DFB-Elf für EM in Schweden gerüstet

Von am 29. Juni 2013 – 19.49 Uhr 59 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat ihre EM-Generalprobe erfolgreich bestanden. Gegen Weltmeister Japan gab es vor der europäischen Rekordkulisse von 46 104 Zuschauern einen Sieg gegen Japan, der trotz dominanten Spiels erst in der Schlussphase unter Dach und Fach gebracht wurde.

Beim 4:2 (1:1)-Erfolg in der Münchener Allianz-Arena brachte Leonie Maier die DFB-Elf in Führung (16.), Shinobu Ohno erzielte noch vor der Pause den Ausgleich (40.). Ein verwandelter Foulelfmeter von Célia Okoyino da Mbabi brachte Deutschland wieder in Führung (46.), doch Yuki Ogimi gelang der neuerliche Ausgleich (60.). In der Schlussphase machten Okoyino da Mbabi (87.) und die eingewechselte Simone Laudehr per Foulelfmeter den Erfolg perfekt (90.).

Leonie Maier

Leonie Maier war erneut eine der stärksten DFB-Spielerinnen
© Zetbo / Framba-Fotos.de

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Maier erzielt Führung
Von Beginn an dominierte die DFB-Elf, die mit Luisa Wensing für die an einer Oberschenkelverletzung leidenden Annike Krahn in die Innenverteidigung rückte, die Partie und Okoyino da Mbabi wäre nach Doppelpass mit Lena Goeßling um ein Haar früh der Führungstreffer gelungen (4.). Doch den machte einmal mehr der Shootingstar der vergangenen Monate, Leonie Maier. Die Neu-Münchnerinnen überwand Japans Torhüterin Miho Fuhumoto mit einem schön platzierten Schuss von der Strafraumgrenze (17.). Die DFB-Elf hatte die Partie im Griff gegen Japanerinnen, die zwar gewohnt gut kombinierten, aber physisch mit den deutschen Spielerinnen an diesem Tag nicht mithalten konnten.

Okoyino da Mbabi trifft vom Punkt
Doch von ihrer Effizienz hat das Team nichts eingebüßt, Shinobu Ohno traf mit der ersten japanischen Chance des Spiels nach Vorarbeit von Yuki Ogimi aus elf Metern, Nadine Angerer glitt der Ball durch die Hände (40.). Doch auch in der zweiten Halbzeit blieb die DFB-Elf dominant und ging früh erneut in Führung, als Okoyino da Mbabi einen an Nadine Keßler verschuldeten Foulelfmeter sicher verwandelte (46.).

Ogimi schlägt zurück
Japan ließ sich jedoch nicht abschütteln und kam erneut zum Ausgleich: Kapitänin Aya Miyama setzte einen Freistoß von der Strafraumgrenze an den Pfosten, beim Abpraller reagierte Ogimi schneller als die deutschen Spielerinnen und staubte zum schmeichelhaften 2:2-Ausgleich ab (60.).

Célia Okoyino da Mbabi

Célia Okoyino da Mbabi bejubelt einen ihrer zwei Treffer gegen Japan © Zetbo / Framba-Fotos.de

Debüt von Däbritz und späte Entscheidung
Beide Teams wechselten in der Folge munter durch, in der DFB-Elf feierte Sara Däbritz vom SC Freiburg ein gelungenes Debüt in der A-Nationalelf. Als die Partie in den Schlussminuten einem Remis entgegenzusteuern schien, konnte die DFB-Elf noch einmal nachlegen: Erst traf Okoyino da Mbabi mit einem abgefälschten Schuss zum zweiten Mal ins Tor (87.), dann verwandelte die eingewechselte Simone Laudehr einen an ihr selbst verschuldeten Foulelfmeter zum 4:2-Endstand (90.).

Zufriedene Neid
Bundestrainerin Silvia Neid meinte: „Ich bin heute natürlich zufrieden, denn wir haben den Weltmeister 4:2 geschlagen. Man muss ja immer schauen, gegen wen man spielt und wir waren heute auf einer ganz anderen Ebene gefordert und das war heute auf jeden Fall schon 100 Prozent. Wir hatten heute auch das Quäntchen Glück, zur rechten Zeit das 3:2 und das 4:2 zu machen.“

Sasaki lobt DFB-Elf
Japans Trainer Norio Sasaki meinte: „Wir haben gegen eine sehr gute deutsche Mannschaft gespielt, die wie man gesehen hat uns in puncto Kondition und körperlicher Verfassung überlegen war. Ein Remis hätte die momentanen Kräfteverhältnisse nicht widergespiegelt.“

Deutschland – Japan 4:2 (1:1)

Deutschland: Angerer – Maier (89. Huth), Wensing, Bartusiak, Cramer (46. Henning) – Keßler (78. Däbritz), Goeßling – Lotzen (61. Bajramaj), Marozsan (68. Laudehr), Mittag (61. Leupolz) – Okoyino da Mbabi

Japan: Fukumoto – Ariyoshi, Iwashimizu, A. Tanaka (71. Utsugi), Kumagai – Sakaguchi, Miyama – Ando (89. Iwabuchi), Kawasumi, Ohno (71. Maruyama) – Ogimi

Tore: 1:0 Maier (17.), 1:1 Ohno (40.), 2:1 Okoyino da Mbabi (46., Elfmeter), 2:2 Ogimi (60.), 3:2 Okoyino da Mbabi (87.), 4:2 Laudehr (90., Elfmeter)

Gelbe Karte: Miyama

Schiedsrichterin: Alexandra Ihringova (England)

Schlagwörter:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

59 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Ich maße mir noch kein Urteil über das Spiel an, da ich gestern kurzfristig verhindert war, sodass ich keine Minute des Spiels sehen konnte, hoffe aber, es noch irgendwo in voller Länge finden zu können.

    Wenn jemand dazu einen Link weiß, gebe er mir Bescheid. Eine dreiminütige Zusammenfassung ist mir bei einem solchen Spiel, wo es auch darumgeht, Bewegungsabläufe, Stellungsspiel etc. zu beurteilen, deutlich zu wenig.

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  • Bernd Zeller sagt:

    @gerd.karl:

    also ich weiss ja nicht recht, ich halte die Kommentare hier im Grossen und Ganzen für differenziert und empfinde Deine Meinung nun doch etwas befremdlich … hier wird doch nicht „gehasst“ und niemand hat „Schaum vorm Mund“ 🙁 vielleicht ist es hilfreich auch einfach mal zu respektieren, dass sich die Frauen-Fussball-Welt halt nicht immer nur um Deutschland dreht, soviel Sportsgeist MUSS sein!

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  • Till sagt:

    @sheldon:
    Das letzte mal kam mit etwas Verspätung in der ARD Mediathek die zweite Halbzeit online und ich drücke dir die Daumen, dass dieses Mal das komplette Spiel noch online gestellt wird.

    @all:
    Wie genau eine deutsche Mannschaft gegen die anderen Mannshaften bei der EM abschneiden wird, dass werden wir in der Zukunft sehen. Das Potential ist in dieser jungen Mannschaft auf jeden Fall da, aber da in den Vorbereitungsspielen war in den verschiedenen Mannschaftsteilen sicherlich noch Luft nach oben. Ein perfektes Spiel ist natürlich nicht der Maßstab, aber das die Mehrzahl der Pässe unfallfrei zur Mitspielerin drei Meter weiter gebracht wird, darf man dann schon erwarten.
    Wer hier nicht seine Lieblinge hat (in der Mannschaft oder in anderen Mannschaften) ist nicht ehrlich.
    Mein Liebling ist ganz klar Simone Laudehr und ich hoffe das sie sich in den nächsten vierzehn Tagen noch deutlich steigert, aber ich würde im Moment natürlich keinen Stammplatz für sie fordern.
    Natürlich habe ich aber deshalb natürlich auch verstärkt auf ihre Konkurentinnen geachtet und ich muss sagen sie haben mich halt nicht begeistert, aber Simone Laudehr war auch nicht überzeugender … Defensiv haben Keßler und Goessling sicherlich viel richtig gemacht, aber ich (als neutraler) würde sagen, dass sie beim Gegentor hätten eingreifen müssen! Aber sicherlich waren sie da nicht die einzigen, welche „geschlafen“ haben.
    Offensiv fand ich die Doppel-Sechs schwach, weil sie es nie geschafft haben das Spiel zu entwickeln, aber das ist gegen so einen Gegner sicherlich auch deutlich schwerer, als gegen mhh Schottland.

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  • Ralf sagt:

    @Bernd Zeller

    „…, dass sich die Frauen-Fussball-Welt halt nicht immer nur um Deutschland dreht …“

    Sie dreht sich um GROSSBUCHSTABEN nur für bestimmte Spielerinnen und drei Ausrufezeichen!!! 🙂

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  • Sheldon sagt:

    Was ich hier schon einmal generell zu der Situation sagen kann:

    Natürlich muss man all diese Kommentare dadurch betrachten, dass Deutschland vor zwei Jahren eine grausige Leistung angeboten hat, wo zwar alle im Vorhinein gehofft hatten, dass es irgendwie doch klappen könnte mit der Titelverteidigung, wo allerdings nach den zuvor angebotenen Leistungen einiger Spielerinnen das Aus im Viertelfinale in der Nachbetrachtung die meisten hier zumindest nicht sonderlich überrascht haben dürfte.

    Diese doch deutliche Schmach (da absehbar) hängt immer noch nach und darunter hat die N11 auch noch zurecht zu leiden, wie sie sich damals verkauft hat.

    Nimmt man dies als Gradmesser für diese Kommentare, so kann man sagen, dass diese in vorsichtiger Zurückhaltung und unter dem geschulten kritischen Blick von Personen, denen dieses Debakel noch wie ein Kloß im Hals steckt, durchaus sehr positiv zu bewerten sind.

    Denn allein, dass die meisten Pässe fehlerfrei ankommen, dass durch Maier und Cramer über die Außenbahnen richtig Druck gemacht wird, dass Goeßling sich bisher als sehr gute Spielmacherin präsentiert hat, dass man mit Marozsan eine Spielerin hat, die auch mal bei einem sehr zerfahrenen Spiel für eine Aktion gut ist, die dann das Siegtor bedeutet, das alles ist deutlich mehr als das, was man 2011 gesehen hat und erwarten konnte.

    Man sollte nicht sofort erwarten, dass die deutsche Nationalelf die Über-Mannschaft ist, doch im Vergleich zu den damaligen ideenlosen Katastrophenauftritten ist nun mittlerweile endlich mal wieder so etwas wie Spielkultur eingekehrt.

    Doch ich denke, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr gut vorbereitet in das Turnier starten wird und durchaus ansprechenden Fußball präsentieren wird, auch gegen Gegner wie Frankreich, England und Schweden.

    Wir sollten hier den Ball flach halten. Es bringt nichts, alles immer durch die hyperkritische Brille zu sehen, denn irgendwo schauen wir die Spiele ja, um Spaß und Freude daran zu haben. Und das kann man mittlerweile wieder. Und das ist doch alles, was zählt!

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  • waiiy sagt:

    Ich will diesmal gar nichts zu unserer Mannschaft und zu unserem Spiel sagen. Es war das letzte Testspiel und ab nun heißt es, dem Team den Rücken stärken und zwar allen Spielerinnen ohne Ausnahme.

    Was mir bei dem Spiel besonders aufgefallen ist, ist die Leistung von Yuki Ogimi. Als Fan wäre sie die einzige Spielerin, die ich gern im Turbine-Trikot sehen würde. Die Leistung von gestern war meilenweit besser als die bei unserem Verein in den letzten Wochen. Das fing bei der Körpersprache an, ging über die gezeigten Fähigkeiten bis hin zum Glück, was ihr in Potsdam auch oft gefehlt hat.

    Die Leistung hat mich aber auch bestärkt, dass es der richtige Schritt von ihr war, den Vertrag nicht zu verlängern (auch wenn es weh tut), da es augenscheinlich ein mentales Problem ist, warum sie zuletzt immer weniger ihre Leistung so abrufen konnte, wie es sich alle gewünscht haben. Ich hoffe, sie findet einen Verein, in dem sie wieder glücklich ist und solche Leistung zeigen kann, wie in der ersten Zeit in Potsdam.

    Für mich ist sie auch allemal mehr der Kapitän der Nadeshiko als Miyama.

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  • Jan sagt:

    Konnte das Spiel auch nicht schauen. Die letzten Ergebnisse u. wohl auch die dt. Spielerinnen strahlen aus, bei der EM mind. 1 Tor besser sein zu können als jedweder Gegner. Dt. Eck- u. Freistöße hingegen scheinen unsre Gegner weiterhin relativ beruhigt geschehen lassen zu dürfen, solange keine neue Lingor in Sicht ist. Es sei denn, Frau Neid plant, mit bislang lediglich vorgetäuschter Harmlosigkeit bei Standards die EM-Gegner geschickt in Sicherheit wiegen zu wollen. [Hab mir am 29.6. übrigens 3 jap. Kalligraphien malen lassen: 1. schöner Sommer, 2. schöne Blume u. 3. schöner Duft – heißt auf japanisch angeblich alles Mika, jedoch mit unterschiedlicher Betonung, u. konnte mich dafür mit 3 Pins/Ansteckern bedanken, darunter 2 mit jap. Motiven.]

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  • Detlef sagt:

    balea schrieb;
    „Den ersten Elfer kann man schon kritisieren, geschenkt war er aber nicht, wie ich finde.“

    Nach mehrmaliger Studie der Situation bleibe ich dabei, daß die Japanerin KESSI nicht trifft, sondern diese schon vorher „abhebt“!!! 😉
    Geschenkt ist sicher übertrieben, da es schon nicht so einfach zu sehen war!!!

    balea schrieb;
    „Die japanische Abwehr war heute ziemlich unkonzentriert (oder einfach schlecht) und dort wurde das Spiel am Ende entschieden.“

    Einfach schlecht trifft es wohl am ehesten!!!
    Mir fehlte zB die bärenstarke Kinga, die vor allem bei der WM so stark auftrumpfte, was auch ihre Vorstöße in die Offensive betraf!!!
    Außerdem fand ich Fukomoto in vielen Situationen nicht sehr überzeugend!!! 🙁
    Kaihori war da um Klassen besser!!!
    Und schließlich war auch Kumagai von ihrer Wettkampfform bei der WM und bei Olympia meilenweit entfernt!!!
    Aber das zeichnete sich ja schon bei Mainhatten ab, daß sie irgendwie ihrer Bestform hinterherlief!!!
    Und zu Tanaka muß man eigentlich auch nicht viel schreiben!!!
    Ihr Foul an Simon war wohl selten dumm!!!

    Da dürfte Sasaki noch so manche Sorgenfalte auszubügeln haben, um bis zur Asienmeisterschaft 2014, und zur Weltmeisterschaft 2015 aus seiner Mannschaft wieder ein Spitzenteam zu formen!!!

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Definiere bitte Spitzenteam.

    Wenn ich mir so die letzten Leistungen anderer Teams anschaue, dann weiß ich nicht, ob wir in deiner Definition überhaupt ein echtes Spitzenteam haben.

    Japan soll also anscheinend kein Spitzenteam sein. Kanada ja auch nicht, nach dem Spiel letzte Woche. Demzufolge ist auch Frankreich kein Spitzenteam mehr, die erst vor zwei Monate gegen Kanada nur unentschieden gespielt haben, und sich sonst auch vor allen Dingen durch Unentschieden gegen alle möglichen Gegner präsentiert haben sowie durch ein knappes 1:0 gegen Norwegen.
    England hat Japan anscheinend auch nur ein mickriges 1:1 abgerungen, genauso wenig hat Schweden überzeugt, die sich gegen Island und Norwegen auch nur zu knappen Siegen gequält haben.

    Ergo hast du nur noch Brasilien und USA. Brasilien hat in diesem Jahr bisher auch nur unentschieden gespielt und letztes Jahr im Dezember gegen Mexiko verloren. Und gegen die USA haben wir 3 von 4 Spielen unentschieden gestaltet.

    Wer also ist nach deinem Ermessens eine internationale Spitzenmannschaft? Oder sind deine Maßstäbe so hoch, dass es diese Mannschaft überhaupt nicht gibt?

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  • FFFan sagt:

    @ Detlef:
    „Und zu Tanaka muß man eigentlich auch nicht viel schreiben!!! Ihr Foul an Simon war wohl selten dumm!!!

    Kleine Korrektur: Tanaka hat den ersten Foulelfmeter verursacht (der nach deiner Darstellung eigentlich keiner war); den zweiten verursachte die Nr.15 (laut DFB-TV Utsugi, m.E. aber Maruyama).

    Die Leistung von Tanaka war tatsächlich eine mittlere ‚Katastrophe‘, nicht nur wegen des unnötigen Fouls an Keßler. Sie leistete sich auch etliche ‚haarsträubende‘ Stellungs- und Abspielfehler. Für den FFC Frankfurt hat sie sich zumindest als Außenverteidigerin nicht empfehlen können!

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  • wfm sagt:

    @Detlef
    „Und zu Tanaka muß man eigentlich auch nicht viel schreiben!!!
    Ihr Foul an Simon war wohl selten dumm!!!“

    Hier hättest Du dich besser an Deine eigenen Worte gehalten, denn Tanaka war bereits in der 74 Min. ausgewechselt worden.

    Übrigens habe ich herausgefunden, warum Du immer so schreibst. Hier ein Bild Deiner Tastatur:

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Ein Spitzenteam ist genau dann auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit angelangt, wenn es um Titel und Pokale geht!!! 😉
    Vorher ist testen und probieren angesagt!!!

    Insofern hast Du zwar Recht, daß Japan ein Spitzenteam ist, wir haben sie halt in einem schwachen Moment erwischt!!! 😉

    @FFFan und wfm,
    Stimmt,Tanaka war da schon ausgewechselt!!! 😉

    Herr Schmelzer hat es auch richtig erkannt, es war Karina Maruyama, die Simon einfach umgerannt hat!!!

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Dann aber weiß ich nicht, wieso du hier solche Kritik übst. Denn schließlich ist bei Deutschland bisher auch alles testen.
    Zudem stehen die deutschen Teams in dem Ruf, Turnierteams zu sein, und wenn ich mir Spielerinnen wie Maier, Cramer oder auch die hier hochgerühmte Däbritz ansehe (habe das Spiel leider immer noch nicht gefunden), habe ich den Eindruck, dass diese Spielerin der Anfang einer großen neuen Generation sein werden.

    Wenn Däbritz wirklich die Qualität mitbringt, die hier manch einer bei ihr gesehen hat, haben wir im zentralen Mittelfeld ein definitives Luxusproblem. Denn mit Marozsan, Keßler, Goeßling und Däbritz hätten wir dann alleine unter den gesunden Spielerinnen vier, die eigentlich gesetzt sein müssten. Dazu kommen dann noch Spielerinnen wie zum Beispiel Odebrecht oder Magull, die im nächsten Jahr dann auch ihre Ansprüche (wieder) anmelden werden. Genauso wie Simic bei Potsdam.

    Silvia Neid befindet sich momentan eigentlich in der Lage, es eigentlich – egal wie sie es macht – nur richtig machen zu können, da ihr die Vereine derart gut zuarbeiten. Das vergeigen zu können, wäre nun wirklich eine Kunst für sich!

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  • Mosan sagt:

    Insgesamt haben die Vorbereitungsspiele Lust und Hoffnung auf mehr gemacht. Sowohl als Mannschaftsverbund, wie auch individuell haben mich die meisten Youngster positiv überrascht.

    Ich fand es bedauerlich, dass Wensing einige Fehler unterlaufen sind. Hatte den Eindruck, dass Neid mit ihrem Einsatz in der Startelf bei der Euro geliebäugelt hatte. So wirds wohl eher das erfahrene Duo werden. Angesichts der Tatsache, dass auf den Aussenbahnen wohl zwei junge Nationalspielerinnen antreten werden und sich wie bei Hanebeck die Nervosität deutlich spürbar im Spiel zeigt, ist das wohl nicht die schlechteste Wahl. Ausnahmsweise hat mir Bartusiak gefallen! Der Ringereinsatz war sicher übertrieben. Für ihre Verhältnisse war der Rest in Punkto Zweikampf und Paßspiel erfreulich souverän. Es schien nur dummerweise als hätte Sie das „unsichtbare Armband für Fettnäpfchen“ an Wensing weitergereicht. ><

    Die Doppelsechs macht richtig Freude. Kessler war diesmal aktiver (frischer?) und gehörte zu den Spielerinnen, die ihr Paßspiel dem tückischen Geläuf entsprechend zu justieren wussten. Als kleinen Schönheitsmakel empfand ich bei Gößling, dass sie bisweilen den Ball zu lange durch die Gegend trug. War gegen die Japanerinnen nicht so tragisch (zumal bei dem nassen Rasen), aber bei Gegnern, die hinten mauern, brauchts ein zügigeres Aufbauspiel. Insbesondere wenn freier Raum und Mitspielerinnen vorhanden sind.

    Vorne war es schön zu sehen, dass Lotzen sich ein bischen mehr zutraute. Ähnliches gilt für Leupolz und Däbritz, die erfreulich unbekümmert auftrat. Anja Mittag wirkte zwar stets bemüht, leider auch ein wenig als der Fremdkörper im Offensivspiel. Ich halte sie als erfahrene Akteurin bei diesem Turnier für essentiel – und ebenfalls richtig sie hinter den Spitzen spielen zu lassen – nur bei einigen Situationen erweckte es den Eindruck, als ob Lauf-/Passwege noch nicht synchron sind, sobald sie involviert war.

    Zu denJapanerinnen:

    – Aya ist immer noch die gefährlichste Spielerin bei ruhenden Bällen.
    – Ogimi zu klonen dürfte der erste Schritt zur Titelverteidigung für Japan sein. ;O
    – Zur Verteidigung wurde bereits alles gesagt. Wünschte den Nadeshiko eine Torhüterin mit mehr Körperlänge. Die Position ist gnadenlos bzgl. den körperlichen Anforderungen. Nichtzuletzt da man zwangsläufig auf die selben Tor(maße) wie die Herren spielt.

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Ich übe immer Kritik, wenn ich Mißstände sehe!!!
    Das wird ja meistens als negativ hingestellt, sogar als Natio-Hasser bin ich hier schon „enttarnt“ worden!!!
    Aber für mich ist Kritik grundsätzlich auch etwas Positives, da es den Entwicklungsprozeß weiter voranbringt, als würde man den Spielerinnen immer nur auf die Schulter klopfen, und ihnen ins Ohr säuseln, wie gut und wie toll sie doch alles gemacht haben!!!
    Lob ist natürlich auch wichtig, damit die Spielerinnen ihre Fortschritte auch bestätigt bekommen!!!
    Und Bestätigung ist ja schließlich das, was wir uns alle wünschen!!!

    Mosan schrieb;
    „Ich fand es bedauerlich, dass Wensing einige Fehler unterlaufen sind. Hatte den Eindruck, dass Neid mit ihrem Einsatz in der Startelf bei der Euro geliebäugelt hatte.“

    Ich bin mir sicher, daß Frau Bundesgöttin grundsätzlich mit Bartusiak und Krahn als IV fest rechnet!!!
    Lulle kam nur zum Einsatz, da Krahn an einer Muskelverhärtung litt, und man kein Risiko eingehen wollte!!!
    Die naheliegendste Variante mit JOSI testete sie erst in Hälfte Zwei, was auch immer sie gegen sie hat!!!
    JOSI war für mich der ideale Annike-Ersatz!!!
    Nach hinten stark (besser als Lulle) und nach vorn imitierte sie doch geradezu perfekt die Spielweise von Krahn!!!
    Das wird JOSI zwar etwas Anstrengung gekostet haben, aber sie war das perfekte Annike-Double!!!
    Genau das will Frau Bundesgöttin doch auch so sehen, oder nicht???
    Ansonsten würde sie doch nicht so inbrünstig an Annike festhalten!!!

    Mosan schrieb;
    „Ausnahmsweise hat mir Bartusiak gefallen! Der Ringereinsatz war sicher übertrieben. Für ihre Verhältnisse war der Rest in Punkto Zweikampf und Paßspiel erfreulich souverän.“

    Nungut, ihre „griechisch-römische Einlage“ war sicher eine offene Solidaritätsbekundung für !!!
    Auch ansonsten hing sie ja sprichwörtlich an YUKI wie eine Klette, nur das sie dazu ihre Arme und Hände immer wieder zu Hilfe nahm!!!
    Mit solchen „Rambo-Methoden“ kann sie aber nur bei skandinavischen- und englischen Schiedsrichterinnen (siehe Ihringova)
    durchkommen, denn eigentlich steht von solchen „Hilfsmitteln“ nichts im Regelwerk!!!
    Für mich ist sie damit extrem anfällig für eine Sperre, und damit in einem Turnier eigenlich unzumutbar!!!

    Mosan schrieb;
    „Ogimi zu klonen dürfte der erste Schritt zur Titelverteidigung für Japan sein. ;O“

    Naja, vielleicht sollte Sasaki es erst mal mit ihrer Schwester ASANO probieren???
    Der YUKI-Klon dürfte erst in ca 20 Jahren so weit sein, bis man sie einsetzen könnte!!!

    Mosan schrieb;
    „Wünschte den Nadeshiko eine Torhüterin mit mehr Körperlänge. Die Position ist gnadenlos bzgl. den körperlichen Anforderungen“

    Das ist schwierig in Asien!!!
    Um eine Torhüterin mit europäischem- oder amerikanischem Gardemaß zu finden, müßte man sich eine „backen“!!!
    Aber man könnte auch eine wie Kaihori nehmen (so denn unverletzt) die über ein besseres Stellungsspiel, bessere Reflexe, und eine größere Sprungkraft verfügt!!!
    Fukomoto bleibt für mich höchstens Nummer Zwei!!!

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  • Andreas sagt:

    Ich fand den Auftritt der Deutschen Mannschaft sehr ermutigend. Die teilweise sehr negativen Kritiken kann ich nicht recht nachvollziehen. Japan ist schließlich nicht Kasachstan. Was die IV angeht habe ich für mich nicht erwartet, dass ich Bartusiak und Krahn mal für erste Wahl für die Startelf halte. Wensing hat einige Böcke geschössen (wie im übrigen auch schon im Spiel gegen Kanada) und bekam auch in der zweiten Halbzeit als RV die Grenzen aufgezeigt. Bartusiak war gut und ich halte auch ihre Zweikampfhärte für angezeigt. Es naht ja schließlich die EM und kein Schönwettercup. Die Doppelsechs war nicht überragend aber ok, wobei Goeßling doch besser in Form zu sein scheint als Kessler. Vorne fand ich Celia mit Abstand die beste Spielerin. Auch wenn nicht jede Chance ein Treffer war. Sie ackert unheimlich viel und reißt viele Lücken in der gegnerischen Abwehr. Schön, dass ihr die zwei Dinger gelungen sind. Das sollte den richtigen Auftrieb für Schweden geben. Anja Mittag war zwar bemüht, hat aber die meisten Bälle eher beim Gegner untergebracht. Vielleicht fehlte ihr die Frische. Total unauffälig fand ich Lotzen. Ich denke, dass die EM für sie noch zu früh kommt, aber vielleicht platzt der Knoten ja noch. Gut, dass Bajramaj so langsam wieder in Fahrt kommt. Wir werden sie noch brauchen. Sie hatte in ihren 25 Minuten deutlich positivere Szenen als Lotzen davor. Natürlich dribbelt sie sich noch manchmal fest und natürlich fehlt teilweise noch die Übersicht, aber ich rechne fest bei der EM mit ihr. Spätestens wenn es in die KO-Runde geht, wird sie sich ihrer alten Stärke wieder angenähert haben. Klasse jedenfalls schon mal das Anspiel auf Celia, dass dann am Ende zum 3:2 geführt hat. Außerdem hat sie super nach hinten gearbeitet. Man merkt, dass sie wieder Bock hat auf Fußball.

    Alles in allem ein gelungener Auftritt, der uns bei den Konkurrenten Respekt verschafft haben sollte.

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  • FF-Fuchs sagt:

    Eigentlich ein gutes Spiel unserer Natio. Natürlich wird sich im Laufe der Lehrgänge noch einiges verbessern. Kompliment an die junge Mannschaft, wo nmM Lira wie ein Fremdkörper wirkt. Ihre egoistische Spielweise passt nicht mehr in die junge Mannschaft. Was mich wundert, dass kaum Kritik wegen der schwachen Standards hier zu lesen ist.

    Was mußte sich M. Behringer nicht alles anhören, wie schwach sie Ecken und Freistöße schießt und man sollte unbedingt da mal Maro ranlassen und jetzt?… Es ist nicht besser geworden.:-(

    So wie es aussieht wurde M. Behringer aussortiert, aber ich bin davon überzeugt, dass man im Laufe des Turniers noch auf sie zurück greifen wird.

    Ansonsten sehe ich sehr positiv der EM-Endrunde entgegen!!

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  • noworever sagt:

    erlaube mir noch einen kleines kritikpünktchen zu erwähnen – nicht an dem team (finde, sie sind auf einem sehr guten weg!) – aber, an der kameraführung.

    fand es schon etwas nervig, den immer wiederkehrenden, laaaangaaaatmigen großeinstellungen silvia neids mit beizuwohnen … pikanterweise gerade immer dann, wenn das spiel voll im gange war.

    solcherart einstellungen wissen wohl nur echte liebhaber zu schätzen“!!!“ 😉

    (nichts gegen silvia neid, aber bitte … alles in maßen) 😉

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Alles hat seine Zeit! Kritik mag oft richtig sein, doch manchmal ist es auch einfach mal angebracht, sich mit seiner Kritik zurückzuhalten und einfach das Spiel zu genießen. Denn dafür ist es ja schließlich da, um als Fan diese hohe Kunst, diese Spielfreude genießen zu dürfen 🙂

    Und solange es mit dieser Mannschaft offensichtlich in die richtige Richtung geht, und du junge, frische Spieler hast, die aufstreben, über ein großes Potential und einen starken Ehrgeiz verfügen, kann man doch nicht meckern. Alles andere ist zwar verbesserungsfähig, doch braucht eine lange Zeit der Entwicklung.

    Wenn du Spielerinnen wie Leo Maier, Jenny Cramer, Melanie Leupolz oder Lena Goeßling (wahrscheinlich auf Sara Däbritz) siehst, was für einen tollen Fußball diese Mädels in ihren jungen Jahren schon spielen, dann ist das doch einfach nur zum Dahinschmelzen. Bei vielen Aktionen sitzt man vor dem Bildschirm, ob offensiv oder defensiv, klatscht in die Hände und sagt sich: Genau so, Mädel, genau so sollst du spielen. Wäre ich dein Trainer, ich würde genau diese Situationen von dir sehen wollen!

    Und mehr kann man doch nicht verlangen!

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