Remis zwischen Potsdam und Wolfsburg

Von am 19. Oktober 2013 – 13.37 Uhr 107 Kommentare

Im Topspiel des sechsten Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga trennten sich Vizemeister 1. FFC Turbine Potsdam und Meister VfL Wolfsburg in einer kampfbetonten Partie mit einem Remis. Die Potsdamerinnen waren in der ersten Halbzeit klar besser, mussten am Ende aber froh sein, das Spiel nicht noch verloren zu haben.

Vor 3 060 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion trennten sich die beiden Teams mit 1:1 (1:0). Pauline Bremer traf nach Freistoß von Tabea Kemme in der 38. Spielminute zur Potsdamer Führung, Martina Müller glich für die Gäste nach einer knappen Stunde aus (58.).

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Potsdam gehört Anfangsphase
Die Anfangsphase gehörte den Gastgeberinnen, nach einem Freistoß von Lia Wälti kam Steffi Draws frei zum Kopfball, Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult klärte reflexartig per Fußabwehr (2.). Im Gegenzug landete ein Schuss von Lina Magull in den auffangbereiten Armen von Turbine-Torhüterin Ann-Katrin Berger (3.). Doch Turbine blieb am Drücker, ein Flatterschuss von Genoveva Anonma bereitete Schult Mühe, im Nachfassen sicherte sie jedoch den Ball (5.).

Wenig Torchancen
Durch frühes Pressing unterband Potsdam geschickt das Wolfsburger Aufbauspiel, auch wenn die Gäste in der Folge besser in die Partie fanden. Alex Popp hatte nach Freistoß von Lena Goeßling den ersten Hauch einer Chance für die Wolfsburgerinnen (22.).

Führung durch Bremer
Die Partie spielte sich nun weitestgehend im Mittelfeld ab, Torchancen gab es auf beiden Seiten zunächst keine mehr. Wie aus dem Nichts ging Potsdam in Führung, nach einem Freistoß von Tabea Kemme hielt Pauline Bremer aus 12 Metern den Fuß hin und lenkte den Ball unhaltbar für Schult ins Netz (38.).

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Goeßling trifft Latte
Wolfsburgs beste Chance kam durch einen Standard kurz vor der Pause von Goeßling, die einen Freistoß aus 25 Metern ans Lattenkreuz nagelte (44.), im Gegenzug hätte Ada Hegerberg nach Vorlage von Anonma die Turbine-Führung fast ausgebaut (45.).

Jakabfi für Magull
Mit der Einwechslung von Zsanett Jakabfi für Lina Magull versuchte Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann mehr Zug ins eigene Offensivspiel zu bringen. Wälti hatte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze die erste Chance der zweiten Halbzeit (54.), kurz darauf scheiterte Hegerberg mit einem Drehschuss (57.).

Die beiden Torschützinnen im Laufduell: Pauline Bremer (li.) und Martina Müller © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Die beiden Torschützinnen im Laufduell: Pauline Bremer (li.) und Martina Müller © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Ausgleich durch Müller
Blässe sorgte auf der Gegenseite für nun aggressiver agierende Gäste mit einem Kopfball gegen die Laufrichtung von Berger für Gefahr und nur Sekunden später fand ein Pass von Noëlle Maritz vom rechten Flügel nach toller Einleitung durch Goeßling die in der Mitte lauernde Martina Müller, die eiskalt zum Ausgleich verwertete (58.).

Berger im Blickpunkt
Wolfsburg bekam nun Oberwasser, doch Jakabfi vergab nach Pass von Goeßling allein vor Berger die Riesenchance zur Führung, doch die Turbine-Torhüterin konnte mit der Fußspitze klären (65.).Und die Gäste kamen nun zu weiteren Chancen, die herauslaufende Berger klärte in höchster Not gegen Müller (72.).

Wenig Highlights in der Schlussphase
Und Berger musste kurz darauf nach einer etwas verunglückten Abwehraktion von Kemme erneut Kopf und Kragen riskieren (74.). In der Schlussphase gingen beiden Team kein hohes Risiko mehr ein, so dass es beim am Ende leistungsgerechten Remis blieb.

Schröder:“Hervorragendes Spiel“
Turbine-Trainer Bernd Schröder meinte: „Das war für mich heute ein hervorragendes Spiel und Werbung für den Frauenfußball. In der ersten Halbzeit hätten wir ein, zwei Tore  mehr schießen können. In der zweiten Halbzeit war Wolfsburg besser und hätte gewinnen können, deswegen geht das Remis in Ordnung.“

Kellermann: „Hinten raus ein bisschen enttäuscht“
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann erklärte: „Hinten raus bin ich ein bisschen enttäuscht, denn in der zweiten Halbzeit haben wir mutiger nach vorne gespielt. Aber es war ein leistungsgerechtes 1:1. Wenn man meine Bilanz hier sieht, dass ich hier bisher fünf Mal zu Null verloren habe, kann ich zufrieden sein.“

Ergebnisse Frauen-Bundesliga, 6. Spieltag

1. FFC Turbine Potsdam VfL Wolfsburg 1:1 (1:0)
VfL Sindelfingen BV Cloppenburg -:-
FF USV Jena 1. FFC Frankfurt -:-
FC Bayern München Bayer 04 Leverkusen -:-
TSG 1899 Hoffenheim SC Freiburg -:-
FCR 2001 Duisburg SGS Essen -:-

Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. 1. FFC Turbine Potsdam 6 19:6 14
2. VfL Wolfsburg 6 19:5 12
3. 1. FFC Frankfurt 5 13:4 11
4. FC Bayern München 5 11:9 10
5. SC Freiburg 5 9:4 9
6. FF USV Jena 5 7:4 8
7. Bayer 04 Leverkusen 5 8:9 6
8. SGS Essen 5 13:8 5
9. TSG 1899 Hoffenheim 5 7:13 4
10. FCR 2001 Duisburg 5 5:11 3
11. BV Cloppenburg 5 5:15 2
12. VfL Sindelfingen 5 1:29

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

107 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @Dummkopf.Das hast du ausreichend gut klargestellt.Da sind wir wieder auf ähnlicher Verständnisebene.Die Problematik und Mechanismen der hohen Ansprüche an nicht wenige Menschen in unserer sogg.Leistungsgesellschaft sind mir schon bewußt und auch bekannt.Statt “ Abnutzungen“ im Dauerspielbetrieb würde ich einen“ Begriff aus dem medizinischen Sprachgebrauch mit „Psycho-vegetativer Erschöpfung bis hin zum somatisch-mentalen Erschöpfungszustand“ bevorzugen,da hierbei eine Erholung und Regeneration immer auch möglich ist.Natürlich ist die medizinische Versorgung auch beim VFL schwerpunktmäßig auf orthopädisch-unfallchirurgisch u.internistische Betreuung ausgerichtet und erst bei entsprechendem Bedarf würde man eine psychologisch-psychiatrische Betreuung anstreben.
    Um das dann auch zu klären: in diesem Spiel habe ich die Einwechselung von Conny nicht für so zwingend gesehen,nichts desto trotz wird sie wohl mehr Spielanteile in der CL bekommen wie zuvor gegen Pärnu;ferner ist M.Müller immer noch Stürmerin mit Leib u.Seele und wird halt nur nominell auf den Außenbahnen eingesetz – siehe auch L.Lotzen bei der EURO-,da sie ständig vorn die Positionen wechselt u.je nachdem wer noch im Angriff zur Verfügung steht.
    GW zum 100. Post!!!

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Ich sehe meine Ansprüche an die Wolfsburgerinnen nicht überzogen. Dass man selbst eine ausgeglichene Liga mit Spitzenspielern in jedem Verein (besonders in der Defensive) mit Rekorden nur so dominieren kann, hat Bayern bei den Männern gezeigt. Wenn man mit der B-Elf 9 Tore gegen einen Nationaltorhüter schießt, ist das Dominanz ohne Ende.

    Du selbst schreibst, dass die Leistungsfähigkeit einer Spielerin „das Gleichgewicht zwischen Physischem und Mentalen“ ist. Da bin ich voll und ganz bei dir. Doch wenn das Physische da ist, kann man darüber Erfolgserlebnisse erzielen und so auch das Mentale stärken.

    Da sehe ich es aber auch so wie Dummkopf, dass man hier noch einmal deutlich stärker in das medizinische Know-How investieren müsste. Wolfsburg sollte dort in allen Bereichen aufstocken, insbesondere in der Verletzungsprävention.

    Generell sehe ich in der Bundesliga im Physischen Bereich, insbesondere, was Fitness betrifft, noch deutliche Steigerungsmöglichkeiten. Klopp hat dieses System bei Dortmund praktiziert, hat quasi das erste komplette Jahr nur Lauftraining gemacht und im zweiten Jahr prompt überragend die Meisterschaft gewonnen.
    Dort laufen die meisten Spieler 14-15 Kilometer pro Spiel, sind immer in Bewegung. Und das verschafft einfach eine Feldüberlegenheit, wie sie sonst kaum vorkommt. Denn man kann in einer Geschwindigkeit spielen, die den Gegner überfordert und bei der er nicht mehr hinterherkommt.

    Da sehe ich noch große Möglichkeiten für alle Klubs, sich auf dieser Ebene immens zu verbessern. Doch bei Wolfsburg ist es zur Zeit eigentlich egal, wo man anfängt, da lassen sich Defizite überall feststellen: in der technischen Verarbeitung der Bälle, in der Passgenaigkeit, in der Schnelligkeit, in der Chancenverwertung, im Zug zum Tor generell, im Zweikampfverhalten, etc.

    Zu waiiy, da kann man schon über einen längeren Zeitraum eine Entwicklung von einem Turbine-Fan zu einem Wolfsburg-Fan beobachten. Die Aussagen, die er trifft, sehe ich auf dem jeweiligen Stand der Dinge wie Dummkopf als nicht realistisch und daher als Wunschdenken an. Ich sehe auch keinen Anlass für ihn, solche Aussagen treffen zu müssen, sie sind total unnötig vor dem jetzigen Hintergrund.
    Die Aussage „Wolfsburg wird in der Rückrunde keinen Punkt abgeben“ sehe ich dabei nur als Spitze aller Aussagen an, denn erstens kann waiiy keine Ahnung haben, wie sich bestimmte Spielerinnen entwickeln, sondern nur eine Hoffnung, die sich hierbei verbirgt. Zudem hängt das an vielen Faktoren, zum Beispiel, wie sich die Gegner verkaufen. Wenn Potsdam, Frankfurt und Bayern es schaffen sollten, in diesem Spiel gegen Wolfsburg ihre ganze Klasse abzurufen, dann wird es Wolfsburg selbst mit einer sehr guten Leistung schwerhaben. Denn in der Grundqualität haben alle drei Teams gegen Wolfsburg nicht unbedingt Nachteile, sondern sogar zum Teil Vorteile.

    Wolfsburg hat sich in der letzten Saison in einen Rausch gespielt, auf den nun der große Kater folgt. Selbst, wenn dieser irgendwann abklingen sollte, so wird man diesen Rausch nicht noch einmal erleben. Und man sollte immer dazu bedenken: Wolfsburg konnte in der letzten Saison quasi zwei Spiele komplett wegschenken. Das wird dieses Jahr mit Sicherheit nicht der Fall sein. Dieses Jahr müssen sie bis zum letzten Spieltag durchziehen.

    Und auch bei der Qualität der Einzelspielerinnen sehe ich mittlerweile nicht nur Frankfurt, sondern auch Potsdam besser als Wolfsburg. Potsdam hat zur Zeit einfach nur – wie Eintracht Frankfurt – ein Kopfproblem. Würden sie das durchziehen, was sie spielen können, dann gäbe es nur schwer ein Vorbei an ihnen, zumal sie auch auf der Bank noch jede Menge guter Spielerinnen haben.
    Ähnlich ist es auch bei Frankfurt, die ja gegen Bayern gezeigt haben, dass sie ein Spitzenteam mit gutem bis sehr gutem Fußball dominieren können. Auch da trägt die Arbeit von Bell erste Früchte, die, wenn sie konstant abgerufen werden, es genauso schwer machen werden, gegen Frankfurt was mitzunehmen.

    Wolfsburg sehe ich in Deutschland zur Zeit maximal als Nummer 3, was das Leistungsvermögen betrifft. Vielleicht hätte Kellermann das mal klar stellen sollen, dass er gesagt hat: Wir sind letztes Jahr nur Meister und CL-Sieger geworden, nicht, weil wir so besonders überragend waren, sondern weil Frankfurt und Potsdam einfach nicht ihr Potential abrufen konnten. In dieser Saison werden wir daran arbeiten, auch über das Fußballerische solche Teams dominieren zu können und damit den Anspruch, beste Mannschaft Deutschlands zu sein, zu bekräftigen.
    Das wäre ehrlich gewesen, das wäre selbstkritisch gewesen, das wäre fortschrittlich gedacht gewesen. Da wissen die Spielerinnen dann auch: Der Trainer hat eine klare Erwartungshaltung an mich, mich zu verbessern! und dann kommt auch kommt auch kein Kater.

    Ein Trainer muss immer so von sich überzeugt sein, dass er sagen kann: Ich kann mein Team schneller verbessern als alle meine Kollegen und damit die Leistung meines Teams im Vergleich zu den anderen steigern. Wer nicht mehr diesen Anspruch hat, hat das Problem, dass es immer einen Trainer geben wird, der für seinen Job besser geeignet ist.

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  • enthusio sagt:

    Auf jeden Fall wird man ja Mitte November wissen, auf welchem Niveau Wolfsburg und Potsdam gegen europäische Spitzenmannschaften in Hin- und Rückspiel agieren. Wenn Wolfsburg all seine Verletzten wieder an Bord hat und diese zu alter Stärke zurückfinden, wird es schwer sein, diese Mannschaft zu schlagen. Da stimme ich @ waiiy zu. Es muß erst noch der Beweis erbracht werden, dass eine andere Mannschaft in dieser Saison stärker als Wolfsburg ist. Colin Bell ist auch kein Zauberer, und von Frankfurt hat es bislang auch nur ein wirklich überzeugendes Spiel (gegen Bayern) gegeben. Auch Bayern muß erst noch beweisen, dass sie dauerhaft mit dem Spitzentrio mithalten können.

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  • Sheldon sagt:

    @enthusio: Auch ich habe bislang von Frankfurt nur ein wirklich überzeugendes Spiel gesehen. Aber das war mehr als von Wolfsburg.

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Daß man die Leistungen der einzelnen Spielerinnen noch verbessern kann,da gehe ich mit dir konform,denn erkennbar sind bei allen Wölfinnen noch Defizite erkenbar und niemand bei WOB gibt sich mit dem derzeitigen Stand der Leistungen zufrieden.Ich habe bereits wiederholt die noch fehlende Form von WOB beschrieben und auch einige Gründe dafür angegeben.Es ist mir nicht so wichtig,ob nun der 1.FFC,TP oder Bayern die derzeit bessere personelle Besetzung hat (diese Beurteilung überlasse ich dir exklusiv).Nicht teilen werde ich deine Auffassung,der Trainer sollte sich in der Öffentlichkeit mit Vorgaben und Maximalzielen aus dem Fenster lehnen.Ich finde das Saisonziel,in allen 3 Wettbewerben solange wie möglich dabei zu sein und versuchen wenigstens 1 Titel zu erringen, bei all den Unwägbarkeiten und auch bei einer stärker gewordenen Liga, für absolut angemessen.
    Da wir beide nicht wissen,was R.Kellermann gegenüber seinen Spielerinnen als Vorgabe auf den Weg gibt und was er individuell von jeder Einzelnen verlangt, ist wieder mal Vieles hier Spekulation.Übrigens hatte er zu Beginn der Vorbereitung geäußert,daß seine Spielerinnen die Triple-Saison sehr genossen haben und Alle dieses Erfolgsgefühl unbedingt wiederholen möchten,wenn es die eigene Leistungen zulassen.
    Warum du @wally so kritisierst ist etwas unverständlich,da du selbst dich doch zu allen anderen Clubs sowohl teils euphorisch,teils auch sehr abwertend äußerst.
    Wenn du die derzeitige Spielqualität WOBs nicht so hoch einschätzt ist das kein Problem,sollen doch die anderen 3 Teams diese Schwächephase nutzen (hat schließlich WOB auch im letzten Jahr die Titel ermöglicht) und zeigen was sie drauf haben und die Spiele dominieren bis sie die Titel gewonnen haben.Das Abschenken der 2 Spiele war doch auch des sehr unglücklichen Spielplans geschuldet,denn solche Spielansetzungen werden sich hoffentlich diese Saison nicht wiederholen.Ich teile da doch mehr die Einschätzung von @enthusio,nicht nur weil sie eine eher positive Perspektive ausdrückt.

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Das ist das Problem, du hast sie beschrieben, nicht bemängelt.

    Ich beschreibe die Situation mal an einem Beispiel: Lange Zeit hatte ich einen Mathelehrer, bei dem ich zwar konsequent 1 stand , in einer Klasse, die recht durchschnittlich war, und der selbst damit zufrieden war. Dann kam ich auf eine andere Schule. Auch da stand ich in einer enorm leistungsstarken Klasse lange Zeit 1, manchmal mit nem Minus, manchmal auch 2+. Das hätte mir reichen können, denn schließlich war ich nun ja in einer noch leistungsstärkeren Klasse, da ist es ja normal, dass man abrutscht.

    Doch mein Mathelehrer hat bei mir eine Hochbegabung erkannt. Auf einem Elternsprechtag meinte er zu meinen Eltern, dass ich zwar gute Leistungen bringe, doch mein Potential noch nicht ausreize. Ich bin zwar gut, aber nicht so gut, wie ich sein könnte, und er würde mich gerne dahinbringen, wo ich leistungsmäßig hin könnte.

    Am Ende stand ich glatt 1, bis zum Abi und habe an mehreren Wettbewerben teilgenommen. Und erstaunlicherweise war ich viel glücklicher. Wieso? Weil jemand mein Potential erkannt hat und mich wirklich gefordert hat. Was ist schon Tolles dabei, für eine angebliche herausragende Leistung gelobt zu werden, wenn sich die Leistung, die du dafür erbringen musstest, nur in deinem mittleren Leistungsbereich befindet? Wenn dich Erfolg anödet, weil du nix dafür tun musst, weil du nicht bis zu deinem Maximum, vielleicht etwas darüber hinaus gefordert wirst?

    Genauso sehe ich dich und mich als Trainer. Du erklärst halt auch noch ne 2 oder 3 mal hiermit, mal damit. Mit der ungünstigen Spielansetzung, mit Verletzungen, mit diesem und jenem. Am Ende schaust du bloß auf die Note im Vergleich zu den anderen, und wenn die stimmt, dann ist toll, und wenn halt nicht, dann gibts nächstes Jahr ja ne neue Chance.

    Ich bin eher wie mein zweiter Lehrer: Ich sehe zwar die 1, aber immer nur im Verhältnis zu dem, was wirklich da ist. Wenn ich sehe, dass eine Spielerin mehr kann und sich aber trotzdem merklich hängen lässt, dann ist es mir total egal, welche Note sie bekommt im Vergleich zu anderen, sondern dann sehe ich bloß: Sie bringt eine schlechtere Leistung als sie imstande ist zu bringen. Daran wird sie gemessen.

    Auf lange Sicht ist das die einzige Möglichkeit, wie man Spielerinnen überhaupt vernünftig fördert, denn dann macht auch jedes Spiel Spaß, wenn du wirklich deine Extraklasse zeigen kann, ansonsten hast du spielerische Stagnation.

    Ein Satz wie der von Philipp Lahm: „Seien sie sicher, der FC Bayern wird noch besser!“ mag im ersten Moment etwas abgehoben klingen, doch so eine Aussage braucht man nunmal, um die Spannung hochzuhalten.

    Was der waiiy-Fall betrifft: Ich kennzeichne wenigstens, für wen ich wann wieso bin. Waiiy behauptet aber, noch Potsdam-Fan zu sein, wenn er schon seit Wochen und Monaten nur Kritik in Richtung Potsdam und Lob nach Wolfsburg, egal, wo. Das ist unreflektiert und gehört sich nicht. Entweder klar Stelung besetzen oder ganz raushalten…

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Ich kann deine Denkmodelle schon nachvollziehen,jedoch hätte sich die Förderung deiner Fähigkeiten nicht nur auf dich,sondern,um den Vergleich auf den FF zu beziehen, ja die ganze Klasse betreffen müssen, um auch deren Niveau insges.mit anzuheben.So sehe ich auch die Trainer in der Pflicht jede einzelne Spielerin besser machen zu wollen,sowohl in den individuellen Fähigkeiten,als auch in der Leistung innerhalb des Teams.Um bei deinem Beispiel zu bleiben;wenn du in dieser Phase wegen einer Erkrankung evtl.14 Tage am Unterricht nicht hättest teilnehmen können und dadurch bestimmte Lerninhalte dir nicht vermittelt werden konnten,so bliebe dir auch nur das Nacharbeiten u. Aufholen in der Folgezeit übrig.Würde dir das dann aufgrund der zu bewältigenden neuen Stoffmenge nicht rechtzeitig gelingen,hättest du mit deinen Leistungsnachweisen ein Problem.Ich bin nicht gegen die Vorgabe sich ständig zu verbessern, aber ich erwarte da Augenmaß und nicht Überforderung, und du kannst sicher sein,daß R.Kellermann genau dies auch von seinen Spielerinnen fordert.
    Du kannst ihn sehen,wie du willst,aber in 5 Jahren so gezielt und so gut in den einzelnen Mannschaftsteilen abgestimmt, ein Team zusamenzustellen, wobei auch einige verletzte u.nicht mehr in ihren Vereinen berücksichtigte Spielerinnen dabei waren,verdient nicht nur Respekt,sondern auch Anerkennung dieses Team zum erfolgreichsten der Saison 2013 gemacht zu haben.Da spielt es auch keine so große Rolle, daß ihm auch Mittel und Support bezüglich Ausbildungs- u.Arbeitsplätze in größerem Maße zur Verfügung standen,als den meisten anderen FF-Vereinen.Jetzt werden wir sehen,ob er dieses Team so führen,verstärken und weiterbringen kann, um auch diese Saison erfolgreich zu gestalten.

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