Gruppe B: Ist die DFB-Elf zu stoppen?

Von am 11. Juli 2013 – 16.09 Uhr 6 Kommentare

Am Abend beginnt auch für die Gruppe B und die deutsche Frauenfußball-Nationalelf die Europameisterschaft in Schweden. Wir werfen einen Blick auf die vier Mannschaften.

Als bei der deutschen Mannschaft in Vorbereitung auf das Turnier fast täglich neue Hiobsbotschaften von kranken oder verletzten Spielerinnen verkündet werden mussten, machten sich die Fans Sorgen um die Leistungsfähigkeit der deutschen Mannschaft. Doch die „jungen Wilden“ haben in den Testspielen gegen Schottland, Kanada und Japan angedeutet, dass sie in der Lage sind, in die Bresche zu springen.

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Noch immer ist die deutsche Mannschaft im europäischen Vergleich bestens aufgestellt, angefangen von der erfahrenen Nadine Angerer im Tor, die als Kapitänin eine Leitfigur für die jungen Spielerinnen ist. In der Innenverteidigung dürfte Bundestrainerin Silvia Neid auf das erprobte Duo aus Saskia Bartusiak und Annike Krahn setzen, während außen das Vertrauen der Jugend geschenkt wird  in Form von Jennifer Cramer und Leonie Maier.

Auf der Doppel-Sechs sorgt das in der Champions League erprobte Duo aus Lena Goeßling und Nadine Keßler für die nötige Stabilität, vorne sollen es vor allem die Tore von Célia Okoyino da Mbabi richten, die in der EM-Qualifikation mit 17 Toren treffsicherste Torschützin. Einzig auf den Außenbahnen müssen Anja Mittag und Lena Lotzen auf eher unvertrauten Positionen ran. Die Frage ist, ob das Team mit einem Durchschnittsalter von 23,5 Jahren seine Leistung konstant über ein gesamtes Turnier abrufen kann.

Fazit: Deutschland ist EM-Favorit Nr. 1

Norwegen hat in den vergangenen Jahren eine Talsohle durchschritten und auch zu Anfang der EM-Qualifikation große Probleme gehabt. Doch seit Even Pellerud das Amt von Trainerin Eli Landsem übernommen hat, weht ein neuer Wind im Team. Routinierte Spielerinnen wie Ingvild Stensland und junge hoffnungsvolle Talente wie Caroline Graham Hansen oder Ada Hegerberg machen aus dem Team eine bunte Mischung. Maren Mjelde vom 1. FFC Turbine Potsdam soll in der Defensive für Stabilität sorgen.

Allerdings fehlt es dem Team in seiner jetzigen Zusammensetzung noch ein wenig an Erfahrung, zuletzt gab es bei der EM-Generalprobe eine enttäuschende 2:3-Niederlage gegen Russland. Hinzu kommen einige verletzte Spielerinnen, wie die im Sturm schmerzlich vermisste Isabel Herlovsen, die wegen Knieproblemen nicht am Turnier teilnehmen kann. Und so könnte die EM in Schweden für das Team möglicherweise noch ein wenig zu früh kommen, auch wenn Pellerud das Erreichen des Viertelfinales als Minimalziel ausgegeben hat.

Fazit: Spätestens im Viertelfinale ist für Norwegen Schluss

Jubel der DFB-Elf

Der EM-Titel dürfe auch in diesem Jahr über die DFB-Elf führen © Karsten Lauer / girlsplay.de

Die Niederlande stieß bei der EM 2009 unter Trainerin Vera Pauw mit einer Defensivtaktik bis ins Halbfinale vor. Der Spielstil hat sich unter dem neuen Trainer Roger Reijners verändert. Mit mehr Ballbesitz und offensiven Aktionen will man dem Gegner das eigene Spiel aufzwingen. Das klappte in vielen Testspielen sehr gut und auch die neu eingeführte, grenzüberschreitende BeNeLeague hat das Niveau der Spielerinnen weiter verbessert.

Im Sturm haben die Niederländerinnen in Manon Melis von LdB Malmö eine der Topstürmerinnen des Turniers, in der Verteidigung ist Kapitänin Daphne Koster seit vielen Jahren ein Aushängeschild des Teams. Und auch im Mittelfeld verfügt das Team in Kirsten van den Ven oder Sherida Spitse über hochklassige Spielerinnen. Diese Stärke könnte bereits die DFB-Elf im Auftaktspiel zu spüren bekommen.

Fazit: Die Niederlande kann erneut das Halbfinale erreichen

Island nahm vor vier Jahren erstmals an der EM-Endrunde teil, präsentierte sich gut, musste aber drei knappe Niederlagen in Kauf nehmen. Wie schon damals geht es für Island auch diesmal wieder gegen Deutschland und Norwegen, doch in Schweden dürfte es für die Isländerinnen diesmal noch schwieriger werden. Topstürmerin Margrét Lára Vidarsdóttir war lange verletzt und stieß erst recht spät wieder zum Team, vor allem die Defensive offenbarte schon beim Algarve Cup eklatante Probleme. Ein einziges Spiel konnte Island in diesem Jahr gewinnen, ein 4:1 gegen Ungarn.

Zwar hat das Team einzelne Ausnahmekönnerinnen in seinen Reihen, wie etwa Mittelfeldspielerin Sara Björk Gunnarsdóttir, die erfahrene Kapitänin Karin Jónsdottir oder die junge Dagný Brynjarsdóttir, doch trotz einer physisch starken Mannschaft dürfte das Team von Trainer Siggi Eyjólfsson spielerisch in der Gruppe B mit den anderen Teams nicht mithalten können, auch wenn Torhüterin Thóra Helgadóttir ihr Team auf Augenhöhe mit Norwegen und den Niederlanden sieht.

Fazit: Island scheidet in der Vorrunde aus

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

6 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Holland ins Halbfinale???

    Dazu müssten sie in der Gruppe 2. oder 3. werden. Werden sie 2., treffen sie auf den 2. aus Gruppe 1, sprich Dänemark oder Schweden, werden sie 3., treffen sie wohl auf den 1. aus Gruppe C, nämlich Frankreich.

    Da sieht es auf beiden Wegen sehr, sehr schwierig aus. Gehe davon aus, dass die Halbfinals aus Schweden, Dänemark, Frankreich und Deutschland bestehen, Holland sehe ich längst nicht in der Stärke, wie sie die Däninnen gestern präsentiert haben!

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  • rockpommel sagt:

    Gruppe B: Ist die DFB-Elf zu stoppen?

    Ja !!!

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  • Bernd Zeller sagt:

    DFB-Elf zu stoppen?

    YES SHE IS !!!

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  • balea sagt:

    Offenkundig.

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  • enthusio sagt:

    Von wem denn ? Ach so, von den USA, ich vergaß :-).

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  • KarlMai sagt:

    Sieht ganz so aus…

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