Frankfurt müht sich zum Sieg, Duisburg fällt auf Abstiegsplatz

Von am 20. Oktober 2013 – 17.46 Uhr 85 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat die gestrige Punkteteilung im Spitzenspiel ausgenutzt und zu Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam aufgeschlossen. Dabei haben die Hessinnen in Jena einen Zwei-Tore-Rückstand gedreht, allerdings Torhüterin Desirée Schumann durch eine Rote Karte verloren. Der FCR 2001 Duisburg ist unterdessen auf einen Abstiegsplatz gefallen.

Die Duisburgerinnen unterlagen im Ruhrderby gegen die SGS Essen mit 0:3, und FCR-Trainer Sven Kahlert fand nach dem Spiel deutliche Worte.

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Schlaflose Nächte für Kahlert
„Wir haben von der ersten bis zur letzten Sekunde versagt“, so Kahlert. „Das nehme ich auf meine Kappe; denn ich bin der Verantwortliche.“ Die Essenerinnen zeigten vor 602 Zuschauern die bessere Spielanlage und kreierten mehr Chancen. Bis zum ersten Treffer dauerte es allerdings eine knappe Stunde. Doch in der 58. Minute setzte sich Linda Dallmann gleich gegen drei Abwehrspielerinnen durch und schob den Ball unter Meike Kämper hindurch zum 1:0 für die SGS. In der 70. Minute erhöhte Nathalie Mann auf 2:0. Sara Doorsoun-Khajeh gelang in der 84.Minute der 3:0-Endstand. „Ich werde jetzt einige unruhige Nächte haben, um das alles aufzuarbeiten“, so Kahlert. Die Essenerinnen sind duch den „Dreier“ auf den sechsten Rang geklettert.

Hoffenheim feiert zweiten Saisonsieg
Einen Platz davor liegt der SC Freiburg. Die drei Spiele andauernde Siegesserie der Breisgauerinnen ist allerdings gerissen; bei der TSG 1899 Hoffenheim unterlag der Sportclub knapp mit 2:3 (0:0). Durch Silvana Chojnowski (56.) und Martina Moser (72.) ging die TSG vor 750 Zuschauern in der zweiten Hälfte in Führung, doch die Freiburgerinnen kämpften sich zurück in die Partie. Durch die Treffer von Juliane Maier (76.) und Sylvia Arnold (86.) kam der Sportclub in der Schlussphase zum Ausgleich. „Nach dem 2:2 können wir das Spiel auch noch verlieren. Wir haben dann aber Moral bewiesen und die Partie noch für uns entschieden. Das war absolut verdient“, freute sich TSG-Trainer Jürgen Ehrmann, denn in der 90. Minute erzielte Annika Eberhardt das entscheidende 3:2.

Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes köpfte den Siegtreffer (Archiv-Bild) © Nora Kruse, ff-archiv.de

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Schumann sieht rot
Ebenfalls mit 3:2 siegte der 1. FFC Frankfurt beim FF USV Jena und liegt nun punktgleich mit Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam auf dem zweiten Rang. Der Sieg war jedoch ein hartes Stück Arbeit für die Hessinnen, denn nach 42. Minuten hatten sie durch Treffer von Abby Erceg (24.) und Julia Arnold (42.) bereits mit 0:2 zurückgelegen. Aber Fatmire Bajramaj antwortete nur eine Minute später mit dem Anschlusstreffer, und in der Viertelstunde nach dem Seitenwechsel legte der FFC nach.

Zunächst erzielte Célia Šašic den Ausgleich (55.), kurz darauf gelang Kerstin Garefrekes (60.). Große Aufregung herrschte zwei Minuten später. Nach einer Tätlichkeit an Susann Utes sah FFC-Torhüterin Desirée Schumann die Rote Karte. Melanie Behringer musste daraufhin für Ersatztorhüterin Anke Preuß vom Feld.

Erster Saisonsieg für Cloppenburg
Ebenfalls viel Mühe hatte der BV Cloppenburg beim 2:0 (0:0)-Sieg beim VfL Sindelfingen, wenngleich beim BVC die Erleichterung über den ersten Saisonsieg überwiegen dürfte. Denn durch die drei Punkte kletterten die Cloppenburgerinnen auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Der VfL bleibt nach sechs Niederlagen hingegen weiter am Tabellenende. Nach torloser erster Halbzeit brachte Marie-Louise Bagehorn den BVC in der 58. Minute auf die Siegerstraße. Die schwedische Nationalspielerin Sofia Jakobsson gelang mit ihrem ersten Bundesligator in der 84. Minute der 2:0-Endstand.

FC Bayern zurück auf der Siegerstraße
Nach der deutlichen Niederlage beim 1. FFC Frankfurt am vergangenen Spieltag ist der FC Bayern München auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Gegen Bayer 04 Leverkusen, das kurzfristig wegen Krankheit auf Nationalspielerin Bella Linden verzichten musste, gelang vor 563 Zuschauern ein 2:0 (1:0)-Sieg, bei den Münchnerinnen feierte Italiens Nationalspielerin Raffaella Manieri in den Schlussminuten ihr Debüt in der Bundesligamannschaft.

Sarah Hagen

Bayern-Stürmerin Sarah Hagen schoss Bayern zum Sieg (Archiv-Bild) Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Hagen trifft doppelt
Beide Münchener Treffer gingen auf das Konto von Sarah Hagen (32., 71.), die bei ihrem ersten Treffer einen Abpraller von der Latte nach Freistoß von Katharina Baunach und Kopfball von Amber Brooks gedankenschnell verwertete und beim zweiten den Ball nach schönem Pass von Leonie Maier in den Winkel schob. Dabei hatte Leverkusen über weite Strecken der Partie die größeren Spielanteile. In der Tabelle bedeutete der Heimsieg den Sprung auf den dritten Rang, die Werkself fällt hingegen auf den neunten Rang.

Wörle: „Gefightet wie die Löwen“
Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärte: „Es war heute ein intensives Spiel, wir haben gefightet wie die Löwen. Deswegen mache ich meiner Mannschaft auch keinen Vorwurf, dass wir nicht so gut Fußball gespielt haben. Leverkusen war wie erwartet sehr spielstark, unser Spiel war nicht präzise genug. Wir hatten nur wenige Torchancen, aber wir haben den offensivenStil Leverkusens ordentlich überstanden.“

Leverkusen offensiv zu harmlos
„Leverkusens Trainer Thomas Obliers meinte: „Wir haben das Spiel über weite Strecken bestimmt und speziell in der ersten Halbzeit fast gar nichts zugelassen. Bayern war harmlos, aber bei Standards kann man sie nie ganz ausschalten. Ich muss meiner Mannschaft den Vorwurf machen, dass wir nicht in der Lage sind, gefährliche Situationen vor dem Tor zu produzieren. Der letzte Pass kommt meist zu unpräzise.“

Remis im Topspiel
Bereits am Samstag hatten sich die beiden deutschen Teilnehmer an der UEFA Women’s Champions League, der 1. FFC Turbine Potsdam und der VfL Wolfsburg, mit 1:1 (1:0) getrennt. Die Führung durch Pauline Bremer in der ersten Halbzeit glich Martina Müller nach dem Seitenwechsel aus.

Ergebnisse Frauen-Bundesliga, 6. Spieltag

1. FFC Turbine Potsdam VfL Wolfsburg 1:1 (1:0)
VfL Sindelfingen BV Cloppenburg 0:2 (0:0)
FF USV Jena 1. FFC Frankfurt 2:3 (2:1)
FC Bayern München Bayer 04 Leverkusen 2:0 (1:0)
TSG 1899 Hoffenheim SC Freiburg 3:2 (0:0)
FCR 2001 Duisburg SGS Essen 0:3 (0:0)

Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. 1. FFC Turbine Potsdam 6 19:6 14
2. 1. FFC Frankfurt 6 16:6 14
3. FC Bayern München 6 13:9 13
4. VfL Wolfsburg 6 19:5 12
5. SC Freiburg 6 11:7 9
6. SGS Essen 6 16:8 8
7. FF USV Jena 6 9:7 8
8. TSG 1899 Hoffenheim 6 10:15 7
9. Bayer 04 Leverkusen 6 8:11 6
10. BV Cloppenburg 6 7:15 5
11. FCR 2001 Duisburg 6 5:14 3
12. VfL Sindelfingen 6 1:31

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85 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Zu dem nichtgegebenen Elfmeter: Ich vermute einfach, dass dieses dadurch zustande gekommen ist, dass die Situation der Schiedsrichterin im Nachhinein nicht als Spielsituation vorkam. Das ist wie mit dem Kießling-Tor. Kießling sieht, dass der Ball neben das Tor fliegt, die Situation ist für ihn abgeschlossen. Dann aber neue Situation, der Ball ist im Tor, die Spieler jubeln. Die erste Situation verschwindet ins Unterbewusstsein und Kießling denkt einfach, dass er sich geirrt haben muss.

    So ähnlich ist es hier: Die Schiedsrichterin ist auf die Tätlichkeit fokussiert. Der Freistoß wurde geschossen, Schumann fängt den Ball. In diesem Moment lässt bei der Schiedsrichterin die Konzentration nach und sie hält die Szene für abgeschlossen. Dann kommt die Tätlichkeit. Diese ahndet die Schiedsrichterin. Da der Ball aber nicht „richtig“ im Spiel war (Schumann hält ihn in der Hand) und mit der Tätlichkeit das Spiel auch unterbrochen wurde, spielt ihr das Gehirn einen Streich und sie denkt nicht an den Elfmeter, zumal ja die Mehrzahl aller Tätlichkeiten passieren, wenn das Spiel bereits unterbrochen war.

    Diesen Elfer können selbst die Unparteiischen in der 1. Liga bei den Männern verwehren, zumal wenn sich die Situation hinzieht, wenn sie nicht genau aufpassen.

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  • Aldur sagt:

    Karl sagt:
    „Und wenn Jena fuer den schubser von Schumann noch einen Elfmeter bekommen haette wuerde das meiner Meinung nach die ganze Sportart laecherlich machen. Ueberhaupt wuerden, wenn jede aehnliche Rangelei geahndet wuerde , mehr als 75 Prozent aller Spiele nach 30 Minuten abgebrochen werden weil nicht mehr genuegend Spielerinnen auf dem Platz waeren um das Spiel fortzusetzen.“

    Die Intensität ist doch unerheblich. Wenn die Schiedsrichterin die Aktion von Schumann ahndet, und das Spiel zuvor nicht unterbrochen war, muss es Elfmeter geben. Ich meine mich zu erinnern, dass Jens Lehmann als Stuttgarter Torwart mal einen Elfer verursachte, indem er einem Mainzer(?) Spieler im eigenen Sechzehner vorsätzlich auf den Fuß stieg. Die Frage wäre also nur, ob schon unterbrochen war, und dafür kann ich in dem oben verlinkten Video zumindest keinen Grund erkennen.

    Beim 2:2 bin ich allerdings bei Dir. In der Zeitlupe ist zwar der Winkel zu flach, aber in der ersten Einstellung, in Echtzeit, sieht man zumindest, dass es verdammt knapp ist, insofern schon mal kein Vorwurf an die Schiri. Tendenziell würde ich aber eher sagen knapp außerhalb des Fünfers, also kein besonderer Schutz für die Torfrau, ergo reguläres Tor.

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  • FF-Talent sagt:

    @ Dummkopf: Dass ausgehend von einer simplen Situationsbeschreibung (1. Kommentar) im weiteren Verlauf mir ein 90-Min.-Stadionerlebnis „untergejubelt“ wird, überrascht mich auch ein bisschen. Wenn dann noch aus einzelnen(!) zugegeben spitzen Formulierungen wie „beste FFC-Akteurin Appelmann“ und „ostdeutsche Anti-FFC-Propaganda“ (des MDR) ein derart ironiefreies polemisches Unterfangen wird: Das macht ratlos.
    Die ursprüngliche SCHIEDSRICHTER-Diskussion wird dann noch „argumentativ“ unterfüttert, z.B. „Torwart hat den Ball ist gleich Ball aus dem Spiel“ oder (Zitat Karl) „Rot und Elfmeter Jena wäre lächerlich“. Natürlich ist diese Art Doppelbestrafung lächerlich, aber nach wie vor eben Regelwerk, an das sich auch Frau Appelmann als Schiri zu halten hat.
    Ich musste das mit dem Elfmeter nach Tätlichkeit auch erst googeln, aber mit solcher halbgarer Bolzplatz-Regelkunde kann man doch hier keine sachliche Diskussion führen.

    Und das lässt dann nur einen Schluss zu: Zukünftig einfach keine Schiri-Debatten mehr mitdiskutieren, wenn es um Frankfurter Themen geht und wenn man dabei als interessierter Betrachter „von außen“ ohnehin nur in diese Frankfurt-Potsdam-Knochenmühle gerät. Sollte der FFC eines Tages unter schlechter Schiri-Leistung leiden (dieser Tag wird kommen!), können sich ja dann seine Anhänger gern über dann mangelnde überregionale Solidarität beschweren.

    @ Maxemus: Schön, dass auch Sie lieber einem „Bekannten“ im realen Leben vertrauen statt irgendwelchen Wildfremden im Internet. 😉 Ich habe klar geschrieben, auf welches zur Verfügung stehende Quellenmaterial ich mich bezogen habe. Möchten Sie im Sinne einer ausgewogenen Diskussionskultur auch noch Ihren Bekannten hier verlinken? Stichwort Meinungsvielfalt.
    Übrigens: Wenn ich eine Potsdam- oder Frankfurt-Brille hätte, würde ich die auch aufziehen […]. Mit dem FFUSV Jena oder dem MDR stehe ich übrigens auch nicht in Verbindung. Ob Sie das glauben oder nicht, wirkt sich weder auf mein noch Ihr Leben nicht besonders relevant aus. 😉

    PS @ sitac: Wundert es Sie, dass am DFB-Tropf hängende FF-Vereine in ihrer Öffentlichkeitsarbeit auf DFB- und Schirischelte verzichten? Natürlich wird sich Jena nicht groß über die Niederlage beschweren (zumindest nicht öffentlich). Meines Wissens hat Jena auch eine Ex-Fifa-Schiri (Kunick?) als Geschäftsführerin. Die wird wohl diplomatisch und professionell genug agieren, dass da öffentlich mehr als „plumpe Schiri-Beleidigung“ aus ihrem Verein zu vernehmen ist (im Gegensatz zu manch anderen Vereinen). Jena hat die Punkte gegen Frankfurt wahrscheinlich sowieso nicht eingeplant. Von daher, halb so schlimm für Jena. Für Frau Appelmann ist die Sache aber hoffentlich noch nicht gegessen!

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • enthusio sagt:

    Hier mal wieder ein paar nette Infos zu Sindelfingen (konkret die ersten beiden Absätze im Beitrag):

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  • noworever sagt:

    @dummkopf:
    “whatsoever, may be you want to explain it …
    … with a hole?”

    just for the sake of completion … mittlerweile hat es deine „hole“ analogy nämlich tatsächlich geschafft bei meinem geschundenen verstandesvermögen (zumindest, teilweise) einzug zu halten.
    „hole“ bezog sich wohl auf dieses ominöse tor (trotz netz&doppelten bodens) …
    von dem ich, als du deinen beitrag gepostet hattest, keine ahnung hatte.

    andererseits zeigt dies auch wieder sehr anschaulich, dass eine einschätzung/beurteilung (stichwort: „zu abstrakt“ etc) in allererster linie eine selbst-einschätzung darstellt.
    … basierend auf der gegebenheit, dass jede wahrnehmung immer (quasi glücklicherweise) nur ein reflexion meiner selbst ist.

    wiederhole daher gerne noch einmal, den altbekannten (wider)spruch der kinder:
    „alles, was man zu andern sagt – ist man selber!“ 😉

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