VfL Wolfsburg gewinnt die Champions League

Von am 24. Mai 2013 – 0.01 Uhr 56 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat gleich bei seiner ersten Teilnahme die UEFA Women’s Champions League gewonnen. Der Deutsche Meister und Pokalsieger siegte gegen den zweifachen Titelträger Olympique Lyonnais mit 1:0.

Der VfL Wolfsburg hat die erfolgreiche Tradition deutscher Vereine in der UEFA Women’s Champions League fortgesetzt. Die Wölfinnen siegten gegen den favorisierten Titelverteidiger Olympique Lyonnais vor 19 300 Zuschauern an der Londoner Stamford Bridge mit 1:0 (0:0) und beendeten Lyons Serie von 95 Pflichtspielsiegen in Folge. Martina Müller erzielte mit einem verwandelten Handelfmeter den Treffer des Tages (73.); die rumänische Schiedsrichterin Teodora Albon hatte nach einem Handspiel von Laura Georges auf den Punkt gezeigt.

Torschützin Martina Müller und „Spielerin des Spiels“ Lena Goeßling im Video-Interview

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Taktische Meisterleistung
„Ich kann es noch gar nicht fassen, dass wir Lyon mit einer taktischen Meisterleistung bezwungen haben“, freute sich Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann in der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Das wird noch ein paar Tage dauern, bis wir das realisiert haben. Es war eine tolle Atmosphäre an der Stamford Bridge.“

Popp als Außenverteidigerin
Dabei musste Kellermann sein Team wegen der Ausfälle der gelbgesperrten Viola Odebrecht und der kranken Verena Faißt auf zwei wichtigen Positionen umstellen. So erwies sich die Aufstellung von Alex Popp als linke Außenverteidigerin – eine Position, die sie zuletzt beim FCR 2001 Duisburg unter Trainerin Martina Voss-Tecklenburg bekleidete – genauso als richtiger Schachzug wie der Einsatz von Lena Goeßling auf der Doppel-Sechs und nicht in der Innenverteidigung.

Frühe Chance gibt Selbstvertrauen
Wolfsburg hatte die erste Chance des Spiels, als Kapitänin Nadine Keßler nur knapp das Lyoner Gehäuse verfehlte (4.) und das war bereits eine Art Initialzündung. „Das hat uns gleich Selbstvertrauen gegeben“, so Goeßling, die für ihre überragende Leistung zurecht zur „Spielerin des Spiels“ gekürt wurde.

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Wolfsburg beraubt Lyon seiner Stärken
Über weite Strecken der Partie gelang es den Wölfinnen gut, das Offensivpotenzial der Französinnen in Schach zu halten, die es oft mit Distanzschüssen versuchten und nur selten ihr spielerisches Potenzial voll ausschöpfen konnten. Ein Verdienst der Wolfsburgerinnen, die kompakt agierten und lange Laufwege gingen. „Man kann sie natürlich nicht ganz ausschalten, das wussten wir“, so Müller.

Glück und Geschick
So überstanden die Wolfsburgerinnen in der ersten Halbzeit eine viertelstündige Drangphase Lyons mit Glück und Geschick schadlos, etwa weil die starke Ivonne Hartmann bei einer Klärung kurz vor der Linie hellwach war und auch Torhüterin Alisa Vetterlein einen Glanztag erwischte und mehrfach glänzend reagierte, etwa gegen Amandine Henry oder anfangs der zweiten Halbzeit gegen einen Schrägschuss von Camille Abily. „Das war eine super Leistung und sie hatte eine exzellente Ausstrahlung“, so Kellermanns Lob.

Wolfsburg übersteht Lyons Drangphasen
Auch Lyons Drangphase anfangs der zweiten Halbzeit überstand Wolfsburg unbeschadet und im kurzen, kräftigen Regen kam die Elf nach einer guten Stunde wieder besser in die Partie. Zsanett Jakabfi setzte geschickt Müller ein, doch Lyons Torhüterin Sarah Bouhaddi kam rechtzeitig aus dem Tor und konnte klären (70.).

Der VfL Wolfsburg hat das Tripel geholt

Der VfL Wolfsburg freut sich über den Champions-League-Sieg gegen Olympique Lyon © Nora Kruse / ff-archiv.de

Müller verwandelt Handelfmeter
Und dann kam die Minute, die das Spiel entscheiden sollte: Nach einem Handspiel von Laura Georges trat Müller zum Elfmeter an und verwandelte sicher. „Es ist völlig egal, dass das Spiel durch einen Elfmeter entschieden wurde“, so die Torschützin. Und Goeßling ergänzte: „Wir wussten dann, dass es darum geht, Lyon von unserem Tor fernzuhalten.“

Magull sorgt für Entlastung
Die Einwechslung von Lina Magull sorgte für sichtlich Entlastung. „Sie hat uns gut getan mit ihrer Ballsicherheit und hat alles richtig gemacht“, so Kellermann. Und so überstand seine Elf die Schlussoffensive Lyons schadlos, Louisa Necib vergab in der vierminütigen Nachspielzeit die letzte Chance Lyons, die zuletzt 2010 ein Pflichtspiel in der regulären Spielzeit verloren hatten.

Lair: „Waren nicht effektiv genug“
Gäste-Trainer Patrice Lair meinte: „Das ist der Fußball. Wir waren nicht effektiv genug und haben nicht genug Druck erzeugt. Aber wenn man nicht trifft, kann man bestraft werden, und dann gab es das Handspiel und wir wurden bestraft. Wir haben nicht so gespielt, wie wir können.“

Thomis: „Wolfsburg hat es verdient“
Und Flügelflitzerin Elodie Thomis zeigte sich ebenfalls als faire Verliererin: „Wir haben ganz einfach zu viele Chancen liegen lassen. Das geht nicht in einem europäischen Finale. Wolfsburg hat es verdient. Sie haben ein starkes Team mit talentierten Spielerinnen.“

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56 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @xXx.Wir, die Anhänger und die Mannschaft der Wölfinnen entschuldigen uns bei Dir,daß wir mir einer solch unwürdigen Leistung es gewagt haben nicht nur CL-Sieger zu werden,sondern auch noch die „Unantastbaren“ vom Sockel gestoßen zu haben.Man kann nur hoffen,daß Dein Seelenheil nicht zu großen Schaden genommen hat, denn Du mußt nun ca. 1 Jahr aushalten,bis dieser „Schandfleck“getilgt werden kann,indem vielleicht OL mit erhöhtem Einsatz und noch mehr verpflichteten Top-Spielerinnen oder e.anderes würdiges Team unseren Platz einnehmen kann.Das nächste von uns verlorene Spiel wird Dir sicherlich Trost geben.

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  • Tobi sagt:

    Also riesen riesen glückwunsch an die wölfinnen das hätte ich mir nun wirklich nicht zu erträumen gewagt das sie den wettbewerb in dieser saison noch gewinnen. Ich bin auch der meinung das wer seine chancen nicht nutzt muss dafür bestraft werden, so musste ich das als langjähriger bayern ultra der männer schon bitter erfahren. Ich bin mir nicht sicher ob der vfl das duell gegen ol in einer früheren phase des tuniers mit 2 spielen gepackt hätten, doch etwas losglück gehört immer dazu, zudem war arsenal auch kein leichtes kaliber 😀 jetzt als titelverteidiger und tripplegewinner nächstes jahr setzte ich die erwartungen an die wölfinen in der cl etwas höher als ich sie zu diesem begin der spielzeit, das halbfinale kann gut wieder erreicht werden und ich hoffe das auch die turbinen über das achtelfinale hinaus kommen. es gibt ja noch diese inoffizielle klub wm in japan wo lyon letztes jahr mitgespielt hat, wäre ja ganz nett wenn der vfl auch an diesem tunier teilnehmen würde!

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  • Jan sagt:

    Manche scheinen mit zweierlei Maß zu messen: Lyon, spielbestimmend u. 2facher Titelverteidiger, verliere unverdient gegen verteidigende Wolfsburgerinnen. Deutschland, spielbestimmend u. 2facher Titelverteidiger, verliere verdient gegen verteidigende Japanerinnen (übrigens in Wolfsburg). Dabei erging es Lyon 2013 keinen Deut anders als Deutschland 2011! Oder meinen diejenigen etwa, Japan habe sich tapfer u. clever verteidigt, Wolfsburg hingegen verzweifelt u. glücklich? Jedenfalls sollten sich Frau Neid & Co. zur EM unbedingt ein überzeugenderes Erfolgsrezept gegen sich modern u. hartnäckig Verteidigende einfallen lassen!

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  • Karl sagt:

    @Jan: Volle Zustimmung! Genau daran musste ich auch schon waehrend des Spiels denken , und noch mehr nachdem ich so manche posts hier gelesen hatte. Obwohl ich eher auf einen Wolfsburger erfolg getippt hatte war ich doch ueberrascht dass es Wolfsburg geschafft hat Catenaccio zu spielen. Das haette ich mit dem zur Verfuegung stehenden Kader eigentlich nicht fuer erfolgversprechend gehalten, aber es hat funktioniert.

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  • jochen-or sagt:

    Glückwunsch nach Wolfsburg, aber insbesondere an Kellermann!
    Hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass die Wolfsburgerinnen dies sogar ohne Elfmeterschießen schaffen könnten.
    Aber wie Kellermann die personell angeschwächte Truppe mit den gerade genesenen Jakafbi u. Popp ein- und aufgestellt hat, das war bemerkenswert.
    Dies war dann genau die Situation, mit der eine so lange so erfolgreiche (Über-)Mannschaft wie Lyon in Schwierigkeiten gebracht werden kann! Eine defensiv eingestellte Mannschaft läßt einfach nichts zu und msn muss mehr bieten als sonst, insbesondere an Kampfkraft, die man in all den vorgegangenen Spielen nicht mehr abrufen musste und nach einem späten Rückstand auch nicht mehr so richitg abrufen kann.

    Ganz überragend wieder hier wie auch im Pokalendspiel: Gößling!
    Erst im Cupfinale in Köln habe ich erkannt, dass sie eine ausgesprochen schnelle Spielerin ist. Wenn sie sich bei der EM so rein hängt wie in den beiden letzten Spielen, kann man wirklich Großes von ihr erwarten.
    Schade, dass Martina Müller nicht in Schweden dabei ist.
    So ein Joker würde dem Team sicherlich gut zu Gesicht stehen.

    P.S. Georges drehte beim Handspiel den Arm zur Innenseite hin, so dass es für die Schiedsrichterin so aussehen musste/konnte, als wenn sie bewußt handelte. Von daher fand ich die Entscheidung zwar nicht zwingend (weil noch Renard vorher vor Georges hochgesprungen war), aber auch nicht so abwegig, wie dies manche hier sehen.

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  • H2O sagt:

    Eine Frage:
    Gibt es neben Conny Pohlers noch eine weitere Spielerin die die Championsleague mit 3 verschiedenen Vereinen gewonnen hat?

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  • hanah sagt:

    Glückwunsch an Wolfsburg:) Auch wenn ich für Lyon war muss ich sagen dass sich Wolfsburg diesen Sieg verdient hat!!;) Und auch noch ein:Yeaaahhhhh Bayern hat die Champions league gewonnen!!!!!!!!!;))))))))) Yeah:)

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  • wrack sagt:

    @ Jan, Karl: „Lyon, spielbestimmend u. 2facher Titelverteidiger, verliere unverdient gegen verteidigende Wolfsburgerinnen. Deutschland, spielbestimmend u. 2facher Titelverteidiger, verliere verdient gegen verteidigende Japanerinnen“

    Das ist natürlich nicht 1:1 vergleichbar. Wolfsburg hatte mehr klare Torchancen als die Japanerinnen (die hatten inc. Tor genau 2), Lyon dafür zumindest etwas deutlichere Möglichkeiten als die deutsche Mannschaft damals, es gab im WM-Viertelfinale keine umstrittenen Schiri-Entscheidungen und keinen letztendlich spielentscheidenden Elfmeter (Hätte Magull in der 90. getroffen, würden wir hier diskutieren ?), im Lyon-Spiel gab es keine Verlängerung und Deutschland spielte sozusagen daheim. Lyon war weit höher gewettet als Deutschland damals, obschon die Neid-Truppe gegen Japan auch Favorit war. Wolfsburg hatte nichts zu verlieren, die Natio neben dem „Abflug“ auch die Olympiade. In Deutschland stellte man nach der Niederlage nicht nur die Bundestrainerin in Frage (natürlich), sondern sogar die sportliche Zukunft des deutschen FF, angefangen mit der EM-Quali (!!!), in Frankreich wird man den Mißerfolg nach zwei CL-Titeln (Bei der Natio waren es nur 2 WM-Titel) als Betriebsunfall verbuchen und nicht das Ende der französischen Spielkultur voraussagen (Der Trainer ist wohl auch sicher ?!)

    Im Prinzip stimme ich euch aber zu, dass der Verteidigungskunst der Japanerinnen gegen die Natio 2011 hier damals größte Hochachtung entgegengebracht wurde, während einige hier heute verächtlich auf das Wolfsburger Kunststück herabblicken. Im Tischtennis sieht es spektakulär aus, im Fußball verachtet man offenbar die Ballonverteidigung… wenn sie ein deutsches Frauen-Team spielt.
    All das ändert aber nix daran: Wolfsburg ist bis zum Beweis des Gegenteils (in einem Jahr frühestens 😉 ) die beste Vereinsmannschaft Europas, weil es die CL gewann, die stärkste Liga Europas dominierte und auch noch den Pokal holte und dies alles kurz hintereinander. Quod erat demonstrandum.

    PS: OK, OK, ich würde das Finale in einer Woche nicht wiederholen wollen. Das hätten die Japanerinnen beim Viertelfinale damals auch nicht gern gemacht. Warum ? Weil ICH (und die Japanerinnen) es in beiden Fällen für sehr wahrscheinlich halte(n) , dass dann doch der Favorit triumphiert (hätte). Aber beweisen… kann das keiner.

    PPS: Ich verstehe die z.T. scharfen Diskussionen um die Handspiele nicht, wenn sie nicht als TEIL einer Schiedsrichter-Kritik gebracht werden. Soll Wolfsburg danebenschießen ? Hartmann Elfmeter reklamieren ? Die Schiri, die einen vglw. guten Job gemacht hat, das Pfeifen einstellen ? Oder kann man sich endlich einmal darauf einigen, auch als Fan bzw. Gegner die professionelle und faire Haltung Lairs und Thomis (s.o.) anzunehmen ? Und den Schiedsrichter, wenn er nicht gerade das Spiel verpfeift, wie einen Torpfosten betrachten, von dem der Ball einmal ins Aus und einmal ins Tor springt ?

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Natürlich ist die Diskussion um das Handspiel eine Schiedsrichterkritik. Und sicherlich hätte das Spiel anders verlaufen können, wenn Lyon den Elfer in der 1. Halbzeit bekommen hätte.

    Aber letztlich war das in gewisser Hinsicht auch eine Collina-Entscheidung. Um solche Entscheidungen zu fällen, musst du nicht nur gut sein, sondern auch auf dem Platz das Spiel lenken und leiten können, etwas, was keiner besser als Collina konnte.

    Er hätte gewusst, dass streng genommen das erste ein Elfmeter war und das zweite nicht, hätte aber wahrscheinlich keinen von beiden gegeben, um das Spiel offen zu halten und es nicht durch eine umstrittene Entscheidung in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Übrigens, auch mit ein Faktor, wieso gestern das CL-Finale derart qualitativ hochwertig war: Weil der Schiri die unauffälligste Person auf dem Platz war. Sicherlich, er hätte in der ersten Halbzeit ein oder zwei Elfmeter geben können, und Ribery, Dante und Lewandowski konnten von Glück sagen, dass sie nicht geflogen sind (am meisten Dante, der gelbvorbelastet Reus mit dem Fuß stümperhaft in die Magenkuhle tritt). Am Ende aber hat er seinen Job gemacht, denn das Ergebnis ging in Ordnung und die Spielqualität war extravagant, und genau das hätte so manche Entscheidung zerstören können.

    Doch das kann man bei den bisherigen Erfahrungen mit Schiedsrichterinnen nicht erwarten: Das vergleichsweise trifft es sehr gut. Wir können von Schiedsrichterinnen keine Wunderdinge erwarten und letztlich noch einmal: Wer 70 Minuten trotz klarer Feldüberlegenheit kein Tor schießt, der darf sich über so eine Gurke nicht beschweren!

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: „Natürlich ist die Diskussion um das Handspiel eine Schiedsrichterkritik.“
    Wenn deine Feststellung zutrifft, vergaßen fast alle betroffenen Kommentatoren die Conclusio der Kritik, nämlich ein Urteil über die Gesamtleistung der Schiri. Ich betrachte das als Indiz dafür, dass es einigen zumindest vordringlich nicht um die Schiri-Leistung ging.
    Konform gehe ich auch mit: „…sicherlich hätte das Spiel anders verlaufen können, wenn Lyon den Elfer in der 1. Halbzeit bekommen hätte.“

    Der Sinn solcher Feststellungen bei Spielanalysen leuchtet mir nur nicht ein. Wenn z.B. Keßler ihren Fallrückzieher am Anfang verwandelt hätte… Oder Goeßling kurz nach dem Anstoß einen erfolgreichen 35 Meter-Heber versucht hätte, als Bouhaddi weit vor dem Tor stand… Oder… Oder..
    Spiele sind zusammenhängende Geschichten, die man auch nur so erzählen bzw. akzeptieren kann. Veränderst du nur einen Satz, ein Wort, ja, einen Buchstaben, dann werden alle Blätter danach weiß. Deswegen ist der Konjunktivus Irrationalis nur ein Blender, der die Realität umschreiben will.

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  • sitac sagt:

    @wrack: nur ganz kurz. Spielnachbetrachtungen haben doch auch ihren Reiz. Sportschau und ZDF-Sportstudio leben in weiten Bereichen davon. Von Realität umschreiben wollen kann keine Rede sein. Das wäre doch paranoid.
    Dein Vergleich mit den vergebenen Torchancen hinkt. Hier geht es um Vermögen und Unvermögen. Natürlich auch um Glück und Pech, aber selbst beeinflusst, quasi schicksalshaft. Bei einem zu Unrecht gegebenen oder bei einem klaren, aber verweigerten Elfmeter, bei einem aus klarer Abseitsposition erzielten Tor, das gegeben wird, bei einem eindeutig regulären Tor, das zu Unrecht nicht gegeben wird, bei allen solchen Schiedsrichterentscheidung handelt es sich aber um reine Lotterie jenseits aller Leistung. Und wenn durch so einen Lottogewinn ein Spiel entschieden wird, ist es für mich, auch wenn ich mit einer Mannschaft noch so sympathisiere,eben keine pure Freude. Nur für mich ganz persönlich gesprochen.

    Ein Gedankenspiel: Wie sähe das Forum hier aus, wenn die Schiedsrichterin beim Handspiel von Hartmann gepfiffen hätte, bei Georges aber nicht? Und Lyon hätte 1:0 gewonnen.

    Wurde jetzt doch wieder länger. 🙁

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Was hat schon Sinn? Kommentare zu geschehenen Dingen haben nie Sinn, egal, welcher Natur! Man kann schreiben, was gut gelaufen ist, was schlecht gelaufen ist, ändern tut man nichts mehr, und soviel Einfluss, dass die Spielerinnen sich das anschauen und sagen: Hm, das hatte der oder die Recht!, hat hier denke ich keiner von uns.

    Medien sind immer Fiktion. Sie leben von dem menschlichen Trieb, Dinge verbessern zu wollen, von Analysen und neuen Ideen. Wenn wir hier also feststellen, wie die Regeln sind und was hier oder da möglicherweise falsch gelaufen ist, dann analysieren wir und schaffen Raum für Neues, für Klärung von Sachverhalten, die sich ergeben haben und für spannende Entdeckungen.

    Klar kann man auch über andere nicht geschehene Dinge reden, doch die haben keinen Anlass. Sie sind nicht griffig. Das, was wir hier haben, ist eine konkrete, bildlich aufgezeichnete Situation, anhand der wir Entscheidungen und mögliche Verbesserungen der Spielleitung analysieren können. Das ist keine Traumtänzerei, sondern wir befassen uns mit einzelnen Spielszene, um sie zu verstehen und mglw. zu sagen, dass das nicht korrekt so war.

    Das alles dient nur der Produktion von Wissen und Urteilsvermögen in bestimmten Situationen. Zu was das gut ist, ob sinnig oder unsinnig, wer weiß das? Es ist schließlich nur ein Hobby!

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  • FFFan sagt:

    Nachdem ich mir jetzt noch einmal die Zusammenfassung angesehen habe, fühle ich mich in der Auffassung bestätigt, dass die Schiedsrichterin in der Beurteilung der beiden (vermeintlichen) Handspiele so falsch nicht gelegen hat:

    – die Szene mit Hartmann ist für mich nicht elfmeterreif: der Ball wird ihr aus ganz kurzer Entfernung (maximal 1-2 Meter) an den Arm geschossen, sie hatte praktisch keine Chance zu reagieren. Das einzige, was hier für einen Strafstoß sprechen könnte, ist, dass der Arm nicht ganz angelegt ist („Vergrößerung der Körperfläche“).

    – bei Georges auf absichtliches Handspiel zu erkennen, ist sicher eine harte Entscheidung, aber doch vertretbar, denn die Hand geht klar zum Ball, der zuvor lange in der Luft war, auch wenn Renard ihn noch leicht berührt haben mag.

    Spielentscheidender war, dass es Wolfsburg gelungen ist, das Spiel des französischen Meisters im Mittelfeld zu ‚ersticken‘, worum sich besonders Goeßling und Keßler verdient machten. Auch mit seinen Personalentscheidungen lag VfL-Trainer Kellermann goldrichtig: Alisa Vetterlein, die im Tor wieder den Vorzug vor Burmeister erhielt, agierte fehlerlos und ohne den geringsten ‚Wackler‘, wurde so zum großen Rückhalt ihres Teams. Ivonne Hartmann, ebenfalls neu in die Elf gekommen, machte gemeinsam mit Henning einen tollen Job in der Innenverteidigung, und die dafür anstelle der gesperrten Odebrecht ins Mittelfeld vorgezogene Goeßling wurde für ihre überragende Leistung von der UEFA zu Recht als „Spielerin des Spiels“ ausgezeichnet. Ein geschickter Schachzug war schließlich auch die Aufstellung von Alex Popp als linke Außenverteidigerin, da sie eine schnelle Spielerin ist. Ich hatte hier im Vorfeld eher mit Steffi Bunte gerechnet, aber Thomis gegen Bunte wäre ein sehr ungleiches Duell gewesen (sozusagen TGV gegen Güterzug 😉 ).

    Alles in allem war es ein glücklicher, aber nicht unverdienter Sieg der ‚Wölfinnen‘ gegen einen Gegner, der zwar feldüberlegen war, aber aus seiner Überlegenheit zuwenig machte: Lyon hatte zwar mehr Torschüsse und mehr Ecken, wahrscheinlich auch mehr Ballbesitz, aber das Verhältnis der ‚Großchancen‘ war bereits ausgeglichen und in der einzigen Statistik, die wirklich zählt, hieß es am Ende „Wolfsburg 1, Lyon 0“!

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  • wrack sagt:

    @ sitac: „…wenn durch so einen Lottogewinn ein Spiel entschieden wird, ist es für mich, auch wenn ich mit einer Mannschaft noch so sympathisiere,eben keine pure Freude.“

    Du redest bei „Lottogewinn“ meiner Ansicht nach von einem „verpfiffenen“ Spiel, welches nach meiner Defintion deutlich mehr als eine NICHT oder WENIG umstrittene Fehlentscheidung zu Ungunsten eines Teams enthält und in dessen Niederlage resultiert. Wie ich schon schrieb, lag für Lyon (erst) ab der 73. Minute die Verlängerung nur ein Tor entfernt. Wenn der Klassenunterschied zwischen beiden Teams (an diesem Tag und nur der zählt) groß gewesen wäre, hätte das kaum ein Problem darstellen dürfen (In den 73 Minuten zuvor dito).
    Menschliche Schiedsrichter gehören zum Spiel. Menschen sind fehlbar, Pfosten rund, Plätze nie völlig eben, das Wetter bzw. der Wind manchmal „parteiisch“ usw.
    Hat der WM-Titel 1990 wegen des Elfmeters einen Makel ? Das EM-Golden-Goal von Bierhoff durch den häßlichen Torwartfehler ? Ist das „89 Minuten gestürmt und dann mit des Gegners einziger Chance den tödlichen Konter kassiert“ des Fußballs unwürdig ? Gehören Elfmeter nicht auch zum Spiel wie die Ecken und Freistöße ?
    Ich würde sogar (ohne Bezug zum aktuellen Spiel !) fragen: Gehören ungerechtfertigte Elfmeter nicht auch zum Spiel ? Sind sie nicht sogar ein kleiner, verfluchter, verwünschter, verdammter, aber essentieller Teil des dramatischen Reizes dieses Spiels ? Und hat nicht sogar eine falsche (nach neuestem Stand) Schiedsrichter-Entscheidung Geschichte geschrieben in Wembley ? Haftet deswegen auf dem WM-Titel der Engländer 1966 ein Makel ? Ich meine: Nein. Aber natürlich, das kann man anders sehen. Nicht mein Problem 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    Hier gibt’s noch zwei Videos zu den Wolfsburger Titelfeierlichkeiten:

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  • Altwolf sagt:

    Emotionale, schöne, unvergessliche Bilder und man sieht Wolfsburger und die Stadt WOB würdigen und ehren diese Leistung eines wirklichen Teams.Auch wenn das nicht alle FF-Fans so sehen,aber eine wild zusammengekaufte Truppe stellt sich nicht so dar..

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