Turbine Potsdam siegt beim DFB-Hallenpokal
Der 1. FFC Turbine Potsdam hat zum siebten Mal den DFB-Hallenpokal gewonnen. Im Finale setzte sich die Elf von Trainer Bernd Schröder allerdings erst im Neunmeterschießen durch. In der Vorrunde hatte dem Team nach zwei Niederlagen sogar der frühe K.o. gedroht.
In der mit 4 634 Zuschauern ausverkauften Magdeburger GETEC-Arena gewann Potsdam mit 7:6 nach Neunmeterschießen gegen den 1. FFC Frankurt.
Nach der regulären Spielzeit von 1 x 12 Minuten stand es nach Treffern von Meike Weber (3.) und Jennifer Zietz (11.) 1:1. Dzsenifer Marozsán vergab den entscheidenden Neunmeter.
Müde Turbinen zu Beginn Der 1. FFC Turbine Potsdam kam in der Vorrunde nur schwer in Gänge. Nach der 1:2-Niederlage zum Auftakt gegen die SGS Essen setzte es gleich darauf gar eine 1:3-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen . Ein früher K.o. drohte, doch gegen den VFL Sindelfingen kehrte das Team mit einem 6:0-Sieg in die Spur zurück.
Zu hart trainiert „Die Spielerinnen haben sich selbst wieder an den Haaren herausgezogen“, so Turbine-Trainer Bernd Schröder, der die harte Trainingswoche zuvor für den durchwachsenen Turnierstart verantwortlich machte. „Da haben wir wohl etwas zu viel gefordert.“ In der K.-o.-Runde lief es dann wie aus einem Guss, auch wenn der 3:2-Sieg gegen den FF USV Jena im Viertelfinale und der 4:3-Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen im Halbfinale knapp ausfiel.
Traumtor von Zietz Im Finale geriet Turbine durch einen Treffer von Meike Weber in Rückstand (3.), doch ein Traumtor der starken Jennifer Zietz (11.) rettete den Titelverteidiger ins Neunmeterschießen. Während auf Potsdamer Seite nur Maren Mjelde ihren Versuch vergab, verschossen bei Frankfurt Bianca Schmidt und Dzsenifer Marozsán, die dennoch von Trainern bereits zuvor zur besten Spielerin des Turniers gekürt wurde.
Schröder: “Turnier so gut wie noch nie” Schröder erklärte: „Das Niveau des Turniers war so gut wie nie zuvor. Es gab keine Zeitstrafen und keine Roten Karten, alle Teams wollten Fußball spielen und der Respekt und Achtung sind in der Bundesliga gestiegen.“ Darüber hinaus gab es auch keine Eigentore, den einzigen Neunmeter in regulärer Spielzeit verwertete Essens Irini Ioannidou.
Starkes Turnier der Frankfurterinnen Finalgegner 1. FFC Frankfurt durfte sich ebenfalls über ein gelungenes Turnier freuen und darüber, in der regulären Spielzeit ungeschlagen geblieben zu sein. Nach einem Sieg und zwei Remis in der Vorrunde ließ man dem FC Bayern München beim 3:0 im Viertelfinale keine Chance, gegen den starken und etwas überraschend bis ins Halbfinale vorgedrungene TSG 1899 Hoffenheim gab es einen 2:0-Sieg.
Ralf Zwanziger, Leiter Frauen- und Mädchenfußball bei derTSG, freute sich: „Unsere Mannschaft hat sich hervorragend verkauft und sicher auch Selbstvertrauen für die Rückrunde in der Bundesliga gesammelt.“
Bell beglückwünscht Potsdam „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, so Frankfurts Trainer Colin Bell. „Wir hatten nicht unbedingt erwartet, das Finale zu erreichen. Potsdam hat sich gesteigert und es war ein intensives, aber faires Endspiel mit hohem Tempo. Glückwunsch an Potsdam.“
Lisa Schmitz beste Torhüterin Einen starken Eindruck hinterließ auch Bayer 04 Leverkusen, das in Lisa Schmitz nicht nur die beste Torhüterin des Turniers stellte, sondern neben dem 1. FFC Turbine Potsdam in der Vorrunde im Viertelfinale den VfL Wolfsburg und somit ein weiteres namhaftes Team im Neunmeterschießen bezwang, ehe man im zweiten Duell mit Turbine nur knapp den Kürzeren zog.
Linda Dallmann beste Torschützin Mehr drin gewesen wäre für den BV Cloppenburg, der in der Vorrunde nach zwei Niederlagen durch späte Treffer früher als nötig die Segel streichen musste. Ein schwacher Trost war da für die Spielerinnen aus Cloppenburg, zum fairsten Team des Turniers ausgezeichnet zu werden. Beste Torschützin war Linda Dallmann von der SGS Essen, die vier Treffer schoss, dafür aber weniger Spiele benötigte als Melanie Behringer und Ada Hegerberg, die auch vier Mal trafen.
DFB zieht positives Fazit DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg zog ein positives Fazit. „Es war ein tolles Turnier, die Zuschauerresonanz und die Stimmung waren gut. Die beiden Aufsteiger haben sich wacker geschlagen, es ist toll, dass Hoffenheim das Halbfinale erreicht hat.“
DFB-Hallenpokal, Ergebnisse
- FFC Frankfurt – FF USV Jena 4:1 Tore: 1:0 Behringer (1.), 2:0 Tanaka (2.), 3:0 Schmidt (4.), 3:1 Landeka (5.), 4:1 Marozsán (8.)
BV Cloppenburg – TSG 1899 Hoffenheim 0:1 Tore: 0:1 Eberhardt (11.)
TSG 1899 Hoffenheim – 1. FFC Frankfurt 2:2 Tore: 0:1 Behringer (5.), 1:1 Iwabuchi (8.), 2:1 Betz (8.), 2:2 Marozsán (9.)
FF USV Jena – BV Cloppenburg 2:1 Tore: 1:0 Brosius (2.), 1:1 Rochi (7.), 2:1 Hearn (12.)
- FFC Frankfurt – BV Cloppenburg 1:1 Tore: 0:1 Rochi (4.), 1:1 Marozsán (10.)
TSG 1899 Hoffenheim – FF USV Jena 0:2 Tore: 0:1 Landeka (2.), 0:2 Löser (9.)
- FFC Turbine Potsdam – SGS Essen 1:2 Tore: 1:0 Hegerberg (2.), 1:1 Ioannidou (8. Neunmeter), 1:2 Dallmann (9.)
VfL Sindelfingen – Bayer 04 Leverkusen 2:4 Tore: 0:1 Prießen (4.), 0:2 Simon (6.), 0:3 Weber (7.), 1:3 Selensky (9.), 2:3 Wörner (10.), 2:4 Widak (12.)
Bayer 04 Leverkusen – 1. FFC Turbine Potsdam 3:1 Tore: 1:0 Barth (2.), 2:0 Simon (3.), 3:0 Weber (10.), 3:1 Mjelde (12.)
SGS Essen – VfL Sindelfingen 5:1 Tore: 1:0 Doorsoun-Khajeh (3.), 2:0 Dallmann (4.), 2:1 Schneider (5.), 3:1 Dallmann (7.), 4:1 Hartmann (9.), 5:1 Martini (11.)
- FFC Turbine Potsdam – VfL Sindelfingen 6:0 Tore: 1:0 Zietz (4.), 2:0 Kemme (6.), 3:0 Hegerberg (8.), 4:0 Anonma (8.), 5:0 Göransson (10.), 6:0 Mjelde (12.)
Bayer 04 Leverkusen – SGS Essen 1:2 Tore: 0:1 Dallmann (2.), 0:2 Hartmann (7.), 1:2 Weber (11.)
VfL Wolfsburg – MSV Duisburg 5:0 Tore: 1:0 Keßler (2.), 2:0 Fischer (6.), 3:0 Keßler (9.), 4:0 Goeßling (11.), 5:0 Hartmann (12.)
SC Freiburg – FC Bayern München 0:3 Tore: 0:1 Holstad (6.), 0:2 Romert (7.), 0:3 Maier (11.)
FC Bayern München – VfL Wolfsburg 0:1 Tore: 0:1 Popp (4.)
MSV Duisburg – SC Freiburg 2:2 Tore: 0:1 Störzel (3.), 1:1 Kalkan (4.), 2:1 Nati (7.), 2:2 Maier (9.)
VfL Wolfsburg – SC Freiburg 4:2 Tore: 1:0 Goeßling (2.), 2:0 Hartmann (7.), 3:0 Popp (9.), 3:1 Däbritz (9.), 4:1 Magull (10.), 4:2 Däbritz (11.)
FC Bayern München – MSV Duisburg 0:0 Tore: Keine
FF USV Jena – 1. FFC Turbine Potsdam 2:3 Tore: 0:1 Simic (2.), 1:1 Beil (2.), 1:2 Bremer (3.), 2:2 Arnold (8.), 2:3 Hegerberg (8.)
VfL Wolfsburg – Bayer 04 Leverkusen 3:4 n.N. Tore: 0:1 Prießen (10.), 1:1 Goeßling (12.) Neunmeterschießen: 2:1 Hartmann, 2:2 Simon, Schmitz hält gegen Keßler, 2:3 Panfil, 3:3 Popp, 3:4 Prießen Gelbe Karte: Petzelberger (Leverkusen, Foulspiel, 4.)
SGS Essen – TSG 1899 Hoffenheim 0:1 Tore: 0:1 Eberhardt (12.) Gelbe Karte: Ioannidou (Essen, Handspiel, 9.)
FFC Frankfurt – FC Bayern München 3:0 Tore: 1:0 Behringer (3.), 2:0 Reinhardt (12.), 3:0 Behringer (12.) Gelbe Karte: Garciamendez (Frankfurt, Foulspiel, 11.)
FFC Turbine Potsdam – Bayer 04 Leverkusen 4:3 Tore: 0:1 Petzelberger (1.), 1:1 Hegerberg (2.), 2:1 Widak (3.), 2:2 Draws (5.), 3:2 Nagasato (6.), 4:2 Draws (7.), 4:3 Hendrich (12.)
TSG 1899 Hoffenheim – 1. FFC Frankfurt 0:2 Tore: 0:1 Kuznik (10.), 0:2 Kuznik (12.)
- FFC Turbine Potsdam – 1. FFC Frankfurt 7:6 n.N. Tore: 0:1 Weber (3.), 1:1 Zietz (11.) Neunmeterschießen: 2:1 Zietz, 2:2 Marozsán, 3:2 Draws, Gunnarsdóttir hält gegen Schmidt, Mjelde schießt über das Tor, 3:3 Behringer, 4:3 Zietz, 4:4 Marozsán, 5:4 Draws, 5:5 Schmidt, 6:5 Mjelde, 6:6 Behringer, 7:6 Zietz, Marozsán schießt daneben
DFB-Hallenpokal, Abschlusstabelle
- FFC Turbine Potsdam (5 000 Euro Siegprämie) 2. 1. FFC Frankfurt (3 000 Euro) 3. Bayer 04 Leverkusen (1 000 Euro) 3. TSG 1899 Hoffenheim (1 000 Euro) 5. VfL Wolfsburg 6. FF USV Jena 7. SGS Essen 8. FC Bayern München 9. MSV Duisburg 10. BV Cloppenburg 11. SC Freiburg 12. VfL Sindelfingen
Beste Spielerin: Dzsenifer Marozsán (1. FFC Frankfurt) Beste Torhüterin: Lisa Schmitz (Bayer 04 Leverkusen) Torschützenkönigin: Linda Dallmann (SGS Essen, 4 Tore) Fair-Play-Preis: BV Cloppenburg
Tore (gesamt ohne Neunmeterschießen): 86 (3,44 pro Spiel) Gelbe Karten: Ramona Petzelberger (Bayer 04 Leverkusen), Irini Ioannidou (SGS Essen), Alina Garciamendez (1. FFC Frankfurt) Rote Karten: Keine Zeitstrafen: Keine Eigentore: Keine Schiedsrichterinnen: Monique Elsner (Duisburg), Imke Lohmeyer (Holtland), Katrin Rafalski (Bad Zwesten), Marina Wozniak (Herne)