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2013

VfL Wolfsburg gewinnt die Champions League

Der VfL Wolfsburg hat gleich bei seiner ersten Teilnahme die UEFA Women’s Champions League gewonnen. Der Deutsche Meister und Pokalsieger siegte gegen den zweifachen Titelträger Olympique Lyonnais mit 1:0.

Der VfL Wolfsburg hat die erfolgreiche Tradition deutscher Vereine in der UEFA Women’s Champions League fortgesetzt. Die Wölfinnen siegten gegen den favorisierten Titelverteidiger Olympique Lyonnais vor 19 300 Zuschauern an der Londoner Stamford Bridge mit 1:0 (0:0) und beendeten Lyons Serie von 95 Pflichtspielsiegen in Folge. Martina Müller erzielte mit einem verwandelten Handelfmeter den Treffer des Tages (73.); die rumänische Schiedsrichterin Teodora Albon hatte nach einem Handspiel von Laura Georges auf den Punkt gezeigt.

Torschützin Martina Müller und “Spielerin des Spiels” Lena Goeßling im Video-Interview

Taktische Meisterleistung „Ich kann es noch gar nicht fassen, dass wir Lyon mit einer taktischen Meisterleistung bezwungen haben“, freute sich Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann in der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Das wird noch ein paar Tage dauern, bis wir das realisiert haben. Es war eine tolle Atmosphäre an der Stamford Bridge.“

Popp als Außenverteidigerin Dabei musste Kellermann sein Team wegen der Ausfälle der gelbgesperrten Viola Odebrecht und der kranken Verena Faißt auf zwei wichtigen Positionen umstellen. So erwies sich die Aufstellung von Alex Popp als linke Außenverteidigerin – eine Position, die sie zuletzt beim FCR 2001 Duisburg unter Trainerin Martina Voss-Tecklenburg bekleidete – genauso als richtiger Schachzug wie der Einsatz von Lena Goeßling auf der Doppel-Sechs und nicht in der Innenverteidigung.

Frühe Chance gibt Selbstvertrauen Wolfsburg hatte die erste Chance des Spiels, als Kapitänin Nadine Keßler nur knapp das Lyoner Gehäuse verfehlte (4.) und das war bereits eine Art Initialzündung. „Das hat uns gleich Selbstvertrauen gegeben“, so Goeßling, die für ihre überragende Leistung zurecht zur „Spielerin des Spiels“ gekürt wurde.

Wolfsburg beraubt Lyon seiner Stärken Über weite Strecken der Partie gelang es den Wölfinnen gut, das Offensivpotenzial der Französinnen in Schach zu halten, die es oft mit Distanzschüssen versuchten und nur selten ihr spielerisches Potenzial voll ausschöpfen konnten. Ein Verdienst der Wolfsburgerinnen, die kompakt agierten und lange Laufwege gingen. „Man kann sie natürlich nicht ganz ausschalten, das wussten wir“, so Müller.

Glück und Geschick So überstanden die Wolfsburgerinnen in der ersten Halbzeit eine viertelstündige Drangphase Lyons mit Glück und Geschick schadlos, etwa weil die starke Ivonne Hartmann bei einer Klärung kurz vor der Linie hellwach war und auch Torhüterin Alisa Vetterlein einen Glanztag erwischte und mehrfach glänzend reagierte, etwa gegen Amandine Henry oder anfangs der zweiten Halbzeit gegen einen Schrägschuss von Camille Abily. „Das war eine super Leistung und sie hatte eine exzellente Ausstrahlung“, so Kellermanns Lob.

Wolfsburg übersteht Lyons Drangphasen Auch Lyons Drangphase anfangs der zweiten Halbzeit überstand Wolfsburg unbeschadet und im kurzen, kräftigen Regen kam die Elf nach einer guten Stunde wieder besser in die Partie. Zsanett Jakabfi setzte geschickt Müller ein, doch Lyons Torhüterin Sarah Bouhaddi kam rechtzeitig aus dem Tor und konnte klären (70.).

Müller verwandelt Handelfmeter Und dann kam die Minute, die das Spiel entscheiden sollte: Nach einem Handspiel von Laura Georges trat Müller zum Elfmeter an und verwandelte sicher. „Es ist völlig egal, dass das Spiel durch einen Elfmeter entschieden wurde“, so die Torschützin. Und Goeßling ergänzte: „Wir wussten dann, dass es darum geht, Lyon von unserem Tor fernzuhalten.“

Magull sorgt für Entlastung Die Einwechslung von Lina Magull sorgte für sichtlich Entlastung. „Sie hat uns gut getan mit ihrer Ballsicherheit und hat alles richtig gemacht“, so Kellermann. Und so überstand seine Elf die Schlussoffensive Lyons schadlos, Louisa Necib vergab in der vierminütigen Nachspielzeit die letzte Chance Lyons, die zuletzt 2010 ein Pflichtspiel in der regulären Spielzeit verloren hatten.

Lair: “Waren nicht effektiv genug” Gäste-Trainer Patrice Lair meinte: „Das ist der Fußball. Wir waren nicht effektiv genug und haben nicht genug Druck erzeugt. Aber wenn man nicht trifft, kann man bestraft werden, und dann gab es das Handspiel und wir wurden bestraft. Wir haben nicht so gespielt, wie wir können.“

Thomis: “Wolfsburg hat es verdient” Und Flügelflitzerin Elodie Thomis zeigte sich ebenfalls als faire Verliererin: „Wir haben ganz einfach zu viele Chancen liegen lassen. Das geht nicht in einem europäischen Finale. Wolfsburg hat es verdient. Sie haben ein starkes Team mit talentierten Spielerinnen.“