurt kann schon Meister werden Der 1. FFC Frankfurt empfängt vor erwarteter Saison-Rekordkulisse im Frankfurter Volksbank Stadion im Bundesliga-Klassiker den 1. FFC Turbine Potsdam und mit einem Sieg könnten sich die Frankfurterinnen womöglich vorzeitig zum Meister küren – vorausgesetzt, der VfL Wolfsburg würde seine Partie beim abstiegsbedrohten, aber formstarken BV Cloppenburg verlieren. Und selbst ein Remis in Cloppenburg würde für die Frankfurterinnen bei einem Sieg dank des klar besseren Torverhältnisses nahezu sicher den Meistertitel bedeuten.
Bell: „Kleinigkeiten können entscheiden“ Frankfurts Trainer Colin Bell meint: „Wir stellen uns auf eine sehr intensive und zweikampfbetonte Partie ein, in der Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden können. Unsere Marschroute wird es sein, diese Aufgabe so anzugehen wie das mit 3:0 gewonnene Hinspiel, als wir Tempo und Rhythmus über 90 Minuten bestimmt und trotz der Führung zu keiner Zeit nachgelassen haben.“
Sarholz: „Müssen Glück erzwingen“ Doch der 1. FFC Turbine Potsdam will den Patzer vom 2:2 gegen den BV Cloppenburg ausbügeln und mit einem Erfolg in Frankfurt weiter im Kampf um einen Champions-League-Startplatz ein Wörtchen mitreden. Potsdams Torhüterin Anna Sarholz meint gegenüber Womensoccer : „Dieses Spiel wird über den Kampf und den Willen entschieden werden. Es wird darum gehen, zu 110 Prozent zu fighten und sich sprichwörtlich den Allerwertesten aufzureißen. Dann gehört sicherlich auch ein Quäntchen Glück dazu, aber das muss man auch erzwingen. Ich bin optimistisch.“
Frankfurt verabschiedet Sextett Vor dem Spiel verabschieden der FFC-Vorstand und Manager Siegfried Dietrich Lira Alushi, Melanie Behringer, Alina Garciamendez, Babett Peter, Meike Weber und Jessica Wich, die den 1. FFC Frankfurt zum Saisonende verlassen werden.
Wolfsburg im Höhenflug Meister VfL Wolfsburg hat nach dem neuerlichen Champions-League-Sieg Selbstbewusstsein für die verbleibenden Aufgaben in der Bundesliga getankt. Beim BV Cloppenburg darf sich die Elf von Trainer Ralf Kellermann aber keinen Ausrutscher leisten, will man ein Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft am letzten Spieltag gegen den 1. FFC Frankfurt erzwingen.
Ohne Druck nach Cloppenburg Kellermann meint: „Wir haben überhaupt keinen Druck, sondern genießen vielmehr die Situation. Durch den Gewinn der Champions League sind wir in jedem Fall auch nächste Saison wieder international dabei. Das ist unser großer Vorteil gegenüber den anderen Teams. Insofern freuen wir uns, dass wir uns diese Ausgangslage in den letzten Wochen erarbeiten konnten. Und wollen jetzt natürlich auch alles dafür tun, um Cloppenburg zu schlagen und anschließend im eigenen Stadion unser Endspiel zu haben.“
Cloppenburg hofft Cloppenburgs Trainerin Tanja Schulte hat die Hoffnung auf den Klassenverbleib noch nicht aufgegeben. „Die Situation ist fast aussichtslos; jetzt hat man den Eindruck, die Mannschaft wird mutiger“, so Schulte im Gespräch mit Womensoccer .
Hoffenheim will Zweifel beseitigen Auch die TSG 1899 Hoffenheim steckt noch im Abstiegskampf und hofft, beim FC Bayern München wichtige Punkte einzufahren. „Unsere gute Ausgangslage führt uns nicht automatisch zum Klassenerhalt“, warnt Trainer Jürgen Ehrmann. „Wir würden uns alle freuen, ein weiteres Jahr gegen die besten Mannschaften Deutschlands anzutreten. Das ist unser Ziel und das wollen wir mit aller Macht schaffen.“ Bereits im Hinspiel trotzte die Elf aus dem Kraichgau den Münchnerinnen ein Remis ab, wofür die Münchnerinnen Wiedergutmachung betreiben wollen.
Umzug nach Aschheim „Meine Mannschaft will sich für das unglückliche Remis in der Hinrunde in Hoffenheim sportlich revanchieren und im letzten Heimspiel der Saison nochmals ein sehr engagiertes und nach Möglichkeit erfolgreiches Spiel absolvieren”, so Bayern-Trainer Thomas Wörle vor dem Spiel im Sportpark Aschheim. Aufgrund des parallel im Grünwalder Stadion stattfindenden Relegationsspiel der FC Bayern Amateure und der Nichtverlegbarkeit der letzten Saisonspiele aus Wettbewerbsgründen war das Ausweichen an die frühere Heimspielstätte nötig.
Drei weitere Spiele In den weiteren Partien empfängt die SGS Essen den SC Freiburg, der VfL Sindelfingen hat Bayer 04 Leverkusen zu Gast und der FF USV Jena trifft auf den MSV Duisburg.