Erster Punkt für Sindelfingen, Cloppenburg dreht Rückstand

Von am 10. November 2013 – 16.58 Uhr 29 Kommentare

Der VfL Sindelfingen hat nach sieben Niederlagen in Serie den ersten Punktgewinn der Saison gefeiert. Dabei war der VfL gegen den FC Bayern München zunächst ebenso in Rückstand geraten wie der BV Cloppenburg bei der TSG 1899 Hoffenheim. Trotz frühem 0:2 gehörten die drei Punkte am Ende den Niedersächsinnen.

Der Dreier nach dem 4:2 (1:2)-Sieg ist dabei durchaus als „Big Point“ zu bezeichnen, denn nicht nur ging es gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Auch die anderen Tabellennachbarn patzten. Bereits gestern verlor Bayer 04 Leverkusen beim FF USV Jena, heute unterlag der FCR 2001 Duisburg dem 1. FFC Frankfurt.

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Klarer Erfolg für Frankfurt
Vor knapp 600 Zuschauern gewannen die Frankfurterinnen beim FCR mit 5:0 (2:0). Erfolgreichste Torschützin war Célia Šašić mit zwei Treffern. Die Führung erzielte Ana-Maria Crnogorčević bereits in der dritten Minute. Die Schweizerin schob aus knapp sechs Metern unbedrängt ein, nachdem die FCR-Abwehr zuvor den Ball nicht aus dem Strafraum hatte befördern können. Šašić legte in der 27. Minute das 2:0 nach.

„In der Pause hatten wir alle das Gefühl, dass wir heute etwas reißen können, doch nach dem unglücklichen 0:3 waren wir dann doch etwas gehemmt“, so FCR-Assistenztrainerin Annemieke Kiesel, die den gesperrten Sven Kahlert vertrat. Der dritte Frankfurter Treffer fiel bereits in der 50. Minute. Unglücklich für den FCR: Es war ein Eigentor von Marina Himmighofen. Šašić erhöhte per Foulelfmeter auf 4:0 (74.), ehe Peggy Kuznik kurz vor dem Abpfiff den Schlusspunkt zum 5:0 setzte. „Duisburg hat spielerisch vor allem im ersten Durchgang gut mit gehalten, ich bin mit meiner Mannschaft hoch zufrieden“, kommentierte FFC-Trainer Colin Bell. Sein Team festigte durch den Sieg die Tabellenführung; der FCR liegt hingegen weiter auf dem vorletzten Rang.

Gleich zweifach für den BVC erfolgreich: Mandy Islacker. © Sven-E. Hafft, girlsplay.de

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Mandy Islacker trifft doppelt
Auf den achten Rang geklettert ist hingegen der BV Cloppenburg durch den 4:2 (1:2)-Erfolg bei der TSG 1899 Hoffenheim. Dabei sah zunächst alles nach einem Erfolg der Gastgeberinnen aus. Durch die Treffer von Christine Schneider (21.) und Leonie Keilbach (36.) hatte die TSG bereits mit 2:0 in Führung gelegen, doch mit dem Anschlusstreffer durch Daniela Löwenberg zwei Minuten später begann die Aufholjagd des BVC. Nach dem Seitenwechsel hatten zunächst die Hoffenheimerinnen die erste Möglichkeit, die Führung auszubauen, doch Schneider verzog. Stattdessen gelang Mandy Islacker in der 69. Minute der Ausgleich, und in der Schlussphase holte sich der BVC durch die Tore von Agnieszka Winczo (82.) und Islacker (86.) den Sieg.

München verpasst Sprung auf Rang zwei
Für eine faustdicke Überraschung sorgte der VfL Sindelfingen mit seinem ersten Punktgewinn der Saison. Ausgerechnet gegen den FC Bayern München gelang dem Tabellenschlusslicht ein 1:1 (0:1). Sarah Romert erzielte für den FCB in der 38. Minute die 1:0-Führung, aber nach dem Seitenwechsel glich Maximiliane Rall (57.) für die Gastgeberinnen aus – es war das erst zweite Saisontor für Sindelfingen überhaupt. Durch die überraschenden Punktverluste liegen die Münchenerinnen in der Tabelle weiter auf dem dritten Rang. Zwar haben sie jetzt, ebenso wie der 1. FFC Turbine Potsdam, 17 Punkte auf dem Konto, doch die Partie der Potsdamerinnen gegen die SGS Essen wurde aufgrund der Champions League verlegt.

Aus demselben Grund verlegt wurde darüber hinaus die Begegnung zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg, die nun am 11. Dezember ausgetragen wird. Zehn Tage später treffen die Potsdamerinnen auf die SGS.

Ergebnisse Frauenfußball-Bundesliga, 8. Spieltag

FF USV Jena Bayer 04 Leverkusen 2:0 (1:0)
TSG 1899 Hoffenheim BV Cloppenburg 2:4 (2:1)
VfL Sindelfingen FC Bayern München 1:1 (0:1)
FCR 2001 Duisburg 1. FFC Frankfurt 0:5 (0:2)
VfL Wolfsburg SC Freiburg -:-  11.12.
1. FFC Turbine Potsdam SGS Essen -:-  21.12.

Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. 1. FFC Frankfurt 8 33:6 20
2. 1. FFC Turbine Potsdam 7 21:7 17
3. FC Bayern München 8 19:10 17
4. VfL Wolfsburg 7 23:5 15
5. SGS Essen 7 21:9 11
6. FF USV Jena 8 11:12 11
7. SC Freiburg 7 12:9 9
8. BV Cloppenburg 8 13:19 9
9. TSG 1899 Hoffenheim 8 13:24 7
10. Bayer 04 Leverkusen 8 8:17 6
11. FCR 2001 Duisburg 8 7:21 4
12. VfL Sindelfingen 8 2:44 1

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29 Kommentare »

  • Dummkopf sagt:

    @sheldon
    Niemand mehr hier. Egal.
    Meinte bei Wörle keinen einzelnen Punkt, sondern den Umgang mit der gesamten Situation. Das ist kein kleiner Betriebsunfall, der passieren kann.
    Der Mann hat es mit positiv „Verrückten“ zu tun, die in ihrem Sport an die Weltspitze wollen. Was meinst du wie zB ein Kahn nach einer halb so schlimmen Niederlage ausgetickt wäre?
    Vestenbergsgreuth ist heute nach -zig Jahren noch ein Begriff. Das war auch nicht halb so schlimm, der Gegner weit weniger unterlegen, und die 1.Pokalrunde.
    Kahn wäre nicht im Bus mit nach Hause gefahren. Weil unter Umständen Gefahr bestanden hätte, er hätte die 2 Sitzreihen vor ihm aufgefressen bis München. Und wenn sie nicht aufgepasst hätten, die draufgesessen wären gleich mit dazu.
    (und das meine ich natürlich bildlich übertragen positiv)

    Die einzelnen Pkte, die du aufführst, sind nicht falsch.
    Ausser, dass das Spiel hilft.
    Es hilft nicht viel, darin auftretende fussballerische Mängel zu durchleuchten. Diese sind jedem bekannt. Es würde nur helfen, wenn der Verein merken würde, dass bei manchem offensichtlich schlicht die Einstellung fehlt, um Spitzenleistungen zu bringen, und sich von diesen Leuten trennen. Weil sie die Mannschaft mit nach unten ziehen.
    Und vor diesem Hintergrund zu lascher Einstellung ist die Misere gegen die kleinen letztes Jahr, die mangelnde Kondition, und auch die schwache Leistung im FFC-Spiel zu sehen.

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  • Sheldon sagt:

    @Dummkopf: Ich sehe nicht, dass das ein grundlegendes Problem wäre. Natürlich hilft dieses Spiel, denn fußballerische Mängel werden selten offensichtlich. Es gilt diese abzustellen.

    Ich sehe bei Bayern keine Spielerin, die eine falsche Einstellung an den Tag legt. Bevor du hier solche Gerüchte an den Tag legst, bitte ich dich doch, diese Spielerinnen beim Namen zu nennen, und klar zu zeigen, woran du das erkennen magst, dass die fehlende Einstellung fehlt.

    Denn man muss gerade sagen, dass die Einstellung sich enorm verbessert hat und gerade gegen die Kleinen das Spiel viel besser und flüssiger aufgezogen wird.

    Auch habe ich gegen Frankfurt keine schlechte Leistung gesehen. Die Leistung, die Bayern gegen Frankfurt gebracht hat, hätte heute gegen Wolfsburg gereicht. Frankfurt hat nur seine Spielzüge auf einem ganz anderen Level abgespielt, was das Tempo betraf, ein Level, das für Bayern realistisch noch nicht spielbar ist, und, wo man, solange die Konkurrenz dieses umsetzt, auch klar den Vorteil der Konkurrenz anerkennen darf. Aber Wörle zeigt, dass er gut und konzentriert weiterarbeitet. Und wir werden es ja sehen, wo Bayern am Ende steht. So wie sie bisher auftreten, werden sie hinter Frankfurt mit Potsdam um Platz 2 kämpfen!

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  • ziefle sagt:

    Bei einem Spiel, auch David gegen Golliath, muss auch immer der Gegener betrachtet werden. Eines ist sicher, hätte Sindelfingen letzten Sonntag gespielt, wie gegen Frankfurt wären die Bayrinnen auch mit 6 – 10 Tore Unterschied als Sieger vom Platz gegangen.

    Leider hat die letzte Saison gezeigt, dass Koutroubis es in keiner Weise versteht, so eine Leistung anschließend (Sieg gegen Freiburg – 4:0 in Duisburg; Sieg gegen Bad Neuenahr – schlechtes Spiel und Niederlage in München) zu wiederholen. Dies liegt nicht nur am Alter und der Unerfahrenheit der Spielerinnen. Man muss sich nur die Aufstellungen und vor allem die taktische Ausrichtung anschauen. Oft hat man den Eindruck die dürfen nicht und es schlottern ihnen die Knie aus Angst einen Fehler zu machen.

    Es scheint aber, dass es für solch ein Gehalt, dass zwar deutlich über dem derzeit diskutierten Mindestlohn liegt, es keinen Spitzentrainer gibt (einen Besseren aber bestimmt).
    Ohne Geld fällt es dem realistischen Fan und Zuschauer auch schwer in der laufenden Saison einen neuen Trainer zu fordern.
    Der Vereinsführung sollten aber die schlechten Zusachauerzahlen zu denken geben, die interessierten Zuschauer (die Fans nicht aber man braucht Beide) quittieren die schlechte Trainerleistung und der damit verbundenen Spielweise mit dem Fernbleiben aus dem Stadion.

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  • Dummkopf sagt:

    @ziefle
    Der Schwabe ist noch da.
    Sifi ist ein grosser Verein mit vielen Mitgliedern. Und die Verantwortlichen dort sind keine Sport-Laien, die ihren Job aus Imagegründen oder Geltungssucht machen.
    Wenn die einen Trainer trotz solcher Äusserungen und Methoden halten, dann in erster Linie, weil es Schwaben sind. Sprich, ihnen sind massiv die Hände gebunden, sonst hätten sie sich garantiert anderweitig orientiert.
    Könnte es nicht auch sein, dass der Trainer seinen Job unentgeltlich macht? Evtl. auch, dass ein Sponsor, der Schwager des Trainers zB, dem Verein wenigstens ein paar EUR zur Verfügung stellt, solange der Trainer da ist? Oder der Schwager hat eine Busunternehmung, die dn Verein immer umsonst zu den Auswärtsspielen fährt. Ich habe keine Ahnung. Aber nach irgend so etwas würde ich suchen.
    Dass dem Trainer alle aufgewendeten Stunden nach Mindestlohn gezahlt werden, halte ich mit Sicherheit für DEUTLICHST überhöht. mE vielleicht nicht einmal die Hälfte.

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  • FF-Tale sagt:

    @ Ziefle: Danke für die Infos von vor Ort. Hat aber in SiFi nach dem Zuschauerschwund in der Rückrunde (teilw. sonntags unter 100 Leute?), dem endlos langen Hickhack „BuLi ja oder nein?“ und den Traineraussagen in der Sommerpause (Interview Stuttgarter Zeitung) ernsthaft jemand damit gerechnet, dass sich die Zuschauerzahlen in SiFi je wieder erholen werden?

    @ Dummkopf:
    Zitat: „Kahn … hätte die 2 Sitzreihen vor ihm aufgefressen bis München.“ Großartig! 😀

    Aber weil Sie gefragt haben:
    Alle FF-BuLi-Vereine bekommen zweckgebunden Geld vom DFB für einen hauptberuflichen Trainer. Also das Finanzielle ist bei Trainerdebatten erst einmal nicht direkt mitbeteiligt. Der Fakt, dass der ganze Frauenfußball sowieso nur mit (unbezahlbarem) Herzblut und Engagement (auch der Trainer!) funktioniert, dabei immer im Hinterkopf.
    Graskamp (Ex-Gütersloh) ist ja z.B. zurückgetreten, weil er nach Abstieg (dann ohne Vollanstellung) sich auf einen anderen Beruf konzentriert hat und für zeitaufwändigen FF-Trainerposten in der 2. Liga keine persönlichen Mittel mehr hatte (so zumindest die damalige Pressemitteilung).

    Und ob Familienerbe (der Wörle-Clan beim FF-FCB) oder „Überläufer“ vom Männerfußball (quasi alle männl. FF-Trainer und die sind ja in der krassen Überzahl): Alle FF-BuLi-Trainer brauchen eine A-Lizenz vom DFB. Frauen mit Fußballlehrer-Lizenz sind (und bleiben wohl) Ausnahme. Die „hohen Damen“ vom DFB haben eine (Theune, Neid, Ballweg, etc.), bei Verbänden vereinzelt (Voss-Tecklenburg kam so an ihren Fußballlehrer-Schein), in der FF-BuLi z.Zt. z.B. Britta Carlson bei WOB (ob ihr Chef Kellermann auch einen Lehrer-Schein hat?).

    Obwohl die FF-Trainer-Szene doch sehr, sehr übersichtlich ist (wir können von max. 30-40 wirklich fähigen Top-Level-FF-Trainern in ganz Deutschland reden, einem FF-Führungsland weltweit!), ist es doch ein weites Diskussionfeld. Da kann man noch viele Kommentare zu schreiben.
    Ob die FF-Trainer tatsächlich (vgl. Schiri-Debatte!) den Spielerinnen in der Entwicklung hinterherhinken, interessante Frage, Dummkopf. Im Gegensatz zur Schiri-Debatte (dort klares „Ja“ auf diese Frage!), kann man das bei FF-Trainern nicht so einfach pauschalisieren. @ Dummkopf: Möchten Sie dazu noch weitere Ausführungen/Konkretisierungen machen? Wäre interessant.

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  • AdiPreissler sagt:

    Fußball-Lehrer:

    Aktuelle Trainer:
    Bell, Colin
    Kahlert, Sven

    Aktuelle Co-Trainer:
    Carlson, Britta

    Extrainer:
    Feifel, Achim
    Pilipovic, Milorad

    Alle Absolventen findet man auf dfb.de

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  • FF-Tale sagt:

    @ A. Preissler: Danke für die Ergänzungen. Aber wo findet man auf dfb.de eine Liste aller Fußballehrer-Absolventen (wahrscheinlich mehrere hundert Namen?)?

    PS zu aktuelle Trainer: Potsdams Schröder wurde in der Lokalpresse auch öfters „Fußballlehrer“ genannt; wahrscheinlich bezieht sich das auf eine (zur heutigen Lizenz äquivalenten) Ausbildung im DDR-Sportsystem (Stichwort Nationalelf). Oder doch nur falsch verwendeter Begriff vonseiten der Presse?

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  • AdiPreissler sagt:

    Ich habe noch Ex-Trainerinnen unterschlagen, das war vor meiner Zeit:

    Monika Staab
    Martina Voss

    Ob irgendwer aus der DFB-Riege in der Steinzeit mal in der Bundesliga trainiert hat, weiß ich nicht, die haben jedenfalls auch alle den Schein.

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  • enthusio sagt:

    Weiß eigentlich jemand, welche Trainerausbildung Bernd Schröder in der DDR genossen hat ? Hat er überhaupt eine Trainerlizenz erworben oder war er ein Autodidakt ?

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