Sara Däbritz: Debüt vor Traumkulisse
Anfang 2012 wechselte ein 16-jähriges hoffnungsvolles Nachwuchstalent von der SpVgg Weiden zum SC Freiburg , nur 18 Monate später feierte Sara Däbritz vor mehr als 46 000 Zuschauern in der Münchener Allianz Arena ein rauschendes Debüt in der A-Nationalmannschaft.
„Vor zwei Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich mit 18 schon mein erstes Länderspiel bestreiten würde“, freute sich Däbritz nach dem 4:2-Erfolg gegen Weltmeister Japan gegenüber Womensoccer .
Große Ehre „Das war eine große Ehre, vor solch einer Kulisse spielen zu dürfen, das war schon ein großartiges Erlebnis, ausgerechnet hier das erste A-Länderspiel zu haben”, strahlte Däbritz selbstbewusst in der Mixed Zone, dort wo sonst Spieler wie Franck Ribéry, Arjen Robben oder Manuel Neuer den Medienvertretern Rede und Antwort stehen.
Überraschende EM-Teilnahme Die 18-Jährige bot bei ihrem 12-minütigen Kurzdebüt eine ansprechende Vorstellung und fügte sich nahtlos in das Team ein. Dabei hatte Däbritz, die wegen schulischer Verpflichtungen noch den ersten EM-Lehrgang verpasste, gar nicht mit einer Nominierung für die Frauenfußball-EM in Schweden (10. bis 28. Juli) gerechnet. „Mich hat völlig überrascht, dass ich nachnominiert wurde und zur EM fahren darf. Aber das ist natürlich super und ich freue mich wahnsinnig darüber.“ Hinweise für ihre Nominierung sah sie selbst bis vor kurzem keine.
Hoffen auf Einsatzzeit in Schweden „Ich habe einfach alles auf mich zukommen lassen. Es war offen und im letzten Vorbereitungslehrgang wurde das entschieden.“ Und so hofft sie, dass sie auch in Schweden die eine oder andere Spielminute ergattern kann. „Ich hoffe natürlich auf Einsätze, jeder Fußballer will zumindest ein paar Minuten spielen. Aber ich werde versuchen, vieles von den erfahrenen Spielerinnen mitzunehmen.“
Beidfüßigkeit als Vorteil Dabei dürfte Bundestrainerin Silvia Neid besonders gut gefallen, dass Däbritz genauso wie Shootingstar Leonie Maier mit beiden Füßen auf dem Spielfeld etwas anzufangen weiß. „Mir wurde schon immer eingebläut, auch den rechten Fuß richtig zu trainieren“, so Däbritz. „Der linke ist zwar immer noch mein starker Fuß, aber ich kann inzwischen auch mit rechts schießen.“ Eine Qualität, die Däbritz zugute kommt. Neid meint: „Das ist die Zukunft des Frauenfußballs, das hat uns Japan gezeigt, sie sind alle beidfüßig.“
Zu Höherem berufen Bevor Däbritz als 16-Jährige zum SC Freiburg stieß, spielte die offensive Mittelfeldspielerin als einziges Mädchen für die B2-Junioren in der Bezirksoberliga. Und schon früh wurde klar, dass die dynamische, torgefährlich und laufstarke Spielerin mit dem starken linken Fuß einmal zu Höherem berufen sein könnte.
Lieber Freiburg als München Umso erstaunlicher war es, dass die gebürtige Ambergerin anders als andere bayerische Talente wie etwa Lena Lotzen oder Ivana Rudelic nicht beim FC Bayern München landete. „Ich habe damals einfach ein Probetraining in Freiburg gemacht, die Verbindung von Schule, Wohnen und Sport hat mir super gefallen, deswegen habe ich mich für Freiburg entschieden.“
Keine Scheu vor Verantwortung Dass Däbritz keine Scheu hat, Verantwortung zu übernehmen, zeigte sie auch im vergangenen Jahr, als sie mit zwei wichtigen Treffern gegen einen starken Gegner Spanien als Kapitänin die U17-Nationalelf zur EM nach Nyon schoss und dort mit den DFB-Juniorinnen später gegen Frankreich den Titel holte.
Freude bei Freiburger Verantwortlichen Als Däbritz gestern Abend in der Allianz Arena in der 78. Minute für Nadine Keßler eingewechselt wurde, war auch Birgit Bauer, Abteilungsleiterin für Frauen- und Mädchenfußball beim SC Freiburg, live im Stadion dabei. „Ich bin wahnsinnig stolz, dass nach Melanie [Leupolz] jetzt auch Sara ihren ersten Länderspieleinsatz hatte.“
Freiburger Erfolgstrio Doch neben Däbritz und Leupolz fährt eine dritte Spielerin des SC Freiburg mit zur EM nach Schweden. Denn im Tor wurden neben Nadine Angerer und Almuth Schult auch Freiburgs Torhüterin Laura Benkarth nominiert. Und wie bei Däbritz und Leupolz dürfte auch das Länderspieldebüt von Benkarth nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.