Bundesliga-Finale: das Restprogramm der Titelkandidaten

Von am 28. Mai 2014 – 13.23 Uhr 22 Kommentare

Selten zuvor war das Finale in der Frauenfußball-Bundesliga so spannend wie in dieser Saison. Zwei Spieltage vor Schluss kämpfen noch drei Teams um den Titel. Das Restprogramm der Titelkandidaten im Überblick.

1. FFC Frankfurt, 50 Punkte, 77:12 Tore (+65)

21. Spieltag: 1. FFC Frankfurt – 1. FFC Turbine Potsdam
22. Spieltag: VfL Wolfsburg – 1. FFC Frankfurt

Der 1. FFC Frankfurt jubelt

Kann Frankfurt am Ende jubeln? © Zetbo / Framba-Fotos.de

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Derzeit hat Tabellenführer 1. FFC Frankfurt die Nase mit 50 Punkten vorne, für die Hessinnen spricht dazu das beste Torverhältnis der drei Titelaspiranten. Die Elf von Trainer Colin Bell hat es also in der eigenen Hand, sich eine Top-2-Platzierung und somit einen Startplatz für die UEFA Women’s Champions League in der kommenden Saison zu sichern und Deutscher Meister zu werden.

Einziger Haken: Der 1. FFC Frankfurt hat von der Papierform her das schwerste Restprogramm, empfängt am Sonntag, 1. Juni, 14 Uhr, zunächst den 1. FFC Turbine Potsdam um dann eine Woche später am Sonntag, 8. Juni, 14 Uhr, beim VfL Wolfsburg anzutreten. In der Rückrunde konnte das Team nicht immer überzeugen, ließ etwa beim FC Bayern München und bei Bayer 04 Leverkusen unnötig Punkte liegen.

Fazit: Man kann alles gewinnen, aber auch am Ende mit leeren Händen dastehen.

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Teamfoto des VfL Wolfsburg

Holt der VfL Wolfsburg den nächsten Titel? © Marion Kehren / girlsplay.de

VfL Wolfsburg, 49 Punkte, 64:15 Tore (+49)

21. Spieltag: BV Cloppenburg – VfL Wolfsburg
22. Spieltag: VfL Wolfsburg – 1. FFC Frankfurt

Der VfL Wolfsburg hat sich mit dem Heimsieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam im Titelrennen zurückgemeldet. Das Team hat sich im Saisonverlauf zunehmend gesteigert und strotzt nach dem neuerlichen Sieg in der Champions League vor Selbstvertrauen. Die Wolfsburgerinnen können befreit aufspielen, da sie als Titelverteidiger ihren Champions-League-Startplatz bereits in der Tasche haben. Der Meistertitel ist noch aus eigener Kraft möglich, zunächst gilt es für die Elf von Ralf Kellermann aber einen möglichen Stolperstein aus dem Weg zu räumen. Denn beim zuletzt starken BV Cloppenburg darf sich die Elf keinen Patzer erlauben. Der Aufsteiger ist seit vier Spielen ohne Niederlage und trotzte zuletzt dem 1. FFC Turbine Potsdam einen Punkt ab, kein Selbstläufer für die Wolfsburgerinnen.

Fazit: Der VfL Wolfsburg hat dank bereits gesicherter Champions-League-Teilnahme und des Heimspiels zum Saisonfinale die besten Karten im Titelkampf.

Turbine will Frankfurt auf den Fersen bleiben © Sascha Pfeiler, girlsplay.de

Kann Potsdam erneut Stehaufmännchen-Qualität zeigen? © Sascha Pfeiler, girlsplay.de

1. FFC Turbine Potsdam, 48 Punkte, 62:17 Tore (+45)

21. Spieltag: 1. FFC Frankfurt – 1. FFC Turbine Potsdam
22. Spieltag: 1. FFC Turbine Potsdam – FC Bayern München

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat seine gute Ausgangsposition durch die Niederlage beim VfL Wolfsburg und den Patzer gegen den BV Cloppenburg verspielt, Meister kann die Elf von Trainer Bernd Schröder nur noch werden, wenn die Konkurrenz patzt. Allerdings haben es die Potsdamerinnen noch immer in der eigenen Hand, Platz 2 zu erobern und sich damit einen Startplatz für die europäische Königsklasse in der kommenden Saison zu sichern. Doch dazu ist wohl ein Sieg beim 1. FFC Frankfurt vonnöten. Personell kann Potsdam aufgrund einiger Verletzungen und Sperren zwar nicht aus dem Vollen schöpfen, doch das Team bewies bereits in der Champions League beim 2:1-Sieg in Lyon seine Stehaufmännchen-Qualität.

Fazit: Um den Meistertitel zu holen müssten viele Dinge zusammenkommen, doch Platz 2 ist für Turbine noch nicht ganz aus der Welt.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    never-rest schrieb;
    „Für TP und dem 1FFC könnte die Saison böse enden, wenn es ganz schlecht läuft und die CL-Teilnahme in der nächsten Saison verpasst wird…..“

    Was Frankfurt betrifft, so gebe ich Dir absolut Recht!!!
    Eine Mannschaft mit so vielen Nationalspielerinnen, und einem extrem großen finanziellen Aufwand, die ist fast schon dazu verdammt, Meister zu werden, und sich für die CL zu qualifizieren!!!

    TURBINE dagegen befindet sich (mal wieder) in der Aufbauphase!!!
    Nach dem wiederholten Verlust wichtiger Schlüsselspielerinnen, ist Potsdam seit 2012 (mal wieder) im Umbruch!!!
    Das letzte Mal (2007-2009) hat es knapp 3 Jahre gedauert, bis wir wieder eine schlagkräftige Truppe beieinander hatten!!!
    Auch zu Beginn dieser Saison konnte niemand ernsthaft erwarten, daß es schon wieder zu Meister-, Pokal-, und CL-Titel reichen würde!!!
    Das Saisonziel Platz Zwei, der die erneute CL-Quali bedeuten würde, war da schon sehr ambitioniert!!!

    Aber es lief trotz vieler (vorhersehbarer) Probleme doch erstaunlich gut für unsere junge Truppe!!! 🙂
    Die gute Tabellenposition liegt natürlich auch daran, daß die mit teuren Nationalspielerinnen vollgestopfte Konkurrenz hier und da fahrlässig Punkte liegengelassen hat!!! 😉
    Und so waren wir 3 Spieltage vor Saisonende sogar Titelanwärter Nummer Eins, da wir ja noch das Nachholspiel gegen WOB hatten!!!

    Doch dann zeigte sich zuletzt leider, daß dieses Team noch nicht so gereift ist, und schon kleinste Störungen im Mannschaftsgefüge zu Irritationen, und zu totalem Konzentrationsverlust führten!!!
    Aber noch ist alles möglich, und schon das allein ist eigentlich sehr positiv für Potsdam!!! 🙂

    NEIN, die Welt wird für uns nicht zusammenbrechen, falls wir unser Saisonziel nicht erreichen sollten!!!
    Es kann also gar kein „böses Ende“ mehr für uns geben, da wir (wie 2007 & 2008) trotz Aufbauphase nicht mehr schlechter als Platz Drei werden können!!! 🙂

    Es bleibt nun abzuwarten, wer den Verein verlassen wird!!!
    MAREN ist für mich der schmerzlichste Verlust, da sie über die gesamte Saison Stammspielerin war, und auch innerhalb des Teams eine sehr geachtete Persönlichkeit (Vizekäptn, und nach ULLAS Ausfall nun Spielführerin) ist!!!

    Um alle anderen täte es mir sicher auch sehr leid, aber sie werden ersetzbar sein, da sie keine Stammspielerinnen sind/waren!!!

    ALEX wird (laut Aussage Schröder) nach ihrem USA-Aufenthalt wieder zurückkommen!!!
    Sie wird unsere Abwehr wieder stabilisieren!!! 🙂
    Abzuwarten bleibt auch, ob Schröder TINI wieder aus Hoffenheim zurückholt, und ob er KABA eine Vertragsverlängerung anbietet???
    Sehr gespannt bin ich aber, wen er alles aus unserem Perspektivteam in den Kader der Ersten hochholen wird!!! 😉

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  • Altwolf sagt:

    @Sokrates.

    Ich kann zwar deine „Mißstimmung“ verstehen, jedoch sind diese beiden Situationen nicht miteinander zu vergleichen, denn in der Vorsaison war das nicht „unsportlich“ sondern den verletzten und angeschlagenen Spielerinnen geschuldet unter dem besonderen Aspekt, daß ja noch alle Titelentscheidungen für WOB auf dem Spiel standen.

    Nach der Niederlage gegen d.1.FFC war der Sieg in LEV für die Meisterschaft vorentscheidend und nach dem Spiel gegen Turbine das Heimspiel gegen Bad Neuenahr.

    Wenn man dann die Ausfälle und Umstellungen, sowohl im Pokalspiel, als auch im CL-Endspiel, berücksichtigt, dann machte es auch Sinn einige der Stammspielerinnen zu entlasten.

    Das sind durchaus „sportliche “ Motive, denn da ging es für die Wölfinnen noch um absolut sportliche Ziele.

    Im jetzigen Fall wäre dies anders, denn jetzt ginge es nicht mehr um „Titel“ oder die „CL-Quali“ bzw. eigene Ziele, sondern um e. Plazierung, die nur den beiden Mitkonkurenten dienen würde. Ich kann mir nicht vorstellen, daß im umgekehrten Fall der 1.FFC oder Turbine solch ein „Gedankenspiel“ zugunsten WOBs zulassen würde.

    Andererseits möchte kein Team die Saison beim Heimspiel mit einer Niederlage abschließen und ich denke man hat auch mit dem 1.FFC noch eine „Pokal-Rechnung“ offen.

    P.S. Aprppos B-Elf: Es haben mit J.Tietge, L.Vetterlein, N.Omilade-Keller, L.Magull , A.Jäger, J.Burmeister u. I.Hartmann Bank-Spielerinnen auf dem Platz gestanden, wobei J.Burmeister, L.Magull u. M.Tetzlaff auch im Pokalendspiel eingesetzt wurden und beim Spiel in Potsdam noch M.Müller (46.), L.Gößling (59.) und M.Tetzlaff (62.) eingewechselt wurden, so daß das Spiel keinen „unsportlichen“Eindruck vermitteln konnte, selbst wenn man nicht mit letztem „Einsatz“ im Hinblick auf die noch ausstehenden Entsch

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