DFB-Elf erkämpft Remis in Frankreich

Von am 13. Februar 2013 – 20.34 Uhr 26 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat zum Auftakt des EM-Jahres dank zweier Treffer von Nadine Keßler eine Niederlage in Frankreich vermieden. Trotz einer frühen Führung von Bianca Schmidt geriet die DFB-Elf mit 1:3 in Rückstand, doch mit Moral kämpfte sich das Team in die Partie zurück.

Vor 15 888 Zuschauern im Stade de la Meinau, darunter UEFA-Präsident Michel Platini, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und DFB-Direktorin für Frauenfußball, Steffi Jones, kam die deutsche Elf gegen die Französinnen zu einem 3:3 (1:2). Bianca Schmidt brachte die DFB-Elf in Führung (12.), doch zwei Treffer von Louisa Nécib (14., 22.) und ein Tor von Marie-Laure Delie (53.) drehten die Partie zugunsten der Französinnen, ehe Nadine Keßler die DFB-Auswahl vor einer Niederlage bewahrte (66., 81.).

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Keßler in der Startformation, Faißt im Mittelfeld
Gegenüber dem 1:1 in Halle/Saale veränderte Bundestrainerin Silvia Neid ihr Team auf vier Positionen: Im Tor stand Almuth Schult für Nadine Angerer, die Doppel-Sechs bildeten Kim Kulig und Nadine Keßler anstelle von Lena Goeßling und der verletzten Simone Laudehr. Für die ebenfalls verletzte Linda Bresonik rutschte Dzsenifer Marozsán in die Startformation. Frankreichs Trainer Bruno Bini wechselte hingegen nur auf zwei Positionen: Für Jessica Houara und Elodie Thomis durften Gaëtane Thiney und Laure Boulleau von Beginn an spielen.

Schmidt erzielt Führung
Die DFB-Elf erwischte einen guten Start, nach Flanke von Verena Faißt hatte Célia Okoyino da Mbabi mit einem Kopfball den ersten Hauch einer Torchance (6.). Und schnell konnte die optische Überlegenheit in ein Tor umgemünzt werden, Schmidt traf aus kurzer Distanz zur frühen Führung, Keßler und Anja Mittag leisteten die Vorarbeit (12.).

Nadine Keßler (li.) erzielte zwei Treffer © Zetbo / Framba.de

Nadine Keßler (li.) erzielte zwei Treffer © Zetbo / Framba

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Patzer von Schult
Doch wie aus heiterem Himmel kamen die Gastgeberinnen zum Ausgleich. Nécib traf mit einem präzisen Heber in den Winkel zum 1:1 (14.). Frankreich kam nun besser ins Spiel, doch es bedurfte eines kapitalen Schnitzers von Schult, die einen Rückpass von Saskia Bartusiak vertändelte, sodass Nécib ungehindert zum 2:1 einschießen konnte (22.).

Delie trifft
Frankreichs Torhüterin Sarah Bouhaddi konnte sich per Fußabwehr bei einem Faißt-Schuss auszeichnen, auf der Gegenseite hielt Schult einen Versuch von Delie. Kalte Dusche anfangs der zweiten Halbzeit: Nach einem schlecht getimten Rückpass von Bartusiak spritzte Delie dazwischen, umkurvte an der Strafraumgrenze Schult und schob zum 3:1 ein (53.).

Krahn erleidet Innenbandriss
Annike Krahn musste mit einem Innenbandriss im rechten Knie vom Platz, laut erster Diagnose ist es aber kein Kreuzbandriss, für sie kam Luisa Wensing in die Partie. Deutschland biss sich in die Partie zurück, nach einer Ecke von Marozsán landete der Ball nach einer zu kurzen Kopfballabwehr von Frankreichs Kapitänin Sandrine Soubeyrand vor den Füßen von Keßler, die aus 20 Metern abzog und zum 2:3 verkürzte (66.).

Und es war erneut die Wolfsburger Mittelfeldspielerin, die im zweiten Versuch aus kurzer Distanz das 3:3 erzielte (81.), nach einem Zuspiel ihrer eingewechselten Wolfsburger Teamkollegin Lena Goeßling. In der 90. Minute hatte die DFB-Elf gar die Chance zum Sieg, doch da Mbabi scheiterte mit einem wuchtigen Schuss aus der Drehung an der Latte.

Frankreich – Deutschland 3:3 (2:1)

Frankreich: Bouhaddi – Franco, Georges, Boulleau, Renard – Soubeyrand, Thiney (62. Thomis), Abily, Nécib, Delie (78. Tonazzi), Le Sommer

Deutschland: Schult – B. Schmidt, Krahn (62. Wechsel Wensing), Bartusiak, Peter –
Kulig (46. Goeßling), Keßler – Mittag (81. Maier), Marozsan, Faißt (76. Huth), Okoyino da Mbabi

Tore: 0:1 B. Schmidt (12.), 1:1 Nécib (14.), 2:1 Nécib (22.), 3:1 Delie (53.), 3:2 Keßler (66.), 3:3 Keßler (81.)

Gelbe Karten:
Keine

Schiedsrichterin: Pernilla Larsson (Schweden)

Zuschauer: 15.888

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

26 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Als Erstes stelle ich fest, dass das, was in der Halbzeit getan wurde, gefruchtet hat und Deutschland in der 2. Halbzeit deutlich verbessert war. Insgesamt habe ich Lichtblicke und (un-)erwartete Enttäuschungen gesehen.

    Im Tor hoffe ich, dass es weiter bei der Rotation bleiben wird. Nur so kann Almuth Schuldt wachsen und die Schwächen abstellen. Anders als andere sehe ich das 1:1 durchaus als Torwartfehler, weil sie sich auf den Torschuss und nicht auf die Flanke konzentrieren muss. Die mögliche Flanke müssen die Abwehrspielerinnen abewhren, solange Necib die Chance zum Torschuss hat. Also muss Schuldt auf der Linie bleiben und dann hat sie den Ball auch.

    In der Abwehr sind die erwarteten Schwierigkeiten aufgetreten. Positiv hat Bianca Schmidt herausgestochen. Über ihre Seite kam kaum Gefahr durch Frankreich, auch nicht als Le Sommer auf die Seite wechselte. Und nach vorn konnte sie sich auch einschalten. Babett Peter hatte mit ihr deutlich mehr Schwierigkeiten, vor allem aber auch, weil Necib öfter auf den rechten Flügel auswich in Halbzeit 1 und Kim Kulig sich nicht wirklich zuständig fühlte. Zu Bartusiak ist alles geschrieben wurde. Dem meisten kann ich mich anschließen.

    Im Mittelfeld konnte sich Kim Kulig zu keiner Zeit auf Necib einstellen. Und wenn diese keine Zuwendung bekommt, schießt sie halt 2 Tore. Nach dem Wechsel hat sich Lena Goeßling rührend um sie gekümmert und schon blieb sie blass. Daumen hoch für die Leistung von Lena Goeßling! Gewinnerin des Spiels war mit Sicherheit Nadine Keßler. Starke Leistung und an allen 3 Toren beteiligt! Davon betroffen war in Halbzeit 1 vor allem Maroszan. Sie kam meiner Meinung nach gar nicht zurecht damit, dass von hinten eine solch einen Wirbel veranstaltet hat. Aber (und das spricht für sie) nach dem Wechsel fanden sich die Beiden immer besser und so hatte auch Maro ihre Aktionen. Bei den Beiden sollte man die Rotation beenden und sie sich einspielen lassen. Damit sollten die Gegner viel mehr Probleme haben.

    Die beiden Außenbahnen waren eigentlich gut besetzt. Aber sie müssen aus der Mitte effektiver bedient werden, dass man gegnerische Viererketten aushebeln kann. Auch deshalb sollte das Herz der Mannschaft gleich bleiben und sich einspielen.

    Celia hat in meinen Augen gut gespielt. Mehr konnte man von einer einzelnen Spitze nicht erwarten. Sie ist halt in einem solchen Spiel dafür da, dass sie Abwehrspielerinnen bindet und so Platz für das nachrückende Mittelfeld schafft.

    Insgesamt konstatiere ich, dass Frankreich und Deutschland auf Augenhöhe sind. Das war vor 4 Jahren nicht so. Entweder hat Frankreich aufgeholt oder Deutschland nachgelassen. Ich tendiere zu einer Mischung aus Beiden. Das heißt, dass Deutschland nicht automatisch Topfavorit auf den Titel in Schweden sein wird, wo auch noch der Gastgeber und England mitmischen werden.

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  • glossy sagt:

    Es war sicher ein Spiel mit Höhen und Tiefen, das Stärken aber auch Schwächen dieser Mannschaft aufgezeigt hat. Aber darf das in einem Testspiel nicht auch sein? Frau Neid hat sich nicht gescheut, jungen Spielerinnen Einsatzzeiten zu geben und sich zeigen zu müssen, was diesen meiner Meinung nach auch zufriedenstellend gelungen ist. Einer Svenja Huth Plan- und Kopflosigkeit zu bescheinigen und Leonie Maiers Kurzauftritt mit deplaziert und ohne nennenswerte Ballkontakte zu beschreiben , halte ich nicht für gerechtfertigt. Im Gegenteil, für diese 10 Minuten war Leonie erstaunlich gut ins Spiel eingebunden, wurde häufig von ihren Mitspielerinnen angespielt und konnte die Bälle durchaus sinnvoll weiterverarbeiten.

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  • hanah sagt:

    Nécib hat ein super spiel gemacht und die deutsche Nationalmannschaft hat kampflwistung bewiesen. Aber vor der Em sollten die deutschen noch an sich arbeiten:)

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  • Thomas sagt:

    Das wird zwar nie passieren, aber ich würde mal mit einer Abwehr:
    Faißt, Peter, Wensing, Maier spielen. Ich finde Wensing hat deutlich Stabilität gebracht und bei der u20 WM letztes Jahr hat sie ja gezeigt, dass sie dort spielen kann. Ich möchte diese beiden […] aus der bisherigen Innenverteidigung nicht mehr sehen. Natürlich wünsche ich Krahn keine Verletzung, aber auch keine Nominierung für die Nationalmannschaft.

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Sheldon sagt:

    @Thomas: Wo ist die Wolfsburger Innenverteidigung? Henning und Goeßling, schon mal was von den betreffenden Personen gehört? Die beste Defensive in der Liga mit 8 Gegentoren aus 12 Spielen? Ich bin doch sehr erstaunt, wie man diese Spielerinnen einfach so ausblenden kann. Und dann Wensing in die Innenverteidigung stecken will, die doch in Wolfsburg über rechts eingesetzt wird? Mal ganz ehrlich: Meint ihr wirklich, wenn Wensing eine bessere Innenverteidigerin wäre als Henning oder Goeßling, würde sie dann in Wolfsburg auf der Außenbahn spielen? Ich verstehe das nicht so recht… Man beschneidet sich ja nur um die beste Defensive der Liga (neben Georges und Renard vllt sogar der Welt).

    Meine Abwehr wäre wie folgt: Maier, Goeßling, Henning, Faißt. Natürlich steht die Abwehr mit Peter und Wensing stabil, Fakt ist aber auch, dass in dieser Abwehr drei Spielerinnen sich aus dem Verein kennen und auf rechts mit Wensing noch eine Spielerin dazukommen könnte. Problem ist nur: Auf rechts haben wir mit Schmidt, Maier und Wensing ein echtes Überangebot…

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  • Carly B sagt:

    Schreibst Du hier über die Wolfsburger Spielerinnen die keinen Biss haben und in der Vorbereitung zur Rückrunde Urlaub an der Algarve machen?

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