Allianz ab 2014/15 Sponsor der Frauen-Bundesliga

Von am 10. April 2014 – 17.40 Uhr 32 Kommentare

Die Allianz Deutschland AG engagiert sich künftig als Hauptpartner und Versicherer der Frauenfußball-Bundesliga. Ab der Saison 2014/2015 läuft darüber hinaus die Spielklasse unter dem offiziellen Namen „Allianz Frauen-Bundesliga“.

Die Vereinbarung zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem Versicherungskonzern gilt für fünf Jahre bis 2019. Über den finanziellen Rahmen des Engagements wurden offiziell keine Angaben gemacht, der Betrag soll aber pro Saison im Bereich von 1,5 Millionen Euro liegen, jeder Verein soll pro Saison davon 100 000 Euro erhalten.

Umfangreiche Rechte
Neben dem Erwerb des Namensrechts umfasst die Kooperation die Markenpräsenz auf den Banden in den Stadien der zwölf Bundesligisten und auf den Trikotärmeln. Ein Schwerpunkt liegt auf der Interaktion in den sozialen Netzwerken. So können sich Fans der Allianz Frauen-Bundesliga auf einer Facebook-Seite austauschen.

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Vereine nehmen am „Allianz Girls Cup“ teil
Die Vereine werden sich künftig an der jährlich stattfindenden Turnierserie “Allianz Girls Cup” beteiligen, die das Versicherungsunternehmen 2010 ins Leben gerufen hat und an dem jährlich bis zu 16 000 Fußballerinnen teilnehmen. Der “Allianz Girls Cup” wird regional in den Altersklassen U11, U13, U15, U17 und Frauen gespielt.

Offizielles Logo der Frauen-Bundesliga

Offizielles Logo der Frauen-Bundesliga © DFB

Niersbach: „Meilenstein in Entwicklung des Frauenfußballs“
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erklärt: „Diese Vereinbarung ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Frauenfußballs und insbesondere der Frauen-Bundesliga. Wir räumen damit einem Partner erstmals die Namensrechte an einer unserer Spielklassen ein, weil die Vereine dadurch profitieren. Das Geld fließt nahezu ausschließlich in die Kassen der Klubs, die damit ihren Spielbetrieb künftig weiterentwickeln können. Diese Partnerschaft ist ein klares Bekenntnis zum Frauenfußball und in der Form weltweit einzigartig.”

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Allianz will verlässlicher Partner sein
Dr. Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG, ergänzt: “Durch das Namenssponsoring der Frauen-Bundesliga verbindet sich die Allianz mit einer der stärksten Ligen der Welt. Wir verstehen uns als verlässlicher Partner der Vereine, der bei der Weiterentwicklung des Frauenfußballs unterstützt und Versicherungsschutz bietet. Die Kooperation ermöglicht es uns, ganzjährig und bundesweit mit Fans und Kunden in Dialog zu treten und mit besonderen Erlebnissen rund um den Fußball zu begeistern.”

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

32 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @micky.

    Herzlich gern und Familie geht in jedem Falle vor.

    Dieses Thema wird uns schon noch weiterhin beschäftigen.

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  • dummkopf sagt:

    Meint denn jemand, die Vereine sollen lieber auf das Geld verzichten, damit das Ding nicht Allianz heisst?

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  • dummkopf sagt:

    @Tale
    Ja, interessanter Aspekt, das mit der Dauerhaftigkeitsplanung, wenn du evtl absteigst.
    Führt sowieso zu der @altwolfschen Frage, was die Vereine mit dem Geld wohl anfangen?
    Würde gerne einmal konkrete Vorschläge hören. Jugendtrainer bezahlen (bringt was genau?). Trainingsmöglichkeiten verbessern? Wie? Entweder es kostet zuviel (Baumassnahmen) oder sollte schon vorhanden sein. Bei Männer-Ablegern sowieso.

    Ich würde in Personalkosten investieren.

    Im Management:
    Mir fehlt es vor allem an gutem Management, das das Entwicklungspotential vernünftig ausschöpft. zB könnte uU bei manchen Vereinen eine gute/r Person mE mehr als 100000€ Extra-Sponsorengelder oder Einnahmen pro Saison erzielen.

    Im Spielerbereich:
    Eine SINNVOLLE Aufstockung der Spielerinnengehälter führt am nachhaltigsten, besten und schnellsten zur Weiterentwicklung.

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  • shane sagt:

    „Handelblatt: Welches Zuschauer-Ziel ist für die Bundesliga realistisch auf Sicht von fünf Jahren?
    Jones: 3000 Zuschauer im Durchschnitt wären großartig.“

    grossartig sicher. aber war die frage nicht nach REALISTISCH, frau jones?

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  • Altwolf sagt:

    @FF-Tale.

    Da gehe ich mit dir, denn da sollten wir es der Entscheidung des Einzelenen überlassen was er aus der ALLIANZ-Präsenz macht, so wie es ja auch inzwischen „normal“ zu sein scheint mit Allianz-Arenea, Veltins-Arena, Signal-Iduna-Park oder Volkswagen-Arena umzugehen.

    Sicher interessant, wie sich dieses finanzielle „Zubrot“ auf die Auf- und Abstiegs-Teams auswirken wird. Denn, so wie du es aufzeigst, sind gerade für diese betroffenen Clubs die Verantwortlichen umso mehr gefordert nicht zu sehr ins Risiko zu gehen.
    Da es ja Vergleichbares im MF gibt, wäre es dann natürlich wichtig, zumindest regionale Sponsoren für beide Ligen zu gewinnen.

    @Dummkopf,@Karl

    Ob man da als DFB mehr hätte herausholen können, stellt sich normalerweise nicht, denn der DFB kann ja eigentlich erst durch das Euro-Sport-Engagement „wirkliche“ Medienpräsenz anbieten und so wird die ALLIANZ ein Angebot gemacht haben und der DFB hat eine Gegenleistung gesucht und man konnte sich auf die „Namensgebung“ einigen.
    Ich gehe jedoch davon aus, wie es @wally schon andeutete, daß bei einer deutlich positiven Entwicklung der öffentlichen Wahrnehmung dieser Liga und des FFs,nicht nur weitere Sponsoren dazukommen, sondern auch die Zuwendungssumme der Allianz nachverhandelt wird (z.B. wie bei Spielerverträgen, wenn diese im Verein eine höhere Wertschätzung erfahren).

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  • Detlef sagt:

    @dummkopf,
    Den Vereinen wird es relativ egal sein, woher das Geld kommt!!! 😉
    Höchstens wenn einer ein konkurrierendes Versicherungsunternehmen zu seinem Sponsorenpool zählte, wird er das dann sicher verlieren!!!

    Ich bin mir sogar sicher, daß die Vereine auch niemand gefragt hat, ob sie denn damit einverstanden wären!!!
    Doch selbst die finanzkräftigsten Klubs nehmen die 100.000 € gerne so mit, und nur absolute Puristen werden sich an dem neuen Namensanhängsel stören!!! 😉

    Wenn man es positiv sehen möchte, so könnte diese Finanzspritze sogar der Anfang eines lang gehegten Traumes sein!!!
    Mit einer positiven Nachverhandlung, dem Eintritt weiterer Großsponsoren, und eine eventuelle Aufstockung der Eurosportgelder, könnte/sollte die Gründung einer (meinetwegen auch) Alianz-DFFL in greifbare Nähe rücken!!! 😉

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  • dummkopf sagt:

    @detlexy
    Auch interessant, daran denkt man auch nicht gleich.
    Ein Verein sollte eigentlich aussteigen können? (Nicht aus der Allianz-Liga, aber allen Werbemassnahmen bei seinen Heimspielen), wäre ja blöd, wenn man 50000€ verliert, wenn man mit der Gothaer…
    Was natürlich doppelt interessant wäre. Wenn Turbine jetzt die Hamburg-Mannheimer für 150000 ins Boot holen könnte. Das wären für die 750000 in 5 Jahren und wäre werbetechnisch allein schon wegen dem Wirbel eine sehr lohnende Ausgabe, den der folgende Streit in den Medien entfachen würde.

    Deshalb @altwolf, sind wir hier einmal ausserhalb Wolfsburgs ausnahmseise nicht ganz einig, und ich hoffe, dass der dfb nicht so vorgegangen ist, wie du schilderst.
    Wenn er das Angebot von der Allianz bekommen hat, hätte er eben nicht sagen sollen: toll, wie können wir das machen, sondern:
    Tolles Angebot, jetzt wenden wir uns an andere potentielle Interessenten, um zu schauen, was die dafür bieten.

    Das meinte ich mit Fakten präsentieren, und andere die Bewertung vornehmen lassen. Dann hätte man gesagt, man war noch mit der Bahn, adidas, Jägermeister, gazprom, Fraport, Bayer und RWE in Gesprächen, Das Angebot von der Allianz war aber das Beste.
    So hätte das Paket vielleicht noch mehr überzeugt?

    Ich sehe, es hat auch noch keiner eine Idee, was der dfb eigentlich mit den zusätzlichen 300000 macht. Sind die meisten also mit den 50€ nach Duisburg einverstanden.
    Eine Idee ausser dfbtv hätte ich noch: Ich habe keine Ahnung, was die Schiris bekommen. Wenn das für die auch so eine Art Privathobby-Draufzahl Geschäft ist, könnte man da auch einmal überlegen, ob hier die Qualität durch etwas mehr finanziellen Anreiz gesteigert werden könnte.

    @shane
    Schöner Hinweis. Wir wissen inzwischen, wie Amateure, und wie Profis antworten. Nie an Zahlen festmachen!
    „Wir wollen uns in Bezug auf Qualität und Professionalität unseres Sportangebots weiter kontinuierlich steigern, und dies dann auch in die öffentliche Wahrnehmung so einbringen. Konkrete Zuschauerzahlenentwicklungen hängen dann aber auch noch von vielen anderen Faktoren ab, die wir nicht beeinflussen können, so dass Durchschnittszahlenziele hier nichts nutzen und man das im Einzelfall betrachten muss“
    zum Beispiel

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  • Altwolf sagt:

    Vielleicht ist es auch einigen anderen Usern beim Pokalspiel vom 1.FFC : SC Sand aufgefallen, daß die Allianz ja schon den 1.FFC sponsert – Bandenwerbung und Ärmelbeflockung – evtl.nur im Pokal ? – aber wäre dann ja nur die Fortsetzung des schon auf Vereinsebene stattfindenen Sponsoring , siehe auch Hauptsponsor des FF-Team von Bayern München.

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  • Altwolf sagt:

    @Dummkopf.

    Erst einmal ist mir rechnerisch nicht klar, warum 10% der Gesamtsumme von 1.500.000 € die der DFB beansprucht „300.000 €“ /Jahr sind.

    Natürlich kann man auch außerhalb WOBs dem Verhandlungspartner (Allianz) suggerieren, man würde noch mit anderen potentiellen Groß-Sponsoren in Gesprächen sein. 🙂
    Doch da die Allianz schon bei vielen Clubs und auch im DFB involviert ist, wissen die was wirklich dort läuft und hätte höchstens die komplette Absage zur Folge, wenn man sich da „verschaukelt“ fühlte. Also doch nur eine Möglichkeit, wenn konkrete Verhandlungen stattfinden würden – aber es gab da sicher bisher keine weiteren Interessenten für so einen „Deal“.

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  • dummkopf sagt:

    @altwolf
    Das mit den 10% habe ich auch irgendwo gelesen. Und es macht auch klar, wieviel Unterschied da eben im Raum herum schwirrt.
    Hier sind 1500000 Gesamtsumme – 12 Vereine a 100000 (=1200000) eben 300000 Rest.
    Ansonsten ist das wieder dein interessanter „pastoraler“ Moment, dass du so denkst, und das meine ich positiv – lehrreich. Wenn mir jemand für mein Auto Betrag x anbietet, würde ich natürlich einfach „unbedacht“ erst einmal schauen, und mögliche andere Interessenten suchen, bevor ich verkaufe.
    Finde es aber interessant und lehrreich zu sehen, dass man das auch als Verschaukelungs – Versuch ansehen könnte.

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  • Eric sagt:

    „Umfangreiche Rechte
    Neben dem Erwerb des Namensrechts umfasst die Kooperation die Markenpräsenz auf den Banden in den Stadien der zwölf Bundesligisten und auf den Trikotärmeln.“

    Da wäre auch mal eine Gegenrechnung angebracht, da andere Sponsoren vom Trikot bzw. auf den Banden weichen müssen. Ich kann mir schon vorstellen, dass dies bei einigen Vereinen mal schnell eine Nullrechnung werden kann.

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  • enthusio sagt:

    Hier mal ein interessantes Interview mit den Präsidenten von Turbine Potsdam und SC Freiburg über die Entwicklung in der Frauenfussball-Bundesliga:

    https://www.dfb.de/news/detail/das-gesamtprodukt-bundesliga-ist-attraktiv-163168/

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