WM-Quali: DFB-Elf feiert glücklichen Sieg in Irland

Von am 5. April 2014 – 18.16 Uhr 85 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat im sechsten Qualifikationsspiel zur Frauenfußball-WM in Kanada den sechsten Sieg gefeiert. Jedoch sah es gegen Irland lange Zeit nicht nach einem Erfolg aus, der nach einer turbulenten Schlussphase erst in der Nachspielzeit perfekt gemacht wurde.

Beim 3:2 (0:1)-Sieg vor 1 623 Zuschauern im Tallaght Stadium von Dublin gingen die Gastgeberinnen durch Louise Quinn früh in Führung (2.), doch ein verwandelter Foulelfmeter von Simone Laudehr (65.) und ein Tor von Lena Lotzen (84.) drehten die Partie. Stephanie Roche konnte für die Irinnen zwar postwenden ausgleichen (88.), doch in der Schlussminute brachte Melanie Leupolz den Sieg in trockene Tücher (90.).

DFB-Elf gerät früh in Rückstand
Die Partie hatte noch gar nicht richtig begonnen, da lag die DFB-Elf schon Rückstand. Bei einem weiten Einwurf von Megan Campbell schlief die DFB-Abwehr, Louise Quinn köpfte aus fünf Metern zur 1:0-Führung ein (2.). Torhüterin Nadine Angerer meinte: „Das war heute irgendwie verrückt. Wir haben die Einwürfe in der Vorbesprechung gesehen, aber wir haben uns nicht richtig darauf einstellen können. Aber auch solche Spiele muss man gewinnen.“

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Zweikampfschwach und ohne Aggressivität
Die deutsche Mannschaft wirkte beeindruckt und fand kein Mittel gegen eine zweikampfstarke und taktisch gut eingestellte irische Mannschaft. Einzig Simone Laudehr versprühte bei einer Doppelchance einen Hauch von Gefahr, doch die irische Torhüterin Emma Byrne war auf der Hut (17.). Weitere Torchancen gab es in der ersten Halbzeit keine, die DFB-Elf ließ in den Zweikämpfen die notwendige Aggressivität vermissen.

Ausgleich durch Elfmeter
Anja Mittag deutete mit einem Schuss anfangs der zweiten Halbzeit an, dass die DFB-Elf gewillt war, sich anders als in den ersten 45 Minuten zu präsentieren (51.). Doch auch Irland hatte weitere Chancen, Angerer klärte gegen Shannon Smith (53.). Nach einem Foul von Torschützin Quinn an Anja Mittag zeigte die italienische Schiedsrichterin Carina Vitulano auf den Elfmeterpunkt, Laudehr verwandelte sicher zum Ausgleich (65.). In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse.

Turbulente Schlussphase
Nach einer Flanke von Bianca Schmidt behinderte die eingewechselte Lotzen im Fünfmeterraum die irische Torhüterin und drückte den Ball über die Linie, Vitulano zeigte jedoch überraschend zum Mittelkreis, der Treffer zählte (84.). Doch die Irinnen gaben sich nicht auf, die eingewechselte Stephanie Roche drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 2:2 über die Linie – wieder hatte die DFB-Abwehr auf einen langen Einwurf keine Antwort parat (89.).

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Melanie Leupolz

Melanie Leupolz machte in der Nachspielzeit den Sieg perfekt © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Melanie Leupolz trifft in der Nachspielzeit
Doch gegen die sich anbahnende Punkteteilung hatte Melanie Leupolz etwas einzuwenden. Eine verunglückte Flanke der Freiburgerin senkte sich in der Nachspielzeit über Byrne hinweg ins Netz – der 3:2-Sieg der DFB-Elf war perfekt (90. +1). „Bei dem Tor war viel Glück dabei, das war kein richtiger Torschuss. Der Wind hat mitgespielt und der Ball ist glücklicherweise im Tor gelandet“, gab Leupolz freimütig zu.

Neid: „Haben uns richtig schwer getan“
Bundestrainerin Silvia Neid erklärte: „Das war sicherlich auch glücklich, wir haben uns heute richtig schwer getan gegen eine sehr starke irische Mannschaft. Wir sind froh, dass wir die drei Punkte geholt haben. Wir haben nicht unser bestes Spiel gezeigt und es gibt heute eine Menge Dinge zu bemängeln. Wir kamen nicht gut in die Zweikämpfe, mir fehlte die nötige Aggressivität, die man gegen so kompakte, lauffreudige Mannschaften haben muss. Wir haben heute viele unnötige Leichtsinnsfehler gemacht, so kommt man gar nicht ins Spiel und kreiert relativ wenige Torchancen.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

85 Kommentare »

  • Karl sagt:

    @dummkopf: Ich werde deswegen aber jetzt keinen deutsch schriftlich Kurs belegen und ich werde auch keine Schreibkraft fuer meine zukuenftigen Beitraege einstellen 🙂

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.

    Der Einfluß des Windes bei diesem Spiel, wie auch die fulminanten Einwürfe, haben offenbar auch deine „Gedanken“ zu diesem Spiel, der N11 und deren Trainerin gehörig durcheinandergewirbelt und entsprechende „Verwirrung“ gestiftet.

    Was ist denn das für ein „Gemisch“ aus Leadern, Persönlichkeiten, denkenden, kritikfähigen und den kopfhinhaltenden Spielerinnen, die dann noch in der Lage sind, den Trainer aufgrund dieser „Eigenschaften“ zu stürzen ?

    Statt einen gemeinsamen Spielplan zu verfolgen, sich in freie Räume zu bewegen, sich gegenseitig bei Ballverlusten zu helfen und gegenseitig zu motivieren, sollen sie nun bei Ballbesitz zu „Leadern“ werden, die nun eigene Ideen zu entwickeln haben, während sich die anderen 9 (statt 10) Mitspieler unterordnen, nicht jedoch die, die „die Fäden aufgrund ihrer besonderen Extraklasse in der Hand hat, dann kann das sehr gut laufen“. Und die „Kapitänin“ gibt es ja auch noch.

    Wenn die Torfrau mit Ballbesitz das Spiel eröffnen möchte, entscheidet sie, ob sie eine Abwehrspielerin ,evtl.eine sich anbietende MF-Spielerin anspielt oder den langen Abschlag nach vorne ausführt , je nach Spielsituation.
    Dies hat weder etwas mit „Leaderqualität“ noch mit ihrer „Persönlichkeit“ zu tun, sondern ist, wie auch andere Abläufe, die Basis bzw. Grundidee dieses Spieles.

    „Wer sich gegen sie ( S.Neid) behaupten kann und möglicherweise einen eigenen Charakter hat, der wird halt platt gemacht“.
    Wer sich „behauptet“ kann nicht „platt“ gemacht werden – Widerspruch in sich selbst.

    Ist das deine Vorstellung von Trainer-Spielerinnen-Verhältnis in der derzeitigen N11 ?
    Wenn dem so ist, sollte deine Spielerin mit diesem „Charakter“ doch auf die „Qual“ unter ihr spielen zu müssen verzichten und dann dadurch in der „öffentlichen Wahrnehmung“ bezüglich der BTin mehr bewirken. Niemand kann gezwungen werden unter einem bestimmten Trainer spielen zu müssen (gilt ja auch auf Vereinsebene) und zeugt dann auch vom „Charakter“ einer Spielerin, sich nicht aufgrund der Ehre in der N11 spielen zu können, verbiegen zu lassen.

    „Ganz Deutschland ist im FF zur Zeit in einer Null-Bock-Stimmung gefangen, die nur noch das Programm abspult, aber keine positive Identifikation mit dem FF hat, am wenigsten die Spielerinnen.“
    Dies scheint mehr „deine“ eigene derzeitige „Einstellung zum FF“ wiederzuspiegeln, denn all deine „euphorischen Visionen“ insbes. mit deinem favorisierten Verein und der auf Jahre Europa beherrschenden Spielkultur, gepaart mit der überragenden Fähigkeit des Trainers, sind inzwischen einer besonderen Taktik der „Null-Gegentor-Philosophie“ gewichen.
    Nicht gerade Ausdruck von „Spielfreude“. 🙂

    Und diese mangelnde Identifikation mit dem FF und der Null-Bock-Einstellung auch auf alle Spielerinnen der Buli-Vereine zu verallgemeinern, ist mal wieder typisch @Sheldon-Tobak.

    @Andreas.
    Guter Kommentar.

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  • tpfn sagt:

    @Karl
    Im Grunde ist es doch clever, indem man hier im Forum schon kleinere Schreibfehler in einem ansonst gut formulierten Beitrag mit einem Augenzwinkern ankreidet, nimmt man zwangsläufig mutmaßlichen Schreiberlingen den Wind aus den Segeln, deren Beiträge sich ausschließlich auf Kraftausdrücke bzw. unüberlegte Wortfetzen beschränken würden. Ob bewußt oder unbewußt, man hält einen gewissen qualitativen Standard, denn man zwingt den Verfasser seine Gedanken zu ordnen und eventuelle Schnellschüsse zu überdenken.

    Obwohl Schnellschüsse durch vorhandene Restriktionen, (zB. 15Min Wartezeit, dem Goodwill des Moderators (Zensur)) ohnehin erschwert werden.

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  • dummkopf sagt:

    @Karl
    Ich habe nur auf die dadurch glücklicher- und gekonnterweise vermiedene Verwechslunsmöglichkeit der Texteinleitung zu einem gewissen Freund gepflegter Kleinschreibung hinweisen wollen, der ja namentlich nicht weit von dir entfernt liegt.
    😉

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  • Karl sagt:

    @dummkopf: Eigentlich war es ja bloss eine Frage weil Sheldon zu extrem wechselnden Ansichten neigt, je nachdem wie das letzte Spiel war sind die alle Goettinen oder Loser. Aber wo ichs nochmal gelesen habe bestand, wie du richtig bemerkt hast im ersten Absatz schon eine leichte Verwechslungsgefahr, Puh… , aber du hast doch sicher auch den smilie am ende meines letzten Beitrags gesehn 🙂

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