Martina Müller tritt aus Nationalelf zurück

Von am 19. November 2012 – 13.05 Uhr 31 Kommentare

Am Donnerstag, 29. November, wird Stürmerin Martina Müller beim Test gegen Frankreich (ab 15.15 Uhr live in der ARD) in Halle an der Saale ihr letztes Länderspiel bestreiten.

„Der Spagat zwischen Beruf, Nationalmannschaft und Verein ist zuletzt immer schwieriger geworden“, so die 100-fache Nationalspielerin zu den Gründen ihres Rücktritts. Sie erzielte in ihrer Nationalmannschaftskarriere 37 Treffer, wurde  zweimal Welt- und Europameisterin und gewann 2004 bei den Olympischen Spiele in Athen die Bronzemedaille.

Müller: „Guter Zeitpunkt“
„Durch die kürzeren Regenerationszeiten merke ich auch, dass mein Körper das eine oder andere mal sagt: Bis hierhin und nicht weiter. Es ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um zurückzutreten. Die 100 Länderspiele sind erreicht, wir haben eine super EM-Qualifikation gespielt, zu der ich meinen Teil beitragen konnte, und wir haben ein tolles und sehr angenehmes Team, in dem es Spaß macht zu spielen. Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören.“

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Martina Müller

Martina Müller nimmt nach 100 Länderspielen Abschied © Volker Nagraszus / girlsplay.de

Leidenschaftliche Spielerin
Bundestrainerin Silvia Neid erklärt: „Sie war immer eine Spielerin, auf die man sich verlassen konnte und die stets hundertprozentigen Einsatz gezeigt hat. Ich finde es beeindruckend, welchen Weg sie gegangen ist – und dass sie es geschafft hat, die 100 Länderspiele zu erreichen. Als Trainerin wünscht man sich genau so eine Spielerin, bei der man sicher sein kann, dass sie immer mit unheimlich viel Leidenschaft dabei ist.“

Kader nahezu unverändert
Der Kader für das Testspiel gegen Frankreich ist bis auf eine Position mit dem identisch, der bei der USA-Reise im Oktober zweimal remis spielte. Dzsenifer Marozsan vom 1. FFC Frankfurt fällt wegen einer Adduktorenzerrung aus, dafür rückt Josephine Henning vom VfL Wolfsburg ins Team.

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Guter Eindruck
„Die Spielerinnen haben während der Maßnahme in den USA einen guten Eindruck hinterlassen“, sagt Silvia Neid. „Wir haben erneut 23 Spielerinnen nominiert, weil das auch die Größe des EM-Kaders sein wird. Das gibt uns die Gelegenheit, umfassende Eindrücke zu sammeln.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

31 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @gerd karl: Selbst, wenn Deutschland seit 4 Jahren kein Spiel mehr verloren hätte außer das Spiel bei der WM, dieses Spiel zählt nunmal mehr als alle Siege in den 4 Jahren. Bestes Beispiel Ungarn 1954: Das war eine Jahrhundertelf, die England im eigenen Lage die erste Niederlage zugefügt hat und sie mit 6:3 förmlich auseinandergenommen hat. Diese Mannschaft hatte auch seit 4 Jahren kein einziges Spiel mehr verloren. Und am Ende reichte dieses eine Spiel 1954, um eine ganze Epoche ungarischen Fußballs aus dem Gedächtnis verschwinden zu lassen, gefeiert wird nur Deutschland. Man gewinnt zwar 1956 noch die olympische Goldmedaille, aber das interessiert heute keinen mehr.

    Die Namen Puskas, Grosics, Bozsik und Kocsis sind dem ein oder anderen vielleicht noch ein Begriff, aber wer sind Buzansky, Lorant, Zakarias, Lantos oder Toth? Und wer ist Budai?
    Und wer weiß, dass Ferenc Puskas, Sandor Kocsis und Nandor Hidegkuti eigentlich Deutsche waren und ursprünglich Franz Purzeld, Alexander Wagner und Ferdinand Kaltenbrunner hießen?

    Dabei sagte einer der größten Fußballer aller Zeiten, Sir Stanley Matthews, dass das die „beste Mannschaft, der er je gegenüber gestanden habe“, sei.

    Wie du siehst, es zählen nur Siege. Im Sport zählen 2. Plätze nichts… Und da kommt es nunmal darauf an, die Leistung auf den Punkt abzurufen!

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  • FFFan sagt:

    Komischer Zeitpunkt für einen Rücktritt, ein halbes Jahr vor der Europameisterschaft, zumal sie topfit ist und momentan auch eine sehr gute Form hat. Schade, ich hätte unseren ‚Edeljoker‘ gern noch bei der EM in Schweden gesehen!

    @ Waiiy:
    „Aber vielleicht wurde ihr ja auch “nahegelegt”, zurückzutreten.“

    Vielleicht. Aber von wem?
    Von der Bundestrainerin? Die hat der Wolfsburgerin bei der USA-Reise keine Minute Einsatzzeit gewährt und stattdessen lieber Lena Lotzen eingewechselt, die wegen muskulärer Probleme kaum trainieren konnte. Das könnte Martina Müller die Entscheidung, zurückzutreten, erleichtert haben…
    Oder von ihrem Verein? Ralf Kellermann, der mit seiner Mannschaft noch ‚auf drei Hochzeiten tanzt‘, sieht es vermutlich nicht ungern, wenn seine älteren Spielerinnen (das betrifft auch Pohlers) nicht noch die Zusatzbelastung durch die Nationalmannschaft haben.

    Auch wenn ich Martina Müllers Entscheidung als Verlust für die Natio empfinde (es fehlt jetzt eine Stürmerin, die nach Einwechslung schnell ins Spiel findet und oft noch wichtige Tore schießt; Pohlers steht ja offenbar nicht zur Debatte), mag ich trotzdem nicht in den ‚Schwanengesang‘ von laasee und Sheldon einstimmen. Mit Celia, Anja, ‚Poppi‘ und ‚Maro‘ verfügen wir nach wie vor über sehr viel Offensivqualität, um die uns viele andere Nationen beneiden!

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  • waiiy sagt:

    @laasee: Heidi Mohr ist Vergangenheit. Der FF hat sich weiterentwickelt und heute werden anderen Spielertypen gesucht. Ob sie heute noch so erfolgreich wäre, ist nicht sicher. Deshalb sollte man Statistiken vergangener Jahre nicht mit der aktuellen Situation vergleichen.

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  • laasee sagt:

    @waiiy

    The point I was making is that great players make a difference at tournaments!
    Heidi Mohr and Inka Grings are joint record scorers at UEFA EURO tournaments with 10 goals each.

    Inka is still playing but apparently „retired“.
    That is a very peculiar situation.

    Now, there is another „retirement“ at a very peculiar time.

    Both of these „retirements“ decrease the chances of Germany winning EM Sweden.
    Unfortunately, many on this forum fail to see the writing on the wall.

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  • Sheldon sagt:

    @laasee: Allerdings kannst du nicht sagen, dass Toreschießen „genetisch“ bedingt ist. Zu einer guten Spielerin gehört wesentlich mehr. Gerade als Stürmerin musst du über Sprungkraft, Schnelligkeit und Zweikampfstärke verfügen und dort sehe ich Grings durch ihren Wechsel zu Zürich mittlerweile gegenüber den anderen Nationalspielerinnen deutlich im Nachteil, da dort das Trainingsniveau lange nicht so hoch ist wie in Wolfsburg, Potsdam oder sogar in Frankfurt.

    Und ohne diese Fähigkeiten bringt dir selbst der allergrößste Torriecher nix, weil du dann nur in den allerseltensten Fällen an den Ball kommst bzw. ihn behaupten kannst.
    Das heutige Spiel ist sehr viel schneller geworden, sodass du wesentlich weniger Zeit hast, den Ball zu behaupten und zu verarbeiten.
    Das Niveau der Torhüterinnen ist besser, ein Schuss muss heute wesentlich platzierter und härter geschossen sein als früher.

    Von daher haben Grings und Mohr nunmal heute einen sehr schweren Stand, würden sie noch spielen. Es gibt Mannschaften, die eine Grings ausschalten können, und das über 90 Minuten! Und dann kann eine solche Spielerin nicht den Unterschied ausmachen!

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  • laasee sagt:

    @Sheldon

    You know nothing about Swiss football…….and even less about the professional training that Inka and Sonja have at Zürich.

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  • Jan sagt:

    Wird „MM“ gegen Frankreich dann wenigstens die Kapitänsbinde tragen dürfen?!

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  • Sheldon sagt:

    @laasee: Hat man ja gegen Juvisy gesehen, die im internationalen Vergleich maximal 2. Klasse sind!

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  • laasee sagt:

    „Hat man ja gegen Juvisy gesehen, die im internationalen Vergleich maximal 2. Klasse sind!“

    FCZ were at eye level with Juvisy over 180 minutes.

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  • waiiy sagt:

    @laasee: Ja, und der Rücktritt von Mia Hamm hat die USA nachhaltig in die Steinzeit zurückgeworfen…

    Im Sport ist es nicht richtig, in der Vergangenheit zu schwelgen. Sportler/-innen werden zwangsläufig älter und überschreiten ihren Zenit. Sportarten verändern sich mit der Zeit sehr nachhaltig. Die Vergleichbarkeit wird da sehr schwer.

    Kannst Du zum Beispiel anhand der Geschwindigkeit von Heidi Mohr beweisen, dass sie schneller gespielt oder geschossen hat als eine Celia Da Mbabi? Vielleicht war sie auch nur ähnlich gut und alle anderen waren schwächer? Es ist also alles an den Haaren herbeigezogen.

    Aber ich denke, Du findest Dein Glück in dieser Betrachtungsweise. Immerhin spielt Inka Grings für Dich immer noch bei Duisburg unter MVT und wird Europacupsieger und DFB Pokalgewinner gegen Potsdam…

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  • FFFan sagt:

    @ Jan:
    „Wird “MM” gegen Frankreich dann wenigstens die Kapitänsbinde tragen dürfen?!“

    Dazu müsste sie ja von Beginn an spielen. Daran glaube ich nicht so recht.

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