Deutschland steht im EM-Finale

Von am 24. Juli 2013 – 23.10 Uhr 64 Kommentare

Die deutsche Nationalmannschaft steht im Finale der Europameisterschaft. In einem packenden und ausgeglichenen Halbfinale besiegte die DFB-Elf Gastgeber Schweden mit 1:0 (1:0).

Bundestrainerin Silvia Neid reagierte auf den verletzungsbedingten Ausfall von Célia Okoyino da Mbabi und brachte Anja Mittag als Sturmspitze. Außerdem kehrte Dzsenifer Marozsán in die Startelf zurück. Vom Anpfiff weg entwickelte sich eine hochklassige und temporeiche Begegnung. „Wir wollten uns auf keinen Fall hinten reinstellen, das ist nicht unser Spiel“, so Marozsán, und entsprechend ergaben sich Chancen auf beiden Seiten.

Offensive Mannschaften
„Das Spiel war nervenaufreibend und super-spannend“, so Torhüterin Nadine Angerer. Schon in den zehnten Minute hatte Marozsán die Chance zur Führung, köpfte jedoch die Hereingabe von Simone Laudehr am Tor vorbei. Fünf Minuten später klärte Sara Thunebro einen Schuss von Annike Krahn auf der Linie. Beide Teams zeigten vor 16 608 Zuschauern offensiven Fußball, und so ergaben sich auch auf schwedischer Seite Möglichkeiten. Lotta Schelin schoss in der 16. Minute am Tor vorbei, in der 22. Minute traf Josefine Öqvist nach einem schönen Lauf auf der rechten Seite nur das Außennetz.

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Dzsenifer Marozsán erzielte den Siegtreffer. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Dzsenifer Marozsán erzielte den Siegtreffer. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Siegtreffer von Marozsán
Besser machte es Marozsán in der 33. Minute, als sie im Laufduell mit Charlotte Rohlin in den Ball grätschte und ihn zum 1:0 verwandelte. Kurz vor der Halbzeit klärte Schwedens Torhüterin Kristin Hammarström einen Aufsetzer von Laudehr, und so blieb es beim 1:0-Halbzeitstand.

Schwedischer Treffer aberkannt
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie ausgeglichen. Im Vergleich zu den bisherigen Spielen zeigte sich die Mannschaft ballsicher, nicht so fehleranfällig und konnte auch spielerisch überzeugen. „Robust sein in Zweikämpfen, aber auch eroberte Bälle verteilen und die schwedische Mannschaft auseinanderziehen“, beschrieb Neid die Marschroute, wobei sich Schweden ebenbürtig zeigte, aber seine Chancen nicht nutzen konnte. In der 49. Minute wurde ein Schuss von Schelin zur Ecke geblockt – nach 62 Minuten traf sie ins Schwarze. Das Tor wurde wegen Abseits jedoch nicht gegeben. Dennoch war diese Aktion der Auftakt eines schwedischen Sturmlaufs. Viel Glück hatte die DFB-Elf als Öqvist kurz darauf nur den Pfosten traf (69.), außerdem scheiterte Kosovare Asllani mit einem Drehschuss (73.).

Die Deutschen ließen sich jedoch nicht in die eigene Hälfte drängen, sondern waren weiter darum bemüht, selbst die Initiative zu ergreifen und die Schwedinnen zu beschäftigen, die ihrerseits in der Schlussphase nicht mehr zwingend genug agierten.

Finale am Sonntag
Im Endspiel trifft die DFB-Auswahl am Sonntag (16 Uhr, live in der ARD und auf Eurosport) in Solna bei Stockholm auf den Sieger der Partie Norwegen gegen Dänemark. Das Nachbarschaftsduell wird morgen um 20.30 Uhr (live auf Eurosport) in Norrköping ausgetragen.

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64 Kommentare »

  • Maskal69 sagt:

    @ Detlef. Also ich fand die Linie sehr konsequent!
    Am Anfang der Partie hart Linie um sich Respekt zu gewinnen gegenüber der Spielerinnen ( das es Fischer dabei trifft= Pech), danach mit viel Fingerspitzengefühl viel laufen lassen um den Spielfluss nicht zu zerstören. Also ich konnte kein überhartes Einsteigen beider Mannschaften in dem Spiel erkennen. Harte aber gesunde Zweikämpfe ja, aber mehr auch nicht. Ich möchte nicht wissen was für eine zerfahrene Partie es geworden wäre, wenn sie jeden harten Zweikampf abgepfiffen und mit einer Karte geahndet hätte.
    Die Schiedsrichterin hat mir sehr gut gefallen!

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  • switch sagt:

    wenn man die vernichtenden Kommentare nach dem Norwegen-Spiel auf dieser Seite gelesen hat, dann wäre mal ne Entschuldigung angesagt (hab ja die obigen nicht alle gelesen, vielleicht war ja eine dabei) 🙂

    tja, trotz aller unkenrufe sind die Neid-Mädels doch wieder im Endspiel … und vielleicht war es ja echt clever, den Norgies im Gruppenspiel zu unterliegen

    wie damals 54 den Ungarn oder 74 der DDR bei den Männern … okay, ist nur turniertechnisch zu vergleichen.

    vergleichbar sind aber auch die Shitstürme gegen die Silvia mit denen gegen den Jogi vor 3 Jahren (wie im übrigen auch damals bei Herberger und Schön) … alle konterten mit Ergebnissen – wobei dem Jogi der grosse Triumph bisher versehrt blieb – aber der kommt ja vielleicht noch nächstes Jahr!

    ich drücke die Daumen für Sonntag! 🙂

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  • sonic sagt:

    Was die Schiedsrichterleistung angeht, sehe ich es wie Detlef. Wenn man für dieses Ballwegkullern (Laudehr hat ihn ja nicht auf die Tribüne gedroschen!) konsequent Gelb geben würde, müßte man pro Spiel mindestens 10 Gelbe Karten verteilen. Auch das Foul von Fischer war nicht gelbwürdig. Andererseits hat Staubli viele kleine Fouls nicht geahndet. Wie oft sind deutsche Spielerinnnen zu Boden gegangen, weil sie bei der Ballannahme von hinten einen Stoß oder einen Tritt abbekommen haben! Frau Staubli ließ, allerdings konsequent, weiterlaufen. Auch das Foul an Krahn von Schelin hat sie nicht gepfiffen, sondern „nur“ auf den Abseitswink der Linienrichterin reagiert.

    Von den Schiedsrichterinnen fand ich Monzul aus der Ukraine (ENG-SPA, NOR-DÄN) am besten. Die Italienerinnen Spinelli und Vitulano hingegen waren grauenhaft und sollten nochmal irgendwo in der Kreisklasse ganz klein anfangen.

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  • Stahlratte sagt:

    @Detlef

    „Also wenn Ihr das unter “die beste Schiedsrichterin des Turniers” versteht, dann möchte ich gar nicht erst wissen, was Ihr unter einer schlechten Schirileistung versteht???“

    Das habe ich nie behauptet. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, und die Schiedsrichterin kann anscheinend besser pfeifen als du lesen.

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