WM-Quali: DFB-Elf feiert glücklichen Sieg in Irland
Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat im sechsten Qualifikationsspiel zur Frauenfußball-WM in Kanada den sechsten Sieg gefeiert. Jedoch sah es gegen Irland lange Zeit nicht nach einem Erfolg aus, der nach einer turbulenten Schlussphase erst in der Nachspielzeit perfekt gemacht wurde.
Beim 3:2 (0:1)-Sieg vor 1 623 Zuschauern im Tallaght Stadium von Dublin gingen die Gastgeberinnen durch Louise Quinn früh in Führung (2.), doch ein verwandelter Foulelfmeter von Simone Laudehr (65.) und ein Tor von Lena Lotzen (84.) drehten die Partie. Stephanie Roche konnte für die Irinnen zwar postwenden ausgleichen (88.), doch in der Schlussminute brachte Melanie Leupolz den Sieg in trockene Tücher (90.).
DFB-Elf gerät früh in Rückstand Die Partie hatte noch gar nicht richtig begonnen, da lag die DFB-Elf schon Rückstand. Bei einem weiten Einwurf von Megan Campbell schlief die DFB-Abwehr, Louise Quinn köpfte aus fünf Metern zur 1:0-Führung ein (2.). Torhüterin Nadine Angerer meinte: „Das war heute irgendwie verrückt. Wir haben die Einwürfe in der Vorbesprechung gesehen, aber wir haben uns nicht richtig darauf einstellen können. Aber auch solche Spiele muss man gewinnen.“
Zweikampfschwach und ohne Aggressivität Die deutsche Mannschaft wirkte beeindruckt und fand kein Mittel gegen eine zweikampfstarke und taktisch gut eingestellte irische Mannschaft. Einzig Simone Laudehr versprühte bei einer Doppelchance einen Hauch von Gefahr, doch die irische Torhüterin Emma Byrne war auf der Hut (17.). Weitere Torchancen gab es in der ersten Halbzeit keine, die DFB-Elf ließ in den Zweikämpfen die notwendige Aggressivität vermissen.
Ausgleich durch Elfmeter Anja Mittag deutete mit einem Schuss anfangs der zweiten Halbzeit an, dass die DFB-Elf gewillt war, sich anders als in den ersten 45 Minuten zu präsentieren (51.). Doch auch Irland hatte weitere Chancen, Angerer klärte gegen Shannon Smith (53.). Nach einem Foul von Torschützin Quinn an Anja Mittag zeigte die italienische Schiedsrichterin Carina Vitulano auf den Elfmeterpunkt, Laudehr verwandelte sicher zum Ausgleich (65.). In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse.
Turbulente Schlussphase Nach einer Flanke von Bianca Schmidt behinderte die eingewechselte Lotzen im Fünfmeterraum die irische Torhüterin und drückte den Ball über die Linie, Vitulano zeigte jedoch überraschend zum Mittelkreis, der Treffer zählte (84.). Doch die Irinnen gaben sich nicht auf, die eingewechselte Stephanie Roche drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 2:2 über die Linie – wieder hatte die DFB-Abwehr auf einen langen Einwurf keine Antwort parat (89.).
Melanie Leupolz trifft in der Nachspielzeit Doch gegen die sich anbahnende Punkteteilung hatte Melanie Leupolz etwas einzuwenden. Eine verunglückte Flanke der Freiburgerin senkte sich in der Nachspielzeit über Byrne hinweg ins Netz – der 3:2-Sieg der DFB-Elf war perfekt (90. +1). „Bei dem Tor war viel Glück dabei, das war kein richtiger Torschuss. Der Wind hat mitgespielt und der Ball ist glücklicherweise im Tor gelandet“, gab Leupolz freimütig zu.
Neid: „Haben uns richtig schwer getan“ Bundestrainerin Silvia Neid erklärte: „Das war sicherlich auch glücklich, wir haben uns heute richtig schwer getan gegen eine sehr starke irische Mannschaft. Wir sind froh, dass wir die drei Punkte geholt haben. Wir haben nicht unser bestes Spiel gezeigt und es gibt heute eine Menge Dinge zu bemängeln. Wir kamen nicht gut in die Zweikämpfe, mir fehlte die nötige Aggressivität, die man gegen so kompakte, lauffreudige Mannschaften haben muss. Wir haben heute viele unnötige Leichtsinnsfehler gemacht, so kommt man gar nicht ins Spiel und kreiert relativ wenige Torchancen.“