DFB-Elf trifft im EM-Finale auf Norwegen

Von am 25. Juli 2013 – 23.45 Uhr 49 Kommentare

Die deutsche Nationalmannschaft trifft am Sonntag im Finale der Europameisterschaft auf Norwegen. Die Norwegerinnen setzten sich im Halbfinale im Elfmeterschießen gegen Dänemark durch.

Im Viertelfinale hatten die Däninnen Frankreich noch im Elfmeterschießen bezwingen können, diesmal zogen sie den kürzeren. Wieder hatte es zum Ende der regulären Spielzeit 1:1 gestanden.

Frühe Führung für Norwegen
Die norwegische Führung fiel bereits in der dritten Minute. Nach einem Eckball von Ingvild Stensland sprang Dänemarks Torhüterin Stina Petersen unter dem Ball durch, und Marit Christensen konnte erfolgreich zum 1:0 verwandeln. Mit dem Tempo und der Intensität des Halbfinales zwischen Schweden und Deutschland gestern konnte das skandinavische Nachbarschaftsduell in der Folge nicht mithalten. Beide Mannschaften agierten eher abwartend und aus einer soliden Defensive heraus. Zwar waren die Däninnen unter Druck, den Ausgleich zu erzielen, aber die Angriffe waren nicht zwingend genug. Waren sie in Ballbesitz zog sich Norwegen in die eigene Hälfte zurück und verteidigte, wie schon gegen Deutschland, mit einer stabilen Defensive aus zwei Viererketten, durch die die Däninnen keine Wege fanden. Stattdessen hätte Ada Hegerberg in der 32. Minute noch auf 2:0 für Norwegen erhöhen können, traf jedoch aus zwanzig Metern nur die Latte.

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Ausgleich kurz vor dem Abpfiff
Nach dem Seitenwechsel hatte zunächst Mia Brogaard die Chance zum Ausgleich, ihr Volleyschuss verfehlte den Kasten jedoch (54.). Nur eine Minute später schaffte Norwegen per Konter eine Überzahlsituation, doch beim Schuss von Caroline Hansen war Petersen zur Stelle. Dänemarks Trainer Kenneth Heiner-Møller verstärkte in der Folge die Offensive seiner Mannschaft, die zunehmend stärker wurde. Die Norwegerinnen verlagerten sich mehr und mehr auf die Defensive und wollten die knappe Führung verteidigen. Dazu kam es jedoch nicht, denn kurz vor dem Abpfiff schaffte Mariann Knudsen per Kopfball den Ausgleich (87.).

Dänemark macht das Spiel
In der Verlängerung waren es die offensiv aufgestellten Däninnen, die das Kommando übernahmen und trotz ihres 120-Minuten-Spiels am Dienstag fitter wirkten. Norwegen hatte dennoch die wohl beste Gelegenheit, als Elise Thorsnes nach einer schönen Kombination im Mittelfeld zum Schuss kam. Aber auch hier war Petersen zur Stelle (101.).

Im Elfmeterschießen gleich doppelt gehalten: Ingrid Hjelmseth © Nora Kruse, ff-archiv.de

Im Elfmeterschießen gleich doppelt gehalten: Ingrid Hjelmseth © Nora Kruse, ff-archiv.de

Hjelmseth hält zwei Elfmeter
Es blieb beim 1:1, sodass das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen musste. Obwohl die Däninnen mit Petersen die bislang erfolgreichste Elfmeter-Torhüterin in ihren Reihen hatten, war es diesmal Hjelmseth, die mit zwei gehaltetenen Elfmetern zur Matchwinnerin avancierte. Petersen konnte keinen parieren.

WM-Erinnerungen für Norwegen
Die Norwegerinnen kehren nun an die Stätte ihres größten Erfolgs zurück: 1995 gewannen sie in Solna das Weltmeisterschaftsfinale gegen Deutschland. Jetzt treten sie dort, wenngleich nicht im selben Stadion, der DFB-Auswahl im EM-Finale gegenüber.

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49 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    @noworever & wrack,
    Ich gönne Euch ja Eure Ironie!!!
    Aber vielleicht doch mal etwas Ernstes dazu!!!

    Der japansche Treffer bei der WM war für die späteren WM nur insofern glücklich, weil er durch einen kapitalen Schnitzer von Bartusiak, und einen Torwartfehler von NATZE erst ermöglicht wurde!!!
    Karina Maruyama hätte den Ball ja auch noch übers Tor, oder an den Pfosten köpfen können!!!
    Hat sie aber nicht, und von daher war es schon ein aktiv erzieltes Tor!!!

    Der Treffer von Marozsan war zwar auch aktiv mit der Fußspitze erzielt, aber wie sie selber zugegeben hat, war da sehr viel Glück dabei!!!
    Doppeltes Glück für Deutschland dann, daß der Kullerball von Öquist eben nur am Pfosten gelandet ist!!!

    Frankreich hat für mich ganz und gar nicht unglücklich verloren, sondern es war eindeutiges Unvermögen!!!
    Wer aus so einem deutlichen Chancenplus (31:4) nicht ein einziges Tor erzielt, der hat es auch nicht verdient ins HF einzuziehen!!!

    Der Treffer von Norge gegen Deutschland in der Vorrunde war ja auch sehr glücklich, hätte aber leicht verhindert werden können/müssen, indem man Ingvild Isaksen am Schuß hätte hindern müssen!!!
    Norwegen hat gegen Italien nur einmal Glück gehabt, als Elisa Bartoli den Ball im eigenen Netz zum 0:2 gegen ihr Team versenkte, und somit die Vorentscheidung gefallen war!!!

    Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, daß auch im Finale die glücklichere Mannschaft das bessere Ende für sich behält, da ich eine sehr knappe Partie erwarte!!!

    ZITAT wrack;
    „Sollte aber das schwache Norwegen das Finale gewinnen, ist das gerade der Beweis dafür, wie schlecht Neid als Trainerin ist. Wird Deutschland EM, dann ja bekanntlich nicht wegen Neid, sondern TROTZ Neid und natürlich wieder durch… GLÜCK :-)“

    Bitte nicht mir Sachen in die Tastatur legen, die ich so nicht geschrieben habe!!!
    Ich sehe Norwegen nicht stärker und nicht schwächer als Deutschland!!!
    Von daher gewinnt entweder die an diesem Tag bessere-, oder die glücklichere Mannschaft!!!

    Trotzdem gehören für mich beide Teams nicht zu den spielstärksten Teams dieser EM!!!
    Selbst Mannschaften wie Spanien und Dänemark haben mich da eher überzeugt, Frankreich und Schweden waren für mich die beiden Top-Teams!!!
    Aber alle 4 Nationen haben im entscheidenden Moment das Tore schießen vergessen, oder eben einfach den Dusel nicht gehabt!!!
    Sollte die DFB-Elf dann eben wieder EM werden, dann eben mM hauptsächlich deshalb, weil die beiden spielstärksten Teams ihren Vorteil nicht genutzt haben, und (siehe Kullertor) auch mit dem nötigen Glück!!!
    Gleiches gilt dann natürlich auch, falls Norge seinen dritten Titel holen sollte!!!

    Die Sache mit den “eingeschränkten Teams” sollte man nicht so wörtlich nehmen!!! 😉
    Ich finde es halt irgendwie „eben typisch nationalistisch“ spießig und kleingeistig, wenn einige Leute so viel Wert auf ihre Nationalmannschaft legen!!! 😉
    Es war doch einfach zu putzig, wie viele den 3:0 Sieg gegen Island in der VR hochgejubelt haben!!! 🙂
    Gegen ein Land, daß nur ein Siebentel so viele Einwohner hat wie Deutschland Fußballerinnen!!! 😉

    Übrigens nur mal so als Hinweis….in Norwegen leben ca 5 Millionen Menschen….davon sind sicherlich gut die Hälfte Frauen und Mädchen!!!
    Beim DFB sind mW nach über 2 Millionen Frauen und Mädchen als Mitglieder registriert!!! 😉
    Kann sich ja jeder, (außer gerd.karl natürlich) mal selber seine Gedanken dazu machen!!!

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  • Kika sagt:

    „Es war insgesamt sehr holprig. Wir hatten in der Vorrunde Probleme. Denn wir mussten uns als Mannschaft erst finden. Wir hatten also einen sehr jungen Kader. Ich glaube, das Durchschnittsalter war unter 23 Jahren. Daher war ich darauf vorbereitet, dass es eng werden könnte.“ Gesagt hat das nicht Silvia Neid, sondern ihre Vorgängerin Tina Theune 1997. Damals wurde Deutschland Europameister. In Schweden. Diese Geschichte darf sich aus deutscher Sicht gern wiederholen. Quelle: DFB.de

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  • noworever sagt:

    @Dummkopf:
    „Und Nationalismus wird spätestens dann zur Gefahr, wenn man anfängt, anderen Vorschriften machen zu wollen, dass sie das genauso zu sehen haben.“

    wie du schon andeutest, birgt der „nationalismus“ in sich eine „gefahr“ … die eigentliche problematik liegt aber wohl mehr darin, dass ich mich PRIMÄR!, als jemand erfahre, der ‚anders‘ erscheint, als mein gegenüber … und damit eine abgrenzung projiziere.

    „gefährlich“ wird es dann, wenn ich zu einem fan meiner selbst und den damit verbundenen vorstellungen werde … auf deutsch: zum fanatismus konvertiere.
    dabei spielt es dann keine rolle mehr, ob das objekt der begierde „deutschland“, „vfl“, „tp“, „ffc ffm“ oder … „burca“ heißt.
    der blick für das große ganze – das eigentliche spiel – ist verloren gegangen. (went down the drain)

    dabei pinkelt sich der eingefleischte „fan“ immer nur selber ans bein – zwar erfährt er „exitement!“ (a sense of aliveness) … jedoch, wenn es mal nicht so läuft, wie er/sie es sich vor-stellt, fühlt er/sie sich alles andere als … „alive“. 🙁

    im schlimmsten falle ist das einzige was ihm in einem solchen zustand geblieben ist, die zweifelhafte identifikation … dass er trotz-dem stolz ist … ein „fan“ zu sein …

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  • Karl sagt:

    Ich stimme wrack zu. Genauso wirken diese Potsdam posts auf mich auch. Es waere vielleicht mal gut um das Schroeder Neid Thema zu klaeren ein Spiel zwischen Potsdam und der Nationalelf zu veranstalten. Wuerde mich wirklich interressieren wie das ausginge. Man muestte dem Schroeder halt eine zusaetzliche Spielerin seiner Wahl anbieten fuer Cramer, die wohl in der N11 gebraucht wird.
    Das wuerde wohl insgesamt nichts am bashing von Neid und Spielerinnen die nie in Potsdam spielten aendern aber es were mal eine interressante Erfahrung.

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  • wrack sagt:

    @ Detlef: „Ich finde es halt irgendwie “eben typisch nationalistisch” spießig und kleingeistig, wenn einige Leute so viel Wert auf ihre Nationalmannschaft legen!!!“ und
    „Meine Mannschaft ist TURBINE POTSDAM,“

    Die Natio ist MEINE Mannschaft, weil sie das FF-Team ist, das seit meiner Kindheit im Fernsehen auftaucht. Ich gucke FF nicht wegen der Schönheit und Perfektion, sondern weil ich es schon immer schaue und der FF an einem bestimmten Punkt interessanter, fairer und unbelasteter war als der damals brutale und stereotype Rumpel-MF. Würde es mir nur um den besten Fußball gehen, was sollte ich heute beim unterbezahlten, benachteiligten, von schwächeren Frauen gespielten FF ? Keinen Blick würde ich da verschwenden, nicht für Deutschland, Japan, Frankreich oder eine perfekte Frauen-Natio. Sie werden immer langsamer sein, sie werden nie annähernd die spielerische Perfektion der Männer erreichen, weil sie nie über die Resourcen verfügen werden, die Zeit, das Geld und die Aufmerksamkeit.
    Nein, es ist mein Team und mit Nationalismus hat das nicht mehr zu tun als bei der Nationalmannschaft der Männer. Seit dem Sommermärchen darf man ja auch wieder harmlos Flagge zeigen, ohne respektlos gegenüber anderen Nationen zu sein und Kleingeister aufzuscheuchen. Und für mein Team will ich den Erfolg, wie ich als Sportler ihn auch immer will, weil sie als Fußballerinnen ihn auch wollen. Einsatz, Technik, Strategie oder Taktik sind alle nur Mittel zu einem Zweck: Gewinnen. Wenn es schön geht: Toll ! Wenn nicht: Die überwältigende Zahl der FF-Freunde sieht am Bildschirm lieber ein „schlechtes“ Spiel mit einem Sieg als eine schöne Niederlage. Ein errumpelter Titel ist allemal erfolgreicher als im Viertelfinale ungeschlagen im Elfmeterschiessen rauszufliegen. Dann ist man nicht das beste Team. Das beste Team stellt der Titelträger. Das ist objektiv belegbar, denn man gewinnt den Titel. Einziges hartes Faktum. Alles andere ist unbelegbares, subjektives Gesinnungsgelaber wie das vom „Glück“ hier, und weniger „Glück“ da. Das ist völlig willkürlich, man kann es nicht messen, man kann es nicht zählen und wird gerade in diesem Forum deutlichst von Wünschen und Voreingenommenheiten bestimmt. Tor ist Tor, Elfmeter ist Elfmeter, Pfosten und Schiri gehören zum Spiel und Titel ist Titel. Ein Trainer der verliert, ist erfolglos und schlecht. Ein Trainer, der gewinnt, ist erfolgreich und gut. Gewinnt Deutschland morgen den Titel, gewinnt Neid den Titel. Neid hat einen Titel, Schröder hat keinen Titel. Neid gut, Schröder schlecht. Punkt.

    @ Dummkopf: Exzellente Rhetorik…

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  • Speedy75 sagt:

    Also einigen muss hier beim kommentieren aber schon deutlich die Hitze zu Kopf gestiegen sein, Leute wir wär es mit einer Abkühlung?

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  • Dummkopf sagt:

    @wrack

    Du kennst den Unterschied zwischen Pokal und Meisterschaft?

    Die beste Mannschaft wird Meister, oder?
    (Eben um die Faktoren Glück, Zufall, Tagesform, Verletzungen etc. möglichst zu minimieren wird so etwas in einer Runde in Hin- und Rückspielen ermittelt).
    Der Meister wird meist aber NICHT auch Pokalsieger. (Das ist das Double, etwas besonderes, auch wenn das in D zufällig zuletzt geholt wurde)

    Die EM ist so ein ko-System wie der Pokal.
    Und es ist auch hier häufig genau so, dass das BESTE TEAM OFT NICHT den Pokal gewinnt.
    Du wechselst im Text geschickt und durchdacht zwischen BESTES und ERFOLGREICHSTES Team, weil du genau weisst, dass das in einer ko-Runde (s.Pokal) eben NICHT immer und nicht unbedingt das gleiche ist.
    (Wobei, verdient ist zB wieder etwas anderes)

    Aber danach ist nur noch deine Wortwahl wohldurchdacht, die Logik aber bescheiden. Du scheinst ja deine Welt in einfach zu verstehendem schwarz/weiss zu brauchen. Es gibt aber wohl auch grau:

    Nimm einen sportlichen Fahrradfahrer der 100km in 3 Std zurücklegt.
    Und einen dicken, untalentierten Autofahrer, der 100km in 1 Std zurücklegt.

    Leistet der deshalb mehr, ist der wirklich besser?

    Nein, der Trainer, der gewinnt ist nicht EINFACH besser, als der des Verlierers. Es kommt nämlich LOGISCHERWEISE auf die Mannschaft an, die er zur Verfügung hat.

    Das ist doch nun eigentlich wirklich banal EINFACH zu verstehen, ich glaube du verdrängst es aus irgendeinem Grund, oder sind deine letzten Sätze auch Ironie? Real-Satire? …

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  • balea sagt:

    wrack: Die überwältigende Zahl der FF-Freunde sieht am Bildschirm lieber ein “schlechtes” Spiel mit einem Sieg als eine schöne Niederlage. Ein errumpelter Titel ist allemal erfolgreicher als im Viertelfinale ungeschlagen im Elfmeterschiessen rauszufliegen.

    Da redest Du Dir etwas schön. Wieviele Leserkommentare in den grossen Zeitungen – dort wo es nur minimale FF Fans gibt, aber viele neue gewonnen werden könnten – haben sich im Lauf des Turniers extrem abfällig geäussert. Und das zu Recht. Es war schlicht und ergreifend überwiegend schlechter deutscher Rumpelfussball und mit Kraft, Fight, den ewigen deutschen Tugenden kommt man ins Finale und gewinnt oder auch nicht. Aber 95% der Zuschauer sehen nur diese ganz wenigen Spiele im TV und geniessen den einmaligen KO THRILL und danch vielleicht den Tatort, aber kommen absolut nicht auf den Gedanken, weil sie einen attraktiven SPORT gesehen haben, danach neugierig ins Stadion zu fahren und Bundesliga zu sehen. Im Gegenteil, es bleibt nur hängen: Die deutschen Frauen gewinnen wie immer alles, aber spielen können die nicht, ist zwar alle zwei Jahre etwas Popcorn wert, aber ernsthafter Sport ist das ganz sicher nicht.
    SO denken die meisten der xMillionen Fernsehschauer – und ich kann es vielen nicht verdenken.

    Deswegen schadet diese Art Fussball langfristig dem deutschen Frauenfussball. Deswegen bin ich der Meinung, dass ein heilsamer Schock im VF mit anschliessenden neuen Köpfen auf der Seite von Trainern und Verantwortlichen allemal besser gewesen wäre, als die jetzige Zementierung von Frau Neid auf unabsehbare Zeit.

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  • Elvis sagt:

    Ist ja nett, dass diejenige Schiedsrichterin pfeifen darf, die noch am meisten lernen muss…

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