Potsdam verschiebt Wolfsburgs Meisterschaft

Von am 5. Mai 2013 – 22.21 Uhr 49 Kommentare

Der Meistertitel für den VfL Wolfsburg ist nur noch Formsache, doch erneut verpassten es die Wolfsburgerinnen, ihn vorzeitig unter Dach und Fach zu bringen. Der Tabellenführer unterlag beim 1. FFC Turbine Potsdam mit 0:2. Die Potsdamerinnen bleiben dadurch auf Tuchfühlung mit dem zweiten Rang, der die Champions-League-Qualifikation bedeutet.

Einen Zähler Rückstand hat Potsdam nach dem 21. und damit vorletzten Spieltag der Saison auf den zweitplatzierten 1. FFC Frankfurt, der in Bad Neuenahr lange zittern musste.

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Kerstin Garefrekes trifft
0:0 stand es zwischen dem SC 07 Bad Neuenahr und den Frankfurterinnen zur Halbzeit. Erst ein Treffer von Ex-Nationalspielerin Kerstin Garefrekes in der 72. Minute besiegelte den knappen 1:0-Sieg für die Frankfurterinnen, die nun am letzten Spieltag gegen den FC Bayern München unter Druck stehen. Denn während der 1. FFC Turbine Potsdam zum Saisonfinale zu Schlusslicht FSV Gütersloh 2009 reist, haben die Frankfurterinnen mit dem FC Bayern München die weit schwierigere Aufgabe.

Wolfsburger B-Elf verliert
Die gute Ausgangsposition haben sich die Potsdamerinnen mit einem 2:0 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg erarbeitet. Der Tabellenführer schonte in Potsdam gleich sieben Stammkräfte, Alexandra Popp, Luisa Wensing, Alisa Vetterlein, Nadine Keßler, Conny Pohlers und zunächst auch Martina Müller und Lena Goeßling. Teilweise seien sie angeschlagen, teilweise hätten sie seit Wochen durchgespielt, begründete VfL-Trainer Ralf Kellermann seine Entscheidung.

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Natasa Andonova brachte Potsdam auf die Siegerstraße. . © Volker Nagraszus, girlsplay.de

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SC Freiburg verpflichtet Lena Lotzen

Andonova und Bremer treffen
Vor 3720 Zuschauern Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion, darunter Schwedens Nationaltrainerin Pia Sundhage und Norwegens Trainer Even Pellerud, erzielten Natasa Andonova (15.) und Pauline Bremer (38.) die Treffer für die Gastgeberinnen. „Wir haben ein Spiel gesehen, das wir verdient gewonnen haben“, befand Turbine-Trainer Bernd Schröder und bekam Zustimmung von seinem Gegenüber, der einräumte: „Für uns war es wichtig zu sehen, wie weit die jungen Spielerinnen sind, um sich auf Topniveau bei diesem Spitzenspiel zu präsentieren. Das Ergebnis ist unterm Strich zweitrangig, wir haben wichtige Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen.“

Vor dem letzten Spieltag hat der VfL weiter drei Punkte Vorsprung auf den 1. FFC Frankfurt, aber das um 24 Treffer bessere Torverhältnis.

Punkteteilung in München
Auf dem vierten Rang liegt weiterhin der FC Bayern München, der allerdings gegen den FCR 2001 Duisburg nicht über ein 2:2 (1:1) hinauskam. Die Gäste zeigten eine gute erste Halbzeit, in der sie bereits in der achten Minute das 1:0 durch Barbara Müller erzielten. Die Führung hielt allerdings nur bis kurz vor der Halbzeit, dann gelang Nationalspielerin Lena Lotzen (41.) der Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel traf Sarah Hagen (67.) zur Führung für die Münchenerinnen, doch die Duisburgerinnen kamen zurück ins Spiel, und Gülhiye Cengiz gelang in der 87. Minute der 2:2-Ausgleich. „Ich bin sehr, sehr zufrieden, besonders, weil meine Mannschaft hinten heraus noch einmal richtig gut ins Spiel gekommen ist und nie aufgegeben hat,“ so FCR-Trainer Sven Kahlert.

Freiburg gewinnt beim FF USV
Der SC Freiburg hat sich mit einem 2:1 (1:1)-Auswärtssieg gegen den FF USV Jena auf den fünften Tabellenrang verbessert. Margarita Gidion gelang in der 20. Minute das 1:0 für den Sportclub. Fünf Minuten später legte Juliane Maier das 2:0 nach. „Das hat richtig Spaß gemacht, das Spiel anzuschauen“, sagte SC-Trainer Milorad Pilipovic nach dem Abpfiff. „Wir haben heute sehr gut gekämpft und sind viel gelaufen. Kompliment an die Mädels.“ Kurz vor dem Abpfiff gelang Carolin Schiewe (90.) noch der Anschlusstreffer für Jena. „Wir haben nicht den einfachen und klaren Fußball gespielt wie gegen Bayern München. Es waren einfach zu wenig gute Aktionen dabei. Die Leistungsschwankungen müssen wir abstellen, wir brauchen Konstanz“, so USV-Trainer Daniel Kraus.

Absteiger verlieren
Weitere Niederlagen haben die bereits als Absteiger feststehenden Mannschaften des FSV Gütersloh 2009 und des VfL Sindelfingen einstecken müssen. Trotz Führung durch Julia Schneider (18.) unterlag der VfL bei der SGS Essen mit 1:2 (1:0). Für Essen trafen Isabelle Wolf (52.) und Linda Dallmann (63.). Schlusslicht Gütersloh verlor nach torloser erster Halbzeit mit 0:3 bei Bayer 04 Leverkusen. Für die Werkself trafen Francesca Weber (63.), Isabelle Linden (75.) und Turid Knaak (84.).

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49 Kommentare »

  • ruhri sagt:

    Vielleicht interessiert sich noch jemand für: SGS Essen vs. VfL Sindelfingen

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  • waiiy sagt:

    @Sokrates: Die Formulierung “ einseitig zugunsten der (egoistischen ) Interessen seiner eigenen Mannschaft und zulasten der Frankfurterinnen“ ist irgendwie logisch oder steht auf Kellermanns Gehaltsmitteilung das Frankfurter Logo? Ist er nicht verpflichtet genau diese Interessen durchzusetzen? Könnte man ihm arbeitsrechtlich nicht etwas vorwerfen, würde er anders handeln? Ist schon irgendwie komisch, ihm vorzuwerfen, dass er für Wolfsburg alles richtig macht und es zuungunsten eines anderen Vereines (in dem Fall Frankfurt) tut. Dadurch wird übrigens der gesamte Post lächerlich.

    Woran hast Du erkannt, dass so wenige Wolfsburger im Stadion in Potsdam waren? Warst Du da? Hat die Kamera die Ränge abgeschwenkt? Gibt es Vergleiche zu Frankfurt? Ich kann sagen, dass ich im Stadion war und dass die Wolfsburger Fans gut erkennbar an mehreren Stellen im Stadion verteilt waren, unter anderem auf auf der Sitzplatz-Tribüne, die von den Kameras des dfb-TV nicht erfasst werden. Von daher ist eine solche Aussagen sehr vorsichtig zu formulieren, wenn man sie nicht beweisen kann.

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  • waiiy sagt:

    @Alice: Ich denke, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen und dass das der wichtigste Grund für Kellermann man, die Schlüsselspielerinnen zu schonen. Aber alle, die anderes behaupten, müssen ja auch nicht mit der Mannschaft arbeiten, wenn sie vor dem Pokalfinale psychologisch angeschlagen wäre.

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  • Matze sagt:

    @enthusio: Hier nochmal zum langsam lesen und verstehen das Originalzitat von Ralf Kellermann:

    „„Wir haben an diesem Wochenende die Chance, ein wenig zu rotieren und auf Positionen zu testen“, erklärt Cheftrainer Kellermann. „An erster Stelle steht aber, dass wir uns gut verkaufen. Es wird eine top Truppe auf dem Platz stehen.“ Dass Turbine sich noch berechtigte Hoffnungen auf Platz zwei mache, sei ihm klar, räumt Ralf Kellermann ein. „Insofern sind wir es Frankfurt schuldig, uns bestmöglich zu präsentieren.“

    Man beachte das Wörtchen „bestmöglich“.

    Und als Fan kann ich auch mal meinen Kopf gebrauchen und mir ausrechnen, das da nicht 8 Nationalspielerinnen auflaufen werden. Das richtige Spitzenspiel wird in Köln stattfinden.

    „Insofern sind wir es Frankfurt schuldig“ aus Gründen der Fairness.
    Aber er ist es in erster Linie dem VfL schuldig, das er mit der „BESTEN“ Aufstellung in die letzten grossen Spiele gehen kann.

    Und seit wann muss ein Trainer sich darum sorgen, das ein Konkurent einen CL-Platz erreicht?

    Ganz davon abgesehen hat Frankfurt immer noch beste Chancen auf Platz 2.

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  • neutral77 sagt:

    boah, langsam kann man das alles nicht mehr lesen.

    liebe potsdam und frankfurt fans –
    hätte potsdam seine hausaufgaben in essen und in frankfurt und hätte frankfurt seine in freiburg und in jena gemacht, dann hätte man wolfsburg gar nicht erst in eine so komfortable situation gebracht …
    also bedankt euch bei euren teams und jammert hier jetzt nicht rum welche spielerin bei wolfsburg gespielt und welche nicht gespielt hat, bzw. was im vorfeld gesagt oder auch nicht gesagt wurde !!!!

    @ sheldon und sokrates
    tut mir leid, aber euer geschriebener beitrag(blödsinn) gipfelt mal wieder über allem und ist leider keinen kommentar wert.
    übrigens = euer neid ist unsere bestätigung 🙂

    ach ja und für die, die hier von einer schlechten b-elf sprechen – ich glaube mannschaften wie essen, neuenahr, gütersloh, sindelfingen, jena und duisburg würden sich über so eine zum fraß vorgewurferne b-elf freuen, denn die haben alle mit 5 bis 6 gegentore das karli verlassen (und auch leverkusen hat eine woche vorher ein tor mehr kassiert)!!

    und interessant wäre auch der vergleich wenn bei potsdam eine elf aufläuft wo 2 spielerinnen ihr bundesligadebüt geben, 2 spielerinnen spielen die in diesem jahr das erste mal buli spielen und noch nicht so viele einsatzzeiten hatten sowie 2 die ihren platz mehr auf der bank haben plus torfrau nummer 2. diese elf lassen wir am vorletzten spieltag in wolfsburg auflaufen, die sehr heimstark sind und für die es noch um einen champions-league-platz geht. wenn wir das ergebniss dann sehen, dann können hier einige ihre behauptung aufstellen, welche ersatzbank bzw. nachwuchsspieler stärker oder schwächer sind …

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  • Nummer7 sagt:

    Bravo Neutral77!!!

    Wenn es Potsdam und auch Frankfurt nicht selbst hinbekommen, sondern noch Unterstützung von Wolfsburg brauchen um sich für die CL zu qualifizieren, dann finde ich es ganz schön traurig. Dann hätten es eigentlich beide verdient NICHT die Qualifikation zu
    schaffen. Und so eine gute Potsdamer Mannschaftsleistung war das was wir am Sonntag gesehen haben auch nicht.

    Es ist völlig verständlich das Wolfsburg die Stammkräfte für noch 3 wichtige Spiele schont. Zumal 2 Wochen nach dem CL-Finale schon wieder die Vorbereitungen für die Nationalmannschaft anlaufen.

    Ich freue mich auf ein spannendes Pokalfinale in Köln, wo die bessere Mannschaft gewinnen möge.

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  • Linda sagt:

    Ganz schwache Kommentare hier zum Teil – Wolfsburg geht seit Wochen die Puste aus, übrigens etwas, was von vielen in der Winterpause (auch hier nachzulesen) erwartet wurde und auch nicht verwunderlich ob der vielen Englischen Wochen erscheint. Wolfsburg kann tatsächlich froh sein, dass sie die Meisterschaft sicher haben, denn die mentale Frische hat in den letzten Spielen, in Duisburg, Frankfurt, Potsdam, teils sogar in Leverkusen, gefehlt. Zum anderen waren die letzten Wochen ausschließlich Auswärtsspiele, das macht das Hammer-Programm nicht einfacher. Es haben sich ein paar Spielerinnen verletzt, vor allem natürlich Jakabfi, die dem VfL unheimlich fehlt. Wer nun von Wolfsburg verlangt, in einem solchen Spiel die erste Elf aufzustellen… tut mir leid aber… dem geht es generell nur darum, Wolfsburg zu kritisieren, mit der realen Situation hat das nichts zu tun. Frankfurt hat alles in den eigenen Händen – jetzt auf Wolfsburg raufzudreschen ist ja wohl das allerletzte.

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  • enthusio sagt:

    @ruhri:
    Isabelle Wolff entwickelt sich als Einwechselspielerin ja langsam zur Spielerin mit Torgarantie: 3 Treffer in 4 Spielen nach ihrer Einwechselung, nicht schlecht !

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    So schlecht hat sich die wolfsburger „B-Elf“ doch gar nicht präsentiert!!!
    Ihre Vorstöße waren fast durchgängig sehr gefährlich, und ihre schnellen Spitzen ließen vor allem unsere beiden DFB-Kickerinnen zeitweise ziemlich alt aussehen!!!
    Wenn Blässe zu Beginn nicht den Außenpfosten, sondern ins Tor getroffen hätte, wäre die Partie vielleicht auch ganz anders gelaufen!!!
    Die Probleme die die Wölfinnen hatten sind uns in Potsdam nur all zu gut bekannt!!!
    Wenn eine Mannschaft nicht richtig eingespielt ist/sein kann, dann passieren solche Abspielfehler, Stellungsfehler, und Mißverständnisse!!!
    Hier ist Ralf Kellermann in Zukunft gefordert, seine Reservistinnen viel mehr in seine Mannschaft mit einzubeziehen!!!
    Ob das jetzt junge Spielerinnen sind oder bereits Erfahrene, sie müssen Spielpraxis im Erstligateam bekommen, auch wenn KESSI & Co mal nicht angeschlagen oder verletzt sind!!!

    Sicherlich hätte TURBINE auch noch ein-zwei Tore höher gewinnen können, aber dazu muß man eben die Chancen besser nutzen!!!
    In Köln werden wir mit dieser Quote sicher keinen Blumentopf gewinnen!!!

    Überhaupt tun hier Einige so, als wenn Potsdam zur Zeit in Top-Form wäre!!!
    Unsere Probleme in der Abwehr, im Mittelfeld und leider auch im Sturm sind seit langem bekannt, und zeigten sich Sonntag genauso wie schon in München, Essen oder Frankfurt!!!
    Der Unterschied zu diesen Spielen war lediglich der, daß TURBINE diesmal mit Herz und Kampfgeist in diese Partie ging, und das wir diesmal zumindest zwei unserer Torchancen nutzen konnten!!!

    Einen großen Anteil an beiden Faktoren hatte NATASCHA ANDONOVA!!!
    Sie war an beiden Treffern beteiligt, und zeigte genau diesen Kampfgeist und Einsatzwillen, der uns in den besagten Spielen davor leider gefehlt hatte!!!
    Selten hat so ein Gedankenspiel; „was wäre gewesen, wenn sich NATASCHA in London nicht verletzt hätte“ einen größeren Reiz ausgeübt!!!
    Hätte sie womöglich, trotz ihrer Jugend, die Leaderin sein können, die uns so dringend gefehlt hat???

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