DFB-Pokal: Frankfurt und Essen souverän, Sand überrascht
Im Viertelfinale des DFB-Pokals hatten der 1. FFC Frankfurt und die SGS Essen nur wenig Mühe, ins Halbfinale einzuziehen. Mehr zu kämpfen hatte der SC Freiburg und Zweitligist SC Sand warf gar überraschend den FF USV Jena aus dem Wettbewerb.
Frankfurt ohne Mühe Der 1. FFC Frankfurt wurde seiner Favoritenrolle beim SV Werder Bremen gerecht und feierte vor 1 507 Zuschauern im Stadion der Amateure, genannt „Platz 11“, einen 8:0 (3:0)-Kantersieg.
In Bremen hatte Underdog Werder gehofft, möglichst lange keinen Gegentreffer zu kassieren. Die Hoffnung machte Dszenifer Marozsán aber bereits in der fünften Minute nach einer Hereingabe von Simone Laudehr zunichte. Bis zur Halbzeit erhöhten Lira Alushi (29.) und Melanie Behringer (37.) auf 3:0 beim Tabellenfünften der 2. Bundesliga Nord. Werder ließ sich dadurch zwar nicht entmutigen, kam aber kaum zu nennenswerten Chancen.
Frankfurter Torfestival in Halbzeit zwei Im zweiten Durchgang erhöhten Kerstin Garefrekes (49., 59.) sowie Celia Šašić (67., 76. Foulelfmeter) und die für Meike Weber eingewechselte Ana-Maria Crnogorcevic setzte den Schlusspunkt (86.).
„Wir haben schöne Tore gemacht und den Ball laufen lassen“, resümierte FFC-Trainer Colin Bell anschließend die Partie. „Es war wichtig, dass wir das so konzentriert umgesetzt haben. Ein großes Kompliment an meine Mannschaft, die das heute souverän gemacht hat.“
Für Bell verläuft damit der Einstand beim FFC bestmöglich – im Pokal ist der Halbfinaleinzug perfekt, in der Meisterschaft die Ausgangsposition gut. „Wir sind auf Kurs – und wollen auf Kurs bleiben.“
Bremen trotz Niederlage nicht unzufrieden Bremens Kapitänin Stephanie Goddard freute sich über die Zuschauerzahl, haderte am Ende aber mit der Höhe der Niederlage: „Es war eine gute Kulisse und ich denke, die Zuschauer haben gesehen, dass wir gekämpft haben.“ Auch Trainerin Chadia Freyhat zeigte sich keinesfalls geknickt: „Das geht völlig in Ordnung. Das ein oder andere Tor weniger hätten wir uns schon gewünscht, aber: Wir haben gegen Frankfurt gespielt.“
Essen nutzt individuelle Fehler Die SGS Essen kam vor 1 438 Zuschauern zu einem verdienten 5:2 (3:1)-Erfolg gegen Zweitligist 1. FC Köln. Die Kölnerinnen hielten zwar über weite Strecken der Partie gut mit, brachten sich aber durch individuelle Fehler und mangelndes Abwehrverhalten selbst um ein besseres Ergebnis.
Unterhaltsame Partie Die Essenerinnen gingen durch ein Eigentor von Irina London in Führung, der ein von Kölns Torhüterin Lena Nuding abgewehrter Schuss von Linda Dallmann vom Knie ins Tor prallte (12.). Mandana Knopf gelang nach schöner Flanke von Tugba Tekkal der Ausgleich (26.), doch die Freude der Kölnerinnen wehrte nur kurz. Denn postwendend gingen die Gastgeberinnen durch einen Schuss von Linda Dallmann wieder in Führung, Bianca Rechs Rettungsversuch kam zu spät (27.). Köln hatte Pech, dass Inka Grings nur den Pfosten traf (34.), einen Schnitzer im Mittelfeld nutzte Charline Hartmann kurz vor der der Pause eiskalt zum 3:1 aus (43.).
Köln macht sich selbst das Leben schwer Auch in der zweiten Halbzeit war Hartmann wieder zur Stelle, als sie ein Missverständnis zwischen Nuding und Abwehrspielerin Anna Kirschbaum ausnutzte (65.). Rech konnte zwar mit einem energischen Schuss, der von der Unterkante der Latte hinter die Linie sprang, noch einmal verkürzen (78.), doch die eingewechselte Lena Ostermaier machte in der Nachspielzeit nach Vorarbeit von Dallmann mit einem Heber alles klar (90.+2).
Högner lobt nur Effizienz, Köln bleibt gefasst Essens Trainer Markus Högner meinte: „Wir sind im Halbfinale, das ist das Entscheidende und das freut mich für meine Mädels. Wir haben aber heute kein gutes Spiel gemacht, denn wir haben nicht gezeigt, was wir können. Wir haben aber zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt.“
Kölns Trainer Willi Breuer meinte: „Im Prinzip haben wir zwei Eigentore gemacht, Essen hat aber über 90 Minuten gesehen verdient gewonnen.“ Inka Grings ergänzte: „Heute muss man fairerweise sagen, dass es nicht gereicht hat und ein Klassenunterschied zu sehen war.“
Däbritz erlöst Freiburg Der SC Freiburg steht zum zweiten Mal in Folge im Halbfinale des DFB-Pokals. Im heimischen Möslestadion kam die Elf von Trainer Dietmar Sehrig vor nur 168 Zuschauern zu einem hart erkämpften 1:0 (0:0)-Sieg gegen Aufsteiger BV Cloppenburg. Nationalspielerin Sara Däbritz sorgte mit ihrem Treffer in der 70. Minute für die Entscheidung, als sie aus zehn Metern halblinker Position traf.
Cloppenburg nicht stark genug Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte: “Nach der Englischen Woche war es nicht unbedingt ein berauschendes Spiel. Doch waren wir spielerisch und taktisch die überlegene Mannschaft und haben das Spiel verdient gewonnen. Einziges Manko ist die schlechte Chancenverwertung, die das Spiel noch einmal spannend gemacht hat. Jetzt stehen wir hochverdient im Halbfinale.”
Cloppenburgs Trainerin Tanja Schulte meinte: “Wir waren heute nicht in der Lage, die Leistung der letzten vier Spiele abzurufen. Von den 90 Minuten haben wir 80 Minuten nur reagiert. Freiburg steht zurecht im Halbfinale.”
Sand überrascht erneut Zweitligist SC Sand sorgte vor 368 Zuschauern für eine neuerlichen Pokalüberraschung und setzte sich beim Erstligisten FF USV Jena mit 2:0 (1:0) durch. Die Gäste erwischten durch den frühen Treffer von Ilaria Mauro einen Traumstart (1.), die eine Flanke von Patricia Hanebeck per Kopf verwertete.
Zwar hatte Jena in der Folge die größeren Spielanteile, konnte sich allerdings keine zwingenden Torchancen erarbeiten. In der Schlussphase machte die für Mauro eingewechselte Christine Veth den Erfolg mit einem Heber perfekt (82.), so dass der SC Sand im gesamten Fußballjahr 2013 in 27 Spielen ohne Niederlage blieb.