DFB-Elf erkämpft Remis gegen die USA

Von am 5. April 2013 – 20.08 Uhr 36 Kommentare

Herzschlagfinale: Nach einem 1:3-Rückstand konnte die DFB-Elf gegen die USA mit zwei Treffern in der Schlussphase eine neuerliche Niederlage gegen den Weltranglistenersten abwenden.

Im Stadion auf dem Bieberer Berg in Offenbach kam die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid vor 16 090 Zuschauern zu einem 3:3 (0:0). Abby Wambach (47.) und Megan Rapinoe (55.) hatten die US-Amerikanerinnen in Führung gebracht, ehe Kim Kulig verkürzen konnte (63.). Alex Morgan sorgte dann für den Weltranglistenersten für die scheinbare Entscheidung (71.), d0ch Célia Okoyino da Mbabi durch einen verwandelten Foulelfmeter (85.) und Anja Mittag (86.) verhinderten die drohende Niederlage.

Highlights der Partie anschauen

Anzeige

Fünf Änderungen
Neid veränderte ihre Startelf gegenüber der 0:2-Niederlage gegen die USA beim Algarve-Cup-Finale auf fünf Positionen, und die DFB-Elf fand gut in die Partie. Nach einer Ecke von Melanie Behringer kam Luisa Wensing zum Kopfball, Rapinoe klärte auf der Linie (3.).

Guter Beginn der DFB-Elf
Nur kurz darauf verfehlte Okoyino da Mbabi nur knapp eine Hereingabe von Leonie Maier (5.), Linda Bresonik setzte einen Schuss über das Tor (7.). Doch die Amerikanerinnen fanden nun besser in die Partie, Lauren Cheney prüfte zweimal Nadine Angerer (9., 12.).

Pfeilschnelle Morgan
In der intensiv geführten Partie konnten sich aber beide Teams nur selten Räume verschaffen, die brandgefährliche Alex Morgan schoss über das Tor (20.), genauso wie auf der Gegenseite Kim Kulig (26.).

Jetzt lesen
DFB-Kader für Kanada-Spiel nominiert

DFB-Elf im Glück
Die USA blieben weiter gefährlich, als Morgan sich am linken Flügel durchsetzte, Angerer den Schuss von Cheney aber sicher hielt (33.). Und die DFB-Elf hatte Glück, dass Heather O’Reilly bei einem Kopfball an den Pfosten knapp im Abseits stand (35.).

Célia Okoyino da Mbabi feiert Torschützin Kim Kulig. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Célia Okoyino da Mbabi feiert Torschützin Kim Kulig. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Eiskalte Amerikanerinnen
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es die kalte Dusche: Rapinoe flankte ungestört von rechts, Abby Wambach verwertete per Kopf zur US-Führung (47.). Die DFB-Elf schien nun ein wenig verunsichert und die USA schlugen daraus erneut Kapital: Rapinoe überwand mit einem platzierten Schrägschuss Angerer aus 14 Metern, nachdem Wambach eine Flanke von Shannon Boxx verlängert hatte (55.).

Kulig verkürzt
Cheney hatte mit einem Schuss übers Tor die nächste US-Chance gegen nun eine immer unsortiertere deutsche Elf (58.). Doch die Gasgeberinnen gaben sich noch nicht geschlagen, nach einem Pass der eingewechselten Bianca Schmidt verwertete Kim Kulig den Abpraller zum Anschlusstreffer (63.).

Morgan sorgt nur scheinbar für Entscheidung
Doch schon kurz darauf hatte Deutschland Glück, dass nach einem Freistoß von Rapinoe einem Kopfballor von Cheney wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verwehrt blieb (66.). Doch kurz darauf klingelte es erneut im deutschen Kasten, Morgan verwertete eiskalt nach Pass von Cheney mit einem Heber (71.). Die DFB-Elf versuchte dagegenzuhalten, Marozsán schoss übers Tor (74.).

DFB-Elf schlägt zurück
Nach einem Foul von US-Kapitänin Christie Rampone an Célia Okoyino da Mbabi verkürzte die gefoulte Spielerin selbst zum 2:3 (85.). Und keine 120 Sekunden später gelang der DFB-Elf gar der Ausgleich, als Anja Mittag eine Hereingabe von Verena Faißt aus kurzer Distanz verwertete (86.). In der Nachspielzeit verhinderte die DFB-Elf auf der Linie den vierten Gegentreffer, Faißt klärte einen Kopfball der eingewechselten Sydney Leroux, so dass es für die DFB-Elf beim schmeichelhaften Remis blieb.

Deutschland – USA 3:3 (0:0)

Deutschland: Angerer – Maier, Wensing, Bartusiak, Peter (57. Schmidt) – Keßler, Kulig – Bresonik (60. Mittag), Marozsan (88. Popp), Behringer (46. Faißt) – Okoyino da Mbabi

USA: Barnhart – Dunn, Rampone, Engen, Mewis – Boxx, Cheney, Rapinoe, O´Reilly (77. Heath) – Wambach (79. Leroux), Morgan

Tore: 0:1 Wambach (47.), 0:2 Rapinoe (55.), 1:2 Kulig (63.), 1:3 Morgan (71.), 2:3 Okoyino da Mbabi (85. Foulelfmeter), 3:3 Mittag (86.).

Gelbe Karte: Boxx

Schiedsrichterin: Christina W. Pedersen (Norwegen)

Zuschauer: 16.090

Schlagwörter:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

36 Kommentare »

  • Kalki sagt:

    Warum alle so begeistert von Leonie Maier sind kann ich nicht ganz nachvollziehen ,ums mal ganz banal auszudrücken wie ich sie fand nach vorne hui nach hinten pfui.
    Das war überhaupt die grösste Schwäche im Spiel das sie viel zu offensiv war und beim umschalten auf die Defensive entweder komplett fehlte oder einfach zu spät kam.So konnten die Amis locker leicht die Defensive meist überrennen.Also vom taktischen her war das wahrscheinlich das schlechteste seit langem was die DFB-Elf zustande gebracht hat in der 2.HZ.

    (0)
  • Karl sagt:

    Ich stimme der Einschaetzung von Gerd Karl zu. Das einzige was nicht ganz klar wird ist ob das Foul an Celia ein absichtliches foul war oder nicht. Bei der Scene die zum Tor durch Anja Mittag fuehrte hat Celia die Torfrau noch nicht mal beruehrt. Allenfalls wurde sie von ihrer amerikanischen Gegenspielerin gefoult. Sieht so aus als haette Gerd Karl das Spiel tatsaechlich gesehn, bei den anderen habe ich da so meine Zweifel.

    Durch die Einwechslung von Anja Mittag und Bianca Schmidt kam die deutsche Mannschaft nach dem Durchhaenger zwischen Ende HZ1 und Beginn HZ2 wieder besser ins Spiel.

    @silvijaaa : Wer waere denn deiner Meinung nach eine Weltklasse Stuermerin? Vielleicht Marta oder Abby Wambach ?
    Die haben aber keinen deutschen Pass. Ich weis auch nicht ob es sinnvoll waere Inka Grings zu reaktivieren, aber
    von dem was wir mit deutschem Pass haben sind Celia , Maro und Mittag sicher am naehesten an der Weltklasse dranm,
    zumindest aus der Sicht der gegnerischen Abwehrspielerinnen und Trainer. Und aus meiner Sicht natuerlich auch.

    (0)
  • waiiy sagt:

    Das Kopfballspiel in der Abwehr ist einfach erschreckend. Gut, dass das andere Nationen so noch nicht entdeckt haben bzw. keine kopfballstarken Spielerinnen haben.

    (0)
  • enthusio sagt:

    Für mich war übrigens Bianca Schmidt auf deutscher Seite die „Spielerin des Spiels“ (Anmerkung: sie ist übrigens bei den Wahlvorschlägen des „Fanclubs Deutsche Nationalmannschaft“ auf dfb.de merkwürdigerweise nicht aufgeführt. Durch ihre Einwechselung wurde das Angriffsspiel über den rechten Flügel deutlich belebt und sie war maßgeblich daran beteiligt, die sich abzeichnende Niederlage doch noch mit großem Engagement und Einsatz zu verhindern. Es freut mich für sie, dass sie nach ihrer Verletzung so schnell wieder ins Spiel zurückgefunden hat.

    (0)
  • Hugo_der_Troll sagt:

    @enthusio:

    Bianca Schmidt wird bei der Wahl leider nicht aufgeführt, weil nur die Spielerinnen aufgeführt werden, welche mindestens 45 Minuten gespielt haben. Sprich: Alle Spielerinnen von Start an und Verena Faißt, da diese die komplette zweite Halbzeit gespielt hat. Bianca Schmidt hat keine 45 Minuten mindestens gespielt.

    Finde diese Ausfall nicht ansprechend. Angenommen, ein Spiel läuft 50 Minuten nicht wirklich, ein Wechsel findet statt und diese neue Spielerin reißt alles um und finde die Gewinnerin des Spieles. Die Fans könnten Sie nicht wählen.

    Dies jetzt persönlich jedoch nicht auf Bianca SChmidt gesetzt, da ich sie für das Spiel gestern nicht wählen würde und eine andere Spielerin, welche glücklciherweise über 45 Minuten dabei war, von mir die Stimme bekamm.

    (0)
  • foxi sagt:

    Sicherlich erhitzen sich immer die Gemüter über die Rechtmäßigkeit von Elfmeter- und Abseitsentscheidungen. Aber bitte nicht vergessen, dass die US-Girls auch schon so manchen Treffer aufgrund strittiger Entscheidungen erhalten haben, u.a. Wambach hat in der Vergangenheit auch schon gern einmal „geschwalbt“ und Elfer bekommen. Nun ist es eben mal umgekehrt. An der deutschen Defensive fand ich die Fehler der jungen Spielerinnen wie Maier und Wensing allerdings nicht so erschreckend wie die Schwäche von B.Peter – was ist mit der los? – und die Abspielfehler von Bartusiak, die sich ja in den letzten Spielen eigentlich wieder gefangen hatte. Nach vorn braucht das Team nach wie vor viel zu viele Chancen, um mal eine reinzumachen. Bei der EM wird es drauf ankommen, gegen die starke französische Hintermannschaft auch mal ein Tor zu erzielen und die französische und schwedische Offensive in den Griff zu kriegen. Gegen die anderen Nationen dürfte es bei voller Konzentration und Leistungsfähigkeit eigentlich reichen.

    (0)
  • Petra E. Klein sagt:

    Da ich Fan beider Manschaften bin , insbesondere von Abby Wambach ,fällt es mir doch recht schwer mich über Sieg oder Niederlage von einem der Beiden zu freuen !
    Also ist ein Unentschieden immer noch das Beste !
    Doch die USA wurde gestern um Ihren Sieg ,dank schlechter Schiedsrichterleistung betrogen !
    Cheney`s Tor hätte gegeben werden müssen , da Boxx im passiven Abseits stand und Angerer nicht behindert hat .
    Auch der Elfmeter war ungerechtfertigt , da Célia über die Füsse einer liegenden Spielerin (Ramponi) fiel .
    Auch das Tor von Anja Mittag hätte nicht zählen dürfen da Cèlia die US Torhüterin zuvor foulte !
    Also Endergebniss 4:1 !!!
    In der 1. Halbzeit waren die Deutschen die klar dominierende Manschaft , aber wie so oft nicht fähig ihre Überlegenheit in Tore umzuwandeln , und die USA kahmen immer besser ins Spiel .
    Mit Beginn der 2. Halbzeit kahm dann voll der „Schludrian“ ! Keine Kopfballstarke Abwehrspielerin bei Abby? während einer Ecke? , fataler Fehler !!! 0:1 USA .
    Für Abby freut es mich sehr da sie für mich die Nr. 1 in der Welt ist und auch immer bleiben wird !
    Danach stimmte die Zuordnung überhaupt nicht mehr und bald stand es 0:2 USA ! Super Tor Megan !
    Und in der Mitte und Hinten einmal nicht aufgepasst und schon ist Alex Morgen auf und davon zum 3 Tor für die USA .
    Es muß noch vieles in der Deutschen Manschaft getan werden , denn ein Spiel geht über 90 Min. und manchmal auch länger .
    Die USA liegen Gottlob nicht in Europa sonst wüßte ich wie der neue Europameister im Frauenfussball 2013 heißt !!!

    (0)
  • enthusio sagt:

    @Hugo_der_Troll:
    Deine an sich logische Begründung kann nicht stimmen, denn Anja Mittag ist auch in der Wahlliste aufgeführt worden, obwohl sie erst in der 60. Minute (und damit 3 Minuten später als Schmidt) eingewechselt wurde. Für sie hätten dann die gleichen Kriterien gelten müssen wie für Schmidt und übrigens auch Alex Popp.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    Von mir hier zunächst einmal ein großes Kompliment an die deutsche Mannschaft. Das war gestern wirklich Fußball, der zwei Kontinentalmeistern würdig war. So darf man gerne Europameister werden. Wirklich, ich bin zufrieden mit der Leistung in Anbetracht des Gegners.
    Für mich hat Angerer gestern wirklich mal ein fantastisches Spiel gemacht. Aber auch die Abwehr, da gab es eigentlich keine, die wirklich enttäuscht hat. Klar gab es viele Fehlpässe und viele Bälle, die einfach nach vorne geschlagen wurden. Aber bei dem Gegner passiert das nunmal. Wensing hat gegen Wambach einen sehr guten Job gemacht, auch Bartusiak und Peter haben unauffällig, aber nach hinten solide gespielt.
    Natürlich gab es auch viele Fehler, Maier wurde einige Male überlaufen, weil sie sehr viel nach vorne gearbeitet hat, Wensing stand oft nicht dicht genug am Gegenspieler, aber das passiert.
    3 Tore hört sich viel an, aber diese Tore dürfen passieren und sie werden passieren. Das war einfach fantastisch von den Amis gemacht, jedes Einzelne. Wambach kann man nicht über 90 Minuten stillhalten und schon gar nicht bei Standards, Rapinoes Schuss saß einfach wie ne Eins nach fantastischer Vorlage von Boxx und auch Morgans Tor war ihrer Klasse und der Qualität der Vorlage geschuldet und nicht etwa Wensings Fehler.

    Man hat gestern einfach defensiv gemerkt, dass man es wirklich mit der zur Zeit besten Mannschaft der Welt zu tun hatte.

    Die Doppelsechs habe ich gestern tatsächlich schwach gesehen, insbesondere eine Kim Kulig. Sie ist zur Zeit von denen, die dort gestern auf dem Platz standen, die Einzige, die zur Zeit nicht N11-tauglich spielt.
    Keßler habe ich etwas besser gesehen, zumindest war sie an zwei Toren beteiligt (beim 1:2 spielte sie den fantastischen Pass auf Schmidt hinter den Rücken der Abwehr, beim 3:3 spielte sie Faißt auf dem Flügel frei). Allerdings scheint sie ein Manko zu haben: Sie kann nur mit Spielerinnen spielen, die sie aus dem Verein kennt. Das konnte man einige Male sehen. Die Kombinationen, an denen sie beteiligt war, liefen immer über Wolfsburgerinnen oder ehemalige Potsdamerinnen. Da scheint ihr das Training in der N11 noch nicht wirklich zu nützen.
    Beinahe verloren gegangen wurde das Spiel eigentlich über Außen. Deutschland war so lange das bessere Team, solange über die Außen Betrieb gemacht wurde. Maier ist hier in der 1. Halbzeit hervorzuheben, die gut mit Bresonik harmoniert hat. Damit war der Druck zumeist auf Seiten der Amis.
    Über links wurde das dann wieder in der 2. Halbzeit durch Faißt so, die zwei Tore aufgelegt hat.

    Dass nur wenig Druck über Außen kam, hatte meines Erachtens auch Einfluss auf die Leistung von Celia. Wenn du nunmal so spielst, als hättest du 8 Abwehrspielerinnen auf dem Platz, dann kannst du vorne nicht die Löcher für die Stürmerinnen leisten. So habe ich Celia eigentlich fast immer mit dem Rücken zum US-Tor erlebt.

    Die offensiv Stärkste war Marozsan, die ein technisch absolut fantastisches Spiel gemacht hat, eines ihrer besten in der N11, wie ich finde. Sie war Dreh- und Angelpunkt fast aller Aktionen. Gerade ihr Zusammenspiel mit Maier war a la boneur. Sie war auch die einzige, die mal nach vorne in die Spitze vorgestoßen ist, z.B. in der ersten Halbzeit, als Maier sie mit einem langen Pass bediente, der aber minimal zu lang war.

    Generell fehlten dem deutschen Team gestern zumindest zwei wichtige Spielerinnen in diesem Spiel, nämlich Goeßling auf der Doppel-6 und Bajramaj auf dem rechten Flügel. Mit diesen beiden würde der Offensivdruck deutlich stärker.
    Zudem würde ich anhand der gestrigen Ereignisse gegen starke Teams ein System ohne echten Stürmer bevorzugen, in dem sich Marozsan und Keßler die „10“ und „9“ aufteilen. Beide Spielerinnen haben den Zug zum Tor und kommen aus der Tiefe. Beide Spielerinnen haben beide Positionen in ihren Vereinen schon gespielt. Das bringt aber nur etwas, wenn die offensiven Mittelfeldspielerinnen eher Außenstürmerinnen sind als verkappte Außenverteidigerinnen. Auf rechts wäre bei mir Bajramaj gesetzt, auf links hätte man mehrere Optionen: Popp, die diese Rolle schon im Verein gespielt hat, Celia, Mittag, die diese Rolle als Linksstürmerin auch im Verein bereits gespielt hat oder Lotzen, die auf dieser Position eigentlich sogar zuhause ist.

    Für mich wäre für die EM eigentlich folgendes Szenario perfekt, die Chancen, dass Deutschland die EM damit erfolgreich gestaltet, wären zumindest extrem hoch:

    Startaufstellung: Angerer – Maier/Schmidt, Wensing, Bartusiak, Faißt/Peter – Odebrecht/Bresonik, Goeßling – Bajramaj, Marozsan, Celia – Popp
    Dadurch beginnt man mit drei nominellen Spitzen, sodass der Druck nach vorne enorm hoch wäre. Die offensivste Variante wäre sicherlich Maier und Faißt auf den Außenpositionen, die extrem hoch stehen würden und dadurch den Druck nach vorne noch stärker erhöhen würden. Hier sollte man vor der EM unbedingt noch die Kombinationen durchprobieren, welche Paare auf den Außenbahnen am besten harmonisieren. Für die Vorrunde würde dieser Offensivdruck gegen Mannschaften wie Niederlande oder Island höchstwahrscheinlich bereits reichen.

    In der zweiten Halbzeit dann würde man, wenn das Rezept bisher nicht funktioniert hat, wie bei den Männern die Frontstürmerin rausnehmen und Keßler bringen (wahlweise Marozsan, wenn Keßler beginnt). Das Modell, wie es bei den Männern gegen Frankreich gespielt wurde, sehe ich als exzellente Vorlage.
    Der Vorteil dieses Systemwechsels ist, dass der Gegner nicht reagieren kann und in der Konsequenz vollkommen überfordert wird, da die Zuteilung nicht mehr klar ist. Gerade wenn dieser Wechsel innerhalb der zweiten Halbzeit kommt, ist eine Umstellung so schnell nicht möglich.
    Die Außen würden weiter Druck machen, sodass im Zentrum Löcher entstehen. Hier gibt es jetzt allerdings nicht mehr eine Person, die dort steht und demzufolge auch einer Abwehrspielerin zugeteilt ist, sondern es stoßen jetzt wahlweise Keßler oder Marozsan, aber auch Odebrecht/Kulig oder Goeßling ins Zentrum. Dadurch wird es möglich, eine taktisch gut eingestellte Defensive, wie wir sie beispielsweise bei Dänemark erlebt haben, aufzulösen und so zum Torerfolg zu kommen.

    Deutschlands Manko ist, dass man zu berechenbar ist. Damit stellen sie das genaue Gegenteil der Männerelf dar. Bei Silvia Neid ist es vor dem Spiel schon relativ klar, wen sie aufstellt, auf der einen oder anderen Position schwankt es zwar, aber im Großen und Ganzen ist es klar. Auch das System ist klar, und auch die Spielweise. Der Gegner kann Deutschland ausrechnen und so gut verteidigen. So kommt man selbst zwar nicht unbedingt zum Torerfolg, kann aber zumindest ein Unentschieden erlangen, selbst als „kleiner“ Gegner wie Niederlande oder Island.
    Bei der Männerelf ist es total anders. Da ist überhaupt nichts ausrechenbar, gerade eben, weil Löw mit Stürmer oder ohne Stürmer spielen lassen kann. Dadurch verändert sich das Spielsystem und auch die Spielweise vollkommen.
    Jede Position ist mehrfach besetzt, im defensiven Mittelfeld hat man mit Gündogan, Khedira und Schweinsteiger Spielmacher aus den drei besten Teams der Welt (wahrscheinlich 3 von 4 CL-Halbfinalisten), mit Kroos kommt ein weiterer dazu, der auch die „10“ spielen kann, wo man mit Özil und Götze/Reus ebenfalls die „10“er von absoluten Topmannschaften hat.
    Auf den Außen ist zwar Müller gesetzt, doch auf links hat man mit Draxler, Reus, Schürrle und Podolski eine unglaubliche Auswahl.
    Und vorne hat man mit Götze und Gomez zwei individuelle Meister, die verschiedener nicht sein könnten.

    Fakt ist: Es gilt bei den Frauen, offensiv variabler und druckvoller über Außen zu werden. Die offensive Qualität haben wir ja, es gilt sie nun bestmöglich einzusetzen.

    (0)
  • gerd.karl sagt:

    die spielerin in der deutschen abwehr die wieder enttäuscht hat war saskia bartusiak.
    nicht luisa wensing, die sehr gut gespielt hat, hat das 3-1 verschuldet sondern bartusiak.
    sie hat nämlich durch eine ungeschickte ballannahme, wo ihr dann der ball 7 meter vom fuss sprang, die flancke zu morgan ausgelöst.

    es wird zeit das man saskia bartusiak eine auszeit gibt, und duch tabea kemme ersetzt.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    Achso, ein kleiner Nachtrag zur Schiedsrichterleistung:
    Zunächst zum Abseitstor – ganz klar reguläres Tor. Shannon Boxx steht zwar im Abseits, doch sie greift überhaupt nicht ein. Zudem ist bereits an der Flugkurve zu erkennen, dass der Ball nicht zu ihr kommen wird.
    Meines Erachtens hatte sie viel zu schnell den Arm oben, nämlich während der Ball noch in der Luft war. So konnte sie überhaupt noch nicht erkennen, ob Shannon Boxx eingreifen wird oder nicht. Hätte sie sich an die ungeschriebene Regel gehalten, erst die Fahne zu heben, wenn die abseitsstehende Spielerin aktiv ins Geschehen eingreift, sprich den Ball spielt oder den Torwart oder eine abwehrende Spielerin behindert, dann hätten wir die Diskussion nicht.

    Zu den beiden Situationen vor dem 2:3 und 3:3: Sehe ich ganz einfach: Entweder beide Situationen abpfeifen oder in beiden weiterspielen lassen. Einmal so und einmal so zu entscheiden, zugunsten einer Mannschaft, zeugt nicht gerade von einer klaren Linie im Spiel.
    Für mich waren beide Situationen nicht abpfeifwürdig, dazu war der Körperkontakt einfach zu wenig. Celia fällt zu theatralisch und Barnhart muss wissen, dass sie den Ball haben muss, wenn sie den 5-Meter-Raum verlässt. Da ist sie nicht mehr in einem geschützten Raum.

    Generell hat sich der Eindruck von den OS 2012 bestätigt, dass sie doch sehr wacklig in ihren Entscheidungen ist und sie nicht dazu fähig zu sein scheint, ein Spiel auf hohem Niveau zu leiten.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @gerd.karl:
    Ich gebe dir Recht, Bartusiak war genauso Schuld an dem 3:1 wie Wensing, wenn man von Schuld sprechen kann. Denn der Pass war überragend und Morgan wusste genau, wie sie zu laufen hatte. Das war kein Fehler der Abwehr, das war ein einstudierter Angriff, wie er beinahe auch bei den Deutschen in der 1. Halbzeit (Maier auf Maro) geklappt hätte.

    Doch gerade in der 1. Halbzeit, gleich zu Beginn, machten die Amis viel Betrieb über die linke Seite. Bei Kontern war Maier oft noch vorne und Wensing war zu weit weg von der jeweiligen Gegenspielerin.

    Ich will ihr das nicht anlasten, die US-Girls waren sehr, sehr schnell, was die Vorwärtsbewegung anbetraf, und zogen die deutsche Abwehr sehr gut auseinander, um sich Lücken zu erarbeiten. Und man hat nunmal Morgan und Wambach, die nunmal kaum nen Meter Platz brauchen, wenn sie am Ball sind, um daraus was zu machen.

    Bartusiak hat sicherlich ihre Schwächen, gestern war sie aber sehr solide. Wenn man sie nun aber ersetzen will, dann bitte durch Cramer oder Henning, meinetwegen auch Peter oder Goeßling, aber doch nicht durch eine Tabea Kemme, die noch nie Innenverteidigung gespielt hat und ne klassische Außenverteidigerin im Stil von Bianca Schmidt ist (beide früher Stürmerinnen). So eine Aufstellung würde nur dazu führen, dass sie schneller wieder aus der N11 raus ist, als sie drinnen war.

    (0)
  • Krissi sagt:

    Also eins mal vorneweg: das Spiel gestern war auf alle Fälle mal Werbung für den Frauenfussball! Richtig gut anzuschauen und spannend war es auch…wenn ich mir allerdings den Leistungseinbruch anfangs der 2. HZ unserer DFB-Mädels auch nicht wirklich erklären kann. Klar, die USA haben ein schnelles Tor gemacht nach der HZ, aber es lief gut 15 Minuten gar nichts mehr zusammen, schade…mit einer Leistung wie in den ersten 25 Minuten des Spiels hätte man die USA gestern schlagen können…nun ja…Unterm Strich bleibt eigentlich nur das festzuhalten, was die meisten hier schon festgestellt haben: die USA hätten, aufgrund der 2. HZ, einen Sieg mit 2 Toren Unterschied verdient gehabt…Deutschland hatte bei den bereits erwähnten Situationen (FE für Celia, Abseitsstellung von Boxx – maximal passiv!) massives Glück, sonst wäre das Spiel womöglich 5:2 oder 4:1 ausgegangen. Das unsere Mädels aber in der Schlussphase noch alles versucht haben, ist dieser jungen und relativ unerfahrenen Mannschaft (jedenfalls in Vergleichen gegen die stärksten Mannschaften der Welt) hoch anzurechnen – kurz: Es ist zwar bei der DFB-Elf noch nicht alles Gold, was glänzt – aber ich denke, darauf kann man aufbauen. Für mich waren auf deutscher Seite gestern Leonie Maier (mit Abstand!), Natze sowie Wensing (trotz der Fehleinschätzung) die besten Spielerinnen. Da ich auch Sympathisant der USA bin, freue ich mich auch über deren großartige Leistung – die USA haben mich gestern zeitweilig an das Dreamteam der 90er und frühen 2000er Jahre erinnert…ganz toll…insgesamt….schönes Spiel von beiden Mannschaften mit einem insgesamt glücklichen, aber kämpferischem Ende für die DFB-Elf! 😉

    (0)
  • Isi sagt:

    Von dem Besuch des Spieles vor Ort muß aus meiner Sicht noch ergänzt werden, dass die Stimmung im Stadion unglaublich war und ich selten bei Frauenfußballspielen so viel Krach und Begeisterung erlebt habe. Die Stadiongröße war optimal für die Zuschauermenge und Sprecher sowie musikalische Untermalung taten ihr übriges. Auffällig im Spiel nach vorn war wie schon hier mehrfach festgestellt Leonie Meier, allerdings hat dann zunehmend die Absicherung nach hinten gefehlt. Insbesondere als sie auf die linke Seite gewechselt ist und zusammen mit Faißt viel Druck entfaltet hat. Schwach war aus meiner Sicht in der 1. Halbzeit die rechte Seite mit Peter und Behringer, wobei insbesondere Behringer überfordert wirkte und Peter ihre frühere Stärke, ihr sehr präzises Pass-Spiel, leider etwas verloren hat. Da Mbabi wirkt gegen gute Mannschaften in der Spitze auch etwas überfordert, mit Mittag und Schmidt kam dann in der 2. Hz mehr Schwung über die rechte Seite. Unverständlich für mich war die späte Einwechslung von Popp und der Wechsel von Meier auf die linke Abwehrseite. Aber vielleicht war das als Test für Meier gedacht.

    (0)
  • H2O sagt:

    Spät aber immerhin überhaupt will ich auch mal meinen Senf dazu geben.
    Ich konnte nur die erste Halbzeit sehen und daher auch nur dazu. 🙂

    Mir persönlich gefiel diese Halbzeit nicht.
    Neben der Kritik an Behringer und Kulig, welche mir garnicht gefallen haben, ist mir auch eine gewisse Langsamkeit in den Laufduelen aufgefallen. Haben die Deutschen die Amerikanerinnen auch mal überlaufen? Mir kam es meistens anders herum vor.

    Weiterhin ist mir dieses mal wieder aufgefallen, dass die Mädels eine sehr gute Truppe sind, aber keine überragende Spielerin in ihren Reihen besitzen.
    Eine Spielerin die den Unterschied zwischen sehr gut und absoluter Spitze ausmacht.
    (Beispiel: Wambach, Morgan oder Sinclair für Kanada, früher Prinz).
    Und Celia konnte meiner Meinung nach auch die hohen Erwartungen bei weiten nicht erfüllen.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @H2O: Ich denke schon, dass eine Dzsenifer Marozsan irgendwann eine Spielerin sein könnte, die Spiele entscheidet, auch eine Fatmire Bajramaj oder Nadine Keßler. Wenn sie fit bleiben, auch Celia oder Popp.

    Allerdings muss man daran arbeiten, die alle in ein System zu integrieren. Man hat viele Spielerinnen, die ein Spiel allein entscheiden können, denen aber die Konstanz fehlt. Daran muss ebenfalls gearbeitet werden. Zur Zeit ist es einfach noch so, dass sie sich meist selbst im Wege stehen, weil das Zusammenspiel sehr statisch und starksig wirkt. Auch kommt es kaum zu Rotation, sodass das Spiel nur sehr langsam ist, wie von dir bemerkt.

    Arbeit ist noch reichlich dar, es ist allerdings fraglich, welche Klasse wirklich für einen EM-Titel in diesem Jahr benötigt wird.

    (0)